Live at NYC

Posted in Uncategorized with tags , , , on 28. Juli 2014 by Micha

Kostenloser “Content” gefällig? Auf diesem Youtube-Kanal gibt es jede Menge Live-Videos, gefilmt in verschiedenen New Yorker Clubs wie der Saint Vitus Bar. Und zwar meist komplette Shows und in deutlich besserer Qualität als die üblichen Handy-Videos, gelegentlich sogar mit mehreren Kameras.

Zum Beispiel Eyehategod:

Oder Gorguts:

Oder Carcass:

Und noch viele mehr. Da habe ich eine Weile zu glotzen.

 

 

 

Support your local underground: Abyssous

Posted in Death Metal with tags on 24. Juli 2014 by Micha

Hier noch ein kleiner Hinweis auf eine coole Band von gegenüber: Abyssous machen rohen, archaischen Death Metal so richtig nach Art der aktuellen Old School/Okkult-Welle. Vor allem live immer wieder ein Genuss. Da trifft es sich gut, dass das Trio aus Chemnitz demnächst beim Party.San auf der Zeltbühne stehen wird. Ich werde da sein…

 

Live: Chronical Moshers Open Air 2014

Posted in Black Metal, Death Metal, Live, Thrash Metal with tags , , , , , , , , , , , , , on 22. Juli 2014 by Micha

Chronical Moshers Open Air 2014

06.-07.06.2014 – Hauptmannsgrün, Mühlteich

Eigentlich hatte ich ja nicht vor, zur diesjährigen Ausgabe des CMOA etwas zu schreiben, aber auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Leserin hier jetzt doch:

Der ganze Campingausflug stellte sich als kleinere logistische Herausforderung heraus: Die Woche davor bis Freitag Mittag noch auf Dienstreise, zu Hause schnell Klamotten wechseln (vielleicht hätte ich ja im Anzug aufkreuzen sollen?), die glücklicherweise schon eine Woche zuvor vorbereitete Ausrüstung geschnappt und nach einer guten Viertelstunde direkt wieder zur Tür raus und zum Bahnhof. Dank einer einwandfreien Leistung der Deutschen Bahn bin ich so trotz allem am späten Nachmittag endlich wieder unter normalen Leuten im Vogtland.

Chronical Moshers Open Air

Ich kann nur zu einem Teil der Bands einen kurzen Kommentar abgeben, schließlich war ich überhaupt nicht darauf vorbereitet. Mal sehen, was ich mir noch gemerkt habe…

Die erste Band, die ich erwische, ist Xiom. Ich habe diese traditionsreiche Kombo zwar vor einer ganzen Weile schon einmal live gesehen, aber heute erkenne ich sie kaum wieder. Damals huldigten sie offensichtlich ausführlich Death, häufig verloren sie sich meinem Eindruck nach dabei allerdings in fruchtlosem Gegniedel ohne Durchschlagskraft. Heute ist das allerdings anders, da geht die Band bei allen technischen Finessen doch viel kerniger und handfester zu Werke. Soll heißen: es gibt schön todesmetallisch was auf die Zwölf. Auf jeden Fall ein gelungener Auftakt des Festivals.

Die erste Band, die ich auf meinem (virtuellen) Zettel habe sind Deserted Fear. Die Jungs sind einfach immer wieder für eine fette Old-School-Death-Metal-Show gut, und auch an diesem Tag gehen sie wieder gut zur Sache. Schwedisch mit einer Prise Florida, würde ich sagen. Aber das ist eigentlich auch nicht so arg wichtig, denn auf und vor der Bühne ist die Hölle los.

Das nächste Highlight folgt sogleich und ist ein bisschen ein Kontrastprogramm zum vorhergehenden Auftritt. Denn die epischen, geschwärzten Hymnen von Melechesh sind auch einfach mal gut zum Zuhören und Genießen. Bei Rebirth of a Nemesis muss ich sowieso immer fett grinsen (natürlich nur innerlich, denn EIN ECHTER METALLER HAT KEINEN SPASS!!1!), so unglaublich gut ist der Song. Auch der sonstige Eindruck, den ich bisher schon von der Band hatte, bestätigt sich heute: hart, präzise, gewissermaßen ein gut geölter Mechanismus, der kompromisslos durch alle Wendungen der Songs rast. Mein Favorit des Tages.

Im Anschluss schlägt dann nämlich gleich meine Müdigkeit zu – die letzten Tage waren wohl doch etwas anstrengend. Abgesehen davon: Ich habe Destruction zwar schon öfter gesehen, aber ein Fan werde ich wohl in diesem Leben nicht mehr. Jedenfalls kann ich für die restlichen Bands des ersten Festivaltages nicht mehr so richtig viel Aufmerksamkeit mobilisieren. Aber morgen ist auch noch ein Tag.

…und der wird genau so sonnig und heiß wie der davor, wohl der heißeste Tag des Jahres bisher. Glücklicherweise bin ich nicht in der Stadt, sondern schön hier im Wald mit viel Wasser in der Nähe und einer leichten Brise zur Abkühlung. So lässt’s sich aushalten.

Musikalisch beginnt der Samstag für mich mit Headshot. Die Braunschweiger Thrasher sind schon seit 20 Jahren im Metal-Underground unterwegs. Bisher sind mir jedoch nur ein paar vereinzelte Sampler-Beiträge untergekommen, live habe ich sie auch noch nie gesehen. Seit einiger Zeit steht hier Daniela Karrer, ehemals von Uppercut, am Mikro. Auch diese Band habe ich nie live gesehen, als es sie noch gab, deren letztes Album Reanimation of Hate kann ich Thrash-Freunden allerdings durchaus empfehlen. Also ist das heute gewissermaßen ein Zwei-in-Eins-Auftritt. Und der macht ordentlich Laune, das Richtige zum Aufwachen und um so langsam mal die müden Knochen in Bewegung zu versetzen.

Headshot

Noch mehr Thrash gibt’s von Fatal Embrace aus Berlin. Und zwar noch einen Zacken brutaler und aggressiver, dabei gleichzeitig mit treibenden Riffs und richtig Volldampf gebend. Also auch wieder ein sehr guter Auftritt. Bei der Gelegenheit fällt mir auf, dass ich wohl bei dem ganzen Stress im Vorfeld nicht so viel Bares mitgebracht habe wie geplant. Einkaufen am Merch-Stand ist dieses Jahr also nur beschränkt möglich.

Wann immer Macbeth hier in der Gegend auftreten, ist die Bude voll und der Teufel los. Heute natürlich auch wieder. Eine gute Live-Band sind sie auch zweifellos. Mein Fall sind ihre WW2-Epen im klassischen Metal-Sound allerdings nicht, deshalb ab zu Bier und Bratwurst.

Totenmond habe ich zwar vor Jahren einmal gesehen, fand ich aber damals nicht so prall. Dabei finde ich gerade die frühen Alben richtig gut, allen voran den Klassiker Fleischwald. Deshalb müssen dringend weitere Datenpunkte her, also finde ich mich rechtzeitig vor der Bühne ein. und tatsächlich gefällt mir das ganze heute deutlich besser – die krachige Gitarre könnte zwar für den vollendeten Genuss im Vergleich zur doch recht dominanten Snare lauter sein, aber irgend etwas ist ja immer. Aber immerhin höre ich den langsamsten Punkrock, der mir je begegnet ist. Dass das nicht der typische Metal-Sound ist, macht Pazzer jedenfalls schon früh klar (“Ihr steht auf Metal? Dann seid ihr bei uns an der falschen Adresse!”), und wird zum Abschluss nochmal bestätigt durch eine Cover-Version von Macht kaputt, was euch kaputt macht von Ton Steine Scherben.

Totenmond

Im Gegensatz dazu bieten mir Sinister als nächste Band geradezu klassisches Death-Metal-Geknüppel. Eigentlich genau mein Ding, aber irgendwie können die Tulpenschlächter (professionelle Musikjournalisten müssen wohl jede Band aus den Niederlanden so beknackt bezeichnen, also will ich das ausnahmsweise auch mal tun – aber das bleibt bestimmt das einzige Mal) mich überhaupt nicht fesseln, deshalb verkrümele ich mich lieber nach dem zweiten Song.

Rechtzeitig zu Illdisposed bin ich wieder da, und das lohnt sich richtig. Ich habe die Dänen über die Jahre hinweg immer wieder mal gesehen, aber bei dieser Show wie auch schon beim letzten Mal im November wirkt Fronter Bo Summer fokussierter und konzentrierter, ich würde sogar sagen nüchterner als in früheren Zeiten, was dem Auftritt doch sehr zu Gute kommt. Keine Angst, “swul” gehört immer noch zu seinen Lieblingswörtern. Die Jungs legen eine echte Death-Metal-Walze mit einem deben Groove hin. Man könnte fast vergessen, dass es sich eigentlich um Melodic Death Metal handelt, wenn nicht immer wieder die melodischen Gitarrenleads aus dem Inferno hervorblitzen würden. Insgesamt eine erstklassige Show.

So langsam geht es in den Endspurt des Festivals. Von den verbliebenen Bands schaue ich mir natürlich Vader an. Aber außer daran, dass ich meinen Spaß hatte, erinnere ich mich an nicht mehr viel. Napalm Death als Headliner lasse ich mir natürlich auch nicht entgehen. Bei denen ist klar, was man zu erwarten hat, und genau das bekommt man auch heute wieder. Allerdings stellen sich bei mir schon gewisse Ermüdungserscheinungen ein, habe ich die Herren doch mittlerweile schon häufiger gesehen. Deshalb halte ich mich ganz hinten auf und an meinem Bier fest, während es weiter vorne wie erwartet richtig rund geht.

Das war es auch schon wieder. Wieder einmal eine sehr angenehme und unterhaltsame Veranstaltung, und ich bin froh, dass ich mich trotz allem dazu aufraffen konnte. Gerade auch, weil das Festival ja letztes Jahr wegen des Hochwassers ausfallen musste. Bis zum nächsten Jahr, dann hoffentlich wieder stressfreier…

Chronical Moshers Open Air

Vor 20 Jahren

Posted in Uncategorized with tags , on 25. Mai 2014 by Micha

Neulich, bei einer kleinen Diskussion ist es mir plötzlich klar geworden: Es ist bereits 20 Jahre her, dass Ceremony of Opposites von  Samael erschienen ist. Damals, als die noch Metal gemacht haben… Damals habe ich das Album rauf- und runtergehört, inzwischen aber schon länger nicht mehr. Deshalb eine kleine Playlist:

Außerdem vor 20 Jahren: Far Beyond Driven von Pantera. Der Vorgänger Vulgar Display of Power war meine erste Begegnung mit dieser Band. Aus heutiger Sicht ist mir das zwar zu simple “Tough-Guy”-Mucke, aber damals fand ich’s gut. Vor allem Fucking Hostile. Weshalb ich mir auch gleich das Nachfolger-Album geholt habe, als es herauskam. Damals noch ganz ohne Internet oder Amazon, sondern ganz traditionell in einem echten Plattenladen. Ich war wohl nicht der einzige, denn der Typ an der Kasse hat sich gewundert, was das wohl für Musik ist, die an jenem Tag so viel gekauft wird.

 

Banisher

Posted in Death Metal with tags , , , on 25. März 2014 by Micha

Nachdem ich nun neulich nicht zum Konzert konnte, habe ich mir immerhin mal etwas heruntergeladen. Wie immer natürlich ganz ordnungsgemäß und legal.

Und zwar Slaughterhouse, das 2010er Album der polnischen TechDeather von Banisher. Sehr modern, ab und zu vielleicht ein bisschen viel Gegniedel, aber sonst…

Herunterzuladen hier bei Torn Flesh Records.

Echt nur mit Super Mario Brothers Theme:

Best of 2013

Posted in Death Metal, Doom Metal, Progressive Metal with tags , , , , , , , , , , , , , on 15. Februar 2014 by Micha

Das ist schon längst überfällig…

In letzter Zeit (eigentlich schon seit einer ganzen Weile) habe ich hier wenig gepostet. Das liegt daran, dass ich seit einiger Zeit dafür bezahlt werde, ungefähr acht Stunden am Tag vor dem Computer zu sitzen und mehr oder weniger schlaue Texte, Berichte, Listen usw. zu schreiben. Da hält sich die Motivation, mich nach Feierabend an den Computer zu setzen, um weitere mehr oder weniger schlaue Texte zu schreiben, doch arg in Grenzen. Sonst hätte ich womöglich auch meine Meinung zu einigen guten bis sehr guten Live-Veranstaltungen des letzten Jahres zum Besten gegeben: Geballer mit Fleshless, “Hipster-Metal” im Leipziger UT Connewitz mit Obelyskkh, Earthship, Planks & Co., ein “Heimspiel” von Asphyx im Dresdner Skullcrusher, Death & Grind mit Afgrund und Mumakil, natürlich stilecht im AJZ, als positive Überraschung ein echt brutales Brett von War from a Harlots Mouth, Old-School-Party mit Possessed, oder die Iron Bonehead/FDA Rekotz-Reverb-Festspiele mit Abyssous, Arroganz, Evil Warriors, Alchemyst und Chapel of Disease in Leipzig. Ich merke gerade, dass ich 2013 doch auf ganz schön vielen Konzerten war – dabei sind die aufgeführten noch nicht einmal alle…

Neue Veröffentlichungen habe ich natürlich auch gehört, deshalb wieder wie gewohnt die Bestenliste:

Batillus - Concrete Sustain

Batillus – Concrete Sustain. Doom mit einer ganz besonderen Note, denn neben durchaus bekannten Zutaten wie einem fies drückenden Bass-Sound und hass- und qualerfüllten Vocals der Marke “dreckig und gemein” gibt es noch einen ordentlichen Schlag Industrial, der für die gewisse Kälte sorgt.

Beyond - Fatal Power Of Death

Beyond – Fatal Power of Death. Death Metal der alten Schule von einer noch relativ neuen Band aus unseren Landen. Das Todesblei, das die Jungs namens R., M. und N. hier präsentieren, ist ganz schön böse, voller Chaos und Raserei. Und doch verbergen sich hier ausgeklügelte Songs mit verdammt geilen Riffs und Soli.

Carcass - Surgical Steel

Carcass – Surgical Steel. Wohl das am sehnlichsten erwartete Album des Jahres 2013: Das Comeback von Carcass nach 17 Jahren. Und es ist tatsächlich gut geworden, gewissermaßen die Fortsetzung von Heartwork. Aber auch der Einfluss der früheren Werke ist zu spüren. Melodien und rasiermesserscharfe Boshaftigkeit müssen sich eben nicht ausschließen.

Gorguts - Colored Sands

Gorguts – Colored Sands. Noch ein Comeback-Album – zwölf Jahre nach dem Vorgänger präsentiert hier Band-Mastermind Luc Lemay mit seinen Kollegen Progressive/Technical Death Metal der Spitzenklasse. Dabei wird hier kein seelenloses Gitarrengefrickel geboten, wie es vielen technischen Bands oft vorgeworfen wird, sondern das überragende musikalische Können der Bandmitglieder kreiert düstere Soundlandschaften – finster, bedrückend, oft dissonant und immer wieder erfüllt von brutaler Energie.

Immolation - Kingdom of Conspiracy

Immolation – Kingdom of Conspiracy. Nachdem ich mit dem Vorgänger Majesty and Decay irgendwie nie so recht warm geworden bin, ist das neueste Album jetzt doch wieder in meiner Bestenliste gelandet. Geboten wird der typische Immolation-Sound, immer noch böse und brutal, auch wenn die Songs vielleicht ein klitzekleines bisschen eingängiger daherkommen als früher.

Master - The Witchhunt

Master – The Witchhunt. So etwas kann passieren, wenn man 30 Jahre lang einfach nur seinen Stiefel durchzieht: Während viele junge Bands gerne “retro” nach den 80ern klingen wollen, haben Master einfach nie ihren Stil geändert und sind dadurch jetzt wieder voll dabei bei der Old-School-Death-Metal-Welle. Man könnte vermuten, dass sich da irgendwann Abnutzungserscheinungen einstellen würden, aber ganz im Gegenteil: Die Death/Thrash-Rüpeleien klingen erstaunlich frisch, angriffslustig und voller Energie. Und die markanten Growls von Paule Speckmann höre ich sowieso immer gerne.

Nero Di Marte - s/t

Nero Di Marte – Nero Di Marte. Progressive Metal, der sich aus einer ganzen Reihe verschiedener Bausteine zusammensetzt: gelegentlichem vertrackten technischen Death Metal, langsamere und harschere Teile mit Anklängen an Ulcerate (ohne deren Heaviness zu erreichen), Elemente aus modernem Metal à la Gojira (besonders beim Gesang) und ganz viel post-metallische Atmosphäre.

Primitive Man - Scorn

Primitive Man – Scorn. Titel und Cover beschreiben die Musik hier schon ziemlich gut: Das ist dreckiger, roher, primitiver, gemeiner, böser, hasserfüllter Sludge Metal. Etwas für echte Menschenfreunde eben.

Stomach Earth - Stomach Earth

Stomach Earth – Stomach Earth. Trostlosigkeit, Finsternis, Verzweiflung – das findet man auf diesem Album. Aber auch mörderische, bleischwere Riffs und monströse Growls. Eine exzellente Doom-Scheibe eben. Es handelt sich übrigens um ein Solo-Projekt von Mike “Gunface” McKenzie von The Red Chord.

Svart Crown - Profane

Svart Crown – Profane. Blackened Death Metal aus Frankreich. Wie das anscheinend bei modernen französischen Bands so Usus ist, steckt mehr in der Musik als so ein übliches Label aussagt. In diesem Fall sind das dissonante und leicht chaotische Elemente, die an die Landsleute von Deathspell Omega erinnern. Und wenn wir schon bei Vergleichen sind: In den todesmetallischeren Momenten beschwören sie Gedanken an Immolation herauf. Insgesamt eine wunderbar dunkle, bösartige Angelegenheit.

Ulcerate - Vermis

Ulcerate – Vermis. 2013 war ein gutes Jahr für komplexen und intelligenten Death Metal, das beweist allein schon dieses Album. Erstmal ist es heavy, wuchtig, massiv, oftmals ein scheinbar kompakter Klotz dunklen Metalls – schnell treten aber immer wieder neue Details und Ideen hervor. Die sind jedoch nie Selbstzweck, sondern fügen sich auf natürliche Weise in den Spannungsaufbau der Songs ein.

Wormed - Exodromos

Wormed – Exodromos. Hier ballert es gewaltig, ohne dass die Musik jemals irgendwie stumpf wäre. Ganz im Gegenteil zeigen sich genug musikalisches Können und Anspruch, um die Bezeichnung als Technical Brutal Death Metal zu rechtfertigen. Neben so genretypischen Zutaten wie Sweeps, Pich Harmonics etc. und durchaus komplexen Songstrukturen gibt es aber auch oft genug mit stampfendem Groove einfach feste druff.

Honourable Mention:

Incantation - Vanquish in Vengeance

Incantation – Vanquish In Vengeance. Eigentlich ein Album von 2012, das aber so spät im Jahr erschienen ist, dass ich es erst 2013 gehört habe. Und ich wollte es in der Liste haben, weil es einfach so verdammt gut ist. Eine exzellente Mischung aus düsterer, morbider Atmosphäre, schleppenden, doomigen Passagen, rasenden Stakkato-Riffs und kurzen Solo-Ausbrüchen sorgt dafür, dass dieses Album einfach keine Sekunde langweilig wird.

Live: Party.San Open Air 2013 – die Mitte

Posted in Death Metal, Doom Metal, Grindcore, Live with tags , , , , , , , , , , , , , , on 20. November 2013 by Micha

Das Aufwärmprogramm am Mittwoch und Donnerstag wäre geschafft, jetzt geht es erst richtig los mit einem vollen Freitags-Programm. Deshalb bleibt auch keine Zeit für langes Herumgammeln, es gilt schließlich, Musik zu hören und Bands zu sehen.

Als erste Kombo stehen gegen Mittag Gutalax auf der Hauptbühne und präsentieren ihren Goregrind. Alle üblichen Zutaten sind vorhanden: ein walzender Groove, Gesang von Schwein bis Klospülung, dumme Sprüche und seltsame Gewandungen. Also im Prinzip nichts Originelles, aber doch ganz unterhaltsam so kurz nach dem Aufwachen. Ein bisschen Math Metal haben sie auch im Programm – zumindest kündigen sie den an, bevor dann alle für etwa 5 Sekunden chaotisch auf ihren Instrumenten herumhauen.

Bei Magrudergrind ist dann erst mal Schluss mit lustig, denn das Trio hat sich dem klassischen Grindcore bzw. Powerviolence verschrieben. Nur mit Schlagzeug, einer Gitarre und Gesang machen sie ganz schön Krawall. Allerdings ist das Ganze auf Dauer auch nicht gerade abwechslungsreich und kann mich nicht allzulange fesseln.

Das ist bei Graveyard anders. Nein, das sind nicht die schwedischen Retro-Hippie-Rocker, sondern die Todesmetaller aus Spanien. Allerdings klingen die auch sehr schwedisch. Mit dem guten alten Kettensägen-Gitarrensound und einem schönen Groove erinnert das ein bisschen an Entombed. Exzellent zum Headbangen geeignet, und eine Band, die einfach Spaß macht.

Auf meiner Liste der anzusehenden Bands stehen auch die japanischen Coffins – eine Band, die man hierzulande wahrscheinlich nicht all zu oft zu sehen bekommt. Schade eigentlich, denn der Auftritt ist ziemlich gut. Mal sind sie langsam, schleppend, doomig und sehr, sehr heavy, dann wieder ziehen sie das Tempo kräftig an und kloppen mit einem lustigen uffta-uffta-Polka-Rhythmus drauflos, gerade richtig, um das Tanzbein zu schwingen.

Martin van Drunen dagegen ist dann doch häufiger live zu sehen. Ich bin zwar ein großer Fan, aber es stellt sich langsam doch die Frage, ob eine weitere Band aus Asphyx- und Hail of Bullets-Musikern unbedingt nötig ist. Grand Supreme Blood Court bieten astreinen Old School Death Metal, keine Frage, und van Drunen geht ab wie immer, aber so besonders groß ist der Unterschied zu den genannten Gruppen eben nicht.

Am Freitag und Samstag ist auch auf der Zeltbühne was los, nicht nur auf der Hauptbühne. Allerdings komme ich wie schon letztes Jahr viel zu selten dazu, mir da eine Band anzusehen. Theoretisch könnte ich zwar zwischen den Bühnen wechseln und würde nur ein paar Minuten verpassen von den einzelnen Auftritten. In der Praxis muss ich aber auch irgendwann mal etwas essen und trinken, das alte Bier wegtragen, mich irgendwo hinsetzen oder einfach nur Pause machen. Deshalb bekomme ich z.B. von Wound, die ich mir eigentlich vorgemerkt hatte, kaum mehr als fünf Minuten mit. Was ich in der kurzen Zeit höre, weiß zu gefallen.

Aber ich muss auch schon bald wieder raus aus dem Zelt, denn auf der Hauptbühne sind Anaal Nathrakh dran. Leider ist der Sound am Anfang recht bescheiden, von den Gitarren ist wieder mal wenig zu hören (kenne ich irgendwie schon vom Rock im Betonwerk). Zum Glück weist ein Zuschauer aus der ersten Reihe V.I.T.R.I.O.L. darauf hin, der das dann gleich weitergibt an den Mann am Mischpult. Schon klappt das. Es geht ab wie schon kurz vorher beim Auftritt in Chemnitz, nur besser. Also ganz, ganz großartig. Zwischendurch wird auch mal Kvarforth als Gastsänger auf die Bühne geholt. Der hat sich die Nase zugepappt mit Tape, schwenkt seine Schnapsflasche und steuert ein paar kranke Schreie bei. Das kommentiert V.I.T.R.I.O.L. ganz seinem Künstlernamen entsprechend mit den Worten “the finest example of humanity” und zum Abschied mit der Bemerkung, dass er eigentlich von Kvarforth mehr (was? mehr Irrsinn?) erwartet hätte.

Nach dieser beeindruckenden Show haben es Vomitory bei mir schwer, obwohl sie bei ihrem allerletzten Auftritt auf deutschem Boden die dicke Todesblei-Keule auspacken. Sie kommen zwar aus Schweden, sind aber deutlich brutaler als der übliche Schweden-Death. Kompromisslos, druckvoll, unerbittlich – damit lässt sich das Geprügel beschreiben.

Jetzt ist es an der Zeit, im Zelt vorbei zu schauen, denn dort spielen Alchemyst und zelebrieren ihre finsteren okkulten Rituale. Soll heißen: Sie spielen düsteren, atmosphärischen Death Metal, ähnlich wie beispielsweise Venenum. Ein wirklich sehr guter Auftritt.

Und wo ich schon mal da bin, bleibe ich gleich für die Show von Fragments of Unbecoming. Es wird gleich deutlich melodischer. Glücklicherweise ist die Musik nicht so quietschig/cheesy/poppig wie die meiste, die heute so unter dem Label “Melodic Death Metal” geboten wird, sondern es ist trotzdem noch genug Rumms dahinter. Mit dem hervorragenden Alchemyst-Auftritt können sie allerdings nicht ganz mithalten, der Gig ist aber immerhin ganz solide.

Draußen auf der Hauptbühne sind mittlerweile Unleashed zugange. Es herrscht die übliche Partystimmung, die bekannten Mitsing-Spielchen zu Death Metal Victory und anderen Klassikern werden zelebriert. Ich habe mich an dieser Band aber in den letzten Jahren, wo ich sie schon oft gesehen habe, irgendwie sattgehört und -gesehen, deshalb nehme ich den Auftritt eher als Hintergrundkulisse für den Abendimbiss (fest + flüssig) mit.

Meinen Freitags-Headliner Dying Fetus habe ich zwar auch schon häufiger live gesehen, aber trotzdem können die Brutalos aus Maryland mich immer wieder begeistern. So auch heute – sie prügeln sich mal wieder gnadenlos brutal und dabei dennoch präzise wie ein Uhrwerk und mit gelegentlichen technischen Spielereien durch ihr Set. Auf Rumgerenne, Mitmach-Spielchen oder sonstiges Gehampel auf der Bühne muss das Publikum dabei verzichten, die Jungs stehen so, wie man sie schon seit vielen Jahren kennt, hochkonzentriert wie angewurzelt auf einem Fleck. Aber wen stört das, solange es so dermaßen was auf die Omme gibt?

Und weil danach sowieso nichts mehr vergleichbares kommen kann, war es das an Live-Musik für diesen Tag – zumindest für mich. Metal-Disko natürlich noch, eh klar, oder?

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