Live: Six Feet Under + Illdisposed + In Slumber

06.05.2010 – Chemnitz, AJZ

Wie schon vor einiger Zeit hier genörgelt, habe ich mir wirklich ernsthaft überlegt, an jenem Abend einfach zu Hause zu bleiben und dieses Konzert an mir vorübergehen zu lassen, weil ich eben das Billing nicht als so überragend empfand und am nächsten Morgen wieder früh zur Arbeit antreten musste. Aber natürlich konnte ich dann doch nicht widerstehen – wenn schon mal was in Chemnitz los ist…

Natürlich wurden mal wieder jede Menge unterschiedliche Anfangszeiten auf diversen Webseiten genannt – die Spanne reichte von 18:00 bis 20:00 Uhr. Bei sowas habe ich es mir inzwischen angewöhnt, einfach irgendwann aufzukreuzen, wann es mir passt. Das heißt an diesem Abend: kurz vor Neun bin ich da, es spielt gerade irgendeine ziemlich nervende Band, irgendein Gehampel mit leichtem Gothic-Einschlag, wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht. Ich höre mir das genau so lange an, wie ich zur Theke und mit Bier wieder zurück brauche, dann verdrücke ich mich doch lieber nach draussen. Aber die Steaks sind wirklich gut, die es frisch vom Grill gibt.

Nach dieser Stärkung geht es wieder rein in den Saal, gerade rechtzeitig zum Auftritt von In Slumber. Solider Melodischer Death Metal, aber auch wieder nichts, was besonders im Gedächtnis bleibt.  Für ein bisschen Frisurdurchlüften reicht es aber immerhin.

Dann ist endlich Illdisposed an der Reihe. Die Dänen from „Midtempo FC“ waren der Grund, warum ich überhaupt an diesem Tag hier bin. Die bisherigen Auftritte von Illdisposed gehören nämlich zum Unterhaltsamsten, was ich so an Metal-Konzerten gesehen habe. Leider ist die Band (oder genauer, Sänger Bo Summer) diesmal allerdings anscheinend von der Bestform deutlich entfernt. Musikalisch zwar OK mit dem typischen brachialen Midtempo-Geholze und Subwoofer-Growls wirkt das Ganze doch etwas lustlos. Vor allem gibt es kaum eine Interaktion mit dem Publikum, wie von Illdisposed gewohnt. Die dummen Sprüche, die sonst immer für Stimmung sorgen, fehlen heute fast völlig. Möglicherweise liegt das ja auch daran, dass an diesem Abend nur wenig Zeit ist – der Auftritt kommt mir jedenfalls sehr kurz vor.

Auch wenn es ja mittlerweile als ziemlich uncool gilt, muss ich hier mal zugeben, dass mir die früheren Songs von Six Feet Under ganz gut gefallen – obwohl sie extrem simpel gestrickt sind. Die neueren Alben von SFU halte ich dagegen für komplett verzichtbar, und auch live konnten sie mich in letzter Zeit nicht gerade begeistern. Deshalb habe ich auch lange überlegt, ob ich überhaupt zu diesem Konzert gehen sollte.

Aber der Auftritt heute ist tatsächlich besser als erwartet. Zuerst mal ist der Sound richtig fett, geradezu eine Wand. Wieso klappt das nicht  bei Illdisposed? Dann gibt es zwar auch wieder viel nervtötendes Gequieke von Mr. Barnes, allerdings hauptsächlich zu Anfang des Auftritts, mit zunehmender Dauer wird das aber glücklicherweise deutlich weniger. Gerade die älteren Songs in der zweiten Hälfte des Sets sind dadurch doch viel angenehmer zu hören. Gerade bei diesen Songs gelingt es der Band dann auch recht gut, mir wieder in Erinnerung zu rufen, was mir an SFU positiv aufgefallen war: der Mörder-Groove, mit dem sie alles niederwalzen (zumindest wenn sie gut drauf sind).

Kurzum: Illdisposed leider nicht so gut wie gewohnt, dafür SFU besser als erwartet.

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