Live: Party.San Open Air 2013 – der Beginn

Party.San Open Air 2013

08.-10.08.2013 – Schlotheim, Flughafen Obermehler

Schon wieder ein Jahr rum? Muss wohl so sein, denn es ist wieder Party.San-Zeit. Wie immer fahre ich schon am Mittwoch voller Vorfreude zu diesem Jahreshöhepunkt. Allerdings zum ersten Mal seit dem Umzug nach Schlotheim mit öffentlichen Verkehrsmitteln, und es zeigt sich, wie bescheiden die Anbindung ist. Insgesamt bin ich wohl über 6 Stunden unterwegs, in dieser Zeit wäre ich auch von hier in Sachsen z.B. quer durch Deutschland bis nach Stuttgart gekommen. Oder nach Erfurt und wieder zurück nach Hause inklusive Pause zum Mittagessen.

Besonders lästig: Der Shuttle-Bus vom letzten Bahnhof bis zum Festivalgelände fährt nur alle zwei Stunden. Und dann ist der noch so klein, dass nicht mal alle mitkommen, die an der Haltestelle stehen. Da würde ich mir von den Veranstaltern zumindest für die An- und Abreisetage doch ein paar Verbesserungen erhoffen. Zum Glück muss ich nicht die vollen zwei Stunden vor dem Bahnhof warten, sondern „nur“ eine. Und ein weiterer Glücksfall: während der Wartezeit bekomme ich ein Bier oder drei von den Mit-Wartenden. Da vergeht die Zeit gleich schneller.

Irgendwann bin ich jedenfalls da. Mittwoch Nachmittag ist der Campingplatz noch schön leer, und es bleibt genug Zeit, das Zelt aufzubauen, ein Bier aufzumachen, sich gemütlich einzurichten, ein Bier aufzumachen, bekannte Gesichter wieder zu treffen, sich zu unterhalten, ein Bier aufzumachen, was zu essen, ein Bier aufzumachen und irgendwann am Abend zur Metal-Party im Zelt zu gehen, um von dort schon mal voller Vorfreude die Hauptbühne hinter dem Zaun zu bewundern und dazu ein paar Bier zu trinken.

So, und warum habe ich am Donnerstag Morgen so einen dicken Kopp? Da müssen wir es mal ganz langsam angehen lassen. Aber irgendwann ist es dann doch so weit: das eigentliche Festivalgelände wird geöffnet und die erste Band betritt kurz darauf die Bühne. Was mir erst im Laufe des Tages auffällt: Die Kameraleute mit ihrer ganzen Ausrüstung sind diesmal nicht da – es wird also vom diesjährigen Festival keine DVD geben. Schade.

Besagte erste Band sind die Bombs of Hades. Die Kameraden mögen ihren Death Metal Old School, dreckig, mit einer Portion Crust versetzt und dem beliebten HM2-Sound. Das ergibt flotte Tanzmusik, die gut in die Beine geht. Auch wenn die Reaktion des Publikums insgesamt verhalten bleibt – ein guter Opener für das Festival.

Farsot bieten daraufhin das Kontrastprogramm: atmosphärisch, melancholisch, düster, mit eher sparsam eingesetztem Gesang und dafür langen instrumentalen Passagen. Dieser eher ruhigen Grundlage setzen sie aggressivere Black-Metal-Ausbrüche entgegen. Zwar habe ich mir den vorigen Auftritt dieser Band beim PSOA vor ein paar Jahren gespart, aber es war eine gute Entscheidung, sie mir heute anzusehen. Noch besser wäre das Ganz wahrscheinlich gekommen, wenn sie etwas später am Abend gespielt hätten statt am hellichten Tag.

Noch ein ganzes Stück ruhiger geht es dann bei Alcest zu. Metal ist das nicht mehr unbedingt, eher Post Rock oder Shoegaze. Nur ganz gelegentlich mal wird es etwas härter, und das ist mir jetzt zu wenig – so gut die Band auch sein mag.

Der gewünschte Metal wird glücklicherweise im Anschluss von Deströyer 666 geliefert. Tiefschwarzer Thrash Metal, angemessen garstig und räudig, zum Abschluss noch eine Cover-Version von Slayers Black Magic, gewidmet Jeff Hanneman – was will man mehr? Ach ja, einen besseren Sound – von meinem Standort aus konnte ich hauptsächlich Schlagzeug und Gesang hören und nicht soviel von den Gitarren wie ich gerne hätte. Das trübt den Genuss doch etwas.

Dieses Problem gibt es bei Carpathian Forest glücklicherweise nicht. Messerscharfe, schneidende Gitarren vereinen sich mit einer donnernden Rhythmusgruppe zu einem knackigen, äußerst druckvollen Sound. Bei den granatenmäßigen Riffs, die am laufenden Band aufs Publikum niedergehen, gibt’s schon bald kein Halten mehr. Die Haare fliegen, wie es sich gehört, und die Band wird völlig zu Recht abgefeiert. Nattefrost nimmt ab und zu einen Schluck aus der Pulle, und so schluffig wie er teilweise über die Bühne latscht, anscheinend nicht zum ersten Mal. Dafür ist er aber auch lustig drauf, feuert die mitgebrachten Holzkreuze über die Bühne oder wünscht den Zuschauern „Gute Weihnachten“. Insgesamt der beste Auftritt des Tages und eine positive Überraschung für mich, da ich diese Band zuvor noch nie gehört habe.

Jetzt ist es an der Zeit, den Vorsatz vom Langsam-Angehen-Lassen in die Tat umzusetzen. Daher spare ich mir die letzten beiden Bands, Legion of the Damned und Heaven Shall Burn. Entspannt vom Zeltplatz aus zuzuhören reicht mir da. Schließlich ist auch an den nächsten zwei Tagen noch volles Programm.

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