Live: Blood Red Throne + Wyruz + Aspherium

Norwegian Invasion

30.05.2013 – Chemnitz, Sanitätsstelle

Wenn es draußen schon seit Tagen schüttet wie aus Eimern und die Temperaturen sich mühsam dem zweistelligen Bereich nähern, dann bleibt man besser schön zu Hause. Aber wie schon John Wayne, der alte Reaktionär, wusste: Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss. Oder war das Clint Eastwood? Egal, die Norweger sind in der Stadt, und nach langem Zögern und vergeblichem Warten auf besseres Wetter mache ich mich auf den Weg in die Sanitätsstelle.

Der Club wurde vor einiger Zeit umgebaut, und das ist heute mein erster Besuch dort nach diesem Umbau. Gut: Durch Verlegung der Bar gibt es jetzt deutlich mehr Platz im Veranstaltungsraum. Schlecht: Kein Fassbier mehr. Das geht ja gar nicht.

Durch meine Bummelei habe ich bereits die ersten beiden Bands verpasst, die erste, die ich sehe, ist Aspherium. Das markanteste Element sind sicher die zweistimmigen Gitarren-Leads. Hin und wieder lassen die Axtmänner ihre Instrumente gemeinsam singen, dass es eine Freude ist. Der Rest des Auftritts ist allerdings nicht sonderlich bemerkenswert. Das Schlagzeug kommt mir ziemlich dominant vor, entsprechend wird der Melodic Death Metal, der aus der Konserve eigentlich recht ansprechend daher kommt, live ziemlich zerdullert.

Der Name der nächsten Band, Wyruz, und vor allem das Bandlogo wecken bei mir erst mal die Befürchtung, es könnte sich um Nu-Metal-Quark handeln. Das ist aber glücklicherweise nicht der Fall, statt dessen gibt es Death/Thrash-Metal. Und zwar schön flinken mit ordentlich treibendem Riffing, das zur Bewegung animiert. Zu besagter Bewegung trägt auch das geschickt mitten im Set platzierte Raining-Blood-Cover bei, das wirklich noch den letzten Schläfer im Saal aufweckt. Unterhaltsamer Auftritt!

Und dann betritt der Headliner Blood Red Throne die Bühne, und als erstes wird mal mit einer Blast-Beat-Salve klargestellt, wo der Hammer hängt, der Frosch die Locken hat und der Bartel den Most holt. Die Kameraden haben auf ihrer Seite bei den gesammelten Pressestimmen eine dabei, die sie als „norwegische Version von Cannibal Corpse“ bezeichnet. Heute zeigen sie, dass das von der Brutalität gesehen auf jeden Fall hinkommt. Allerdings ist das Stage Acting nicht so langweilig-einstudiert wie beim Corpsegrinder, nein, der Frontmann macht richtig Betrieb und mischt den Laden mal ordentlich auf mit seiner beeindruckenden Bühnenpräsenz. Der Rest der Band ballert auch kompromisslos, so dass das Ganze kräftig die Nackenmuskeln beansprucht. Sehr gelungen.

Dann ist Schluss. Natürlich regnet es immer noch. War ja klar. Aber es gilt immer noch der oben bereits erwähnte Spruch.

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