Live: Break The Silence 2013

[Vielleicht habe ich jetzt ja endlich mal etwas Zeit, meine ganzen Notizen und angefangenen Artikel aufzuräumen. Deshalb folgt demnächst – hoffentlich – noch etwas alter Kram. So wie der hier.]

Break The Silence

19.01.2013 – Dippoldiswalde, Parksäle

Break the Silence – so nennt sich das erste Event des neuen Jahres für mich. Ich glaube, ich war da schon eine ganze Weile nicht mehr, und während der Anreise ist mir auch wieder eingefallen, warum. Die Große Kreisstadt Dippoldiswalde ist zwar nur etwa 20 km von Dresden entfernt, trotzdem ist die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln eine halbe Weltreise.

Einen Zwischenstopp an einem Bahnhof mitten im tief verschneiten Nirgendwo muss ich einlegen. Der Bahnsteig und der Vorplatz sind menschenleer, das alte Bahnhofsgebäude ist verrammelt und rottet einsam vor sich hin, nur ein paar heruntergekommene und verlassen wirkende Plattenbauten stehen schweigend vor dem stahlgrauen Himmel. 28 Days Later – Sachsen besteht eben nicht nur aus Hypezig und DD-Neustadt.

Nach einer längeren Wartezeit in der Kälte und einer Busfahrt bergauf und bergab durchs Osterzgebirge bin ich dann doch wieder in der Zivilisation angelangt. Dipps, wie man hier sagt, ist ein malerisches kleines Städtchen – zumindest im örtlichen Kulturzentrum soll es heute aber alles andere als gemütlich zugehen.

Die erste Band des Abends spare ich mir, denn Ahnengrab machen Pagan Metal, und mit dieser Richtung konnte ich noch nie so viel anfangen. Außerdem ist es von herausragender Wichtigkeit, dass ich erst mal die Merchandising-Stände im Nebenraum auskundschafte.

Die nächste Kombo nennt sich kurz und prägnant einfach nur Kill. Hmmm, was für eine Art von Musik werden die bei diesem Namen wohl machen? Richtig, Death Metal. Das ist wieder so eine Gelegenheit, wo ich mich frage, ob ich bei der selben Veranstaltung gewesen bin wie alle anderen. Während der Auftritt dieser Band bei Facebook & Co. sehr gelobt wird, habe ich das alles in der Schublade „Nichts Besonderes“ abgelegt. Nicht schlecht, ganz solide, aber eben auch nichts Herausragendes.

Tiefschwarz wird es jetzt mit Darkened Nocturn Slaughtercult. Ich bleibe da doch lieber ganz hinten, wegen des spritzenden Bluts. Die Vorsichtsmaßnahme ist allerdings ein bisschen übertrieben, denn heute wird anscheinend nicht ganz so sehr gesudelt wie bei früheren Auftritten, die ich schon gesehen habe. Ansonsten ist aber alles wie immer: Traditioneller Black Metal ohne Schnörkel oder neumodisches Gedöns, dafür aber angemessen garstig.

Wo D.N.S. auftaucht, da ist auch Purgatory oft nicht weit, so auch hier und heute. Ich habe die Band ja schon häufiger gesehen, deshalb habe ich mir eigentlich vorgenommen, mir das Ganze aus der Ferne und in Ruhe anzuschauen. Von diesem Vorsatz verabschiede ich mich aber sehr schnell nach Beginn des Auftritts. Alles plattwalzender, niederknüppelnder, drückender Death Metal – ein guter Grund, mich nach vorne durchzudrängeln. Neben bewährten Klassikern wie Seeds of Annihilation gibt es auch ein paar Songs vom neuen Album Deathkvlt, das es aber leider noch nicht zu kaufen gibt am Merch-Stand.

Zum Headliner Napalm Death braucht man nicht eigentlich nicht viel zu sagen – der Birmingham-Vierer liefert genau das Death/Grind-Geballer, für das er schon seit gefühlten Ewigkeiten bekannt und geschätzt ist. Neben den obligatorischen Klassikern wie Suffer the Children gibt es auch hier ein paar neue Songs vom Utilitarian-Album zu hören. Allerdings habe ich besonders Barney auch schon mal engagierter erlebt, er zappelt heute irgendwie weniger herum und redet auch sehr wenig. Vielleicht ist das ja auch ganz im Sinne von „Let the music do the talking“? Denn die kommt wie immer glänzend an, so viel Action im Publikum gab es bei keiner der vorhergehenden Bands.

Und dann ist auch schon Schluss, und es zeigt sich: Das Jahr 2013 fängt schon nicht schlecht an.

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