Live: Krow + Demogorgon + Vermin + Path of Destiny

09.11.2012 – Halle, Marktwirtschaft

Wenn man mal nach einer ganzen Weile an eine frühere Wirkungsstätte zurückkehrt, merkt man erst so richtig, wie die Zeit vergeht – irgendwie ist doch einiges verändert. Zum Beispiel wird aus der früheren schabbeligen Absturz-Pinte (jede Stadt sollte mindestens eine solche Location haben) mit Nebenraum für Konzerte, von Besuchern liebevoll „Mawi“ genannt, eine helle, freundliche Musikkneipe ein paar Straßen weiter.

Es bleibt besonders viel Zeit, das Etablissement zu erkunden – ich komme zwar schon so spät hier an, dass ich eigentlich erwarte, mindestens eine der Bands bereits verpasst zu haben, aber dennoch ist noch überhaupt nichts aufgebaut, auf der kleinen Bühne herrscht noch gähnende Leere. Erst nach einiger Zeit entfaltet sich hektische Aktivität, das Schlagzeug wird aufgebaut und die restlichen Gerätschaften auf die Bühne geschleppt. Selbige ist übrigens so klein, dass meist einige Bandmitglieder dort keinen Platz mehr finden und stattdessen davor in unmittelbarem Kontakt zum Publikum ihrer Tätigkeit nachgehen. Hardcore-Style, Leute. Ich verbuche das unter „Fan-Nähe“, sehr schön.

Irgendwann ist es dann so weit, Path of Destiny eröffnen die Veranstaltung. Angekündigt sind sie zwar als „Black/Death Metal“, von Black höre ich aber nicht viel, dafür um so mehr Melodic Death Metal. Freunde dieser Stilrichtung kommen hier durchaus auf ihre Kosten, wie auch die Action im Publikum beweist – von Anfang an werden die Matten kräftig geschüttelt. Für einen Opener gibt es schon erstaunlich gute Stimmung.

Die Bayreuther Vermin können da nicht ganz anknüpfen. Musikalisch wird allerdings eine interessante Mischung geboten aus Death, Thrash und ja, tatsächlich etwas rockigeren Tönen. Das ist ein Sound, der mir noch nicht so oft untergekommen ist. Ab und an vermisse ich allerdings eine zweite Gitarre, damit wäre dann wahrscheinlich doch ein bisschen mehr Dampf dahinter.

Den gibt es dafür beim Auftritt von Demogorgon reichlich, auch bei nur einer Gitarre. Die Musik der Polen zeichnet sich vor allem durch eines aus: Rohe Gewalt, meist in der Hochgeschwindigkeits-Version. Einflüsse von bekannteren Landsleuten wie Behemoth scheinen mir dabei durchaus vorhanden zu sein, auch Krisiun kommt mir gelegentlich in den Sinn. Allerdings machen die Demogorgon-Songs doch einen ungehobelteren und ruppigeren, weniger ausgetüftelten Eindruck als die Werke der genannten Vergleichsbands. Schön, wie der Drummer sich dazu passend grinsend die Blastbeats aus dem Handgelenk schüttelt. Das Vergnügen an dieser Show wird leider dadurch etwas getrübt, dass mittendrin der Bass anfängt, gar fürchterlich zu brummen und zu dröhnen, es dauert ein Weilchen, bis das Problem behoben ist.

Zu Krow habe ich ja vor kurzem schon meine unmaßgebliche Meinung kundgetan. Der positive Eindruck von damals bestätigt sich heute. Einen Unterschied gibt es: Die Band ist dieses Mal noch viel unmittelbarer zu erleben, sozusagen im kleinen Kreis und aus nächster Nähe. Da wird mir der Death/Thrash-Mix gleich noch energischer um die Ohren geprügelt. Sehr schön ist das, so macht das Spaß.

Und damit endet weit nach Mitternacht die Veranstaltung. Dieses Mal hatte ich zwar eine etwas längere Anfahrt, aber es hat sich absolut gelohnt.

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