Archiv für September, 2011

Links #7

Posted in Black Metal, Death Metal with tags , , , on 26. September 2011 by Micha

In letzter Zeit ist hier so einiges liegengeblieben, das ich so langsam mal aufarbeiten muss. Deshalb endlich mal wieder eine kleine Linksammlung, dieses Mal mit progressivem Todesmetall,tonnenweise Metall, Wupperheads, Panda-Pix und Metal weltweit.

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Live: In Flammen Open Air 2011 – Tag 2

Posted in Live with tags , , , , , , , , , , , , on 25. September 2011 by Micha

Endspurt! An den ersten beiden Tagen gab es schon gute Bands zu sehen, und auch am Abschlusstag steht noch einiges Interessantes auf dem Programm. Also ohne langes Gerede gleich zum Wesentlichen:

Vermin: Eigentlich Death Metal, meistens wenigstens, der Gitarrist produziert aber einige Riffs und Soli, die eher aus dem klassischen Heavy Metal entlehnt sind. Ich finde, das hört sich ganz interessant an.

Lautstürmer: Schade, ich hätte gerne ein bisschen Crust gehört, leider fällt aber der Auftritt der ehemaligen Driller Killer-Kollegen aus mir unbekannten Gründen flach.

Kadavrik: Schwärzlicher Melodic Death. Mit Keyboards. Damit kann ich nun so gar nix anfangen, also erst mal wieder eine Gelegenheit zum „Chillen“, oder wie das heutzutage heißt.

Defloration: Da geht hier schon mehr. Zum ersten Mal an diesem Tag wird es vor der Bühne richtig voll, die Todesmetaller aus Thüringen ziehen hierzulande immer. Das liegt sicher auch an Frontmann Uwe, der bekannt ist wie der sprichwörtliche bunte Hund und allseits beliebt. Wie immer unterhält er die Zuschauer mit seinen humorvollen Ansagen und lässt es sich nicht nehmen, oben ohne den „Bauch Metal“ zu präsentieren. Die Musik sollte man natürlich bei all dem nicht vergessen: der Death Metal im Stil von Cannibal Corpse tritt nämlich ordentlich Arsch. Sehr schön, so muss das sein…

Cunt Grinder: Was erwartet man musikalisch von einer Band mit diesem Namen? Richtig – Brutal Death/Grind der pornösen Art… Genau das gibt es auch, und zwar sehr groove-betont. Sicherlich nicht gerade die abwechslungsreichste Musik, aber sehr sehr zum Mitmachen einladend. Mosh Pit, Circle Pit, eine kleine Polonaise übers Festivalgelände – alles da, teilweise auch gleichzeitig. Die Stimmung ist wirklich gigantisch, so langsam ist wohl auch der Letzte aufgewacht. :-)

Cytotoxin: Man sollte es kaum glauben, aber die erst 2010 gegründete Chemnitzer Band kann stimmungsmäßig tatsächlich noch einen drauf setzen. Zu Anfang bekommt Sänger Grimo zum Geburtstag gratuliert – natürlich schön mit Torte und Geburtstagsständchen, bevor es dann wieder richtig brutal weitergeht im Programm. Fiese Blastbeats, heftige Slam-Parts und technische Elemente ergeben eine gelungene Mischung, die das Gelände zum Beben und die Zuschauer ins Schwitzen bringt, noch ordentlich angeheizt von Grimo, der dabei auch keine Probleme damit hat, mitten im Mosh Pit weiterzugrunzen. Zum guten Schluss wird der Circle Pit einfach mal auf die Bühne verlegt. Vorher kannte ich die Band überhaupt nicht, hinterher bin ich mit einem dicken Grinsen vom Auftritt gekommen. So muss das sein! Videos: In a Complex Velocity, Plutonium Heaven, Human Mud, RBMK-1000/React or Recede.

Gräfenstein: Ein ziemlicher Kontrast zu den vorigen Bands. Der Black Metal bietet eine gute Gelegenheit, mal Pause zu machen und mich zu erholen. :-)

Interment: Wenn ich nicht vorher gewusst hätte, dass die Jungs aus Schweden kommen, wäre es bei den ersten Riffs sowieso klar geworden. Original Schwedentod der alten Schule, mit sägenden Gitarren und Nähmaschinen-Drumming. Kunststück, war doch die Band, gegründet 1988, selbst mit dabei, als der Sound entstand. Was sie heute spielen, hört sich zwar alles recht gut an, am Ende zieht sich der Auftritt dennoch etwas, mir fehlt der letzte Kick. Vielleicht ist es aber nur der Vergleich mit den vorhergehenden Bands… Video

Skanners: Diese Band gibt es sogar noch länger als die Schweden – bereits seit 1982 sind die Skanners aktiv. Aus der Zeit stammt auch der Stil der Band: klassicher 80er-Jahre-Heavy Metal, mit viel „Steel“ und „Metal“ und „Fighting“ und so weiter. Allerdings ist die Musik nicht immer wirklich richtig „heavy“, des öfteren kommt sie mir eher Hardrock-mäßig vor. Der Sänger gibt sich theatralisch und mit viel Pathos. Besser gefällt’s mir, wenn die Musik ab und an schneller, direkter und etwas ruppiger wird.

Dawn of Fate: Der Veranstalter mit seiner Band steht jetzt auf der Bühne. Aber wir sind ja hier nicht in Wacken, das bedeutet: die Band ist tatsächlich nicht schlecht und steht dort oben auf der Bühne, weil die Leute sie wirklich sehen wollen. Mir zumindest gefallen sie hier deutlich besser als beim Chronical Moshers Open Air vier Wochen zuvor, obwohl sie natürlich den selben Death/Black Metal, meist in eher getragenerem Tempo, spielen wie zuvor. Da sieht man mal wieder, was eine ordentliche Stimmung, sowohl vor als auch auf der Bühne, alles ausmachen kann… Videos: Hass, Meine Gedanken des Hasses.

Vreid: Ich gebe zu, ich schwächele etwas. Deshalb schaue ich mir die norwegischen Black&Roll-Spezialisten nur aus der Ferne an. Glücklicherweise sind ein paar Bierzeltgarnituren aufgebaut – ideal, um ein stärkendes Abendessen einzunehmen und dabei Live-Musik zu hören. Die Musik gerät dabei aber doch irgendwie in den Hintergrund, deshalb hier nix weiter dazu von mir. :-)

Graveworm: Hmmm, „Dark Metal“. Mit Keyboards. Hört sich nach genau der Art „Mädchenmetal“ (SCNR) an, mit der ich nun wirklich gar nichts anfangen kann. Ich wollte mir die Band zuerst eigentlich gar nicht anschauen, aber den Headliner nimmt man dann doch noch mit. Und vielleicht müssen die Erwartungen nur niedrig genug sein, damit sie übertroffen werden. :-) War jedenfalls besser als erwartet, hauptsächlich deshalb, weil sie unerwartet aggressiv zuwege gehen. Und Fear of the Dark, das sie abschließend noch covern, mag ich sowieso. Ich würde mir jetzt nicht unbedingt irgendwelche Graveworm-Platten kaufen, aber immerhin konnte ich sie mir anhören, ohne davonzulaufen. :-)

So, war noch was? Ach ja, die Sanitärsituation war leider suboptimal. Immer besetzt, schlangestehen vorm Lokus, selbst morgens um fünf. Aber der Veranstalter hat bereits für das nächste Jahr Besserung gelobt. Aber von solchen Kleinigkeiten lasse ich mir natürlich so ein geiles Festival nicht vermiesen.

Bis zum nächsten Jahr…

 

Death Metal Office Drumming

Posted in Fun with tags , , on 25. September 2011 by Micha

So muss Schlagzeugspielen aussehen, dann klappt’s auch mit den (Büro-)Nachbarn. :-)

Großartig, der Mann… Man beachte auch das Gitarrensolo :-)

Live: In Flammen Open Air 2011 – Tag 1

Posted in Live with tags , , , , , , , , , , , , , on 11. September 2011 by Micha

Nach der Bootsfahrt am Donnerstag ging das diesjährige IFOA am Freitag richtig los. Aber bevor ich zu den Bands dieses Tages komme, muss ich noch mal etwas genauer auf die Location und die Organisation des Festivals eingehen, dadurch wird das Ganze nämlich erst so richtig zu etwas Besonderem.

Erst mal ist die Bühne in einem kleinen Wäldchen unter Bäumen aufgebaut. Ein richtig lauschiges Plätzchen ist das dort, und angenehm kühl, wenn die Sonne richtig brennt. Dann gibt es keine Trennung zwischen Festivalgelände und Zeltplatz, wie das sonst so üblich ist. Wem es Spaß macht, der könnte also theoretisch auch direkt neben der Bühne zelten… Na gut, nicht direkt neben der Bühne, da steht ein Merchandising-Stand. Das bedeutet natürlich auch, dass jeder seine Verpflegung (flüssig + fest) zu den Auftritten mitnehmen kann, da die üblichen Kontrollen ja entfallen. Ordentlich Dosenbier einkaufen ist also angesagt. Und da dort nicht kontrolliert wird, hat der Veranstalter gleich ganz darauf verzichtet, Security-Schränke anzuheuern. Kurzrasierte, stiernackige Bomberjackenträger sucht man also bei diesem Festival vergeblich, die einzige Kontrolle findet beim Zugang zum Gelände statt. Sehr angenehm ist das.

Jetzt aber zu den Bands. Ich habe mir tatsächlich alle angeschaut – mal mehr, mal allerdings auch weniger aufmerksam. Ich versuche mal, mich etwas kürzer zu fassen…

Bitchhammer: Old School Thrash, aber so richtig wie er sein muss – dreckig, räudig und leicht geschwärzt. Ein guter Auftakt.

Arroganz: die Band kommt live doch etwas „schwärzer“ rüber als bei den Songs, die ich mir vorher reingezogen habe. Nicht nur musikalisch, sondern auch schon gleich äußerlich dank leichtem Corpse Paint. Zum Glück aber kein „trve“ Black Metal, es gibt noch genug Death-Metal-Elemente, melodischere Parts und Tempowechsel, um das Ganze interessant zu halten.

Heretic Soul: Auf die Band aus der Türkei war ich einigermaßen gespannt, hatte ich doch vorher einen recht guten Eindruck von ihrem Video zu Mental Decay. Leider kann da der Live-Auftritt nicht ganz mithalten. Zwar ist der gebotene Death Metal nach US-Vorbild, häufig mit Schwerpunkt auf stampfendem Headbang-Rhythmus und Breakdowns, eigentlich recht brauchbar, aber der sprichwörtliche Funke will eben nicht überspringen. Videos: Life is Torture, Faceless, Worship Me.

Kali Yuga: irgendwann ist mir mal ein Flyer des Plattenlabels der Band aus Gera in die Hände gefallen, auf dem die Musik als Metalcore bezeichnet wird. Ich würde sie eher als Mix aus Death und Thrash beschreiben, und zwar als eine gelungene Mischung, mal melodischer, mal eher heavy. Animiert jedenfalls eher zum Mitmachen als die Band zuvor.

Furnaze: Da muss ich jetzt doch mal ganz nach vorne – und bemerke dabei ein Problem: Die Bass Drum donnert so laut, dass zeitweise die anderen Instrumente untergehen (nicht nur bei Furnaze ist das so). Das ist schade, wird ansonsten doch wirklich hervorragender Thrash Metal zu Gehör gebracht – mit knackigen Riffs, aggressivem Gesang und guten Solos. Irgendwann gehe ich aber doch wieder auf Abstand – hinten ist der Sound etwas besser. Video: What’s the use of a God.

Wandar: Jetzt wird es sehr schwarz, das ist überhaupt nicht mein Fall. Die Besonderheit hier: die Band spielt ohne Drummer, für das Getrommel sorgt eine Maschine.

Purgatory: Diese Band hatte ich ja schon ein paar mal hier, da brauche ich eigentlich nicht mehr viel schreiben. Der Auftritt war wieder mal gut, wie ich es mittlerweile gewohnt bin. Na gut, nicht ganz so mitreißend wie bei der Record-Release-Party im Januar, aber immerhin… Deshalb wird es langsam auch richtig voll. Und ist da etwa jemand ohne Klamotten im Mosh Pit?

The Amenta: Industrial Death Metal laut der Enzyklopädie (maßgeblich in allen Zweifelsfällen :-)). Zumindest schaffen sie eine recht „kalte“ und chaotische Atmosphäre, beinahe schon schwarz… Der Sänger zeigt dabei besonderen Einsatz und schreit sich die Seele aus dem kunstblutüberströmten Leib. Video: Nihil.

Hour of Penance: Jetzt wird’s technisch, gleichzeitig aber auch richtig brutal. Brutal wie in „niederwalzen“ und „zertrümmern“. Leider sind mir auch hier wieder die Drums zu laut, die technischen Parts und Gitarrenkunststücke kommen dadurch nicht so gut zur Geltung, wie ich mir das erhofft hatte.

Belphegor: Helmuth und seine Spießgesellen haben viel Kunstblut und Requisiten wie Knochen und Schädel mitgebracht, den ganzen Metal-Kitsch eben. Und trotzdem: damit bekommen sie eine passende finstere Stimmung auf der Bühne hin, gerade richtig für ihren Blackened Death Metal. Schön düster und bedrohlich kommt das Ganze rüber. Die Ansagen von Helmuth sind aber vielleicht doch ein bisschen zu theatralisch, besonders sein immer wieder verwendetes „Tooorrrrrrgauuu“-Gekrächze sorgt eher für amüsierte Gesichter (und dient am nächsten Tag vielen als neuer Gruß). Video: Belphegor – Hell’s Ambassador.

Deicide: Jawohl, endlich klappt es mal mit Deicide. Spätestens als Glen Benton und Kollegen am Vormittag ankommen und sich erst mal ein Plätzchen in der Sonne suchen, ist klar, dass ich sie heute endlich mal live sehen werde. Glen sorgt dann erst mal für Verpflegung und stellt sich am Bratwurststand an, währenddessen und danach ist dann noch genug Zeit, um mit und für die Fans zu posen. Gut drauf ist er also offenbar schon mal :-). Den originalen Florida-Death Metal gibt es dann abends auf die Ohren, dabei erweist sich Mr. Benton allerdings nicht gerade als großer Entertainer. Wenn er überhaupt mal etwas sagt, dann beschränkt er sich auf den Titel des nächsten Songs. Aber egal, bei Granaten-Songs wie Dead by Dawn ist das sowieso alles nebensächlich. Videos: Lunatic of God’s Creation, Scars of the Crucifix.

Leider gibt es dieses Jahr nicht wie angekündigt die Aftershowparty bzw. Metal-Disco. Das Partyzelt ist zwar aufgebaut, bleibt aber ungenutzt. Bleibt also nur noch, zum Abschluss am Bierstand das ein oder andere Getränk zu sich zu nehmen und sich auf den nächsten Tag zu freuen…

The Almighty Punchdrunk – Music For Them Asses

Posted in Tonträger with tags , on 3. September 2011 by Micha

Gene Hoglan, bekannt unter anderem von Death und seiner Zusammenarbeit mit Devin Townsend, beehrt eine relativ unbekannte Band mit seiner Drum-Arbeit, weil er von einem Live-Auftritt so begeistert ist – das ist in etwa die Hintergrund-Geschichte zu diesem Album, die ich irgendwo im Netz mal gelesen habe. Die kannte ich allerdings noch nicht, als ich mir diese CD gekauft habe. Vielmehr hatte ich zuvor nur einen Track davon gehört, aus irgendeinem Grund ist mir etwas davon im Gedächtnis geblieben, vielleicht einfach nur der Band-Name… Punchdrunk bezeichnet übrigens nicht jemanden, der von zuviel Bowle besoffen ist, sondern eine Person, die von zuviel Schlägen gegen den Kopp einen Schaden davongetragen hat. Jedenfalls habe ich kurzentschlossen zugeschlagen, als ich diese CD günstig gebraucht entdeckt habe.

Nachdem ich das Album inzwischen ausführlich hören konnte, erschließt sich mir dennoch nicht, wieso Mr. Hoglan diese Band so herausragend fand, dass er unbedingt dabei sein wollte. Diese Veröffentlichung finde ich nämlich relativ durchwachsen. Das liegt nicht an den Riffs, die sind durchaus gelungen, und gegen das Drumming des Schlagzeug-Schwergewichts ist sowieso nix zu sagen.

Die Songs bewegen sich meist im oberen Geschwindigkeitsbereich, ein gewisser Hardcore-Einfluss ist nicht zu überhören. Dennoch ist das Ganze nicht einfach nur konstantes Geschredder, es gibt genug Variation, um die Songs interessant und abwechslungsreich zu halten. Zusätzlich werden immer wieder ein paar ungewöhnlichere Kleinigkeiten eingebaut, beispielsweise ein Country-mäßiges Intro bei Tug The Tapeworm oder eine immer wiederkehrende Polizeisirene bei Potes. Technischer oder gar progressiver Metal ist das ganze dennoch nicht, trotz Devin Townsend als Produzent. Trotzdem: Eigentlich durchaus hörenswert.

Das Problem fängt aber mit dem Gesang an. Es gibt deutlich unterschiedliche Gesangsstile zu hören: einmal  schnelles, druckvolles Death/Grind/Hardcore-Gebell, das mich ab und an an Dying Fetus erinnert (aber vielleicht liegt das nur daran, dass ich die in letzter Zeit zuviel gehört habe :-) ). Die weiteren Vocals (von einem anderen Sänger?)  nerven, das kann ich nicht anders sagen. Besonders gilt das natürlich für das Gerappe, wie z.B. bei Rancho Relaxo – furchtbar. Quengelnden Klargesang gibt es auch einmal. Die relativ langweiligen und unspektakulären Shouts sind da schon fast eine Erholung.

Daher gilt: die zwei instrumentalen Tracks und die mit dem guten Gesang anhören, die anderen werden schön übersprungen.