Live: Chronical Moshers Open Air 2012 – Tag 2

Zum ersten Teil hier entlang.

Der zweite Festival-Tag bricht an, und daher heißt es: Frisch auf zum fröhlichen Musikhören. Stimmt natürlich überhaupt nicht, denn von frisch kann keine Rede sein, aber da muss man eben durch. Metal ist kein Ponyhof. Und wer ab dem zweiten Tag schön ausgeschlafen und fit vor der Bühne erscheint, der ist mir sowieso nicht geheuer.

Meine erste Band des Tages ist Gomorrha. Death Metal, der mir richtig gut gefällt. Leider bin ich noch dabei zu versuchen, überhaupt erst mal richtig in die Gänge zu kommen. Die Reaktionen des restlichen Publikums fallen auch noch eher verhalten aus.

Bei Defloration, der nächsten Band, die ich mir anschaue, sieht das etwas später schon ganz anders aus. Musikalisch gibt es brutalen Death Metal für die Freunde von Cannibal Corpse. Eine Attraktion ist natürlich wie immer Sänger Uwe, der wieder einmal die Rampensau herauskehrt und das Publikum mit allerlei Späßen und Sprüchen unterhält. Und ebenfalls wie immer zieht die Band hier in der Gegend eine Menge Zuschauer  – das Zelt ist gut gefüllt und die Besucher geben auch schon ordentlich Gas. Astreiner Auftritt also – auch wie immer.

Danach sind Dead an der Reihe, und meine Aufmerksamkeit sinkt rapide. Eine Interaktion der Band mit dem Publikum findet so gut wie nicht statt, und der räudige Death Metal mit Spurenelementen der Grind-Vergangenheit ist mir auf Dauer zu gleichförmig. Das zündet einfach nicht richtig, und deshalb gehe ich ungefähr zur Halbzeit des Auftritts.

Lieber das gute Meißner Porzellan rausgeholt für ein Kaffekränzchen auf dem Zeltplatz. Die nächste Band verpasse ich dadurch auch gleich, wie ich überhaupt dieses Jahr anders als in den Vorjahren eine ganze Reihe der Auftritte sausen lasse. Da komme ich mir ja schon fast wie ein Wacken-Besucher vor. Aber die Strafe folgt auf dem Fuß: nicht nur Musik verpasse ich dadurch, sondern auch die kurzfristig eingeschobene Strip-Show. Heute also keine Möpse.

Aber es gibt ja noch Musik, und zwar Gorilla Monsoon. Nach dem Geballer bisher an diesem Tag ist die „Hellrock“ getaufte Mischung von Southern/Sludge/Stoner Metal eine kleine Abwechslung. Das Ganze groovet (gibt es das Wort? Firefox sagt nein) und rockt immer noch so derbe wie ich es vom letzten Auftritt, den ich vor einigen Jahren gesehen habe, in Erinnerung habe. Also kein „Mädchenmetal“, klar?

Für die Damenwelt gibt es den zweiten Teil der Strip-Show. Nix für mich natürlich, also spare ich mir das und gleich auch noch die nächste Band.

Zum Auftritt von Purgatory bin wieder dabei, logisch. Da sie in der Ecke Deutschlands hier zu Hause sind, habe ich sie zwar schon öfter gesehen, aber es macht trotzdem immer wieder Spaß. Wobei mir das dieses Mal noch einen Tick besser vorkam als die letzten Male. Richtig fette Death-Metal-Walzen überrollen das Publikum. Dazu ordentlich die Rübe schütteln, mehr braucht es nicht.

Danach ist aber erstmal wieder Pause angesagt. Nicht einfach nur zum Ausruhen, nein, um Jogis Jungs bei der Arbeit zuzuschauen. In einer Ecke des Festivalgeländes sind Beamer und Leinwand aufgebaut, damit niemand das EM-Vorrundenspiel Deutschland-Portugal verpassen muss.

Es ist aber rechtzeitig Schluss, damit ich Deranged sehen kann. Ausnahmsweise mal wieder eine Band, die ich bisher noch nie live gesehen habe. Und es lohnt sich richtig – es gibt brutalen Death Metal auf die Mütze, mit ausführlichen Midtempo-Mosh-Parts. Diese Einladungen werden auch gerne angenommen,  kurz vor Schluss ist also nochmal etwas Bewegung angesagt.

Fehlt also nur noch der Headliner, und der ist noch mal ein richtiges Highlight zum Abschluss: Tom Angelripper und seine Kollegen von Sodom geben sich die Ehre und haben einen ganzen Sack voll Klassiker mitgebracht. Los geht es zwar mit zwei Songs vom aktuellen Album, danach aber werden die ganz alten Sachen ausgepackt – Outbreak of Evil, Proselytism Real, Blasphemer und und und… Das alles kommt schön aggressiv und roh rüber, genau das richtige also für Old-School-Freunde. Davon gibt es an diesem Abend offenbar besonders viele, das Zelt ist bumsvoll und die Band wird mächtig abgefeiert. Zwischendurch gibt es auch noch ein kleines Geschenk von den Veranstaltern zum dreißigjährigen Band-Jubiläum (aber das kann ich von hinten aus nicht richtig sehen). Kein Wunder also, dass die drei den Eindruck erwecken, sich hier richtig wohlzufühlen und jede Menge Spaß auf der Bühne zu haben. Irgendwann ist aber trotz allem Schluss, es wird noch ein bisschen Motörhead gecovert und die Superhits über die Bomben rausgehauen, dann heißt es: Feierabend für heute. Großartiger Auftritt und sehr kurzweilig – als ich hinterher an der Bar noch eine letzte Hopfenkaltschale zum Abkühlen zu mir nehme, stelle ich überrascht fest, dass es bereits halb drei ist.

Wieder einmal haben die Chronical Moshers ein tolles Festival auf die Beine gestellt. Das macht jedes Jahr wieder Spaß, deshalb warte ich auch jetzt bereits wieder auf die nächste Ausgabe.

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