Live: Demento + Ichorid + Dawn of Anger

27.10.2012 – Wiesloch, Rock- und Pop-Verein

Ab und zu komme ich nicht umhin, die Fahrt ans andere Ende Deutschlands anzutreten. Schön, wenn dann neben den ganzen zu erledigenden Dingen auch noch etwas Zeit für den Besuch einer musikalischen Darbietung bleibt. Und besonders schön ist es dann erst, wenn überhaupt eine passende Veranstaltung in erreichbarer Nähe stattfindet, denn das ist durchaus eher die Ausnahme.

Aber diesmal haut alles hin, deshalb stehe ich im Vereinshaus des Vereins zur Förderung der Rock und Popmusik Rhein-Neckar und harre der Dinge, die da kommen mögen. Ich kannte zuvor keine der beteiligten Bands, aber immerhin – der Flyer verspricht ein „deathmetalinferno“. Allerdings ist nur eine Handvoll Besucher gekommen, und auch im Laufe des Abends werden es nicht mehr. Inferno kommt wohl nicht so an hier in der Gegend…

Als erstes wollen Dawn of Anger aus der Pfalz der Kundschaft die Hölle heiß machen. Jedoch müssten für richtige Höllentemperaturen vielleicht noch ein paar Schippen draufgelegt werden. Im Moment ist das alles noch ausbaufähig und lässt mich leider ziemlich kalt. Die eigenen Songs scheinen auch noch nicht auszureichen für ein solches Set, deshalb wird es mit gleich vier Cover-Songs (von Terrorizer, Sadus, Death, Morbid Angel) abgerundet.

Der nächsten Kombo, Ichorid, verleihe ich einfach mal den Titel „Beste Band des Abends“. Die  Jungs lassen sich eher der modernen Death-Metal-Fraktion zuordnen – es wird kräftig geblastet, die Finger fliegen über die Griffbretter, dazu brüllt sich der Sänger einen ab und hüpft auf der Bühne hin und her, dass es eine wahre Freude ist. Kurz: Es geht richtig zur Sache, ein guter und richtig energiegeladener Auftritt ist das.

Während diese Band also in Sachen Musik und Show mein Favorit ist, macht die nächste Gruppe namens Demento den erfahrensten und am besten aufeinander eingespielten Eindruck. Es wird auf einem beachtlichen technischen Niveau musiziert, soweit ich das beurteilen kann – bei einer Band, die sich dem Progressive Death Metal verschrieben hat, wahrscheinlich nicht allzu überraschend. Allerdings macht das Ganze, nachdem bei den vorhergehenden Kapellen eher jugendlicher Ungestüm herrschte (als alter Sack darf ich so was sagen), fast schon einen etwas zu routinierten Eindruck. Auffallend ist der häufige Wechsel zwischen eher ruhigen, geradezu gefühlsbetonten Passagen und krachenden „Jetzt wird mal richtig zugelangt“-Parts. So zumindest mein Eindruck vom ersten Teil des Sets, ganz kann ich mir das leider nicht anschauen. Mein Zug wartet nicht, und mich über eine Stunde auf dem Bahnhof zu langweilen bis zum nächsten, darauf habe ich dann doch keine Lust.

Trotzdem: für kleines Geld ein paar Bands aus dem örtlichen Untergrund anschauen, dazu gemütlich das eine oder andere Bier verhaften – so sieht ein gelungener Samstagabend aus. :-)

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