Best of 2012

Was? Schon wieder ein Jahr rum? Also ist es auch hier wieder Zeit für eine kleine Bestenliste, wie sie zum Jahreswechsel überall zu finden sind. Ich bin etwas hintendran, schließlich will so eine Liste gut überlegt sein.

Es gab dieses Jahr wieder jede Menge guter neuer Musik, wenn ich meine Listen und Statistiken durchgehe, muss ich allerdings feststellen, dass bei den neuen Alben die Veröffentlichungen aus den Jahren 2010 und 2011 dominieren. Mir fehlt noch einiges aus dem letzten Jahr, was als Kandidat für die Best-Of-Liste in Frage käme. Deshalb fehlen die aktuellen Werke von beispielsweise Neurosis, Anaal Nathrakh, Gojira, Incantation, Pig Destroyer, Murder Construct und einigen anderen hier.

Genug gelabert, los geht’s, wie immer alphabetisch sortiert:

Asphyx - Deathhammer

Asphyx – Deathhammer: „This is true Death Metal, you bastards!“ Nicht mehr, aber auch nicht weniger als geiler Old School Death Metal, mal schnell und aggressiv, mal zäh und doomig. Außerdem bin ich van-Drunen-fanboi.

Cattle Decapitation - Monolith of Inhumanity

Cattle Decapitation – Monolith of Inhumanity: Heilige Scheiße, was ein Mörder-Album. Extrem brutal und heftig wird hier alles niedergemacht, was den kalifornischen Menschenfeinden über den Weg läuft. Dabei ist das keinen Augenblick nur stumpfe Haudrauf-Mucke, sondern ganz im Gegenteil komplexer und variantenreicher „Technical Deathgrind“. Besonders hervorzuheben dabei ist die Gesangsleistung von Fronter Travis Ryan. Wenn ich ein einzelnes Album zur absoluten Nummer 1 des Jahres küren müsste – das hier ist es.

dodecahedron

Dodecahedron – Dodecahedron: Einer meiner wenigen Ausflüge in den Black Metal. Obwohl, so typische Schwarzwurzelmusik ist das ja nicht, sondern Avant-garde Black Metal. Mit den meist dissonanten und atonalen Gitarren und den Ausflügen in den Ambient-Bereich ist das Ganze sehr sperrig und spröde, eine eingehende Beschäftigung damit lohnt sich aber.

Dying Fetus - Reign Supreme

Dying Fetus – Reign Supreme: Nach einer Reihe schwächerer Werke sind die Experten für den tödlichen Groove zurück auf dem Qualitätsniveau des Klassikers Destroy The Opposition. Die musikalischen Zutaten waren zwar seit dieser Zeit immer irgendwie die selben, aber mit dem neuen Album passt anders als zuvor einfach wieder alles. Wie Arsch auf Eimer. In dieses Körperteil wird kräftig getreten.

Napalm Death - Utilitarian

Napalm Death – Utilitarian: Noch mehr „Altmeister“, die aber weder alt noch müde wirken auf diesem Output. Im Gegenteil gehen sie weiterhin grimmig, aggressiv und energisch zu Werke, diesmal allerdings auch mit einer winzigen Prise Experimente (John Zorn!).

Planks - Funeral Mouth

Planks – Funeral Mouth: Sicherlich eines der düstersten Alben, die ich dieses Jahr gehört habe. Die Musik der Mannheimer ist äußerst vielschichtig: Sludge, Black Metal, Doom, Hardcore, Post-Metal – das alles wird zu einem atmosphärischen, intensiven Gebräu verarbeitet. Monnem vonne!

Spawn of Possession - Incurso

Spawn of Possession – Incurso: Technischer Death Metal hat ja oft das Problem, dass sich die Songs schnell mal in Gefrickel ohne Sinn und Ziel verlieren. Das ist bei diesem Album glücklicherweise nicht so, das Songwriting ist hier wirklich gelungen. Erstaunlich melodische Passagen und technisches Gehacke Marke „kontrolliertes Chaos“ verbinden sich zu Songs, die zu Zeiten durchaus episch anmuten.

Torture Division - Satan, Sprit och Våld”

Torture Division – Satan, Sprit och Våld: Ein neues Jahr, ein neues TD-Demo. Die vorhergehenden Outputs waren schon sehr gut, aber dieses neue Demo ist noch ein Stückchen besser gelungen. Keine Experimente, nur klassischer Death Metal, Schweden-Sound angereichert mit einer Prise Mid-Tempo a la Bolt Thrower und verfeinert durch eine erstklassige Produktion von Dan Swanö. Einziges Manko: Diese Veröffentlichung ist mit knapp 10 Minuten viel zu kurz. Ich will mehr davon!

Ufomammut - Oro: Opus Primum

Ufomammut – Oro: Opus Primum: Psychedelischer Space-Doom – eine Untergangs-Sinfonie in 10 Sätzen (wobei auf diesem Album nur die ersten fünf „Movements“ enthalten sind, die zweite Hälfte Opus Alter fehlt mir leider). Das Album wirkt am besten als Gesamtwerk mit wiederkehrenden Motiven, wechselnd zwischen sparsamen und minimalistischen Passagen (dieser schier endlos lange, repetitive und geradezu hypnotische Spannungsaufbau zu Beginn!) und Sludge/Doom-Gitarren-Ausbrüchen.

XII Boar - Split Tongue, Cloven Hoof

XII Boar – Split Tongue, Cloven Hoof: Kaum drücke ich hier den Play-Button, schon fühle ich mich in eine verqualmte Kaschemme mit schummriger Beleuchtung versetzt, wo versoffen aussehende Biker-Typen  beim heruntergekommenen Barkeeper „Jackies“ und Flaschenbier bestellen. Klischee? Na klar. Und trotzdem erscheint das wie die ideale Umgebung für solch dreckigen Rock’n’Roll. Wahrer Schweinerock eben.

 

So, und damit wollen wir es mal gut sein lassen. Ich habe zwar noch weitere aktuelle Alben gehört, bei denen ich lange hin- und herüberlegt habe, ob rein oder raus (Aborted, Job for a Cowboy, Mares of Thrace, Psycroptic, Serpentine Path, Unsane, …), aber da die Liste jetzt zufälligerweise gerade mal zehn Einträge lang ist, lasse ich das mal alles so stehen, jawoll!

2 Antworten to “Best of 2012”

  1. Sehr feine Liste! Besonders Planks und Spawn Of Possession sind richtig feine Schätzchen, leider etwas von der Masse unterbewertet. Die Dodecahedron ist aktuell für mich Neuland, da muss ich mal reinhören. Vielen Dank für den Tipp!

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