Live: Narph + Fatality Inc. + Last Chapter + Coalest

31.10.2009 – Chemnitz, Sanitätsstelle

Eigentlich hatte ich mich von den Bands, die an diesem Abend ihren Auftritt hatten, beim Reinhören keine so richtig begeistern können. Ich bin dann aber trotzdem zum Konzert gegangen, schließlich habe ich schon öfter erlebt, dass Bands, die mir aus der Konserve nicht so zusagten, live dennoch mächtig gerockt haben.

Ausserdem hatte ich so Gelegenheit, mir den relativ neuen „Sanitätsstelle„-Club anzusehen. Der Club ist ziemlich klein, so dass es, obwohl eigentlich gar nicht so viele Besucher da waren, es zwischenzeitlich ziemlich eng zuging. Dafür scheint er aber (soweit ich das beurteilen kann) technisch gut ausgestattet zu sein, und Eintritt und Getränkepreise bewegen sich auf einem erfreulichen Niveau. Da werde ich sicherlich wieder hingehen, wenn es musikalisch passt.

Den Opener an diesem Abend durften Coalest aus Dresden machen. Auf ihrer Myspace-Seite ordnen sie sich selbst unter „Progressive/Metal/Hardcore“ ein, auf den ausliegenden Flyern wurde die Musik als „Nu-Core“ bezeichnet. Progressiv konnte ich sie jetzt nicht unbedingt finden, aber die anderen Bezeichnungen passen schon so – die Kameraden spielen eine Mischung aus Nu Metal mit Core-Gehüpfe, glücklicherweise ohne den nervenden Wechsel zwischen Shouts und weinerlichem Klargesang, den ich im Nu Metal schon öfter zu hören bekommen habe. Apropos Gesang: der hätte etwas lauter sein können, er wurde des öfteren von den Instrumenten übertönt. Die aktuelle EP gibt es übrigens hier zum kostenlosen & legalen Download.

Als nächstes am Start: Last Chapter aus Leipzig. Sie spielen schlicht und einfach Metalcore. Breakdowns und Geschrei. Ein Sänger im Unterhemd, der auf dicke Hose macht. Ich mag keinen Metalcore (merkt man vielleicht ein bisschen ;)). Dem Publikum hat’s allerdings gefallen. Ich habe mir das nur angehört, weil ich auf die nächsten Bands gewartet habe.

Fatality Inc. haben die Anreise aus Ingolstadt für ihren Auftritt in Chemnitz auf sich genommen. Sie bezeichnen ihre Musik selbst als Thrashcore, bei den Metal Archives laufen sie unter Groove Metal. Genau darauf haben sie offenbar besonderen Wert gelegt, auf den Groove. Die Songs bewegten sich alle im Midtempo-Bereich und betonten extrem ihren Mitwipp-Rhythmus. Das machte am Anfang schon erst mal einen ganz brauchbaren Eindruck, konnte aber auf Dauer nicht richtig fesseln, weil einfach ein bisschen die Abwechslung gefehlt hat. Der Gesang hat mir recht gut gefallen, der würde wahrscheinlich auch einer „echten“ Thrash-Band nicht schlecht zu Gesicht stehen. Als ich noch überlegt habe, woran mich das Ganze (ganz besonders der Gesang) erinnert, hat mir die Band auf die Sprünge geholfen, indem sie eine Coverversion von Sepulturas „Refuse/Resist“ angestimmt haben. Sepultura zu „Chaos A.D.“-Zeiten könnte tatsächlich etwas als Vorbild gedient haben.

Zum Abschluss durften dann noch die Chemnitzer Narph ran. Leider hatte sich zu diesem Zeitpunkt das Publikum schon deutlich gelichtet, während das Auftritts traten dann nochmals eine Menge Zuschauer den Rückzug an, um noch den Nachtbus nach Hause zu erwischen, so dass die vier dann ihr Set vor ungefähr zehn Zuschauern zu Ende spielen durften. Drei Uhr früh ist aber auch tatsächlich ein bisschen spät für das Ende eines Konzerts, da sollten die Veranstalter doch mal darüber nachdenken, das Ganze früher zu beginnen (die erste Band startete erst nach 22 Uhr) oder von vorneherein nur drei Bands statt vier auftreten zu lassen.

Trotzdem war Narph für mich die beste Band des Abends. Sie spielen einen Mix aus modernem Metal à la Ektomorf & Co. und Rock. Auch hier gab es einen ordentlichen Groove, diese Parts waren aber vergleichsweise kurz, da häufig Tempowechsel und Breaks eingebaut, ausserdem auch häufig ruhigere Parts eingestreut wurden. Das sorgte für die nötige Abwechslung. Den Gesangsaufgabe teilten sich Bassist und Gitarrist, wobei der Bassist eher für die cleanen Parts zuständig war, der Gitarrist eher für die Shouts. Insbesondere der klare Gesang war dabei wirklich gelungen. Häufig habe ich ja schon erlebt, dass das Ergebnis ziemlich schräg klingt, wenn sich Metaller an so einem Gesangsstil versuchen – das war hier zum Glück nicht so, stattdessen wurden gute, druckvolle Rock-Vocals geboten. Insgesamt ein guter und kurzweiliger Auftritt, dem ich mehr Zuschauer gewünscht hätte.

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