Live: Party.San Open Air 2011 – Teil 1

Eine ganze Reihe von älteren Artikeln liegt hier noch mehr oder weniger fertig rum, die müssen jetzt mal endlich raus. :) Also los jetzt…

Wie immer Mitte August naht der metallische Höhepunkt des Jahres, das Party.San. Was nicht wie immer ist, das ist der Ort der Veranstaltung. Nachdem im Jahr zuvor das Festival im Schlamm versank, wird nun die Location gewechselt. Wie sich das neue Gelände macht, muss sich jetzt zeigen.

Der erste Unterschied zeigt sich schon zu Hause bei der Planung der Anreise: Shuttle-Bus vom nächstgelegenen Bahnhof nur alle zwei Stunden – besser kriegt ihr das nicht hin? Zum Glück habe ich dieses Mal eine Mitfahrgelegenheit, aber dennoch gestaltet sich die Anreise nicht ganz einfach. Einige strategisch platzierte Baustellen und Umleitungen sorgen dafür, dass wir immer wieder vom direkten Weg abgebracht werden. Irgendwann stehen wir in einem thüringischen Nest auf der komplett gesperrten Dorfstraße, also heißt es: weiter über den Feldweg. Und eine ganze Karawane Metaller aus dem In- und Ausland zuckelt hinterher.

Der erste Eindruck nach der Ankunft: Platz, riesig viel Platz. Endlose Weiten. Kein Wunder, denn beim neuen Festivalgelände handelt es sich um einen kleinen Flugplatz, und so eine Start-/Landebahn ist schon ganz schön lang.

Der Zeltaufbau ist allerdings dieses Jahr etwas schwieriger, denn so ein halb aufgebautes Zelt gibt ein prima Segel für den kräftig blasenden Wind ab. Irgendwann ist aber doch alles erledigt und wir können zum gemütlichen Teil übergehen. Und abends dann Metal-Disco im Party-Zelt – Metal-Klassiker zur Einstimmung auf die folgenden drei Tage.

Donnerstag abend geht es dann endlich richtig los. Irgend etwas stimmt aber nicht, das ist bereits nachmittags zu vermuten, als Aushänge auftauchen, die verkünden, dass um 18 Uhr Einlass ist. Was soll das, wo doch um diese Zeit bereits der erste Auftritt beginnt?

Wie zu erwarten kommt es dadurch zu einer langen Schlange am Einlass, von außen bekomme ich nur mit, dass irgendeine Ankündigung gemacht wird, ohne den Inhalt zu verstehen. Und dass die erste Band, Byfrost, pünktlich mit ihrem Auftritt beginnt.

Die nächste Überraschung ist dann, dass die Show offenbar statt auf der Hauptbühne auf einer kleineren Bühne im Partyzelt stattfindet. Der Grund für all dies ist zu erkennen beim Betreten des eigentlichen Festivalgeländes: Das Dach der Bühne ist reichlich lädiert und der Bereich drumherum ist weiträumig abgesperrt. Ein Feuerwehrauto mit Drehleiter parkt auch davor. Später wird mir erzählt, dass das Bühnendach an diesem Nachmittag durch den Wind beschädigt wurde und nicht mehr rechtzeitig repariert werden konnte, da es dafür einfach zu stark bläst. Deshalb: Hut ab, dass die Party.San-Mannschaft es noch so kurzfristig geschafft hat, eine Ersatzbühne bereitzustellen, um den ersten Tag zu retten…

Von Byfrost habe ich ansonsten wenig gehört, den Anfang habe ich ja sowieso verpasst, danach muss ich mir natürlich erstmal das Festivalgelände genauer anschauen. Ich muss schließlich wissen, wo ich die nächsten 2-3 Tage zu Hause bin.

Das, was ich aber gehört habe, ist schon gelungen: schön dreckiger, ruppiger Blackened Thrash mit passendem rauhem Gesang.

Bei Dew-Scentend bin ich dann wieder rechtzeitig da und ziemlich weit vorne, die Band habe ich mir nämlich schon vorgemerkt unter „Endlich mal live sehen“. Und ich werde nicht enttäuscht – es gibt knackigen Thrash Metal, mal pfeilschnell, mal stampfende Mosh-Parts. Ordentlich gemosht wird deshalb auch gleich von Anfang an. Sehr unterhaltsam…

Ordentlich Stimmung gibt es auch beim Auftritt des belgischen Brutal-Trupps Aborted. Es gibt Geprügel und feste auf die Zwölf, der Gesang ist schön variabel, immer wieder wird in schleppendes Midtempo verfallen – diese Einladung zum Moshen und Bangen wird gerne angenommen. Allerdings lässt bei mir die Aufmerksamkeit irgendwann nach, was wohl daran liegt, dass ich im Zelt ganz hinten stehe und die Bühne nur in der Ferne sehe. So langsam wird es nämlich immer voller…

Von Negura Bunget habe ich des öfteren begeisterte Berichte gehört, aber bisher konnte ich mir von dieser Band selbst noch kein Bild machen. Umso erfreulicher, dass es heute möglich ist. Deshalb drängele ich mich mal weiter nach vorne, damit ich auch nix verpasse. Was es zu hören gibt, ist zumindest mal interessant: Der Schwerpunkt lag auf Atmosphäre statt Härte, und auf den folkigen Anteilen. Dazu werden recht ungewöhnliche Instrumente verwendet, zum Beispiel eine Art Riesen-Vuvuzela. Dieses Ding reicht quer über die Bühne, an einem Ende pustet der Musiker, während er gleichzeitig versucht, das andere Ende der Tröte so gut es eben geht auf das Mikro vorne auszurichten. Eine Holzverprüglerin tritt später auch noch auf. Das ist zumindest mal was anderes…

Den Auftritt von Darkened Nocturn Slaughtercult kann ich mir nur von draußen anhören, das Zelt ist einfach zu voll, es ist kaum ein Durchkommen. Deshalb sehe ich auch nicht die übliche Show von Frontfrau Onielar mit Blutspucken und anderen Faxen. Den schön garstigen Gesang höre ich aber auch dort sehr gut, der Gesamtsound ist dann aber zumindest draußen doch nicht so besonders.

Rechtzeitig zum Decapitated-Auftritt schaffe ich es dann zur Abwechslung mal wieder ins Zelt, und das ist auch gut so. Es gibt nämlich technisches Death Metal-Geballer, und das haut ordentlich rein. Also eigentlich genau so, wie es mir gefällt. Trotzdem kann ich nicht mehr dazu sagen, so langsam stellt sich eine gewisse musikalische Übersättigung ein…

Zu Beginn des Auftritts des Donnerstags-Headliners Triptykon stehe ich mal wieder – Überraschung! – vor dem Zelt und versuche, hineinzukommen. Irgendwann bin ich dann doch drin und bin vom Schaffen des Herrn Warrior gebührend beeindruckt. Denn die überwiegend schleppende doomige Musik erschafft eine düstere und bedrohliche Stimmung. Die Atmosphäre wird noch unterstrichen durch die kalte blaue Bühnenbeleuchtung. Allerdings kann es mich dann über die ganze Länge doch nicht mehr fesseln, ich muss mir eine Sitzgelegenheit suchen mit Aussicht auf die Bühne und kurzem Weg zur Bar…

Danach natürlich noch Metal-Disco, eh klar, oder?

 

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