Live: Break The Silence 10

22.01.2011 – Dippoldiswalde, Parksäle

Nach der „Notlösung“ vom letzten Wochenende steht an diesem Wochenende ein Konzert an, auf das ich mich schon länger freue. Dementsprechend habe ich auch schon lange vorher meine Karte reserviert – glücklicherweise, denn die Veranstaltung ist offenbar ausverkauft. Kein Wunder bei diesem Billing…

Also mache ich mich eines schönen Samstagnachmittags auf nach Dippoldiswalde bei Dresden. Die Anfahrt gestaltet sich etwas umständlicher, denn bei den „Dippsern“ am Bahnhof hält offenbar nur noch ein Museums-Zug mit Dampflok. Also heißt es, zwischendrin von der Bahn auf den Bus umzusteigen, und vor allem: einen Zug früher nehmen, denn eine der üblichen Verspätungen der Bahn hätte deshalb leicht zum Verfallen meiner Kartenreservierung führen können. Was hätte mich das geärgert…

Aber es klappt diesmal alles, daher bin ich ausnahmsweise mal überpünktlich zur Stelle und kann mir alle Bands komplett anschauen, eben auch die erste, Andras. Dieses Mal finde ich sie auch ansprechender als beim letzten Mal, denn heute fällt mir der Klargesang nicht so negativ auf. Insgesamt kommen sie mir auch „schwärzer“ vor als beim letzten Mal. Trotzdem ist das Ganze nicht so mein Fall, ich warte auf die weiteren Bands des Abends.

Zum Beispiel auf Agathocles. Die belgischen Grindcore-Veteranen habe ich tatsächlich noch nie live gesehen. Und es geht gleich so los, wie man das bei dieser Musikrichtung erwarten kann: 30 Sekunden Krach, dann kurz den Titel des nächsten Songs in den Raum geworfen, wieder 30 Sekunden Krawall usw. Als ich mich schon frage, ob die Herrschaften tatsächlich um die 60 Songs spielen wollen heute Abend, zeigen sie, dass sie auch längere Stücke im Repertoire haben. Und die sind bei allem Gerumpel der alten Schule durchaus abwechslungsreich, und dennoch schön direkt auf die Zwölf. Von mir aus hätten sie also durchaus noch länger spielen können, aber für die ersten Bands sind eben nur 35 Minuten Spielzeit vorgesehen.

Die Umbaupausen sind erfreulich kurz, deshalb stehen schon kurz darauf die Berliner von Postmortem auf der Bühne. Im Vergleich zu früheren Auftritten, die ich bereits gesehen habe, ist diesmal etwas weniger Death & Roll angesagt, dafür kommt das Ganze etwas thrashiger und mit einem größeren Anteil Old School Death Metal rüber. Es ist aber immer noch genug Groove dabei, dass das Kopfnicken fast wie von selbst geht. :-) Dementsprechend ist die Stimmung im Publikum auch prächtig. Schöner Auftritt.

Purgatory gehört zu den Bands, die ich mir immer wieder gerne anschaue, nicht nur, weil das sozusagen die Lokalmatadore hier sind, sondern weil die letzten Veröffentlichungen einfach verdammt gut sind. Musikalisch erinnert mich die Band immer mal wieder an Vader, aber das ist ja nicht verkehrt – es gibt wahrhaftig schlechtere Vorbilder. Die heutige Show ist zugleich die Release-Party für das neueste Album Necromantaeon, deshalb werden natürlich einige Songs davon gespielt, die von den Fans genauso begeistert aufgenommen werden wie die älteren Kracher im Set. Überhaupt ist dieser Auftritt wieder einmal sehr gelungen, was auch an Frontmann Dreier liegt, der ständig in Bewegung ist und ordentlich Dampf macht.

Nun aber endlich zum Headliner, der niederländischen „All-Star-Band“ Hail of Bullets. Da gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, denn wenn Martin van Drunen beteiligt ist, dann ist das Ergebnis einfach gut. Zumindest kann ich mich nicht erinnern, von dem Mann schon einmal eine schlechte Show gesehen zu haben – er gibt einfach immer 110%. Aber auch der Rest der Band hat sichtlich Spaß am heutigen Auftritt. Und deshalb geht es mal wieder gut zur Sache mit erstklassigem Old School Death Metal, eine wichtige Zutat natürlich wie immer van Drunens unverwechselbare Stimme. Neben den Hits vom ersten Album wie Advancing Once More oder Berlin gibt es auch neueren Stoff von der aktuellen Veröffentlichung, wie Tokyo Napalm Holocaust. Wie erwartet eine super Show, die für ordentliches Training für die Nackenmuskeln sorgt. :-)

Insgesamt: Ich hatte im Vorfeld viel erwartet und wurde nicht enttäuscht – ein interessantes, abwechslungsreiches Billing und gut aufgelegte Bands. Was will man mehr?

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