Best of 2013

Das ist schon längst überfällig…

In letzter Zeit (eigentlich schon seit einer ganzen Weile) habe ich hier wenig gepostet. Das liegt daran, dass ich seit einiger Zeit dafür bezahlt werde, ungefähr acht Stunden am Tag vor dem Computer zu sitzen und mehr oder weniger schlaue Texte, Berichte, Listen usw. zu schreiben. Da hält sich die Motivation, mich nach Feierabend an den Computer zu setzen, um weitere mehr oder weniger schlaue Texte zu schreiben, doch arg in Grenzen. Sonst hätte ich womöglich auch meine Meinung zu einigen guten bis sehr guten Live-Veranstaltungen des letzten Jahres zum Besten gegeben: Geballer mit Fleshless, „Hipster-Metal“ im Leipziger UT Connewitz mit Obelyskkh, Earthship, Planks & Co., ein „Heimspiel“ von Asphyx im Dresdner Skullcrusher, Death & Grind mit Afgrund und Mumakil, natürlich stilecht im AJZ, als positive Überraschung ein echt brutales Brett von War from a Harlots Mouth, Old-School-Party mit Possessed, oder die Iron Bonehead/FDA Rekotz-Reverb-Festspiele mit Abyssous, Arroganz, Evil Warriors, Alchemyst und Chapel of Disease in Leipzig. Ich merke gerade, dass ich 2013 doch auf ganz schön vielen Konzerten war – dabei sind die aufgeführten noch nicht einmal alle…

Neue Veröffentlichungen habe ich natürlich auch gehört, deshalb wieder wie gewohnt die Bestenliste:

Batillus - Concrete Sustain

Batillus – Concrete Sustain. Doom mit einer ganz besonderen Note, denn neben durchaus bekannten Zutaten wie einem fies drückenden Bass-Sound und hass- und qualerfüllten Vocals der Marke „dreckig und gemein“ gibt es noch einen ordentlichen Schlag Industrial, der für die gewisse Kälte sorgt.

Beyond - Fatal Power Of Death

Beyond – Fatal Power of Death. Death Metal der alten Schule von einer noch relativ neuen Band aus unseren Landen. Das Todesblei, das die Jungs namens R., M. und N. hier präsentieren, ist ganz schön böse, voller Chaos und Raserei. Und doch verbergen sich hier ausgeklügelte Songs mit verdammt geilen Riffs und Soli.

Carcass - Surgical Steel

Carcass – Surgical Steel. Wohl das am sehnlichsten erwartete Album des Jahres 2013: Das Comeback von Carcass nach 17 Jahren. Und es ist tatsächlich gut geworden, gewissermaßen die Fortsetzung von Heartwork. Aber auch der Einfluss der früheren Werke ist zu spüren. Melodien und rasiermesserscharfe Boshaftigkeit müssen sich eben nicht ausschließen.

Gorguts - Colored Sands

Gorguts – Colored Sands. Noch ein Comeback-Album – zwölf Jahre nach dem Vorgänger präsentiert hier Band-Mastermind Luc Lemay mit seinen Kollegen Progressive/Technical Death Metal der Spitzenklasse. Dabei wird hier kein seelenloses Gitarrengefrickel geboten, wie es vielen technischen Bands oft vorgeworfen wird, sondern das überragende musikalische Können der Bandmitglieder kreiert düstere Soundlandschaften – finster, bedrückend, oft dissonant und immer wieder erfüllt von brutaler Energie.

Immolation - Kingdom of Conspiracy

Immolation – Kingdom of Conspiracy. Nachdem ich mit dem Vorgänger Majesty and Decay irgendwie nie so recht warm geworden bin, ist das neueste Album jetzt doch wieder in meiner Bestenliste gelandet. Geboten wird der typische Immolation-Sound, immer noch böse und brutal, auch wenn die Songs vielleicht ein klitzekleines bisschen eingängiger daherkommen als früher.

Master - The Witchhunt

Master – The Witchhunt. So etwas kann passieren, wenn man 30 Jahre lang einfach nur seinen Stiefel durchzieht: Während viele junge Bands gerne „retro“ nach den 80ern klingen wollen, haben Master einfach nie ihren Stil geändert und sind dadurch jetzt wieder voll dabei bei der Old-School-Death-Metal-Welle. Man könnte vermuten, dass sich da irgendwann Abnutzungserscheinungen einstellen würden, aber ganz im Gegenteil: Die Death/Thrash-Rüpeleien klingen erstaunlich frisch, angriffslustig und voller Energie. Und die markanten Growls von Paule Speckmann höre ich sowieso immer gerne.

Nero Di Marte - s/t

Nero Di Marte – Nero Di Marte. Progressive Metal, der sich aus einer ganzen Reihe verschiedener Bausteine zusammensetzt: gelegentlichem vertrackten technischen Death Metal, langsamere und harschere Teile mit Anklängen an Ulcerate (ohne deren Heaviness zu erreichen), Elemente aus modernem Metal à la Gojira (besonders beim Gesang) und ganz viel post-metallische Atmosphäre.

Primitive Man - Scorn

Primitive Man – Scorn. Titel und Cover beschreiben die Musik hier schon ziemlich gut: Das ist dreckiger, roher, primitiver, gemeiner, böser, hasserfüllter Sludge Metal. Etwas für echte Menschenfreunde eben.

Stomach Earth - Stomach Earth

Stomach Earth – Stomach Earth. Trostlosigkeit, Finsternis, Verzweiflung – das findet man auf diesem Album. Aber auch mörderische, bleischwere Riffs und monströse Growls. Eine exzellente Doom-Scheibe eben. Es handelt sich übrigens um ein Solo-Projekt von Mike „Gunface“ McKenzie von The Red Chord.

Svart Crown - Profane

Svart Crown – Profane. Blackened Death Metal aus Frankreich. Wie das anscheinend bei modernen französischen Bands so Usus ist, steckt mehr in der Musik als so ein übliches Label aussagt. In diesem Fall sind das dissonante und leicht chaotische Elemente, die an die Landsleute von Deathspell Omega erinnern. Und wenn wir schon bei Vergleichen sind: In den todesmetallischeren Momenten beschwören sie Gedanken an Immolation herauf. Insgesamt eine wunderbar dunkle, bösartige Angelegenheit.

Ulcerate - Vermis

Ulcerate – Vermis. 2013 war ein gutes Jahr für komplexen und intelligenten Death Metal, das beweist allein schon dieses Album. Erstmal ist es heavy, wuchtig, massiv, oftmals ein scheinbar kompakter Klotz dunklen Metalls – schnell treten aber immer wieder neue Details und Ideen hervor. Die sind jedoch nie Selbstzweck, sondern fügen sich auf natürliche Weise in den Spannungsaufbau der Songs ein.

Wormed - Exodromos

Wormed – Exodromos. Hier ballert es gewaltig, ohne dass die Musik jemals irgendwie stumpf wäre. Ganz im Gegenteil zeigen sich genug musikalisches Können und Anspruch, um die Bezeichnung als Technical Brutal Death Metal zu rechtfertigen. Neben so genretypischen Zutaten wie Sweeps, Pich Harmonics etc. und durchaus komplexen Songstrukturen gibt es aber auch oft genug mit stampfendem Groove einfach feste druff.

Honourable Mention:

Incantation - Vanquish in Vengeance

Incantation – Vanquish In Vengeance. Eigentlich ein Album von 2012, das aber so spät im Jahr erschienen ist, dass ich es erst 2013 gehört habe. Und ich wollte es in der Liste haben, weil es einfach so verdammt gut ist. Eine exzellente Mischung aus düsterer, morbider Atmosphäre, schleppenden, doomigen Passagen, rasenden Stakkato-Riffs und kurzen Solo-Ausbrüchen sorgt dafür, dass dieses Album einfach keine Sekunde langweilig wird.

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