Links #10

Veröffentlicht in Uncategorized mit den Tags , , , am 8. Januar 2012 von Micha

Endlich zweistellig, die Links… Heute mit 40 Jahre Heavy Metal, Schwarzmetall-Ansichten, Püschologie, Casting-Show-Müll und wahren Kunstwerken.

Best of 2011

Veröffentlicht in Death Metal, Doom Metal, Grindcore, Thrash Metal mit den Tags , , , , , , , , , am 5. Januar 2012 von Micha

Der obligatorische Jahres-Rückblicks-Artikel fehlt hier noch, das wird jetzt nachgeholt.  Diesmal kann ich auch tatsächlich etwas schreiben, denn es ist mir gelungen, meinen guten Vorsatz vom letzten Jahr (mehr aktuelle gute Musik suchen) auch wahrhaftig in die Tat umzusetzen, zumindest teilweise.

Hier nun also die besten Alben des Jahres 2011. Wie immer konnte ich natürlich nicht alles, was in diesem Jahr rauskam, anhören, es handelt sich um meine ganz persönliche Liste der besten Veröffentlichungen, die ich in diesem Jahr neu entdeckt habe. Deshalb fehlen auch einige ordentlich gehypete Bands in der Liste. Erstaunlicherweise ist es mir aber tatsächlich mal gelungen, eine ganze Liste voll zu bekommen nur mit 2011er Releases.

Die Liste ist alphabetisch sortiert, damit ich nicht versuchen muss, Musik verschiedener Genres zu vergleichen und in eine mehr oder weniger sinnvolle Reihenfolge zu bringen.

Benighted – Asylum Cave: Brutal Death Metal, wie er sein soll: arschtight, unheimlich heavy und -Überraschung!- brutal, dabei aber immer mit der Portion Wahnsinn und kontrolliertem Chaos, um das Ganze abwechslungsreich und interessant zu halten.

Church of Misery – Master of Brutality: Dieses Album ist eigentlich schon 10 Jahre alt, wurde aber 2011 als überarbeitete Version mit zusätzlichen Bonus-Tracks neu aufgelegt. Die Japaner von Church of Misery mögen die Bezeichnung „Stoner“ überhaupt nicht, deshalb sage ich nur: Doom. Über Serienkiller. Richtig fett.

Dead Eyed Sleeper – Observing Oblivion: Anspruchsvoller technischer Death Metal, brachial, aber dennoch mit Atmosphäre. Reinhören hier.

Howl – Full of Hell: Eingängige Stoner-Riffs treffen auf harsche Sludge-Vocals und düstere Doom-Atmosphäre. Das Ergebnis: Heavy. Genau so wie es sein muss. Reinhören auf der verlinkten Bandcamp-Homepage oder hier.

Lock Up – Necropolis Transparent: geiler Death/Grind, eine super Scheibe der „Supergroup“ um Shane Embury und Tompa Lindberg. Da kommt die Wut und Aggression richtig schön rüber.

Macabre – Grim Scary Tales: Wenn eine meiner Lieblingsband nach langen Jahren endlich wieder ein Album veröffentlicht, gehört das natürlich auf die „Best of 2011″-Liste. Zwar nicht ganz so geil wie Dahmer, aber immer noch ein großartiges Album.

Torture Division – Through The Eyes Of A Dead: Eigentlich nur ein Drei-Song-Demo, aber das steht gewissermaßen stellvertretend auch für alle früheren Demos. Wie diese steht auch das neueste Demo auf der Homepage zum Download bereit. Und wie bisher gibt es allerfeinsten Old-School-Schwedentod auf die Ohren.

Total Fucking Destruction – Hater: Grindcore von und mit dem Drummer von Brutal Truth. Für das Genre außerordentlich abwechslungsreich, insofern hat das Ähnlichkeit mit der Musik der „Hauptband“. Höre ich da etwa gar Melodien?

Toxic Holocaust – Conjure and Command: Diese Band bzw. Ein-Mann-Projekt gibt es zwar schon länger, aber ich habe sie erst im vergangenen Jahr kennengelernt. Der Blackened Thrash Metal dieses Albums zeichnet sich durch viel Punk-Attitüde aus – die mit den drei R: Rotzig, ruppig, räudig.

Wight – Wight Weedy Wight: Im Gegensatz zu den anderen Alben auf der Liste noch etwas eher ruhiges, nämlich eine Kreuzung aus Psychedelic Rock und Doom. Schön abgespaced, und No Quarter haben die Jungs offensichtlich ausführlich gehört. Wenn ich kiffen würde, wäre das der richtige Soundtrack dazu. Reinhören hier.

Wormrot – Dirge: Exzellenter Grindcore aus Singapur. Nonstop-Hochgeschwindigkeits-Gemetzel mit dem nötigen Punk-Feeling, ohne Rücksicht auf Verluste direkt in die Fresse. Das Album gibt es kostenlos bei Earache.


Anhören

Veröffentlicht in Death Metal, Doom Metal mit den Tags , , , , am 27. Dezember 2011 von Micha

Mal zwei Tipps für kostenlose Musik aus dem Netz. Im Weihnachtsurlaub ist ja ein bisschen Zeit…

Zum einen hat der amerikanische Radiosender NPR ein paar Live-Mittschnitte vom Maryland Deathfest 2011 veröffentlicht. Den Auftritt von Exhumed habe ich mir schon reingezogen – das lohnt sich auf jeden Fall. In den Rest habe ich bis jetzt nur mal kurz reingehört, empfehlenswert sind noch die Shows von Hooded Menace (großartiger doom-lastiger Old School Death Metal) und Oak (Doom mit schön kranken Vocals). Die restlichen beiden Aufnahmen finde ich nicht so prall, aber vielleicht muss ich denen noch ein bisschen mehr Zeit geben.

Zum anderen hat das SPIN-Magazin die 20 besten Metal-Alben von 2011 gekürt und bietet dazu eine Compilation an, die von jedem dieser Alben einen Track enthält. Die Auswahl ist etwas seltsam (Korn? WTF? Und Dark Ambient mit Saxophon?), aber auch da bin ich noch dabei, mich durchzuhören. Aber Vorsicht – die Zip-Datei ist fast 300 MB groß.

So ändern sich die Zeiten

Veröffentlicht in Black Metal mit den Tags , , , am 18. Dezember 2011 von Micha

Vor kurzem ist mir ein schönes Beispiel dafür untergekommen, wie sich die Auffassung über Gefährlichkeit und „Respektabilität“ von bestimmten Musikrichtungen ändern kann, wenn man nur lange genug wartet.

Zuerst ist da dieses Video, ein Ausschnitt aus einer englischen Nachrichtensendung von 1994. Der Inhalt dürfte wenig überraschen: Black Metal ist böse, verdirbt die Jugend und führt direkt zu Brandstiftung und Mord. Aber immerhin ist noch ein kurzer Clip von einem Emperor-Auftritt zu sehen.

Heutzutage berichtet dagegen das Feuilleton über aktuelle Black-Metal-Alben (von Wolves in the Throne Room, Liturgy, Krallice), und das durchaus wohlwollend. Nun gut, das ist jetzt nicht die traditionelle Form des „trve Black Metal“, sondern offenbar eher die Hipster-Variante, aber immerhin. Und norwegische Diplomaten bekommen eine Black-Metal-Schulung, damit sie im Ausland einen der wichtigsten Kultur-Exporte richtig erklären können.

Wie gesagt: So ändern sich die Zeiten…

Death Forever

Veröffentlicht in Death Metal mit den Tags , am 13. Dezember 2011 von Micha

CC-BY-SA 3.0, Rodrigo César

Charles Michael „Chuck“ Schuldiner

13.05.1967 – 13.12.2001

Gibt es einen besseren Weg, diesen großen Musiker und Pionier des Death Metal an seinem 10. Todestag zu würdigen, als wieder mal ein bisschen Death zu hören?

Als Lesestoff kann ich diesen Artikel hier empfehlen: Eine Reihe von Musikern berichtet über ihre Lieblings-Death-Songs.

Wacken-Wahnsinn

Veröffentlicht in Uncategorized mit den Tags , , am 4. Dezember 2011 von Micha

Vor ein paar Tagen ging es durch die Presse: Das Wacken Open Air 2012 ist schon jetzt ausverkauft. Wenn das so weitergeht, ist demnächst am Abreise-Sonntag das Festival für das darauf folgende Jahr bereits ausverkauft. Vielleicht muss man sich auf eine Warteliste setzen lassen, wie bei den Bayreuther Festspielen. Die spinnen doch alle…

Bei dieser Gelegenheit will ich mal einen Blog-Post verlinken. Eigentlich wollte ich damit ja bis zum Sommer warten, aber das passt jetzt auch gerade gut. Leider ist das Blog anscheinend vor ein paar Tagen abgeschaltet worden, aber den Artikel gibt es noch im Google-Cache.

Das Wichtigste zum Thema ist damit ja bereits gesagt, trotzdem will ich auch mal meinen Senf dazugeben.

Ich kenne das im Artikel beschriebene Phänomen nämlich nur zu gut. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich letztes Jahr gefragt wurde: „Du bist nicht in Wacken? Das ist doch deine Musik, oder?“. Ich sollte nächsten Sommer immer Hardcopies dieses Artikels zum Verteilen dabei haben.

Nein, Menschenmassen, die sich unter lautem „Wackööön“-Gegröhle durch die Dorfstraße drängen, machen mich nicht an. Damit geht eine der Hauptattraktionen dieses Festivals – wenn man den Berichten in der Glotze glauben kann – komplett an mir vorbei. Denn um die Musik geht es dort offenbar nur am Rande. Wacken ist Kirmes. Mit Schlammcatchen, Wet-T-Shirt-Contest und fliegender Bar. Ballermann mit Metal. Leute, die sich das ganze Jahr bemühen, bloss nicht aufzufallen, können sich das Festival neben Karneval und Sylvesterabend als dritten Termin in den Kalender eintragen, um mal richtig die Sau rauszulassen. Endlich mal wieder saufen bis zum Umfallen, ohne dass das Spießer-Image leidet.  Hurra!

Ach ja, Musik – gibt’s ja nebenbei auch noch.

Links #9

Veröffentlicht in Uncategorized mit den Tags , am 29. November 2011 von Micha

Heute in den Links: Ozzy in der Schlager-Villa, amtliche Alben, Schwermetallanalysen, Metal-Feeling und Asi-Fernsehen.

Live: Obituary + Grave + Pathology + Science of Sleep

Veröffentlicht in Death Metal, Live mit den Tags , , , , am 27. November 2011 von Micha

[Noch mehr so alter Kram. Interessiert wahrscheinlich inzwischen auch niemanden mehr, aber da ich das nun schon mal geschrieben habe, haue ich das Ding auch noch raus. Ohne groß Korrektur zu lesen...]

15.04.2011 – Leipzig, Hellraiser

Und wieder ist es an der Zeit, der Frage nachzugehen: alte Säcke oder neumodischer Quatsch? Das fällt mir jedenfalls ein beim Blick auf die Zusammenstellung dieser Tour…

Erstmal ist es etwas überraschend, dass es dieses Mal, als ich dort ankomme, keine Schlange am Einlass des Hellraiser gibt, wie sonst bei Konzerten bekannterer Bands. Auch drinnen ist es zu Beginn noch ziemlich leer. Falls an diesem Abend irgendwo in der Gegend noch ein weiteres Konzert ist, wo sich stattdessen alle herumtreiben, dann habe ich das jedenfalls nicht mitbekommen. Immerhin bekomme ich dadurch auch ungewöhnlich schnell mein Bier an einer der drei Bars.

Musikalisch wird der Abend eröffnet von Science of Sleep aus Braunschweig. Der erste Eindruck: Laut! Es tut wirklich zum Teil in den Ohren weh, das hatte ich schon länger nicht mehr. Zum Ausgleich sind dafür die einzelnen Instrumente kaum herauszuhören, es klingt alles recht verwaschen und undifferenziert. Was ich dennoch von der Musik mitbekomme, läuft sehr auf Metalcore bzw. Deathcore hinaus: Core-mäßige Screams und Breakdowns kann ich erkennen. Ansonsten ist die ganze Angelegenheit relativ abwechslungsarm und kommt insgesamt auch nicht besonders gut an: Niemand steht vor der Bühne, kein einziger Fan! Die bereits anwesenden Besucher hängen an den Bars herum oder haben sich in den hinteren Teil des Konzertsaals zurückgezogen. Sich auf der Bühne abzumühen und dabei auf völliges Desinteresse zu stoßen – so etwas wünsche ich ja keiner Band. Aber ich gebe zu: auch ich war froh, als der Auftritt rum war.

Als nächste Band der „modernen“ Fraktion stehen Pathology auf der Bühne. Der Sound kommt mir nicht wirklich verbessert vor, leider ist auch musikalisch keine Verbesserung gegenüber dem vorangegangenen „local support“ zu erkennen. Nach dem Lesen der Konzertankündigung habe ich mir ein brutales Death Metal-Gemetzel erhofft, diese Hoffnung wird aber leider enttäuscht: Geboten wird zwar Brutal Death Metal, aber solcher der simpelsten Sorte. Das bedeutet Songs im stampfenden Mid-Tempo-Bereich mit dazugehörenden groovenden Riffs und ein Gesang, den man vollständig zusammenfassen kann mit „BreeeeBREEBreeeeeeeeeeeeee“. Diese Elemente an sich müssen ja noch keine schlechten Songs ergeben, wenn man allerdings so wie hier Abwechslung und Ideen mit der Lupe suchen muss und keine großen Unterschiede zwischen den Songs zu erkennen sind, dann ist das doch ein bisschen wenig. Immerhin füllt sich die Halle langsam etwas mehr, und die Band kann wenigstens ein paar Fans vor der Bühne begrüßen.

Als Retter darf ich dann glücklicherweise Grave mit ihrem guten alten Schwedenstahl begrüßen. Endlich mal ordentliche unterscheidbare Riffs, einigermaßen abwechslungsreiche Songs und das erste Solo des Abends. Erstaunlicherweise zeigt sich auch der Sound auf magische Weise verbessert, so dass dem Musikgenuss nichts mehr im Wege steht. Zwar kommen sie nicht an ihren mitreißenden Auftritt als Support von Misery Index heran, aber die heutige Show ist doch recht ansprechend. Vielleicht erscheint es mir auch nur so im Kontrast zu den Vorgängern. :-) Eine gute Einstimmung auf den Headliner ist es aber auf jeden Fall.

Und nun endlich Obituary. Nach ihrem Party.San-Auftritt musste ich Kritiken lesen, die bemängelten, dass die älteren Herren sich öfter mal eine Pause gönnen würden und sie insgesamt nicht mehr so viel Power hätten. Das konnte ich schon damals nicht nachvollziehen, und für diese Show gilt das nun wahrlich nicht. Im Gegenteil – John Tardy kann offenbar keine Sekunde stillstehen, rennt von einem Ende der Bühne zum anderen und lässt die Haare fliegen (Diese Haare! Neid!). Gut bei Stimme ist er auch, er hört sich immer noch genauso krank und räudig an wie zu besten Zeiten. Gute Gitarrensolos von Ralph Santolla gibt’s auch, die Songs selbst sind sowieso zum großen Teil schon Klassiker (Evil Ways! Slowly We Rot! Chopped in Half!). Mir fehlt beim besten Willen nichts ein, worüber ich da meckern könnte, das ist einfach eine großartige Show, die ich mir aus der ersten Reihe anschauen kann.

Und somit gilt für den heutigen Abend: 2:0 für die alten Säcke, gut gespielt und verdient gewonnen :)

Live: Party.San Open Air – Teil 2

Veröffentlicht in Live mit den Tags , , , , , , , , , , , , , am 22. November 2011 von Micha

Wie immer beim Festival war die Nacht mal wieder kurz, zu kurz. Aber es hilft ja nix, Festival ist kein Kindergeburtstag (Kindergeburtstag ist schlimmer, habe ich mir sage lassen).

Der Morgen ist wie ich das mittlerweile vom Party.San gewohnt bin kalt und grau. Zum Glück bessert sich das Wetter über den Tag etwas.

Das Flunkyball-Turnier, das dieses Jahr zum ersten Mal veranstaltet wird, spare ich mir. Viele andere offenbar auch, als ich auf dem Weg zum Dusch-Container dort vorbeikomme, hat sich nur ein kleines Häuflein Zuschauer eingefunden. Mal ehrlich: braucht diesen Quatsch wirklich jemand?

Musik gibt es auch ein bisschen. Heute sind dran:

Puteraeon: Schwedentod. Ich schaue aber nur kurz mal rein. Ich habe von anderen gehört, dass sie wohl gut waren.

Truppensturm: Von dieser Band habe ich vor diesem Festival noch nie etwas gehört. Den Auftritt hätte ich mir allerdings auch sparen können. Der „War Metal“ entpuppt sich als stumpfer rumpeliger Black/Death Metal. Langweilig.

Urgehal: Sehr trver Black Metal, wobei der Gitarrist zeigt, dass man Stacheln nicht nur an den Armen und Beinen befestigen kann, sondern auch im Gesicht. Das ist auch schon das interessanteste für mich an diesem Auftritt, weshalb ich ihn mir gar nicht mehr bis zum Ende anschaue.

Skeletonwitch: Der erste Höhepunkt des Tages. Die Band hätte ich vorher – nach dem zu urteilen, was ich zuvor über sie gelesen habe – zu den üblichen Retro-80er-Imitationsbands gezählt. Retro sind sie zwar auch, aber doch mit genug eigenem Stil. Und das heisst: Blackened Thrash, gut gewürzt mit Elementen des klassischen Heavy Metal. Da sind besonders die zweistimmigen Gitarrenläufe zu nennen, die doch verdammt an Iron Maiden erinnern. Wirklich gut, was ich da so höre.

Desultory: Hier sehe ich nur den Anfang der Show, denn der relativ melodische Death Metal kann mich nicht genug begeistern, um dem kräftigen Regenguss zu trotzen, der plötzlich niedergeht.

Da zeigt sich allerdings gleich ein Vorteil des neuen Geländes: es schüttet wirklich mächtig, an der früheren Location hätte bereits jetzt die Schlammschlacht begonnen. Das ist hier wegen der großen asphaltierten Flächen vor der Bühne und im Eingangsbereich glücklicherweise kein Problem, trotz mehrerer heftiger Regenschauer über die nächsten zwei Tage gibt es bis zum Schluss keine größeren Probleme mit Schlamm und Schmodder.

Absu: Die Amis habe ich zuvor ein einziges Mal live gesehen, das muss gut 15 Jahre her sein. Damals war ich recht beeindruckt, daran erinnere ich mich noch. Meine Erwartungen sind hoch, vielleicht zu hoch: der schroffe, garstige Blackened Thrash ist zwar gar nicht schlecht, aber so stark scheint er sich mir nicht mehr vom Output der vielen anderen Bands dieser Richtung abzuheben, die ich in letzter Zeit gehört habe – auch wenn die Songs vielleicht etwas epischer sind als üblich und die Okkultismus-Thematik besonders im Vordergrund steht.

Primordial: Die ganz großen Gefühle stehen hier im Mittelpunkt. Die Iren haben zwar sehr eingängige Songs zu bieten, auf die Dauer ist mir das aber zuviel an Pathos und großen Emotionen. Dennoch kann ich nicht bestreiten, dass Sänger Alan eine tolle Stimme hat und wieder mal eine großartige Show abliefert.

Melechesh: Beim Party.San 2007 habe ich darauf verzichtet, mir diese Band anzusehen. Wieso eigentlich? Böser Fehler, wie sich beim Anschauen der Festival-DVD gezeigt hat. Diesen Fehler kann ich ja glücklicherweise nochmal ausbügeln heute. :) Einer der besten Auftritte des Tages, überaus hart, intensiv und präzise werden mir Granaten wie Rebirth of the Nemesis um die Ohren geballert. Geil!

Belphegor: Zum zweiten Mal innerhalb von vier Wochen – klar, dass es nach dem Auftritt beim In Flammen Open Air wenig Überraschendes gibt. Immerhin die Ansagen sind angepasst, Helmuth begrüßt „Germaniaaa“ und das „ParrrrtySaaaan“. Ach ja, eine unbekleidete junge Dame gab es zur Auflockerung zwischendurch auch noch zu sehen. Im Übrigen wieder feines Geknüppel und eine gute Auswahl aus altem Kram und neueren Songs.

1349: Black Metal ist ja nicht so mein Ding. Immerhin gefällt mir dieser Auftritt besser als der von Urgehal am Nachmittag. Von der Band ist sowieso wenig zu sehen, die ganze Bühne ist so in rotes und grünes Licht getaucht, dass oft nur die Silhouetten der Musiker zu erkennen sind.

Den Auftritt von Ensiferum will ich mir ersparen, Viking-Gedudel brauche ich jetzt gar nicht. Stattdessen reicht es mir, mir die Musik ein bisschen vom Zeltplatz aus anzuhören. Soweit der Plan – das funktioniert aber nur für den ersten Song, das nächste, was ich mitbekomme, ist, dass es auf dem Gelände plötzlich sehr ruhig ist. Da habe ich doch tatsächlich den Auftritt fast komplett verpennt – Glück gehabt! Und noch mehr Glück, dass ich Morbid Angel nicht auch verschlafen habe.

Stattdessen komme ich halbwegs ausgeschlafen genau richtig zum Beginn der Headliner-Show. Pünktlich fängt es auch wieder kräftig zu regnen an, zum Glück habe ich meinen Regenponcho ov Death dabei. Den Auftritt von Morbid Angel hatte ich unter „unbedingt anschauen“ auf dem Plan, und zumindest diese Band enttäuscht meine Erwartungen nicht. Musikalisch über alle Zweifel erhaben, allerfeinster Death Metal, kompromisslos und auf den Punkt gespielt, das Finstere und Bedrohliche der Musik kommt auch gut rüber.

Die Setlist beinhaltet solche geilen Klassiker wie Immortal Rites, Chapel of Ghouls oder Maze of Torment. Auch Songs vom neuen Album werden gespielt, zum Glück keine der Möchtegern-Rammstein/Rob-Zombie-Songs, sondern mit Existo Vulgoré, I am Morbid und Nevermore drei der eher „konventionelleren“ Morbid Angel-Songs, die sich auch gut in das Set einfügen.

Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass die Band am Ende keine Zugabe mehr spielt. Zwar wird ein sehr langes instrumentales Intro vom Band eingespielt, während die Musiker hinter der Bühne sind – das ist so lange, dass ich mich zu den Dixies durchdrängeln und das alte Bier wegbringen kann, und als ich zurückkomme, läuft es immer noch. Aber anschließend passiert – Nichts. Gar nichts. Der Gig wird einfach kommentarlos beendet. Sollte das kein Intro sein für die Zugabe, sondern ein Outro, um die Leute nach Hause zu schicken? Dem Publikum schmeckt das jedenfalls gar nicht, es verabschiedet die Band mit einem Pfeifkonzert und lauten Buh-Rufen. Ein unschönes Ende des Festivaltags.

War sonst noch was? Ach ja, Metal-Disco im Zelt. Prost!

Dummschwätzer der Woche

Veröffentlicht in Uncategorized mit den Tags , , , am 5. November 2011 von Micha

Diese schöne Auszeichnung hat sich Scott Ian von Anthrax verdient. Warum? Er hat mal wieder die alte Idee rausgekramt, dass böse Raubmordkopierterroristen vom Internet abgeklemmt werden sollen.

Laut der Meldung des Metal Hammer möchte er sich da gar nicht auf Diskussionen einlassen. Klar, ist ja auch lästig, mal das Hirn einzuschalten und sich ein paar Gedanken zu machen. Wie zum Beispiel darüber, warum man heutzutage mit viel weniger verkauften Platten in die Charts kommt als früher. Liegt das an den bösen Downloadern? Oder daran, dass eine Menge Leute sich die Musik auf andere Weise legal besorgen, statt eine CD zu kaufen? Daran, dass viele möglicherweise gar kein komplettes Album kaufen, sondern nur noch Einzel-Tracks? Oder daran, dass heute viel mehr Freizeitbeschäftigungen – von Facebook bis Playstation – um Zeit und Geld der Menschen konkurrieren? Oder dass heutzutage mehr kostenlose und legale Musik von bekannten und unbekannten Bands aller Stilrichtungen einfach verfügbar ist als jemals zuvor? Vielleicht liegt es ja an einer Kombination aller dieser Faktoren? Nein, ich weiß es auch nicht. Es wäre an demjenigen, der das Maul aufreißt und drastische Maßnahmen fordert, vorher mal ein bisschen darüber nachzudenken.

Den kleinen Unterschied zwischen Urheberrechtsverletzung und Diebstahl hat er – natürlich – auch nicht verstanden.

Was für eine tolle Idee das ist, merkt man, wenn man sich mal überlegt, was das bedeutet – kein Internet mehr. Keine einfachen Einkäufe mehr. Keinen alten Krempel mehr verkaufen. Keine Fahrpläne. Keine Stadtpläne. Keine elektronische Steuererklärung. Keinen Nachrichtenüberblick. Keine Betriebssystem-Updates. Keine kostenlose Software. Keine Bezahlsoftware. Keine E-Mail. Keine Stellenangebote. Und und und… Ich könnte den halben Tag so weitermachen… Das steht natürlich in keinem Verhältnis zu dem Schaden, der durch eine heruntergeladene MP3-Datei verursacht wird. Ohne Internetzugang ist eine normale Teilnahme am täglichen Leben heutzutage nur noch schwer möglich. Inzwischen dämmert ja selbst CDU-Politikern, dass das Internet zur Grundversorgung gehört.

Auf einen Internetzugang könnte auch ich nicht mehr verzichten. Worauf ich dagegen ganz einfach und problemlos verzichten kann, das ist Anthrax.

Interessant ist auch, dass diese Kommentare von Scott Ian ungefähr zur selben Zeit kamen, als ein neuer Bericht über die Content-Industrie vorgestellt wurde. Kein x-beliebiger Bericht, sondern einer von der „International Intellectual Property Alliance“, einer Vereinigung von Branchenverbänden wie RIAA und MPAA. Die Zahlen stammen also von den Medienkonzernen selbst. Zusammenfassung:

[..] the industry:

  • Pays better than most American jobs
  • Has outperformed the US economy through a horrific recession
  • Sells record-setting amounts of product overseas, earning more foreign revenue than the entire US food sector or US pharmaceutical companies
Ganz klar, das verlangt nach umgehender Verschärfung der Urheberrechts-Gesetzgebung. Da ist es natürlich praktisch, immer mal wieder einen nützlichen Idioten zur Verfügung zu haben.
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