Live: Excrementory Grindfuckers + Bawl of Beyond

05.03.2011 – Chemnitz, Südbahnhof

Gleich zweimal gab es an diesem Wochenende die Gelegenheit, Disillusion live zu sehen – das heißt, die Gelegenheit hätte es gegeben, wenn ich das früher mitgekriegt hätte und sowieso nicht viel zu sehr im Stress gewesen wäre die letzte Zeit. Stattdessen lautete der Plan: abhängen vor der Glotze und dem PC, früh ins Bett und mal schön ausschlafen. Nach einem knappen Tag dieses Vorhabens zeigt sich, dass das doch auf Dauer ein bisschen langweilig ist – es muss etwas passieren.

Das einzig halbwegs Brauchbare, was mir der örtliche Veranstaltungskalender anzubieten hat, ist dann der Auftritt der Excrementory Grindfuckers im Chemnitzer Südbahnhof. Bei der Konzerthalle des Südbahnhofs handelt es sich übrigens um eine der am wenigsten einladenden Locations, die ich bisher erleben durfte. Man stelle sich einen großen höhlenartigen Raum vor, in einer Ecke befindet sich die Bühne, diagonal gegenüberliegend die Bar. Düster ist es da drinnen, während die Bands spielen, denn auch die Bar oder der Merchandising-Stand sind dann nicht oder kaum beleuchtet, außerdem noch kalt und zugig, es sei denn, man steht direkt unter einem der an der Decke angebrachten Heißluftgebläse. Voll wird die Halle eigentlich nur, wenn irgendeine angesagte Metalcore-Truppe spielt, sonst verliert sich meist ein kleines Häuflein Zuschauer im weiten Saal.

Aber egal, von so etwas lasse ich mich ja nicht abschrecken. :-) Also bin ich mit meiner üblichen Verspätung dort. Aber statt wie beinahe schon traditionell die erste Band zu verpassen, komme ich doch noch in den Genuss, denn der Auftritt ist anscheinend auch verspätet. Als lokaler Support spielen Bawl of Beyond, eine junge Band aus der Screamo/Hardcore/wasweißich-Ecke – jedenfalls was Modernes mit Metal- und Hardcore-Elementen und Geschrei. Gelegentlich gibt es aber auch klaren Gesang, begleitet von einer melodischeren Gitarre. Das hört sich dann nach Alternative Rock/Metal an. Insgesamt kann ich sagen: die Jungs können was, und es rockt schon ordentlich, auch wenn der Stil nicht mein Fall ist. Aber der gemeine Metaller ist ja auch eher konservativ. :-)

Was ich bisher bei YouTube von Auftritten der Excrementory Grindfuckers gesehen habe, hat mich eher abgeschreckt: Das sieht nach Schlager-Party mit Gitarren aus. Und Schlager ist Rotz. Erfreulicherweise gibt es an diesem Abend aber eher Grindcore mit dummen Sprüchen, auch wenn viele der Witzchen etwas einstudiert wirken. Schlager-Cover kann ich jedenfalls keine entdecken – aber vielleicht kenne ich mich ja da nur nicht gut genug aus. Stattdessen werden neben eigenen Fun-Songs wie Staatsgrind Nr. 1 Cover von E. A. V. und Europe gespielt. Dabei holt der nette Onkel mit dem modischen Leoparden-Anzug auch die Trompete raus, um die bekannte Melodie zu tröten. Blockflöte wird zwischendurch auch mal gespielt. Musikalisch haben die Burschen jedenfalls genug auf dem Kasten und brauchen sich vor „ernsthaften“ Bands nicht zu verstecken. Wenn sie richtig loslegen, gibt es nämlich auch mal schön heftigen Grindcore zwischen dem Quatsch. Besonders der von Jack Slater abgeworbene neue Sänger Horn überzeugt auf ganzer Linie – aber der hat ja schon bei seiner alten Band gezeigt, wo der Hammer hängt. :-)

Auch wenn ich mir nicht unbedingt ein Album der Grindfuckers zulegen muss, war das doch ein unterhaltsamer Abend mit Bier und Musik, damit hat sich das Ganze doch gelohnt.

PS: Wieso ist auf dem Flyer eigentlich Volker Pispers abgebildet?

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