Live: Macht + Moshquito + P.R.A.N.K. + ???

19.12.2009 – Chemnitz, Sanitätsstelle

Die Geschenke besorgt, auf der Arbeit alles erledigt – was gibt es da besseres, um den Urlaub einzuläuten, als ein bisschen Live-Musik? So habe ich mir zumindest gedacht und mich deshalb trotz geradezu sibirischer Temperaturen auf den Weg gemacht zur Sanitätsstelle.

Da sich der Beginn des Konzerts beim letzten Mal doch ordentlich verzögert hatte, hatte ich mich dieses Mal entschieden, etwas später zu kommen, um nicht so lange herumstehen und warten zu müssen. Dies erwies sich als Fehler, denn die erste Band war bei meinem Eintreffen schon mitten in ihrem Set.

Was ich da von der sehr jungen Band zu hören bekam, war durchaus ansprechender Death Metal im Midtempo-Bereich. Nach einer Coverversion von Satyricons „K.I.N.G.“ als Zugabe war aber schon recht schnell Schluss. Ich habe da nur ein ganz kleines Problem: Ich weiss überhaupt nicht, wie diese Band heißt, denn wie sich im Laufe des Abends noch herausstellen sollte, hatte das Line-Up nur noch entfernt etwas mit dem vorher angekündigten zu tun. Die angekündigten Irem waren das auf jeden Fall nicht.

Im Anschluß daran waren die achtziger Jahre zu Gast in der Sanitätsstelle – zumindest kam durch die Stretchjeans und Muscle Shirts der Bandmitglieder der Eindruck auf. Zu diesem Zeitpunkt habe ich dann auch durch die kurze Ansage vor dem Beginn des Sets erfahren, dass Lost Dreams nicht spielen konnten – ärgerlich, zumal es sich um die einzige „auswärtige“ Band des Abends gehandelt hätte. Immerhin konnte ich durch diese Ansage dann noch erfahren, wie die stattdessen spielende Band heißt. Es war zwar etwas schwer zu verstehen von meinem Standort aus, aber durch detektivische Kleinarbeit konnte ich im Anschluß bestätigen, dass es sich um P.R.A.N.K. (oder Prank – was stimmt denn nun?) handelte. Die Herren machten die Art Musik, wie man sie nach dem Äußeren erwarten würde: Thrash Metal alter Schule. Als Vorbild habe ich dabei besonders Megadeth herausgehört. Das war zwar nicht rasend originell, auf jeden Fall aber sehr gekonnt vorgetragen – macht richtig Laune. Ich frage mich nur, warum ich diese Band, die es immerhin schon ein paar Jährchen gibt, vorher noch nie gehört habe.

Noch eine ganze Zeit länger sind Moshquito im Geschäft, die Band gab es nämlich schon zu DDR-Zeiten. Während sie früher offenbar hauptsächlich Thrash Metal gespielt haben, geht das aktuellere Material eher in die Death Metal-Richtung. Es scheint Fans von Chuck Schuldiner in der Band zu geben, denn bei diesem Gig gab es neben der Coverversion eines Instrumetalstücks des Meisters (jaja, ich habe den Namen vergessen…) auch „Suicide Machine“ von Death. Zumindest regional ist Moshquito recht bekannt und gut im Geschäft, deshalb konnte ich sie auch schon mehrfach live sehen. Auch bei diesem Auftritt gab es wieder die gewohnte Kost: zwar nichts Aufsehenerregendes oder Staunenswertes, aber guter, bodenständiger Metal mit sägenden Gitarren, derben Vocals und schwer beanspruchten Nackenmuskeln beim Publikum. Deshalb werde ich wahrscheinlich Moshquito auch nicht zum letzten Mal gesehen haben.

Überraschenderweise (zumindest für mich) wurde dann doch noch Macht als Headliner präsentiert, obwohl eigentlich Moshquito diese Rolle innehaben sollten (was vom Bekanntheitsgrad der beteiligzen Bands auch gerechtfertigt gewesen wäre). Ich hatte schon schwere Befürchtungen, als ich die Keyboarderin ihr Instrument auf die Bühne schleppen sah, allerdings zeigte sich dann glücklicherweise doch, dass die Keyboards nur relativ dezent eingesetzt wurden. Stattdessen gab es recht heftiges Black Metal-Geballer mit deutschsprachigen Texten.

Dass ich mir den Auftritt nicht komplett angesehen habe, lag nicht an der Musik (die hätte ich mir auch noch weiter anhören können), sondern daran, dass ich mich kurzfristig entschlossen hatte, noch den Mosh Club, die Chemnitzer Metalparty im „Blauen Haus“ zu besuchen. Diese unregelmäßig stattfindende Veranstaltung wird hauptsächlich über Mundpropaganda bekanntgemacht, eine Webseite dafür kenne ich nicht. Dieses Mal habe ich es rechtzeitig mitbekommen, deshalb gab es dort dann noch den feucht-fröhlichen Ausklang des Abends.

Eine Antwort to “Live: Macht + Moshquito + P.R.A.N.K. + ???”

  1. Was ist denn das für ein Artikel? Krass…:-)

    Peter von P.R.A.N.K.

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