Archiv für Dezember, 2009

Spancer – Slowly We Rock

Posted in Doom Metal, Tonträger with tags , , on 31. Dezember 2009 by Micha

Dass guter Metal nicht unbedingt aus schnellem Gehacke bestehen muss, zeigt immer wieder die Sludge/Doom-Fraktion. Die Braunschweiger Spancer zeigen mit ihrer aktuellen Platte, dass sie hochkarätige Vertreter dieser Stilrichtung sind.

Diese Veröffentlichung enthält ganze drei Songs, dennoch kommt durch deren genretypische Überlänge eine knappe dreiviertel Stunde Spieldauer zustande. Diese Songs sind vor allem eines: sehr, sehr heavy. Der finstere Bass-Sound (Spancer hat übrigens zwei Bassisten) scheint meist kein anderes Ziel zu haben, als den Zuhörer zu zermalmen – ganz, ganz langsam, Doom eben, dafür umso gründlicher. Der Groove wird trotzdem nicht vernachlässigt und regt zum dezenten Kopfnicken an. Ab und an wird das Tempo auch mal leicht angezogen, diese Parts gehen teilweise in Richtung Stoner Rock.

Dazu kommt der Sludge-typische Gesang: dreckig und kaputt, von Zorn und Hass regelrecht zerfressen.

Trotz der Überlänge werden die Songs nicht langweilig, das Songwriting ist gut und abwechslungsreich genug, um die Sache interessant zu halten.

Die verschiedenen Reviews im Netz bemühen für diese Scheibe immer wieder Vergleiche mit bekannteren Vorbildern, interessanterweise bei jeder Besprechung andere. Da meine Kenntnisse auf dem Gebiet Doom/Sludge/Stoner Metal doch begrenzt sind, kann ich natürlich nicht so ausführlich vergleichbare Bands aufzählen und beschränke mich auf ein kurzes Fazit: Church of Misery meets eyehategod – richtig guter Stoff.

Live: Dirty Deeds + Eurosmith + Cheap Purple

Posted in Live with tags , , , , , on 28. Dezember 2009 by Micha

26.12.2009 – Eppelheim, Rhein-Neckar-Halle

Reine Cover-Bands halte ich ja in vielen Fällen für durchaus entbehrlich. Während Bands, die querbeet Rock-Klassiker nachspielen, immerhin noch für Stimmung im Bierzelt beim Stadtfest oder der Dorfkirmes sorgen können, kann ich diejenigen nicht so recht verstehen, die sich eine einzige Band als Vorbild auserkoren haben und diese versuchen nicht nur akustisch, sondern auch visuell durch Aussehen, Bühnenshow, typische Bewegungen etc. möglichst gut zu imitieren. Will man als Musiker nicht auch mal sein eigenes Ding machen statt nur als Kopie zu enden?

Trotzdem konnte ich mal wieder nicht widerstehen, das schon beinahe traditionelle nachweihnachtliche X-Mas-Rockfestival zu besuchen – und das trotz gesalzener Eintrittspreise. Die Gründe dafür waren: der Headliner Dirty Deeds, die Tatsache, dass bei dieser Veranstaltung jedes Jahr alle möglichen bekannten Gesichter auftauchen und es deshalb viel zu erzählen und viele Leute zu treffen gibt, sowie der Wunsch, nach mehrtägiger Weihnachtsspachtelei mit Braten, Plätzchen und Schokolade mal alles mit ein paar Bier runterzuspülen.

Zur Musik der beteiligten Bands gibt es eigentlich nicht viel zu schreiben – zum einen deshalb, weil die Songs sowieso alt bekannt sind, zum anderen, weil ich aus den vorher genannten Gründen bei den ersten Gruppen sowieso nur zwischendurch mal hereingeschaut habe und ansonsten meistens vor dem Saal mit Wichtigerem beschäftigt war. ;)

Die erste Band, El Sabado, hatte ich verpasst. Bei Cheap Purple war ich doch ab und zu mal drinnen, um dabei festzustellen: hört sich weitgehend an wie die Vorbilder und die bekannten Klassiker wurden auch gespielt.

Weil ich noch nie ein besonders großer Fan von Aerosmith war, habe ich in den Auftritt von Eurosmith nur am Anfang mal sehr kurz reingehört, deshalb kann ich dazu auch nichts weiter schreiben.

Schließlich und endlich war die Band an der Reihe, wegen der ich eigentlich da war. Dirty Deeds spielen AC/DC-Cover, allerdings nur aus der Bon Scott-Ära. Das reicht aber auch völlig aus für eine großartige Rockshow, schließlich stammen aus dieser Zeit die größten Kracher der Australier. Erfreulicherweise trägt bei den Auftritten keiner in der Band eine Schuluniform, glücklicherweise kam auch keiner auf die Idee, wie Angus Young über die Bühne zu hüpfen. Stattdessen zeigt die Band jedesmal ihre ganz eigene Show. Ganz besonders natürlich Sänger Marcus, der eine richtige Bühnensau ist und wie immer von der ersten Minute an Betrieb machte und das Publikum keinen Augenblick zur Ruhe kommen ließ. Da wurde gerne mal ein Song aus dem Publikum heraus oder von der Tribüne der Halle aus dargeboten, oder gar passend zu „Whole Lotta Rosie“ der Anzug, mit dem er ursprünglich auf die Bühne kam und der zu diesem Zeitpunkt natürlich schon reichlich derangiert aussah, gegen einen „Fatsuit“ getauscht, um als die namensgebende vollschlanke Sexbombe zu posieren. Das war so ein Augenblick, wo ich mich geärgert habe, keine Kamera dabeigehabt zu haben. :)

Aber auch die restliche Band sollte nicht vergessen werden, schließlich haben sie teilweise schon bei der „Western Metal“-Band Dezperadoz und bei Onkel Tom gezeigt, dass sie hart rocken können. An diesem Abend standen sie an Energie dem Frontmann nicht nach.

Es gab noch viel mehr interessantes und abwechslungsreiches, wie einen Dudelsackspieler, zwei Gastsängerinnen, einen Gastauftritt der Musiker von Eurosmith oder den Wirt einer meiner Lieblingskneipen, der sich auch mal den Bass umhängen durfte. Aber mehr schreibe ich jetzt nicht dazu, sondern empfehle nur noch: Hingehen, wenn die Jungs mal irgendwo in der Nähe spielen. Wer etwas mit AC/DC oder Rockmusik generell anfangen kann, der wird nicht enttäuscht werden.

Live: Macht + Moshquito + P.R.A.N.K. + ???

Posted in Live with tags , , , , , , , on 25. Dezember 2009 by Micha

19.12.2009 – Chemnitz, Sanitätsstelle

Die Geschenke besorgt, auf der Arbeit alles erledigt – was gibt es da besseres, um den Urlaub einzuläuten, als ein bisschen Live-Musik? So habe ich mir zumindest gedacht und mich deshalb trotz geradezu sibirischer Temperaturen auf den Weg gemacht zur Sanitätsstelle.

Da sich der Beginn des Konzerts beim letzten Mal doch ordentlich verzögert hatte, hatte ich mich dieses Mal entschieden, etwas später zu kommen, um nicht so lange herumstehen und warten zu müssen. Dies erwies sich als Fehler, denn die erste Band war bei meinem Eintreffen schon mitten in ihrem Set.

Was ich da von der sehr jungen Band zu hören bekam, war durchaus ansprechender Death Metal im Midtempo-Bereich. Nach einer Coverversion von Satyricons „K.I.N.G.“ als Zugabe war aber schon recht schnell Schluss. Ich habe da nur ein ganz kleines Problem: Ich weiss überhaupt nicht, wie diese Band heißt, denn wie sich im Laufe des Abends noch herausstellen sollte, hatte das Line-Up nur noch entfernt etwas mit dem vorher angekündigten zu tun. Die angekündigten Irem waren das auf jeden Fall nicht.

Im Anschluß daran waren die achtziger Jahre zu Gast in der Sanitätsstelle – zumindest kam durch die Stretchjeans und Muscle Shirts der Bandmitglieder der Eindruck auf. Zu diesem Zeitpunkt habe ich dann auch durch die kurze Ansage vor dem Beginn des Sets erfahren, dass Lost Dreams nicht spielen konnten – ärgerlich, zumal es sich um die einzige „auswärtige“ Band des Abends gehandelt hätte. Immerhin konnte ich durch diese Ansage dann noch erfahren, wie die stattdessen spielende Band heißt. Es war zwar etwas schwer zu verstehen von meinem Standort aus, aber durch detektivische Kleinarbeit konnte ich im Anschluß bestätigen, dass es sich um P.R.A.N.K. (oder Prank – was stimmt denn nun?) handelte. Die Herren machten die Art Musik, wie man sie nach dem Äußeren erwarten würde: Thrash Metal alter Schule. Als Vorbild habe ich dabei besonders Megadeth herausgehört. Das war zwar nicht rasend originell, auf jeden Fall aber sehr gekonnt vorgetragen – macht richtig Laune. Ich frage mich nur, warum ich diese Band, die es immerhin schon ein paar Jährchen gibt, vorher noch nie gehört habe.

Noch eine ganze Zeit länger sind Moshquito im Geschäft, die Band gab es nämlich schon zu DDR-Zeiten. Während sie früher offenbar hauptsächlich Thrash Metal gespielt haben, geht das aktuellere Material eher in die Death Metal-Richtung. Es scheint Fans von Chuck Schuldiner in der Band zu geben, denn bei diesem Gig gab es neben der Coverversion eines Instrumetalstücks des Meisters (jaja, ich habe den Namen vergessen…) auch „Suicide Machine“ von Death. Zumindest regional ist Moshquito recht bekannt und gut im Geschäft, deshalb konnte ich sie auch schon mehrfach live sehen. Auch bei diesem Auftritt gab es wieder die gewohnte Kost: zwar nichts Aufsehenerregendes oder Staunenswertes, aber guter, bodenständiger Metal mit sägenden Gitarren, derben Vocals und schwer beanspruchten Nackenmuskeln beim Publikum. Deshalb werde ich wahrscheinlich Moshquito auch nicht zum letzten Mal gesehen haben.

Überraschenderweise (zumindest für mich) wurde dann doch noch Macht als Headliner präsentiert, obwohl eigentlich Moshquito diese Rolle innehaben sollten (was vom Bekanntheitsgrad der beteiligzen Bands auch gerechtfertigt gewesen wäre). Ich hatte schon schwere Befürchtungen, als ich die Keyboarderin ihr Instrument auf die Bühne schleppen sah, allerdings zeigte sich dann glücklicherweise doch, dass die Keyboards nur relativ dezent eingesetzt wurden. Stattdessen gab es recht heftiges Black Metal-Geballer mit deutschsprachigen Texten.

Dass ich mir den Auftritt nicht komplett angesehen habe, lag nicht an der Musik (die hätte ich mir auch noch weiter anhören können), sondern daran, dass ich mich kurzfristig entschlossen hatte, noch den Mosh Club, die Chemnitzer Metalparty im „Blauen Haus“ zu besuchen. Diese unregelmäßig stattfindende Veranstaltung wird hauptsächlich über Mundpropaganda bekanntgemacht, eine Webseite dafür kenne ich nicht. Dieses Mal habe ich es rechtzeitig mitbekommen, deshalb gab es dort dann noch den feucht-fröhlichen Ausklang des Abends.

Rohe Weihnachten!

Posted in Fun with tags , , on 24. Dezember 2009 by Micha

Zum Weihnachtsfest gehört selbstverständlich etwas stimmungsvolle und besinnliche Musik – bitte sehr:

Und wem das alles zuviel an weihnachtlicher Stimmung ist, der kann sich hier das Gegenmittel herunterladen.

Festivals 2010

Posted in Uncategorized with tags , , , , on 20. Dezember 2009 by Micha

In den letzten Tagen gab es nebenan die ersten Artikel zu lesen über die nächste Open-Air-Saison. Nachdem mein Urlaub für nächstes Jahr inzwischen genehmigt ist, kann ich jetzt auch schon mal auf ein paar Veranstaltungen hinweisen. Schließlich habe ich damit bereits den ersten Schritt auf dem Weg zum nächsten Festival getan.

;)

Der wichtigste Termin im Festivalkalender ist natürlich das PartySan Open Air. Allzuviele Informationen gibt es über das Billing noch nicht, aber immerhin sind unter anderem Cannibal Corpse und Suffocation dabei. Ich bin gespannt, welche Bands noch dazu kommen werden. Bisher haben die Macher noch jedesmal ein fettes Billing zusammenbekommen.

Der zweite feste Termin ist das Chronical Moshers Open Air. Das findet etwa 50 km entfernt statt, also praktisch direkt vor der Haustür. Das ist aber nicht der Grund, warum ich da jedes Jahr hingehe. Ein dicker Pluspunkt ist auf jeden Fall die Atmosphäre dort: Das Festival wird von den Chronical Moshers, dem nach eigenen Aussagen ältesten Metal-Club Deutschlands, veranstaltet. Entsprechend kennen sich dort anscheinend auch alle untereinander, es geht sehr familiär zu. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes – am Samstag Nachmittag bringen Metal-Mami und Metal-Papi des öfteren den Nachwuchs mit, damit der auch mal gute Musik hören kann. Insgesamt einfach eine sehr entspannte Angelegenheit.

Etwas ganz besonderes ist auch die Lage des Festivalgeländes: Das Open Air findet auf einem Campingplatz am Waldrand statt, was erstmal den Vorteil hat, dass dessen sanitäre Anlagen für das Festival benutzt werden können. Noch viel besser ist aber, dass direkt nebenan auch ein kleiner Badesee liegt, der natürlich ausgiebig genutzt wird von den Festivalbesuchern – gerne auch nachts nach der letzten Band.

Obwohl es sich um ein recht kleines Festival handelt (ich vermute, dass sich höchstens ein paar hundert Besucher im Zelt vor der Bühne einfinden), gelingt es den Veranstaltern trotzdem immer wieder, neben den „local heroes“ und Underground-Bands auch bekanntere Namen ins schöne Vogtland zu holen. Unter anderem haben schon Vader und Illdisposed dort gespielt. Für das nächste Festival sind erst wenige Bands angekündigt, die bekannteste davon sicherlich Cliteater.

Ein kleines, aber feines Festival, das ich nur empfehlen kann.

Weitere Festivals nächstes Jahr, die auf meiner „man müsste mal…“-Liste stehen:

  • In Flammen Open Air: war bisher nur auf dem allerersten IFOA, eigentlich wird’s mal Zeit für einen weiteren Besuch.
  • Hells Pleasure
  • Death Feast: Leider am selben Wochenende wie das CMOA :( – aber schon jetzt mit einigen Highlights im Billing.

Und zu guter Letzt möchte ich noch erwähnen, dass ich Wacken wie bisher auch dieses Mal gar nicht erst in Erwägung gezogen habe. Beim „Mallorca des Metal“ kommt einfach zu viel zusammen, was mir nicht passt: ein Billing, bei dem mir sowieso immer nur ein paar der vielen Bands zusagen, hoher Preis und weite Anreise, riesige Menschenmassen mit allen Folgen, die so etwas hat (möglichst frühe Anreise, sonst gibt es keinen guten Zeltplatz mehr; kilometerlange Fußmärsche, lange Schlangen und eine Bühne, die man nur von Ferne erahnen kann). Das muss ich nicht haben.

Hippie-Alarm

Posted in Fun with tags , on 19. Dezember 2009 by Micha

Beim Aufräumen auf der Festplatte gefunden – Originalquelle leider unbekannt.

Drive – gig – drive – gig

Posted in Video with tags , , on 17. Dezember 2009 by Micha

…in time for the soundcheck

:)

Das ist mal ein witziges Video…