Live: Obituary + Grave + Pathology + Science of Sleep

[Noch mehr so alter Kram. Interessiert wahrscheinlich inzwischen auch niemanden mehr, aber da ich das nun schon mal geschrieben habe, haue ich das Ding auch noch raus. Ohne groß Korrektur zu lesen…]

15.04.2011 – Leipzig, Hellraiser

Und wieder ist es an der Zeit, der Frage nachzugehen: alte Säcke oder neumodischer Quatsch? Das fällt mir jedenfalls ein beim Blick auf die Zusammenstellung dieser Tour…

Erstmal ist es etwas überraschend, dass es dieses Mal, als ich dort ankomme, keine Schlange am Einlass des Hellraiser gibt, wie sonst bei Konzerten bekannterer Bands. Auch drinnen ist es zu Beginn noch ziemlich leer. Falls an diesem Abend irgendwo in der Gegend noch ein weiteres Konzert ist, wo sich stattdessen alle herumtreiben, dann habe ich das jedenfalls nicht mitbekommen. Immerhin bekomme ich dadurch auch ungewöhnlich schnell mein Bier an einer der drei Bars.

Musikalisch wird der Abend eröffnet von Science of Sleep aus Braunschweig. Der erste Eindruck: Laut! Es tut wirklich zum Teil in den Ohren weh, das hatte ich schon länger nicht mehr. Zum Ausgleich sind dafür die einzelnen Instrumente kaum herauszuhören, es klingt alles recht verwaschen und undifferenziert. Was ich dennoch von der Musik mitbekomme, läuft sehr auf Metalcore bzw. Deathcore hinaus: Core-mäßige Screams und Breakdowns kann ich erkennen. Ansonsten ist die ganze Angelegenheit relativ abwechslungsarm und kommt insgesamt auch nicht besonders gut an: Niemand steht vor der Bühne, kein einziger Fan! Die bereits anwesenden Besucher hängen an den Bars herum oder haben sich in den hinteren Teil des Konzertsaals zurückgezogen. Sich auf der Bühne abzumühen und dabei auf völliges Desinteresse zu stoßen – so etwas wünsche ich ja keiner Band. Aber ich gebe zu: auch ich war froh, als der Auftritt rum war.

Als nächste Band der „modernen“ Fraktion stehen Pathology auf der Bühne. Der Sound kommt mir nicht wirklich verbessert vor, leider ist auch musikalisch keine Verbesserung gegenüber dem vorangegangenen „local support“ zu erkennen. Nach dem Lesen der Konzertankündigung habe ich mir ein brutales Death Metal-Gemetzel erhofft, diese Hoffnung wird aber leider enttäuscht: Geboten wird zwar Brutal Death Metal, aber solcher der simpelsten Sorte. Das bedeutet Songs im stampfenden Mid-Tempo-Bereich mit dazugehörenden groovenden Riffs und ein Gesang, den man vollständig zusammenfassen kann mit „BreeeeBREEBreeeeeeeeeeeeee“. Diese Elemente an sich müssen ja noch keine schlechten Songs ergeben, wenn man allerdings so wie hier Abwechslung und Ideen mit der Lupe suchen muss und keine großen Unterschiede zwischen den Songs zu erkennen sind, dann ist das doch ein bisschen wenig. Immerhin füllt sich die Halle langsam etwas mehr, und die Band kann wenigstens ein paar Fans vor der Bühne begrüßen.

Als Retter darf ich dann glücklicherweise Grave mit ihrem guten alten Schwedenstahl begrüßen. Endlich mal ordentliche unterscheidbare Riffs, einigermaßen abwechslungsreiche Songs und das erste Solo des Abends. Erstaunlicherweise zeigt sich auch der Sound auf magische Weise verbessert, so dass dem Musikgenuss nichts mehr im Wege steht. Zwar kommen sie nicht an ihren mitreißenden Auftritt als Support von Misery Index heran, aber die heutige Show ist doch recht ansprechend. Vielleicht erscheint es mir auch nur so im Kontrast zu den Vorgängern. :-) Eine gute Einstimmung auf den Headliner ist es aber auf jeden Fall.

Und nun endlich Obituary. Nach ihrem Party.San-Auftritt musste ich Kritiken lesen, die bemängelten, dass die älteren Herren sich öfter mal eine Pause gönnen würden und sie insgesamt nicht mehr so viel Power hätten. Das konnte ich schon damals nicht nachvollziehen, und für diese Show gilt das nun wahrlich nicht. Im Gegenteil – John Tardy kann offenbar keine Sekunde stillstehen, rennt von einem Ende der Bühne zum anderen und lässt die Haare fliegen (Diese Haare! Neid!). Gut bei Stimme ist er auch, er hört sich immer noch genauso krank und räudig an wie zu besten Zeiten. Gute Gitarrensolos von Ralph Santolla gibt’s auch, die Songs selbst sind sowieso zum großen Teil schon Klassiker (Evil Ways! Slowly We Rot! Chopped in Half!). Mir fehlt beim besten Willen nichts ein, worüber ich da meckern könnte, das ist einfach eine großartige Show, die ich mir aus der ersten Reihe anschauen kann.

Und somit gilt für den heutigen Abend: 2:0 für die alten Säcke, gut gespielt und verdient gewonnen :)

Eine Antwort to “Live: Obituary + Grave + Pathology + Science of Sleep”

  1. Das Gefaellt mir Button Plugin waere stark. Oder ist mir der Button entgangen?

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