Archiv für Oktober, 2010

Legacy-Sampler #68

Posted in Uncategorized with tags , , , , , , , on 31. Oktober 2010 by Micha

Eigentlich hatte ich ja nicht vor, die aktuelle Ausgabe des Legacy-Magazins zu kaufen, aber dann habe ich beim Durchblättern festgestellt, dass ein Bericht über das Chronical Moshers Open Air drin ist, und dann musste ich ja…

Erfreulicherweise gibt’s auf der CD mal wieder mehr gute Songs als auf den letzten:

  • MelecheshGrand Gathas of Baal Sin: Und wieder mal eine hochgelobte Band, von der ich noch nix kenne. Dieser Track hier macht aber auf jeden Fall Lust auf mehr „Mesopotamian Black Metal“.
  • KataklysmPush The Venom: Verdammt heavy geht es hier los. Das ist mal wieder ein guter Song, obwohl ich ja vorher nicht so viel erwartet hatte.
  • Bonded by BloodPrototype: Death Machine: Hört sich an wie alter Thrash aus den 80ern, ist aber von heute. Geht richtig schön ab, auch wenn die Vocals zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftig sind. Dafür ist das Video schön trashig.
  • WitchburnerDemons: Und gleich noch mal Thrash. Geht ordentlich ab und gefällt mir sogar noch eine Spur besser als die Kollegen…
  • Black TwinVictim of War: Feiner Groove-Metal. Zwar ist auch hier wieder der Gesang etwas gewöhnungsbedürftig für mich, aber die Riffs sind über jeden Zweifel erhaben.
  • SplitherSplitter: irgendwie Modern-Neo-Thrash-Groove-Metal oder so :-) Geht auf jeden Fall gut ab, wobei das in dem verlinkten Video nicht so gut rauskommt wegen der begrenzten Soundqualität…

Links #2

Posted in Uncategorized with tags , , , on 27. Oktober 2010 by Micha

Diesmal mit Satan anbetenden Doom Metal, Anti-Mullah-Metal, einer fliegenden Jungfrau und jeder Menge Riffs.

  • Interview Bongripper: Ein ausführliches Interview mit der „Sludge/Doom-Sensation des Jahres“.
  • Satansgrüße an die Mullahs: Hochinteressanter Artikel über Exil-Iraner in den USA, die zufälligerweise auch noch Metal-Fans sind.
  • Augen auf bei der Kapitänswahl: Dass Iron Maiden-Frontmann Bruce Dickinson im Nebenberuf auch Pilot ist, ist inzwischen auch bei der Tagesschau bekannt.
  • Riffffs X: Ein neuer Teil dieser Serie für Gitarristen und die, die es werden wollen. Ich verstehe zwar davon rein gar nichts, aber ich werde mich bemühen, in Zukunft im Gespräch über Musik öfter mal Begriffe wie Pentatonik und Pinch Harmonics einfließen zu lassen. ;-)

Hidden Dreck

Posted in Gelaber with tags , , on 23. Oktober 2010 by Micha

So, ich muss mal meinem Unmut Luft verschaffen… Jedem, der noch CDs nutzt und nicht vollständig auf eiTunes & Co. umgestiegen ist, sind wohl schon mal diese „Hidden Tracks“ am Ende des Tonträgers begegnet.

Die haben mich schon damals genervt, als ich nur CDs gehört habe. Nach dem letzten Track ist nach mehreren Minuten Stille noch irgendeine Belanglosigkeit zu hören. Wenn ich damals nicht jedesmal daran gedacht habe, bei bestimmten CDs am Schluss auf die Stop-Taste zu drücken, plärrte der Player irgendwann noch mal los, wenn ich schon längst mit irgend etwas anderem beschäftigt war.

Richtig ärgerlich ist diese Spielerei aber, seitdem ich alle CDs in MP3s konvertiere und am Computer oder mit der MP3-Gehhilfe anhöre. Statt Musik gibt es dann mal eben zehn Minuten Stille auf die Ohren. Ganz toll.

Das lässt sich vermeiden, wenn ich die MP3s von Hand nachbearbeite. Dann geht aber ein Vorteil des Computers verloren – der Computer soll mir Arbeit ersparen, und das tut er beim CD-Rippen normalerweise auch sehr schön: Mit dem richtigen Programm werden die Tracks automatisch und ruck-zuck in MP3s verwandelt, mit den passenden Tags versehen und in das richtige Verzeichnis auf der Festplatte geschoben. Stattdessen muss ich dann diesen Mist abschneiden und alles wieder abspeichern.

Noch ärgerlicher wird es dadurch, dass dieser Hidden Track ja meist kein brauchbarer, eigenständiger Song ist, sondern eher akustischer Restmüll. Mich interessiert aber weder der Soundcheck mit den Fingerübungen der Musiker, noch irgendwelches besoffenes Gelaber, das für den Außenstehenden sowieso unverständlich bleibt, noch ein Rülpswettbewerb der Bandmitglieder.

Bitte aufhören damit.

Live: Way of Darkness V

Posted in Live with tags , , , , , , , , , , on 21. Oktober 2010 by Micha

1. + 2. 10. 2010 – Lichtenfels, Stadthalle

Hatte ich nicht neulich erst geschrieben, die Festival-Saison sei vorbei? Die Macher des Way of Darkness-Festivals sehen das offenbar etwas anders, weshalb sie am ersten Oktober-Wochenende noch ihr zweitägiges Festival veranstalten. Nun gut, das zählt eigentlich nicht als richtiges Open Air, schließlich spielen die Bands in der Halle – einen Campingplatz für die Besucher gibt es trotzdem.

Mir als bekennendem Warmduscher ist es aber um diese Jahreszeit zum Zelten zu kalt, deshalb (und auch wegen der Arbeit) schlage ich erst Samstag zum zweiten Tag des Festivals im Frankenland auf.

Erstmal ist es erstaunlich, dass es bei diesem Mörder-Billing tatsächlich noch Karten an der „Abend“-Kasse gibt; die Halle ist auch am Nachmittag nicht gerade überfüllt. Den ganzen Tag lang gibt es auch genug ruhige Plätzchen, um sich die Bands abseits vom Gedränge vor der Bühne anzusehen. Dadurch, dass die Bühne an der langen Seite der Halle aufgebaut ist, ist es aber auch relativ einfach, von außen bis nach vorne in die ersten Reihen zu gelangen.

Die erste Band, die ich mir gezielt und vollständig anhöre, ist Exumer. Für eine Menge Leute hat diese Band aus der Hoch-Zeit des Thrash Metal in den Achtzigern anscheinend so etwas wie Kultstatus, allerdings scheinen sie doch eher aus der zweiten Reihe des Teutonen-Thrash zu kommen. An diesem Tag gibt es jedenfalls genug Thrasher, die vor der Bühne Party machen. Mich reißt die Darbietung nicht vom Hocker, dazu fehlt mir etwas die Abwechslung und der letzte Biss.

Ex Deo, das Kataklysm-Nebenprojekt, wurde ja zur Veröffentlichung ihres Albums Romulus kräftig beworben. Die Songs, die in den YouTube-Spots zu hören waren, sagten mir aber nicht sehr zu: zu sehr auf Bombast und epische Momente getrimmt. Trotzdem möchte ich den Kanadiern live eine Chance geben – allerdings stört mich das, was mir schon auf Konserve nicht gefallen hat, auch beim Live-Auftritt. Das Ganze ist für mich nicht interessant genug, um mir den Auftritt komplett anzuschauen, da unterhalte ich mich lieber mit den aus allen Himmelsrichtungen angereisten Bekannten beim Bier vor der Halle.

Eigentlich bin ich ja kein großer Black Metal-Fan, aber die folgende Band Darkened Nocturn Slaughtercult schaue ich mir dann doch wieder an. Faszinierend finde ich dabei das fiese Gekrächze von Ober-Satanistin Onielar. Super Stimme. Dazu wird dann standesgemäß ein umgedrehtes Kreuz geschwenkt und Blut gespuckt – insgesamt eine gute Show mit einer schön „bösen“ Atmosphäre.

The Crown habe ich mir schon auf dem PSOA nicht angesehen, da ist es nur konsequent, sie auch dieses Mal nicht anzuschauen. Diese Band reizt mich irgendwie überhaupt nicht…

Aber dann kommen endlich die Schwergewichte des Abends, angefangen mit Asphyx. Das ist jetzt bereits das dritte Mal dieses Jahr, dass ich einen Auftritt dieser sympathischen Holländer (ja, liebe Fußballfreunde, so etwas gibt’s :-) ) miterlebe, deshalb habe ich mir eigentlich überlegt, mir dieses Mal das Ganze in aller Ruhe irgendwo von außerhalb des Gedränges anzuschauen. Klar, dass daraus nichts wird – sobald die erste Death Metal-Granate abgefeuert ist, muss ich mich einfach nach vorne in die Schusslinie begeben. Was für eine großartige Live-Band – wie immer mit jeder Menge Klassiker im Set. Asphyx ist einfach geil…

Der Asphyx-Sound ist mal wieder so schön krank und räudig, dass sich die darauf folgenden Unleashed im Vergleich dazu regelrecht nach freundlicher Party-Mucke anhören. :-) Und Party machen die Wikinger natürlich wie gewohnt. Trotzdem muss ich erst mal auf der Tribüne gegenüber der Bühne Platz nehmen, um mir von dort aus ganz entspannt die Show anzusehen. Es war schließlich schon ein langer Tag bis dahin…

Und als nächstes steht mit Napalm Death eine weitere Band, die ich in diesem Jahr bereits gesehen habe, auf dem Programm. Und auch hier wird wieder das Erwartete geboten: Die Herren legen gepflegt die Halle in Schutt und Asche mit ihrem gnadenlosen Death/Grind-Geballer. Einfach gut. Es gibt die schon vom PSOA bekannte Mischung von Klassikern und Songs des letzten Albums Time Waits For No Slave. Und die Ansagen von Barney, okay, die ich so ziemlich identisch beim PSOA schon gehört habe, okay, kann man ja ignorieren, okay.

Dann ist als Headliner die Band an der Reihe, die den eigentlichen Anlass lieferte für meinen Besuch in Franken: die legendären Possessed, die (Mit-)Erfindern des Death Metal. Diese Band habe ich noch nie live gesehen, denn zu ihrer großen Zeit Mitte der achtziger Jahre war ich noch damit beschäftigt, den mittlerweile klassischen Hard Rock und Heavy Metal zu entdecken, und bevor ich auf Possessed stoßen konnte, wurde für lange Jahre die Band erst mal auf Eis gelegt.

Jetzt ist die Band also wieder da, wobei man natürlich sagen muss, dass von der klassischen Besetzung nur noch Sänger Jeff Becerra mit dabei ist, an den Instrumenten sind die Mitglieder von Sadistic Intent zu hören. Das stört an diesem Abend aber niemanden, und sobald Jeff auf der Bühne erscheint, ist der Jubel groß. Der Mann ist ja leider in seiner Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt, was ihn aber glücklicherweise nicht daran hindert, auf der Bühne alles zu geben. Man merkt ihm an, dass er einen Riesenspaß hat. Gut bei Stimme ist er sowieso, man könnte fast meinen, seit der Veröffentlichung des legendären Seven Churches-Albums wären erst ein paar Wochen vergangen, statt 25 Jahren. Und die Hammersongs, die heute live zu hören sind (Death Metal, Pentagram, Holy Hell, No Will To Live,…), sind sowieso über jeden Zweifel erhaben.

Allein für diesen Headliner hat sich der weite Weg gelohnt, und glücklicherweise gab’s ja vorher noch ein paar andere gute Bands zu sehen. Einen Kritikpunkt hätte ich aber noch: das Bier hat wirklich nicht geschmeckt, ich musste mich deshalb am Schluss noch auf dem „Heavy Metal Parking Lot“ mit Dosenbier versorgen.

In Flammen Open Air

Posted in Uncategorized with tags , , , on 10. Oktober 2010 by Micha

Jetzt, wo die Festival-Saison vorbei ist, fällt mir auf, dass ich ja noch kurz von einem Open Air berichten wollte, und zwar vom In Flammen Open Air, das im Juli in Torgau stattfand. Zu den Bands kann ich nach dieser langen Zeit zwar nicht mehr wirklich viel sagen, aber ich möchte dieses famose Festival auch nicht so einfach unter den Tisch fallen lassen.

Zuvor war ich nur einmal dabei, und zwar beim allerersten Mal. Das war wirklich ein winziges Festival, ich glaube, es standen keine zehn Zelte in dem Garten, der als Campinggelände diente. Aber es traten schon damals gute, eher „undergroundige“ Bands auf (Purgatory! Fuck Yeah! Recapture! Geil!).

Irgendwann ist das Festival dann umgezogen zum Entenfang, einem Ausflugslokal am Stadtrand von Torgau, wo ich dann dieses Jahr zum ersten Mal war.

Eine Besonderheit bei diesem Festival: es gibt keine Security-Leute, weder Amateure aus dem Kreis der Veranstalter, noch Personal von einem professionellen Sicherheitsdienst schaut dort nach dem Rechten. Nur ein paar Leute sitzen am Eingang, kontrollieren Eintrittskarten und geben die Bändchen aus. Und das funktioniert alles ohne Probleme, denn Metaller sind eben friedliche Menschen.

Eine Trennung zwischen Zeltplatz und dem eigentlichen Festivalgelände gibt es auch nicht – logisch, das kann ja ohne Security auch niemand kontrollieren. Die Bühne ist in einem kleinen Wäldchen im Schatten der Bäume aufgebaut, in diesem Wäldchen sind auch die diversen Merchandising-, Getränke- und Essensstände verteilt. Und direkt daneben, gegenüber und mittendrin die Autos und Zelte derjenigen Besucher, die rechtzeitig gekommen sind und somit das Glück haben, an einem der heißesten Wochenenden des Jahres noch ein schattiges Plätzchen zu ergattern. Dem Rest bleibt die benachbarte Wiese zum Zelten.

Ich kenne sonst kein Open Air, bei dem das so locker gehandhabt wird, das ist schon etwas Besonderes und außerdem sehr angenehm. Deshalb hier eine klare Empfehlung für dieses Festival.

Über eine der Bands des diesjährigen Festivals möchte ich dann doch noch ein paar Worte verlieren: Ultrawurscht war sicherlich die Band, deren Auftritt mir am meisten im Gedächtnis geblieben ist. In den Texten der bayerisch-österreichischen Spaß-Grinder dreht sich – welch Überraschung bei diesem Namen – alles um die Wurscht. Die Wurstigkeit der Band zeigte sich schon an der Bühnendekoration: ein Banner mit „Blunzifer, Lord of Barbecue“ und eines mit einer gepfählten Frau Antje wurden aufgestellt. Die Kleidung des Sängers wurde offenbar so ausgewählt, dass sie besonders leicht ausgezogen werden konnte, einen großen Teil des Auftritts absolvierte er nur mit einem String-Tanga bekleidet. Zum Schluss gab es noch passend zum Thema der Band das Würstchen zu sehen…

Bis dahin wurde aber jede Menge unterhaltsame Wurstmusik präsentiert, unter anderem auch mehrere Songs „Herrn Meica“ gewidmet, so wie dieser hier:

Als Höhepunkt wurden außerdem noch mit der „Wurschtfaust“ Würstchen ins Publikum geschossen. Wenn ich nur an diese Show denke, bekomme ich Appetit auf frische Wurstwaren. :-)

Acoustic Black Metal

Posted in Black Metal with tags , , , on 5. Oktober 2010 by Micha

Die Situation kennt ihr vielleicht: Irgend jemand macht einen mehr oder weniger lustigen Witz, jemand anderes steigt darauf ein und treibt das Ganze weiter – solange, bis auch der letzte Witz, der in der Grundidee vielleicht noch drinsteckte, zuverlässig abgetötet ist.

Genau das scheint mir beim „Acoustic Black Metal“ der Fall zu sein. Ursprünglich hat sich diesen Scherz mal Seth Putnam von Anal Cunt als Parodie auf den „True Norwegian Black Metal“ ausgedacht. Die Musik (ich verwende diesen Begriff hier mal großzügig) besteht dabei aus planlosem Geklampfe auf der akustischen Gitarre, vollkommen sinnbefreitem Gekrächze, und der „Drummer“ haut sich dazu auf den Knien herum. Man suche sich dann einen schönen Band-Namen – Impaled Northern Moonforest zum Beispiel – und denke sich ein paar „grim and frostbitten“ Songtitel aus – fertig ist der Schwarzmetall-Ulk.

Musikvideos gibt es natürlich auch:

Ja, doch, ich habe mich darüber amüsiert, und auch über so lustige Songtitel wie Gazing At The Blasphemous Moon While Perched Atop A Very Very Very Very Very Very Very Forsaken Crest Of The Northern Mountain oder Summoning The Unholy Frozen Winterdemons To The Grimmest And Most Frostbitten Inverted Forest Of Abazagorath. Oder auch schlicht und einfach Grim And Frostbitten Gay Bar.

So, und jetzt kommt das Gemecker… Beim Stöbern auf der IMF-Webseite habe ich mir irgendwann mal eine komplette Compilation solcher Songs runtergeladen (keine Ahnung, ob das wirklich unterschiedliche Bands sind oder immer die selben Leute unter verschiedenen Namen) und erstmal vergessen. Neulich habe ich den Kram wieder ausgegraben und angehört. Oder besser gesagt: ich habe es versucht. Das Zeug ist wirklich nur als Parodie und für kurze Zeit zu ertragen – aber gleich eine Compilation mit 20 Tracks? Tut das Not? Irgendwann ist die ganze Idee einfach mal zu ausgelutscht…