Live: In Flammen Open Air 2011 – Tag 2

Endspurt! An den ersten beiden Tagen gab es schon gute Bands zu sehen, und auch am Abschlusstag steht noch einiges Interessantes auf dem Programm. Also ohne langes Gerede gleich zum Wesentlichen:

Vermin: Eigentlich Death Metal, meistens wenigstens, der Gitarrist produziert aber einige Riffs und Soli, die eher aus dem klassischen Heavy Metal entlehnt sind. Ich finde, das hört sich ganz interessant an.

Lautstürmer: Schade, ich hätte gerne ein bisschen Crust gehört, leider fällt aber der Auftritt der ehemaligen Driller Killer-Kollegen aus mir unbekannten Gründen flach.

Kadavrik: Schwärzlicher Melodic Death. Mit Keyboards. Damit kann ich nun so gar nix anfangen, also erst mal wieder eine Gelegenheit zum „Chillen“, oder wie das heutzutage heißt.

Defloration: Da geht hier schon mehr. Zum ersten Mal an diesem Tag wird es vor der Bühne richtig voll, die Todesmetaller aus Thüringen ziehen hierzulande immer. Das liegt sicher auch an Frontmann Uwe, der bekannt ist wie der sprichwörtliche bunte Hund und allseits beliebt. Wie immer unterhält er die Zuschauer mit seinen humorvollen Ansagen und lässt es sich nicht nehmen, oben ohne den „Bauch Metal“ zu präsentieren. Die Musik sollte man natürlich bei all dem nicht vergessen: der Death Metal im Stil von Cannibal Corpse tritt nämlich ordentlich Arsch. Sehr schön, so muss das sein…

Cunt Grinder: Was erwartet man musikalisch von einer Band mit diesem Namen? Richtig – Brutal Death/Grind der pornösen Art… Genau das gibt es auch, und zwar sehr groove-betont. Sicherlich nicht gerade die abwechslungsreichste Musik, aber sehr sehr zum Mitmachen einladend. Mosh Pit, Circle Pit, eine kleine Polonaise übers Festivalgelände – alles da, teilweise auch gleichzeitig. Die Stimmung ist wirklich gigantisch, so langsam ist wohl auch der Letzte aufgewacht. :-)

Cytotoxin: Man sollte es kaum glauben, aber die erst 2010 gegründete Chemnitzer Band kann stimmungsmäßig tatsächlich noch einen drauf setzen. Zu Anfang bekommt Sänger Grimo zum Geburtstag gratuliert – natürlich schön mit Torte und Geburtstagsständchen, bevor es dann wieder richtig brutal weitergeht im Programm. Fiese Blastbeats, heftige Slam-Parts und technische Elemente ergeben eine gelungene Mischung, die das Gelände zum Beben und die Zuschauer ins Schwitzen bringt, noch ordentlich angeheizt von Grimo, der dabei auch keine Probleme damit hat, mitten im Mosh Pit weiterzugrunzen. Zum guten Schluss wird der Circle Pit einfach mal auf die Bühne verlegt. Vorher kannte ich die Band überhaupt nicht, hinterher bin ich mit einem dicken Grinsen vom Auftritt gekommen. So muss das sein! Videos: In a Complex Velocity, Plutonium Heaven, Human Mud, RBMK-1000/React or Recede.

Gräfenstein: Ein ziemlicher Kontrast zu den vorigen Bands. Der Black Metal bietet eine gute Gelegenheit, mal Pause zu machen und mich zu erholen. :-)

Interment: Wenn ich nicht vorher gewusst hätte, dass die Jungs aus Schweden kommen, wäre es bei den ersten Riffs sowieso klar geworden. Original Schwedentod der alten Schule, mit sägenden Gitarren und Nähmaschinen-Drumming. Kunststück, war doch die Band, gegründet 1988, selbst mit dabei, als der Sound entstand. Was sie heute spielen, hört sich zwar alles recht gut an, am Ende zieht sich der Auftritt dennoch etwas, mir fehlt der letzte Kick. Vielleicht ist es aber nur der Vergleich mit den vorhergehenden Bands… Video

Skanners: Diese Band gibt es sogar noch länger als die Schweden – bereits seit 1982 sind die Skanners aktiv. Aus der Zeit stammt auch der Stil der Band: klassicher 80er-Jahre-Heavy Metal, mit viel „Steel“ und „Metal“ und „Fighting“ und so weiter. Allerdings ist die Musik nicht immer wirklich richtig „heavy“, des öfteren kommt sie mir eher Hardrock-mäßig vor. Der Sänger gibt sich theatralisch und mit viel Pathos. Besser gefällt’s mir, wenn die Musik ab und an schneller, direkter und etwas ruppiger wird.

Dawn of Fate: Der Veranstalter mit seiner Band steht jetzt auf der Bühne. Aber wir sind ja hier nicht in Wacken, das bedeutet: die Band ist tatsächlich nicht schlecht und steht dort oben auf der Bühne, weil die Leute sie wirklich sehen wollen. Mir zumindest gefallen sie hier deutlich besser als beim Chronical Moshers Open Air vier Wochen zuvor, obwohl sie natürlich den selben Death/Black Metal, meist in eher getragenerem Tempo, spielen wie zuvor. Da sieht man mal wieder, was eine ordentliche Stimmung, sowohl vor als auch auf der Bühne, alles ausmachen kann… Videos: Hass, Meine Gedanken des Hasses.

Vreid: Ich gebe zu, ich schwächele etwas. Deshalb schaue ich mir die norwegischen Black&Roll-Spezialisten nur aus der Ferne an. Glücklicherweise sind ein paar Bierzeltgarnituren aufgebaut – ideal, um ein stärkendes Abendessen einzunehmen und dabei Live-Musik zu hören. Die Musik gerät dabei aber doch irgendwie in den Hintergrund, deshalb hier nix weiter dazu von mir. :-)

Graveworm: Hmmm, „Dark Metal“. Mit Keyboards. Hört sich nach genau der Art „Mädchenmetal“ (SCNR) an, mit der ich nun wirklich gar nichts anfangen kann. Ich wollte mir die Band zuerst eigentlich gar nicht anschauen, aber den Headliner nimmt man dann doch noch mit. Und vielleicht müssen die Erwartungen nur niedrig genug sein, damit sie übertroffen werden. :-) War jedenfalls besser als erwartet, hauptsächlich deshalb, weil sie unerwartet aggressiv zuwege gehen. Und Fear of the Dark, das sie abschließend noch covern, mag ich sowieso. Ich würde mir jetzt nicht unbedingt irgendwelche Graveworm-Platten kaufen, aber immerhin konnte ich sie mir anhören, ohne davonzulaufen. :-)

So, war noch was? Ach ja, die Sanitärsituation war leider suboptimal. Immer besetzt, schlangestehen vorm Lokus, selbst morgens um fünf. Aber der Veranstalter hat bereits für das nächste Jahr Besserung gelobt. Aber von solchen Kleinigkeiten lasse ich mir natürlich so ein geiles Festival nicht vermiesen.

Bis zum nächsten Jahr…

 

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