Live: Metalfestival für krebskranke Kinder

06.10.2012 – Dresden, Skullcrusher

Das zweitägige Metalfestival für krebskranke Kinder ist der alljährliche Saison-Höhepunkt in der „Panzerküche“ des Dresdner Skullcrusher-Vereins. Die Einnahmen des Benefiz-Festivals kommen dem Sonnenstrahl e.V. zugute, einem Verein, der krebskranke Kinder und deren Eltern unterstützt. Oder, um das Ganze mal unzulässig zu verkürzen: „Saufen gegen Krebs“ ist angesagt.

Ich bin allerdings nur am Samstag dabei, zwei Abende hintereinander nach Dresden zu fahren ist mir dann doch zu viel. Man wird schließlich nicht jünger.

Ich komme tatsächlich punktgenau im Etablissement an – gerade als ich die Räumlichkeiten betrete, startet die erste Band des Abends, Amoclen, ihren Auftritt. Solider Tschechen-Grind mit Doppel-Vocals und ordentlich Geballer vor die Rübe – das ist mein erster Eindruck. Beim etwas genaueren Hinhören offenbaren sich dann allerdings noch ein paar Einzelheiten, wie die durchaus geschickten Wechsel zwischen Geschredder und walzendem Mid-Tempo. Und hat da der Gitarrist etwa gerade zu einer Runde Gegniedel angesetzt? Das Ganze macht durchaus Laune, im allgemeinen ist die Stimmung im Saal bei dieser ersten Band allerdings doch noch eher verhalten.

Nun erledige ich erst mal das, was ich schon bei meinem Eintreffen vorhatte, ich begebe mich in das Edel-Restaurant um die Ecke. Das sorgt für einen wichtigen Erkenntnisgewinn: Ein Bauernfrühstück kann auch abends um acht noch munden. Ansonsten vergesse ich dort in geselliger Runde etwas die Zeit, weshalb ich den Auftritt von Demogorgon komplett versäume.

Stattdessen bin ich wieder zurück zur Show von Truppensturm, ehemals Sturmtruppen. Die haben mich ja schon beim letztjährigen Party.San nicht gerade begeistert, aber ich habe es wirklich nochmal versucht, ganz ehrlich. Ich drängele mich sogar nach vorne durch. Aber es nützt alles nix, mit dieser Band kann ich einfach nichts anfangen.

Während ich mich noch mit Nachschub an Flüssigtreibstoff versorge, bricht die Zombie-Apokalypse los: Eine Horde Untoter wankt stöhnend und blutüberströmt durch die Menge. Statt aber die Anwesenden anzuknabbern, steigen sie auf die Bühne und fangen an, Krach zu machen. Zombie Inc. sind da! Prominentestes Mitglied dieser österreichischen Truppe ist sicherlich Martin Schirenc – ich sach nur Pungent Stench!  Allerdings wäre mir das glatt entgangen, hätte ich das nicht nachgelesen, unter der aufwändigen Zombie-Maskerade ist er wirklich nicht zu erkennen. Musikalisch gehen die Herren durchaus ähnlich zu Werke wie die zuvor erwähnten Ober-Ösis: sehr, sehr Old School, dreckig und verrottet. Zumindest nach dem, was ich mitbekomme, während ich nicht gerade damit beschäftigt bin, den reichlich ins Publikum geworfenen Kadaver-Teilen (ich hab mir das Zeug nicht so genau angeschaut :-) auszuweichen. Glück gehabt – der Schmodder klatscht zwar links und rechts von mir auf den Boden, etwas bleibt oben in der Lichtanlage hängen (lecker!), aber ich bekomme nichts ab.

Old School geht es danach weiter mit Krow aus Brasilien. Sie mögen offensichtlich ihren Death Metal etwas thrashiger. Das leicht hibbelige Drumming, die sägenden Gitarren und der insgesamt relativ ungeschliffene Sound versetzen mich glatt zurück in die frühen Neunziger. Nur falls das nicht klar genug ist: das ist positiv gemeint, mir gefällt der Auftritt,  mehr gibt’s aber dazu trotzdem nicht zu sagen.

Nu aber endlich – Zeit für den Headliner. Haemorrhage betreten die Bühne, natürlich stilecht mit Kunstblut besudelt und  mit der obligatorischen OP-Bekleidung. Diesmal hat Sänger Lugubrious sein Gehirn im Glas zu Hause gelassen, hat dafür aber ein Bein dabei als kleinen Snack. Überhaupt ist er ständig in Bewegung und am Rumhampeln, um dem Publikum noch ein bisschen einzuheizen. Das lässt sich nicht lange zum Tanz bitten, um zu groovy Goregrind gemeinsam zu schunkeln. Sprich: Die Stimmung ist hervorragend, wie sich das für einen Headliner gehört. Nach einer kurzweiligen Show mit einem bunten Querschnitt durch das Schaffen von alt bis aktuell (soweit ich das feststellen kann) ist dann irgendwann doch Schluss.

War also mal wieder gut beim Skullcrusher. Und gut, dass ich nach mehreren Jahren Pause mal wieder dieser Veranstaltung beiwohnen konnte. Vielleicht komme ich ja in Zukunft mal wieder öfter da hin. :-)

Eine Antwort to “Live: Metalfestival für krebskranke Kinder”

  1. […] Krow habe ich ja vor kurzem schon meine unmaßgebliche Meinung kundgetan. Der positive Eindruck von damals bestätigt sich heute. Einen Unterschied gibt es: Die Band ist […]

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