Live: Brujeria + Support

Brujeria + Support

13.12.2012 – Leipzig, Halle 5

Normalerweise gehe ich unter der Woche ja nicht zu irgendwelchen „auswärtigen“ Events, ich muss schließlich morgens wieder halbwegs fit bei der Arbeit auf der Matte stehen. An diesem Tag mache ich aber mal eine Ausnahme, denn die Drogenbarone von Brujeria geben sich die Ehre bei einem ihrer nicht allzu häufigen Auftritte hierzulande. Natürlich hätte das trotz allem nicht geklappt, wenn ich nicht eine günstige Übernachtungsmöglichkeit in Sichtweite des Bahnhofs aufgetan hätte, so dass ich am nächsten Morgen noch im Halbschlaf nach ein paar Schritten in meinen Zug reinfallen kann.

Während das also prima geklappt hat, gestaltet sich die Anreise nicht ganz so unproblematisch: Die Fahrt nach Leipzig dauert heute fast doppelt so lang wie normal – an dieser Stelle muss ich mich mal wieder bei der Bahn bedanken. Und dann heisst es, erst noch nach Connewitz hinauszugondeln. Als ich endlich angekommen bin, habe ich natürlich schon einiges verpasst, ich komme gerade recht zum Beginn des Auftritts der letzten Support-Band. Erst später erfahre ich, dass eine der Bands, Dekrepitation, ihren Auftritt abgesagt haben. Deshalb ist der kleine Hausmusik-Abend bereits überraschend weit fortgeschritten.

Als besagte Support-Band treten Drill Star Autopsy an. Die Burschen aus Sachsen-Anhalt machen so eine Art Elektro-Mosh-Mucke – Metalcore-artige Passagen verziert mit elektronischen Klängen. Ich kann ja schon mit diesem Konzept nichts anfangen, aber auch bei der praktischen Umsetzung ergeben sich offenbar Schwächen: bei mir kommt neben dem Core-Gebell des Frontmanns statt knackiger Gitarren-Riffs eher eine undefinierbare Audio-Soße an. Kurz: Mir sagt das überhaupt nicht zu. Auch sonst ist vor der Bühne recht wenig los.

Weil ich mich aus diesem Grund lieber an der Bar herumdrücke, finde ich mich kurz darauf in der zweiten Reihe vor dem Merchandising-Stand direkt daneben wieder, als alles dorthin strömt und das Hauen und Stechen um die begehrten Brujeria-Tour-Shirts losgeht. Eigentlich wollte ich ja heute kein Geld für so etwas ausgeben, aber was solls. Jetzt habe ich auch ein Brujeria-Shirt.

Von diesen Kollegen kann ja beim besten Willen niemand behaupten, die Musik wäre besonders anspruchsvoll oder einfallsreich – im Prinzip gibt es auch nur einen einzigen langen Mosh-Part zu hören. Hier macht es eben die Umsetzung – und vor allem die Show. Wie immer tritt die mexikanische Drogengang maskiert auf, einer der beiden Sänger schwingt fleißig seine Machete, während beide munter auf spanisch miteinander oder auch mit dem Publikum palavern. Allerdings sind nicht die prominenten Musiker dabei, die ich nach der Ankündigung des Events erwartet hätte. Die markante Frisur von Shane Embury ist nirgends zu sehen, am Schlagzeug sitzt offenbar nicht Nick Barker, denn der Drummer hat Haare, und irgendwo schnappe ich auf, dass hinter der Maske des Bassisten nicht Jeff Walker steckt. Das tut der Stimmung allerdings keinen Abbruch, von der ersten bis zur letzten Minute geht es rund vor der Bühne, während einiges an Stage Divern über die Köpfe der Menge hinwegsegelt.

Ich lasse die anderen mal machen und treibe mich irgendwo hinten herum, denn das Schöne an so relativ kleinen Club-Konzerten ist ja, dass man von überall alles mitkriegt :-) Zu schnell ist wieder mal alles vorbei, und das war dann auch mein letztes Live-Event im Jahr 2012.

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