Live: Dirty Deeds + Eurosmith + Cheap Purple

26.12.2009 – Eppelheim, Rhein-Neckar-Halle

Reine Cover-Bands halte ich ja in vielen Fällen für durchaus entbehrlich. Während Bands, die querbeet Rock-Klassiker nachspielen, immerhin noch für Stimmung im Bierzelt beim Stadtfest oder der Dorfkirmes sorgen können, kann ich diejenigen nicht so recht verstehen, die sich eine einzige Band als Vorbild auserkoren haben und diese versuchen nicht nur akustisch, sondern auch visuell durch Aussehen, Bühnenshow, typische Bewegungen etc. möglichst gut zu imitieren. Will man als Musiker nicht auch mal sein eigenes Ding machen statt nur als Kopie zu enden?

Trotzdem konnte ich mal wieder nicht widerstehen, das schon beinahe traditionelle nachweihnachtliche X-Mas-Rockfestival zu besuchen – und das trotz gesalzener Eintrittspreise. Die Gründe dafür waren: der Headliner Dirty Deeds, die Tatsache, dass bei dieser Veranstaltung jedes Jahr alle möglichen bekannten Gesichter auftauchen und es deshalb viel zu erzählen und viele Leute zu treffen gibt, sowie der Wunsch, nach mehrtägiger Weihnachtsspachtelei mit Braten, Plätzchen und Schokolade mal alles mit ein paar Bier runterzuspülen.

Zur Musik der beteiligten Bands gibt es eigentlich nicht viel zu schreiben – zum einen deshalb, weil die Songs sowieso alt bekannt sind, zum anderen, weil ich aus den vorher genannten Gründen bei den ersten Gruppen sowieso nur zwischendurch mal hereingeschaut habe und ansonsten meistens vor dem Saal mit Wichtigerem beschäftigt war. ;)

Die erste Band, El Sabado, hatte ich verpasst. Bei Cheap Purple war ich doch ab und zu mal drinnen, um dabei festzustellen: hört sich weitgehend an wie die Vorbilder und die bekannten Klassiker wurden auch gespielt.

Weil ich noch nie ein besonders großer Fan von Aerosmith war, habe ich in den Auftritt von Eurosmith nur am Anfang mal sehr kurz reingehört, deshalb kann ich dazu auch nichts weiter schreiben.

Schließlich und endlich war die Band an der Reihe, wegen der ich eigentlich da war. Dirty Deeds spielen AC/DC-Cover, allerdings nur aus der Bon Scott-Ära. Das reicht aber auch völlig aus für eine großartige Rockshow, schließlich stammen aus dieser Zeit die größten Kracher der Australier. Erfreulicherweise trägt bei den Auftritten keiner in der Band eine Schuluniform, glücklicherweise kam auch keiner auf die Idee, wie Angus Young über die Bühne zu hüpfen. Stattdessen zeigt die Band jedesmal ihre ganz eigene Show. Ganz besonders natürlich Sänger Marcus, der eine richtige Bühnensau ist und wie immer von der ersten Minute an Betrieb machte und das Publikum keinen Augenblick zur Ruhe kommen ließ. Da wurde gerne mal ein Song aus dem Publikum heraus oder von der Tribüne der Halle aus dargeboten, oder gar passend zu „Whole Lotta Rosie“ der Anzug, mit dem er ursprünglich auf die Bühne kam und der zu diesem Zeitpunkt natürlich schon reichlich derangiert aussah, gegen einen „Fatsuit“ getauscht, um als die namensgebende vollschlanke Sexbombe zu posieren. Das war so ein Augenblick, wo ich mich geärgert habe, keine Kamera dabeigehabt zu haben. :)

Aber auch die restliche Band sollte nicht vergessen werden, schließlich haben sie teilweise schon bei der „Western Metal“-Band Dezperadoz und bei Onkel Tom gezeigt, dass sie hart rocken können. An diesem Abend standen sie an Energie dem Frontmann nicht nach.

Es gab noch viel mehr interessantes und abwechslungsreiches, wie einen Dudelsackspieler, zwei Gastsängerinnen, einen Gastauftritt der Musiker von Eurosmith oder den Wirt einer meiner Lieblingskneipen, der sich auch mal den Bass umhängen durfte. Aber mehr schreibe ich jetzt nicht dazu, sondern empfehle nur noch: Hingehen, wenn die Jungs mal irgendwo in der Nähe spielen. Wer etwas mit AC/DC oder Rockmusik generell anfangen kann, der wird nicht enttäuscht werden.

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