Archiv für Dezember, 2010

Live: Napalm Death + Immolation + Macabre

Posted in Death Metal, Live with tags , , , on 30. Dezember 2010 by Micha

09.12.2010 – Leipzig, Conne Island

Normalerweise gehe ich ja unter der Woche nicht auf Reisen zu Konzerten, ich gehöre schließlich zur arbeitenden Bevölkerung. Aber ab und zu muss es dann doch mal sein, bei so einem Billing wie es in der Überschrift zu lesen ist beispielsweise. Glücklicherweise habe ich diesmal die Ankündigung schon früh mitbekommen, so dass ich alles mit ausreichendem Vorlauf gründlich planen kann. Aber wie schon fast zu erwarten, macht mir der Winter einen kleinen Strich durch die Rechnung: die Verkehrsbetriebe lassen verlauten, dass die Straßenbahnen nur eingeschränkt verkehren, weil eine ganze Menge davon über Nacht festgefroren seien (kein Witz!). Das nenne ich mal grim and frostbitten

Aus diesem Grund komme ich mit kräftiger Verspätung in Connewitz an, gerade noch rechtzeitig zum Auftritt von Macabre. Offenbar bin ich nicht der Einzige, der etwas Schwierigkeiten mit der Anreise hat, denn das Publikum ist doch noch recht überschaubar. Entsprechend kommt die Show auch etwas schleppend in Gang (wie üblich mit dem Klassiker Zodiac). Obwohl der Serienmörder-Metal schön roh und im typischen Macbre-Stil losdröhnt und eigentlich hervorragendes Mosh-Material darstellt, tut sich so gut wie nichts vor der Bühne. Die Band zeigt trotzdem Einsatz, und Sänger Corporate Death erweckt mit seinen wilden Grimassen und dem Gepose sowieso immer den Eindruck, als wollte er selbst gleich das Schlachtermesser rausholen (auch wenn er sich inzwischen seinen Hinterwäldler-Serienkiller-Vokuhila abgenommen hat). Glücklicherweise kommt mit der Zeit doch noch ein bisschen Leben in die Bude, kein Wunder bei Krachern wie Fritz Haarmann der MetzgerScrub A Dub Dub oder Vampire of Düsseldorf.

An meinen Immolation-Tonträgern erfreue ich mich immer wieder, wegen des charkteristischen Stils mit dem schroffen, disharmonischen Gitarren-Sound, den anspruchsvollen Songs, die nie in pures Technik-Gefrickel ausarten und recht abwechslungsreich sind. Das alles zeigen sie heute auch live, und zwar mit einem schönen Überblick über die mittlerweile über zwanzigjährige Karriere,  vom allerersten Album Dawn of Possession bis zum aktuellen Majesty and Decay – und vor allem mit Mörder-Blasts und einer Lead-Gitarre, die direkt durchs Hirn schneidet. So langsam wird der Saal auch voller, es ist mehr los vor der Bühne. Prima Auftritt.

Napalm Death sind ja immer viel unterwegs, deshalb ist das an diesem Abend der dritte Auftritt, den ich in diesem Jahr sehe. Glücklicherweise wird heute nicht wieder die selbe Setlist wie immer abgearbeitet, stattdessen verkündet Barney zu Beginn, dass ein besonderes „Old School Set“ gespielt wird. Daher sind dann neben Klassikern wie Suffer the Children, die sowieso immer dazugehören, und wenigen neueren Songs hauptsächlich ältere und nicht so oft gehörte im Programm – einiges von den Alben Utopia Banished und Harmony Corruption. Um das Old-School-Feeling komplett zu machen, gibt es neben dem obligatorischen Nazi Punks Fuck Off auch noch Cover von Raw Power (Politicians) und Siege (Conform). Mit seinen Kommentaren zu Politik, Religion usw. hält sich Barney dieses Mal auch sehr zurück – ich kann ihm da ja normalerweise durchaus zustimmen, aber wenn er jedes Mal fast wörtlich das Gleiche erzählt, nervt es auf Dauer doch ein bisschen. Stattdessen konzentriert sich die Band auf das, was sie am besten können – höchst aggressiven Grindcore/Death Metal fast ohne Verschnaufpausen. Napalm Death ist eben live einfach eine Macht…

Mittlerweile ist das Conne Island auch rappelvoll, erstaunlich für einen Wochentag. Entsprechend gut ist die Stimmung – mir reicht es allerdings, die Show von der hinten aufgebauten Zuschauertribüne anzusehen. Das ist wirklich eine praktische Einrichtung, die für einen hervorragenden Überblick sorgt. :-)

Tja, das war’s dann auch schon wieder – Gutes geht eben immer schnell vorbei. Noch eine letzte Wurst vom Freiluftgrill vor dem Club, dann heisst es ab nach Hause durch Schnee und Eis.

Heute ist ein besonderer Tag…

Posted in Fun with tags , , , , on 24. Dezember 2010 by Micha

…denn Lemmy wird 65. Herzlichen Glühstrumpf!

Da war doch noch etwas? Ach so, ja: hier noch ein paar Videos zum anderen großen Fest dieses Tages. ;-)

In diesem Sinne: Rohe Weihnachten!

Links #4

Posted in Uncategorized with tags , , , , , , on 19. Dezember 2010 by Micha

Und wieder einmal eine Ausgabe der PresseWebschau, diesmal mit schwarz-weißem Frankfurter Schnee, versteckten Spielereien, Metal für die ganze Familie, Videospielen und musizierenden Saufnasen.

Atzventzkrantzkertzen

Posted in Fun with tags , , , on 15. Dezember 2010 by Micha

Frage: Gibt es ein Wort mit vier mal ‚tz‘?

Antwort: Siehe oben.

Frage: Was steckt sich der echte Schwarzmetaller auf den erwähnten Kranz?

Antwort: Siehe unten.

True Norwegian Black Candle – wenn gerade keine Kirche zur Hand ist…

Song der Woche: The Unchallenged – Empire of Insanity

Posted in Death Metal, Song der Woche with tags , on 12. Dezember 2010 by Micha

Diese Woche habe ich mal wieder eine Band vorzustellen, die leider viel zu wenig bekannt ist: The Unchallenged, ursprünglich aus Thüringen. Die Band gibt es immerhin schon seit 1991, haben in dieser Zeit aber „nur“ zwei Demos und ein reguläres Album herausgebracht. Dieses Album, Sceneries, gab es mal auf der Homepage als Download, inzwischen aber offenbar nicht mehr. Aber dieses Album ist so gut, dass sich auch der Kauf lohnt, wenn es denn irgendwo noch erhältlich ist.

Kleines Beispiel:

Hab ich recht, oder hab ich recht? Da ist natürlich eine große Portion Death dabei, aber das ist ja nicht verkehrt. Sehr schönes Chuck-Gedächtnis-Krächzen vom Sänger. Und erst diese Lead-Gitarre – nur geil…

Live: Misery Index + Grave + Arsis + The Last Felony + The Rotted

Posted in Death Metal, Live with tags , , , , , , , , on 8. Dezember 2010 by Micha

27.11.2010 – Leipzig, Theaterfabrik

Advent. Die Menschen drängeln sich in den Geschäften und ziehen sich auf den Weihnachtsmärkten mit stinkendem Glühwein zu schmalzigem Weihnachtsgedudel die Rübe dicht. Zum Glück gibt es doch noch ein alternatives Unterhaltungsprogramm, wie zum Beispiel an diesem ersten Adventswochenende das Zusammentreffen namhafter Kapellen aus dem Todesblei-Bereich. Das Spektrum reicht dabei von melodisch bis Gehacke, von alter Schule bis hochmodern. Eine hochinteressante Mischung, und natürlich lasse ich mir das nicht entgehen.

Erstaunlicherweise ist die Bahn mal pünktlich, deshalb schaffe ich es, genau zu dem Zeitpunkt den Saal zu betreten, als The Rotted als erste Band ihr Intro vom Band anknipsen, also werde ich stilecht vom Geheul der verdammten Seelen in der Hölle begrüsst. :-) Bei der Band handelt es sich um alte Bekannte, waren sie doch jahrelang als Gorerotted unterwegs (aus dieser Zeit ist aber nur Only Tools and Corpses in der Setlist übriggeblieben). Ihren Stil bezeichnen die Londoner selbst als „D-Beat Death Metal“. Und tatsächlich ist der Punk- und Grindcore-Einschlag nicht zu überhören, aber brutale Death Metal-Vocals und heftiges Geballer gibt es auch noch dazu. Leider ist mit dem Publikum zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nichts los, es wird ein respektvoller Abstand zur Bühne eingehalten. Da hilft es auch nichts, dass der Sänger fleißig Dosenbier an die Zuschauer verteilt. Schade eigentlich, ich finde die musikalische Mischung sehr gelungen und würde die Band gerne mal sehen, wenn mehr los ist, und auch für etwas länger als nur eine knappe halbe Stunde.

Als nächstes dürfen dann die Kanadier von The Last Felony ran und ihren Deathcore/Brutal Death Metal präsentieren. Das heißt: viel Groovebetontes, Geballer und Breakdowns, zum Glück aber keine Tierlaute (weder Schweine noch Frösche :-)). Das ist zwar ganz solide gemacht, ich finde es allerdings nicht besonders herausragend. Deshalb suche ich erst mal den Merchandising-Stand und die Bar heim…

Melodischer wird es dann bei Arsis – der Melodic Death Metal wird allerdings auch mit einer Menge Gefrickel angereichert. Bei meiner letzten Begegnung mit dieser Band hat mir diese Mischung irgendwie besser gefallen – vielleicht liegt es daran, dass damals die anderen Bands schlechter waren :-> Dieses Mal reicht es mir, mir die Show in Ruhe von hinten anzuschauen.

So, jetzt sind schließlich die beiden Headliner dran. Zugegebenermaßen stehen Grave bei mir immer irgendwie im Schatten der anderen alten Schweden-Bands, deshalb hatte ich eigentlich nur vor, den Auftritt mal eben so mitzunehmen. Aber was soll ich sagen – die Jungs sind heute richtig gut drauf, es macht mächtig Spaß, ihnen zuzusehen. Besonders der Bassist (erst in diesem Jahr von Dismember gekommen) fällt durch ausgelassenes Gepose und wildes Grimassieren auf. Der Death Metal alter Schule ist zwar auf Dauer nicht wirklich abwechslungsreich, das stört heute aber keinen, und zum ersten Mal ist vor der Bühne die Hölle los. Da es sich um den allerletzten Tag der Tour handelt, lassen es sich auch die Mitglieder der anderen Bands nicht nehmen, ihre Späße zu treiben: Während des Auftritts kommt einer der Musiker von The Last Felony auf die Bühne, um ein bisschen mitzubangen – bekleidet nur mit einer Socke, die er über sein bestes Stück gestülpt hat. Das finde ich ja völlig daneben. Eine weiße Tennissocke – das geht wirklich überhaupt nicht. Wer trägt denn heutzutage noch weiße Tennissocken? :-> Zum großen Finale stürmen dann noch weitere Mitglieder der Support-Bands die Bühne – alle fallen in einem großen Knäuel übereinander und die letzten Takte werden im Liegen gespielt. :-)

Beim zweiten Headliner Misery Index ist dann erst mal Schluss mit lustig, denn es geht von Anfang an einfach gnadenlos zur Sache. Die Amis walzen mit ihrem Death/Grind einfach alles platt und unterbrechen das Gemetzel nur ab und an für eine kurze Ansage. Die beiden Sänger wechseln sich gekonnt mit fiesem Grindcore-Geschrei ab, der Drummer sorgt für Hochgeschwindigkeits-Geballer ohne Ende, und die Saitenfraktion steht dem mit ihrem Geschredder in Sachen Geschwindigkeit in nichts nach. Meine Fresse, was für eine geile Show… Genau so gehört das! Misery Index gehören ja schon eine ganze Weile zu meinen Lieblingsbands, dementsprechend habe ich sie auch schon häufiger live gesehen, aber das ist an diesem Abend definitiv einer ihrer besten Auftritte. Mal sehen, ob das die Kollegen von Napalm Death demnächst toppen können. :-)

Sehr schön, tolle Bands, super Stimmung, mehr gibt’s nicht zu sagen.

Map of Metal

Posted in Uncategorized with tags , , , , on 4. Dezember 2010 by Micha

Diese beeindruckende Website muss ich hier unbedingt verlinken: Die Map of Metal ist ein fantastischer interaktiver Überblick über die verschiedenen Metal-Subgenres, komplett mit jeder Menge Beispiel-Songs. Braucht zwar ein bisschen zum Laden, lohnt sich aber wirklich.

(via Nerdcore)