Live: Master + Disrepute + Decrepitation + Aeveron

01.06.2012 – Leipzig, Villa

Eigentlich habe ich im Moment ja wieder mal keine Zeit, ich muss aber trotzdem noch fix etwas zum „Speckmetalfest“ neulich schreiben. Das war nämlich eine Veranstaltung so richtig nach meinem Geschmack – Underground gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum Konzert ging es nämlich erstmal in den Keller runter. Der Villa-Keller in Leipzig ist sowieso eine erstklassige Location für so eine Veranstaltung, mit einem Konzertsaal von genau der richtigen Größe, Nebenräumen für Raucher, die Metal-Disco und zum Kickern. Ich frage mich gerade wirklich, warum ich da schon seit Jahren nicht mehr war…

Zum unterirdischen Veranstaltungsort kommen dann noch die Bands aus dem Underground. Also erstmal einige aus der Region, und als Headliner dann Master, und da sagen ja auch die Veranstalter: „Speckmann hat den Underground erfunden.“

Auf jeden Fall hat das eine Menge Spaß gemacht, nicht nur dem Publikum, sondern augenscheinlich auch den Bands, das Bier war gut, ganz besonders das Freibier – danke dafür, da hat sich das ganze „Ins-Internet-Reinschreiben“ doch endlich mal gelohnt :>

Mal kurz noch etwas zu den Bands natürlich:

Den Anfang machen Aeveron aus Zwickau. Klingt sehr melodisch, das Ganze. Der Sänger wechselt zwischen cleanem Gesang und Growls; im Gegensatz zu vielen anderen versucht er sich nicht bloß am Klargesang, der hat das wirklich gut drauf. Zusammen mit den melodischen Gitarren ergibt das mitunter einen gewissen Pagan-Dudel-Touch. Mir fehlt da aber leider der Rumms – ordentlicher Metal muss schließlich richtig knallen!

Und das tut es bei den Leipzigern Decrepitation. Wenn der Sänger zu Anfang mit Kunstblut vollgeschmoddert und mit Gasmaske auf dem Gesicht auf der Bühne steht, dann ist auch zu erwarten, dass jetzt eher mit der groben Kelle ausgeteilt wird.  In diesem speziellen Fall bedeutet das: brutaler Death Metal im Stil von Dying Fetus. Dieser Vergleich bietet sich schon allein wegen des gelungenen Covers von Kill Your Mother, Rape Your Dog an. Das erfreut mich natürlich sehr. :-) Auch im Publikum ist schon deutlich mehr los als bei den Vorgängern.

Disrepute aus Plauen setzen dann weniger auf Brutalität als vielmehr auf Geschwindigkeit und Kettensägen-Gitarren. Ist sich gut geeignet zum Bangen und natürlich zum Biertrinken. Und recht kurzweilig, aber ich will trotzdem langsam mal Master sehen.

Bei Paule Speckmann und seinen Jungs weiß man, was man bekommt: Death Metal der Marke „Old School as fuck“, an dem jegliche Trends spurlos vorbeigegangen sind. Das Trio rumpelt sich kreuz und quer durch die umfangreiche Diskographie, von ganz altem Kram bis zum gerade veröffentlichten neuen Album. Der Meister bringt Bass und gründlich gegerbte Stimmbänder gekonnt zum Einsatz; zwischen den Songs gibt es knarzige Ansagen, die zeigen, dass er sich selbst nicht ganz und gar ernst nimmt. Spaß hat er ganz offensichtlich, und nicht nur er – auch im rappelvollen Zuschauerraum wird gefeiert, was die Nackenmuskeln und Lebern hergeben. Prima Sache, das.

Danach noch schnell einkaufen, einen abschließenden Hopfenblütentee zum Runterkommen, und dann raus in die Nacht und auf den Heimweg. Wie sagt der eBayer: „Gerne wieder!“

 

 

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