Archiv für August, 2012

Live: In Flammen Open Air 2012 – Warm Up

Posted in Death Metal, Heavy Metal, Live with tags , , , on 29. August 2012 by Micha

05.-07.07.2012 – Torgau, Entenfang

Ob das wirklich so eine gute Idee war, den Weg vom Bahnhof zum Festivalgelände zu Fuß zurückzulegen? Diese Frage kann man sich ja bei 30° und einer Luftfeuchtigkeit von gefühlten 120% schon mal stellen. Aber es hilft ja nichts, der nächste Bus kommt erst in einer Stunde vorbei, und sich mit dem Taxi zum Eingang des Geländes chauffieren zu lassen, ist ja wohl mehr als untrve, oder? :-)

Immerhin komme ich früh genug an, um noch eine der kostenlos beim Einlass verteilten CDs abzugreifen. Ein eher durchwachsener Sampler, aber einem geschenkten Gaul und so… Dennoch ist es nicht mehr früh genug, um noch einen der begehrten Plätze am Waldrand für mein Zelt zu erwischen. Das deutet schon darauf hin, dass es dieses Jahr ein paar mehr Zuschauer werden – letztes Jahr um diese Zeit konnte ich noch ein schattiges Plätzchen ergattern.

Baue ich also mein Zelt auf freiem Feld auf, dabei geht schon der Großteil meiner begrenzten Getränkevorräte drauf, denn Schwitzen macht durstig. Das war übrigens Maßarbeit – fünf Minuten nachdem das Ding steht, geht ein Gewitter begleitet von einem mächtigen Platzregen nieder. Der Blitzeinschlag beim With Full Force in der Woche zuvor ist da natürlich Gesprächsthema, aber auch wieder nicht zu abschreckend, denn unterstellen ist trotzdem angesagt.

Es schüttet immer noch, als die Busse, die die Besucher zur Warm-Up-Party bringen sollen, pünktlich vorfahren. Also heißt es rennen, nützt aber nix, der kurze Weg zum Parkplatz reicht schon, um triefnass zu werden. Während der Fahrt sind eine Reihe von Feuerwehreinsätzen und überfluteten Kellern zu besichtigen. Außerdem geht ein Flasche Erdbeer-Orange-Wodka-Mix rum, und Obst ist ja bekanntlich gesund. Prost!

Es schüttet immer noch beim obligatorischen Tankstopp. Nix wie rein in die Alkoholika-Verkaufsstelle. Die machen heute wahrscheinlich den Umsatz des Jahres.

Es schüttet immer noch bei der Ankunft in Riesa am Elbanleger, also fix über die Gangway an Bord des Elbdampfers. Und  kaum sind alle an Bord, hört der Regen auf, es kommt später sogar die Sonne wieder etwas zum Vorschein. Das nenne ich mal Timing.

Was soll uns nun der ganze Sermon sagen? Ach so, ja: Wetter bescheiden, Stimmung bombig.

Musik gibt es natürlich auch noch an Bord. Da wären erst mal die Prophets of the Rising Dead. Bei dem Namen könnte man fast vermuten, dass es sich um eine Metalcore-Kombo handelt, aber das stimmt zum Glück nicht. Dargeboten wird vielmehr flotter Death Metal mit deutlicher Thrash-Kante. Das ist nun nicht rasend originell, aber ausgesprochen unterhaltsam. Genug immerhin, dass ich mir für kleines Geld ihre EP Welcome to the Wasteland mitnehme zum Zuhausenochmalhören.

Als nächste Band  dürfen die Skanners aus Italien ran. Wieder einmal, muss man schon sagen, denn die haben die letzten beiden Jahre bereits beim In Flammen gespielt, und dieses Jahr stehen sie auch schon wieder am Samstag auf dem Programm. Das ist mir jetzt zuviel Skanners, so oft muss ich die wirklich nicht sehen. Entsprechend hält sich mein Interesse doch arg in Grenzen. Ich bin auch nicht besoffen genug für diese Art Musik. Beim Großteil der Kreuzfahrtgäste kommen sie mit ihrem Hard Rock/Heavy Metal aber anscheinend gut an.

Und das war es auch schon wieder. Die Warm-Up-Party kam mir letztes Jahr doch länger vor. Klar, dieses Mal musste niemand aus dem Wasser gefischt werden. Ein weiterer Unterschied zum vorigen Jahr: Die Bar auf dem Festivalgelände hat bei der Rückkehr noch geöffnet. Mein Zelt ist übrigens mittlerweile schön zugebaut. Nett.

Live: Chronical Moshers Open Air 2012 – Tag 2

Posted in Death Metal, Live, Thrash Metal with tags , , , , , , , , on 22. August 2012 by Micha

Zum ersten Teil hier entlang.

Der zweite Festival-Tag bricht an, und daher heißt es: Frisch auf zum fröhlichen Musikhören. Stimmt natürlich überhaupt nicht, denn von frisch kann keine Rede sein, aber da muss man eben durch. Metal ist kein Ponyhof. Und wer ab dem zweiten Tag schön ausgeschlafen und fit vor der Bühne erscheint, der ist mir sowieso nicht geheuer.

Meine erste Band des Tages ist Gomorrha. Death Metal, der mir richtig gut gefällt. Leider bin ich noch dabei zu versuchen, überhaupt erst mal richtig in die Gänge zu kommen. Die Reaktionen des restlichen Publikums fallen auch noch eher verhalten aus.

Bei Defloration, der nächsten Band, die ich mir anschaue, sieht das etwas später schon ganz anders aus. Musikalisch gibt es brutalen Death Metal für die Freunde von Cannibal Corpse. Eine Attraktion ist natürlich wie immer Sänger Uwe, der wieder einmal die Rampensau herauskehrt und das Publikum mit allerlei Späßen und Sprüchen unterhält. Und ebenfalls wie immer zieht die Band hier in der Gegend eine Menge Zuschauer  – das Zelt ist gut gefüllt und die Besucher geben auch schon ordentlich Gas. Astreiner Auftritt also – auch wie immer.

Danach sind Dead an der Reihe, und meine Aufmerksamkeit sinkt rapide. Eine Interaktion der Band mit dem Publikum findet so gut wie nicht statt, und der räudige Death Metal mit Spurenelementen der Grind-Vergangenheit ist mir auf Dauer zu gleichförmig. Das zündet einfach nicht richtig, und deshalb gehe ich ungefähr zur Halbzeit des Auftritts.

Lieber das gute Meißner Porzellan rausgeholt für ein Kaffekränzchen auf dem Zeltplatz. Die nächste Band verpasse ich dadurch auch gleich, wie ich überhaupt dieses Jahr anders als in den Vorjahren eine ganze Reihe der Auftritte sausen lasse. Da komme ich mir ja schon fast wie ein Wacken-Besucher vor. Aber die Strafe folgt auf dem Fuß: nicht nur Musik verpasse ich dadurch, sondern auch die kurzfristig eingeschobene Strip-Show. Heute also keine Möpse.

Aber es gibt ja noch Musik, und zwar Gorilla Monsoon. Nach dem Geballer bisher an diesem Tag ist die „Hellrock“ getaufte Mischung von Southern/Sludge/Stoner Metal eine kleine Abwechslung. Das Ganze groovet (gibt es das Wort? Firefox sagt nein) und rockt immer noch so derbe wie ich es vom letzten Auftritt, den ich vor einigen Jahren gesehen habe, in Erinnerung habe. Also kein „Mädchenmetal“, klar?

Für die Damenwelt gibt es den zweiten Teil der Strip-Show. Nix für mich natürlich, also spare ich mir das und gleich auch noch die nächste Band.

Zum Auftritt von Purgatory bin wieder dabei, logisch. Da sie in der Ecke Deutschlands hier zu Hause sind, habe ich sie zwar schon öfter gesehen, aber es macht trotzdem immer wieder Spaß. Wobei mir das dieses Mal noch einen Tick besser vorkam als die letzten Male. Richtig fette Death-Metal-Walzen überrollen das Publikum. Dazu ordentlich die Rübe schütteln, mehr braucht es nicht.

Danach ist aber erstmal wieder Pause angesagt. Nicht einfach nur zum Ausruhen, nein, um Jogis Jungs bei der Arbeit zuzuschauen. In einer Ecke des Festivalgeländes sind Beamer und Leinwand aufgebaut, damit niemand das EM-Vorrundenspiel Deutschland-Portugal verpassen muss.

Es ist aber rechtzeitig Schluss, damit ich Deranged sehen kann. Ausnahmsweise mal wieder eine Band, die ich bisher noch nie live gesehen habe. Und es lohnt sich richtig – es gibt brutalen Death Metal auf die Mütze, mit ausführlichen Midtempo-Mosh-Parts. Diese Einladungen werden auch gerne angenommen,  kurz vor Schluss ist also nochmal etwas Bewegung angesagt.

Fehlt also nur noch der Headliner, und der ist noch mal ein richtiges Highlight zum Abschluss: Tom Angelripper und seine Kollegen von Sodom geben sich die Ehre und haben einen ganzen Sack voll Klassiker mitgebracht. Los geht es zwar mit zwei Songs vom aktuellen Album, danach aber werden die ganz alten Sachen ausgepackt – Outbreak of Evil, Proselytism Real, Blasphemer und und und… Das alles kommt schön aggressiv und roh rüber, genau das richtige also für Old-School-Freunde. Davon gibt es an diesem Abend offenbar besonders viele, das Zelt ist bumsvoll und die Band wird mächtig abgefeiert. Zwischendurch gibt es auch noch ein kleines Geschenk von den Veranstaltern zum dreißigjährigen Band-Jubiläum (aber das kann ich von hinten aus nicht richtig sehen). Kein Wunder also, dass die drei den Eindruck erwecken, sich hier richtig wohlzufühlen und jede Menge Spaß auf der Bühne zu haben. Irgendwann ist aber trotz allem Schluss, es wird noch ein bisschen Motörhead gecovert und die Superhits über die Bomben rausgehauen, dann heißt es: Feierabend für heute. Großartiger Auftritt und sehr kurzweilig – als ich hinterher an der Bar noch eine letzte Hopfenkaltschale zum Abkühlen zu mir nehme, stelle ich überrascht fest, dass es bereits halb drei ist.

Wieder einmal haben die Chronical Moshers ein tolles Festival auf die Beine gestellt. Das macht jedes Jahr wieder Spaß, deshalb warte ich auch jetzt bereits wieder auf die nächste Ausgabe.

Joe Satriani – Dreaming #11

Posted in Rock, Tonträger with tags on 18. August 2012 by Micha

Ganz, ganz früher – naja, heute eigentlich auch noch – war ich recht beeindruckt von „Saitenhexern“ vom Schlage eines Ritchie Blackmore oder Jimmy Page. Das war so ziemlich der Beginn meines Musikinteresses, was dann auf mehr oder weniger direktem Weg vom Classic Rock/Hard Rock zum Metal geführt hat.

Etwas Interesse für Gitarrenhelden ist geblieben, daher habe ich mir beim Besuch in der guten alten Leihbücherei diese CD hier mitgenommen – mal sehen, was der „Satch“ so zu bieten hat, der wird ja immer wieder genannt, wenn es um Gitarrenvirtuosen geht.

Es handelt sich um eine EP mit einer Studio-Aufnahme und drei Live-Tracks. Die Studio-Aufnahme The Crush of Love ist dann auch gleich das Low-Light dieser Veröffentlichung: poppiges, geradezu süßliches Gefiedel, wobei die selbe Melodie immer und immer wieder wiederholt wird. Ich habe mir die CD ein paar mal angehört und war jedes mal wieder froh, wenn der erste Track vorbei war.

Die Live-Aufnahmen sind etwas besser. Etwas, nicht viel. Die Musik ist einen Tick rockiger, hat allerdings nie wirklich Biss. Alles ist immer schön nett und gefällig im Balladentempo gehalten, ohne Höhepunkte oder gar irgendwelche Aufreger.

Richtige Songs sind das ja alles sowieso nicht. Satriani hat zwar live einen Drummer und einen Bassisten dabei, die sind aber nur Staffage, während der Meister vor sich hin soliert. Als Gitarrenworkshop wäre das womöglich brauchbar, Musiker könnten sich da sicher einiges an Techniken abschauen, für mich als Nichtmusiker ist das Ganze aber völlig uninteressant. Da ziehe ich mir lieber wieder einen der Marathon-Jams von Made in Japan rein, die bleiben auch nach dem x-ten Anhören selbst für einen Musikbanausen wie mich noch spannend.

 

Party.San-Allerlei

Posted in Gelaber with tags , , , , , , , , , on 4. August 2012 by Micha

Das zweite Wochenende im August naht, und was steht da wieder an? Richtig, das Party.San Open Air. Die Ausrüstung ist überprüft und wo nötig erneuert und ergänzt. Jetzt nur noch packen, dann kann es wie immer Mittwochs schon los gehen. Da muss ich dann nämlich nicht hetzen bei der Anreise, selbst wenn es ein paar kleinere Probleme geben sollte, es ist noch viel Platz auf dem Camping-Gelände, und am Abend gibt es Metal-Disse zur Einstimmung.

Diese Kollegen sind ja auch schon seit einiger Zeit unterwegs, allerdings zu Fuß, wie schon die letzten beiden Jahre.

Die Running Order steht ja schon seit einiger Zeit, das hat sich sogar bis in die USA rumgesprochen. :-) Natürlich hat jeder was zu kritisieren, der Opener-Slot für Rompeprop hat sich inzwischen aber sowieso erledigt. Aber dass Cattle Decapitation schon so früh spielen, hätte ich doch nicht erwartet.

Auf jeden Fall gibt es wie immer jede Menge großartige Bands zu sehen, wie z.B. die Aufzählung nebenan beweist. Der könnte ich mich so im Großen und Ganzen anschließen, bei Ghost Brigade muss ich allerdings widersprechen – die haben mich beim letzten Mal schon gelangweilt, die brauche ich mir nicht nochmal anschauen.

Der Donnerstags-Headliner ist Bolt Thrower, und wahrscheinlich werde ich wieder kein Shirt abbekommen.Ich erinnere mich noch, wie ich beim letzten Bolt-Thrower-Auftritt beim PSOA in einer fetten Menschentraube fesgesteckt habe und nur noch von hinten zusehen konnte, wie ein Shirt nach dem anderen ausverkauft wurde, sogar die hässlichen Poloshirts. Seitdem durfte ich mich immer wieder ärgern, wenn ich mal wieder irgendwo jemanden mit dem coolen Bolt Thrower-PartySan-Longsleeve habe rumlaufen sehen. Bei Ebay sind ein paar Teile danach auch aufgetaucht, aber ich hatte keine Lust, 50 € für BT-Merch zu zahlen. Wenn die Absicht war, den Fans faire Preise zu bieten, ging die Sache jedenfalls voll nach hinten los.

Aber es spielen ja noch ein paar andere Bands, ich werde hier nicht aufzählen, welche ich mir alle ansehen möchte, denn das sind sowieso wieder fast alle.

Bevor das 2012er Festival überhaupt begonnen hat, kann man auch schon mal über Wünsche für 2013 nachdenken.

Da wäre erst mal Gorguts, die hätten ja 2011 schon spielen sollen und mussten kurz zuvor absagen. Ich habe irgendwie noch die Versprechungen im Ohr, dass der Gig nachgeholt wird. Und was muss ich sehen? Die Kanadier sind am Party.San-Wochenende in Europa, genauer gesagt in Deutschland, ja sogar in den östlichen Provinzen, und wo spielen sie? Nicht beim PSOA, beim Rock im Betonwerk hier bei mir um die Ecke. Ihr wollt mich wohl verschaukeln?

Nasum spielen bei der Abschiedstour auf allen möglichen Festivals, nur nicht beim Party.San. Schade, Chance verpasst.

Ich hoffe, dass ich noch mal Krisiun dort sehen werde. Macabre wäre auch mal gut, obwohl ich die ja bisher immer bei relativ kleinen Club-Konzerten gesehen habe, da ist die Frage, wie gut sie auf so eine große Bühne passen würden.

Es gab ja schon ein paar Reunion-Shows beim Party.San, als nächstes bitte Zyklon. Die Kracher von World ov Worms live, das wäre mal was. Anaal Nathrakh würde ich auch gerne mal sehen.

Ein paar Bands fallen mir noch ohne großes Nachdenken ein, die gut aufs PSOA passen würden: Torture Division, The Rotted, Wormrot, Sinister, Pestilence… Je länger ich überlege, umso länger wird die Liste, deshalb lasse ich es jetzt mal gut sein.

Bis demnächst in der Hölle von Thüringen.