Archive for the Black Metal Category

PSOA-Highlights

Posted in Black Metal, Death Metal, Doom Metal, Thrash Metal, Uncategorized with tags , , , , , , , , , on 20. August 2015 by Micha

Neulich war PartySan. Wegen der Bullenhitze habe ich mir nicht so viele Musikanten angesehen wie eigentlich geplant, aber zu einigen echten Highlights habe ich es doch geschafft. Erstaunlicherweise gibt es von den meisten Bands zumindest im Augenblick keine (oder keine brauchbaren) Videos vom PSOA bei YouTube, deshalb habe ich hier statt dessen bei diesen Bands einfach mal ein paar andere Live-Videos eingebunden. Man denke sich die PartySan-Bühne hinzu…

Donnerstag

Geht schon mal gut los mit Morbus Chron am Nachmittag.

Mein Highlight des Tages: Secrets of the Moon.

Schön finster: The Ruins of Beverast.

Freitag

Schwarzes Todesblei von Aeternus gibt es schon am frühen Nachmittag.

Soulburn mit Eric „The Krusher“ Daniels und Bob „Mr. Asphyx himself“ Bagchus kannte ich vorher überhaupt nicht. Ich stand nur weiter vor der Bühne herum, weil ich nicht zum Zeltplatz zurück wollte – glücklicherweise, sonst hätte ich diesen hervorragenden doomigen Death Metal mit der echt düsteren Atmosphäre verpasst.

Dass die Herren von Ichorid was draufhaben, wusste ich ja schon. Deshalb war ich rechtzeitig zur Stelle, als sie mit erstklassigem Geballer das rammelvolle Saunazelt (aka Tent Stage) eröffnet haben.

Eine andere gute Zelt-Band: Fäulnis. Nicht gerade der typische Black Metal, sondern mit einer ordentlichen Portion Punk dabei.

Samstag

Dreckiger Thrash Metal von Toxic Holocaust – einfach mal ohne irgendwelche Faxen auf die Zwölf.

Und dann gab es im Zelt noch hervorragenden Death/Doom von Ophis.

Und gleich darauf noch Mantar. Meine Fresse, die zwei gehen ab wie ein rotes Moped. Eine großartige Show, die man gesehen haben sollte.

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Live: Chronical Moshers Open Air 2014

Posted in Black Metal, Death Metal, Live, Thrash Metal with tags , , , , , , , , , , , , , on 22. Juli 2014 by Micha

Chronical Moshers Open Air 2014

06.-07.06.2014 – Hauptmannsgrün, Mühlteich

Eigentlich hatte ich ja nicht vor, zur diesjährigen Ausgabe des CMOA etwas zu schreiben, aber auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Leserin hier jetzt doch:

Der ganze Campingausflug stellte sich als kleinere logistische Herausforderung heraus: Die Woche davor bis Freitag Mittag noch auf Dienstreise, zu Hause schnell Klamotten wechseln (vielleicht hätte ich ja im Anzug aufkreuzen sollen?), die glücklicherweise schon eine Woche zuvor vorbereitete Ausrüstung geschnappt und nach einer guten Viertelstunde direkt wieder zur Tür raus und zum Bahnhof. Dank einer einwandfreien Leistung der Deutschen Bahn bin ich so trotz allem am späten Nachmittag endlich wieder unter normalen Leuten im Vogtland.

Chronical Moshers Open Air

Ich kann nur zu einem Teil der Bands einen kurzen Kommentar abgeben, schließlich war ich überhaupt nicht darauf vorbereitet. Mal sehen, was ich mir noch gemerkt habe…

Die erste Band, die ich erwische, ist Xiom. Ich habe diese traditionsreiche Kombo zwar vor einer ganzen Weile schon einmal live gesehen, aber heute erkenne ich sie kaum wieder. Damals huldigten sie offensichtlich ausführlich Death, häufig verloren sie sich meinem Eindruck nach dabei allerdings in fruchtlosem Gegniedel ohne Durchschlagskraft. Heute ist das allerdings anders, da geht die Band bei allen technischen Finessen doch viel kerniger und handfester zu Werke. Soll heißen: es gibt schön todesmetallisch was auf die Zwölf. Auf jeden Fall ein gelungener Auftakt des Festivals.

Die erste Band, die ich auf meinem (virtuellen) Zettel habe sind Deserted Fear. Die Jungs sind einfach immer wieder für eine fette Old-School-Death-Metal-Show gut, und auch an diesem Tag gehen sie wieder gut zur Sache. Schwedisch mit einer Prise Florida, würde ich sagen. Aber das ist eigentlich auch nicht so arg wichtig, denn auf und vor der Bühne ist die Hölle los.

Das nächste Highlight folgt sogleich und ist ein bisschen ein Kontrastprogramm zum vorhergehenden Auftritt. Denn die epischen, geschwärzten Hymnen von Melechesh sind auch einfach mal gut zum Zuhören und Genießen. Bei Rebirth of a Nemesis muss ich sowieso immer fett grinsen (natürlich nur innerlich, denn EIN ECHTER METALLER HAT KEINEN SPASS!!1!), so unglaublich gut ist der Song. Auch der sonstige Eindruck, den ich bisher schon von der Band hatte, bestätigt sich heute: hart, präzise, gewissermaßen ein gut geölter Mechanismus, der kompromisslos durch alle Wendungen der Songs rast. Mein Favorit des Tages.

Im Anschluss schlägt dann nämlich gleich meine Müdigkeit zu – die letzten Tage waren wohl doch etwas anstrengend. Abgesehen davon: Ich habe Destruction zwar schon öfter gesehen, aber ein Fan werde ich wohl in diesem Leben nicht mehr. Jedenfalls kann ich für die restlichen Bands des ersten Festivaltages nicht mehr so richtig viel Aufmerksamkeit mobilisieren. Aber morgen ist auch noch ein Tag.

…und der wird genau so sonnig und heiß wie der davor, wohl der heißeste Tag des Jahres bisher. Glücklicherweise bin ich nicht in der Stadt, sondern schön hier im Wald mit viel Wasser in der Nähe und einer leichten Brise zur Abkühlung. So lässt’s sich aushalten.

Musikalisch beginnt der Samstag für mich mit Headshot. Die Braunschweiger Thrasher sind schon seit 20 Jahren im Metal-Underground unterwegs. Bisher sind mir jedoch nur ein paar vereinzelte Sampler-Beiträge untergekommen, live habe ich sie auch noch nie gesehen. Seit einiger Zeit steht hier Daniela Karrer, ehemals von Uppercut, am Mikro. Auch diese Band habe ich nie live gesehen, als es sie noch gab, deren letztes Album Reanimation of Hate kann ich Thrash-Freunden allerdings durchaus empfehlen. Also ist das heute gewissermaßen ein Zwei-in-Eins-Auftritt. Und der macht ordentlich Laune, das Richtige zum Aufwachen und um so langsam mal die müden Knochen in Bewegung zu versetzen.

Headshot

Noch mehr Thrash gibt’s von Fatal Embrace aus Berlin. Und zwar noch einen Zacken brutaler und aggressiver, dabei gleichzeitig mit treibenden Riffs und richtig Volldampf gebend. Also auch wieder ein sehr guter Auftritt. Bei der Gelegenheit fällt mir auf, dass ich wohl bei dem ganzen Stress im Vorfeld nicht so viel Bares mitgebracht habe wie geplant. Einkaufen am Merch-Stand ist dieses Jahr also nur beschränkt möglich.

Wann immer Macbeth hier in der Gegend auftreten, ist die Bude voll und der Teufel los. Heute natürlich auch wieder. Eine gute Live-Band sind sie auch zweifellos. Mein Fall sind ihre WW2-Epen im klassischen Metal-Sound allerdings nicht, deshalb ab zu Bier und Bratwurst.

Totenmond habe ich zwar vor Jahren einmal gesehen, fand ich aber damals nicht so prall. Dabei finde ich gerade die frühen Alben richtig gut, allen voran den Klassiker Fleischwald. Deshalb müssen dringend weitere Datenpunkte her, also finde ich mich rechtzeitig vor der Bühne ein. und tatsächlich gefällt mir das ganze heute deutlich besser – die krachige Gitarre könnte zwar für den vollendeten Genuss im Vergleich zur doch recht dominanten Snare lauter sein, aber irgend etwas ist ja immer. Aber immerhin höre ich den langsamsten Punkrock, der mir je begegnet ist. Dass das nicht der typische Metal-Sound ist, macht Pazzer jedenfalls schon früh klar („Ihr steht auf Metal? Dann seid ihr bei uns an der falschen Adresse!“), und wird zum Abschluss nochmal bestätigt durch eine Cover-Version von Macht kaputt, was euch kaputt macht von Ton Steine Scherben.

Totenmond

Im Gegensatz dazu bieten mir Sinister als nächste Band geradezu klassisches Death-Metal-Geknüppel. Eigentlich genau mein Ding, aber irgendwie können die Tulpenschlächter (professionelle Musikjournalisten müssen wohl jede Band aus den Niederlanden so beknackt bezeichnen, also will ich das ausnahmsweise auch mal tun – aber das bleibt bestimmt das einzige Mal) mich überhaupt nicht fesseln, deshalb verkrümele ich mich lieber nach dem zweiten Song.

Rechtzeitig zu Illdisposed bin ich wieder da, und das lohnt sich richtig. Ich habe die Dänen über die Jahre hinweg immer wieder mal gesehen, aber bei dieser Show wie auch schon beim letzten Mal im November wirkt Fronter Bo Summer fokussierter und konzentrierter, ich würde sogar sagen nüchterner als in früheren Zeiten, was dem Auftritt doch sehr zu Gute kommt. Keine Angst, „swul“ gehört immer noch zu seinen Lieblingswörtern. Die Jungs legen eine echte Death-Metal-Walze mit einem deben Groove hin. Man könnte fast vergessen, dass es sich eigentlich um Melodic Death Metal handelt, wenn nicht immer wieder die melodischen Gitarrenleads aus dem Inferno hervorblitzen würden. Insgesamt eine erstklassige Show.

So langsam geht es in den Endspurt des Festivals. Von den verbliebenen Bands schaue ich mir natürlich Vader an. Aber außer daran, dass ich meinen Spaß hatte, erinnere ich mich an nicht mehr viel. Napalm Death als Headliner lasse ich mir natürlich auch nicht entgehen. Bei denen ist klar, was man zu erwarten hat, und genau das bekommt man auch heute wieder. Allerdings stellen sich bei mir schon gewisse Ermüdungserscheinungen ein, habe ich die Herren doch mittlerweile schon häufiger gesehen. Deshalb halte ich mich ganz hinten auf und an meinem Bier fest, während es weiter vorne wie erwartet richtig rund geht.

Das war es auch schon wieder. Wieder einmal eine sehr angenehme und unterhaltsame Veranstaltung, und ich bin froh, dass ich mich trotz allem dazu aufraffen konnte. Gerade auch, weil das Festival ja letztes Jahr wegen des Hochwassers ausfallen musste. Bis zum nächsten Jahr, dann hoffentlich wieder stressfreier…

Chronical Moshers Open Air

Links #17

Posted in Black Metal with tags , on 16. Oktober 2013 by Micha

Live: Party.San Open Air 2013 – der Beginn

Posted in Black Metal, Death Metal, Live, Thrash Metal with tags , , , , , , , on 3. Oktober 2013 by Micha

Party.San Open Air 2013

08.-10.08.2013 – Schlotheim, Flughafen Obermehler

Schon wieder ein Jahr rum? Muss wohl so sein, denn es ist wieder Party.San-Zeit. Wie immer fahre ich schon am Mittwoch voller Vorfreude zu diesem Jahreshöhepunkt. Allerdings zum ersten Mal seit dem Umzug nach Schlotheim mit öffentlichen Verkehrsmitteln, und es zeigt sich, wie bescheiden die Anbindung ist. Insgesamt bin ich wohl über 6 Stunden unterwegs, in dieser Zeit wäre ich auch von hier in Sachsen z.B. quer durch Deutschland bis nach Stuttgart gekommen. Oder nach Erfurt und wieder zurück nach Hause inklusive Pause zum Mittagessen.

Besonders lästig: Der Shuttle-Bus vom letzten Bahnhof bis zum Festivalgelände fährt nur alle zwei Stunden. Und dann ist der noch so klein, dass nicht mal alle mitkommen, die an der Haltestelle stehen. Da würde ich mir von den Veranstaltern zumindest für die An- und Abreisetage doch ein paar Verbesserungen erhoffen. Zum Glück muss ich nicht die vollen zwei Stunden vor dem Bahnhof warten, sondern „nur“ eine. Und ein weiterer Glücksfall: während der Wartezeit bekomme ich ein Bier oder drei von den Mit-Wartenden. Da vergeht die Zeit gleich schneller.

Irgendwann bin ich jedenfalls da. Mittwoch Nachmittag ist der Campingplatz noch schön leer, und es bleibt genug Zeit, das Zelt aufzubauen, ein Bier aufzumachen, sich gemütlich einzurichten, ein Bier aufzumachen, bekannte Gesichter wieder zu treffen, sich zu unterhalten, ein Bier aufzumachen, was zu essen, ein Bier aufzumachen und irgendwann am Abend zur Metal-Party im Zelt zu gehen, um von dort schon mal voller Vorfreude die Hauptbühne hinter dem Zaun zu bewundern und dazu ein paar Bier zu trinken.

So, und warum habe ich am Donnerstag Morgen so einen dicken Kopp? Da müssen wir es mal ganz langsam angehen lassen. Aber irgendwann ist es dann doch so weit: das eigentliche Festivalgelände wird geöffnet und die erste Band betritt kurz darauf die Bühne. Was mir erst im Laufe des Tages auffällt: Die Kameraleute mit ihrer ganzen Ausrüstung sind diesmal nicht da – es wird also vom diesjährigen Festival keine DVD geben. Schade.

Besagte erste Band sind die Bombs of Hades. Die Kameraden mögen ihren Death Metal Old School, dreckig, mit einer Portion Crust versetzt und dem beliebten HM2-Sound. Das ergibt flotte Tanzmusik, die gut in die Beine geht. Auch wenn die Reaktion des Publikums insgesamt verhalten bleibt – ein guter Opener für das Festival.

Farsot bieten daraufhin das Kontrastprogramm: atmosphärisch, melancholisch, düster, mit eher sparsam eingesetztem Gesang und dafür langen instrumentalen Passagen. Dieser eher ruhigen Grundlage setzen sie aggressivere Black-Metal-Ausbrüche entgegen. Zwar habe ich mir den vorigen Auftritt dieser Band beim PSOA vor ein paar Jahren gespart, aber es war eine gute Entscheidung, sie mir heute anzusehen. Noch besser wäre das Ganz wahrscheinlich gekommen, wenn sie etwas später am Abend gespielt hätten statt am hellichten Tag.

Noch ein ganzes Stück ruhiger geht es dann bei Alcest zu. Metal ist das nicht mehr unbedingt, eher Post Rock oder Shoegaze. Nur ganz gelegentlich mal wird es etwas härter, und das ist mir jetzt zu wenig – so gut die Band auch sein mag.

Der gewünschte Metal wird glücklicherweise im Anschluss von Deströyer 666 geliefert. Tiefschwarzer Thrash Metal, angemessen garstig und räudig, zum Abschluss noch eine Cover-Version von Slayers Black Magic, gewidmet Jeff Hanneman – was will man mehr? Ach ja, einen besseren Sound – von meinem Standort aus konnte ich hauptsächlich Schlagzeug und Gesang hören und nicht soviel von den Gitarren wie ich gerne hätte. Das trübt den Genuss doch etwas.

Dieses Problem gibt es bei Carpathian Forest glücklicherweise nicht. Messerscharfe, schneidende Gitarren vereinen sich mit einer donnernden Rhythmusgruppe zu einem knackigen, äußerst druckvollen Sound. Bei den granatenmäßigen Riffs, die am laufenden Band aufs Publikum niedergehen, gibt’s schon bald kein Halten mehr. Die Haare fliegen, wie es sich gehört, und die Band wird völlig zu Recht abgefeiert. Nattefrost nimmt ab und zu einen Schluck aus der Pulle, und so schluffig wie er teilweise über die Bühne latscht, anscheinend nicht zum ersten Mal. Dafür ist er aber auch lustig drauf, feuert die mitgebrachten Holzkreuze über die Bühne oder wünscht den Zuschauern „Gute Weihnachten“. Insgesamt der beste Auftritt des Tages und eine positive Überraschung für mich, da ich diese Band zuvor noch nie gehört habe.

Jetzt ist es an der Zeit, den Vorsatz vom Langsam-Angehen-Lassen in die Tat umzusetzen. Daher spare ich mir die letzten beiden Bands, Legion of the Damned und Heaven Shall Burn. Entspannt vom Zeltplatz aus zuzuhören reicht mir da. Schließlich ist auch an den nächsten zwei Tagen noch volles Programm.

Death and Hell in Chemnitz

Posted in Black Metal with tags , on 26. September 2013 by Micha

Hier mal ein kleiner Veranstaltungshinweis: Im Rahmen der „Play with Fire II. Veranstaltungsreihe zu Pop und Politik“ gibt es auch einen Vortrag zum Thema Black Metal:

Black Metal hat sich allerdings, so die These des Vortrags, nach mehr als zwanzig Jahren von diesen Gründungsmythen emanzipiert und sich zu einem globalen Genre entwickelt, das zwar ebensowenig inhärent politisch ist wie etwa Pop oder volkstümliche Musik, das allerdings genauso politisiert werden kann und zwar hinsichtlich radikal verschiedener Ideologien. [..] Der Vortrag soll die verschiedenen Politisierungen des Genres beleuchten und dabei zeigen, inwiefern Black Metal in den ideengeschichtlichen und ästhetischen Traditionen der Romantik verstanden werden kann.

12.10.2013 im AJZ Chemnitz, “Death and Hell” – Vortrag und Diskussion mit Sascha Pöhlmann zu Politisierungen des Black Metal

Allerlei Wochenend-Musik

Posted in Black Metal, Death Metal with tags , , on 8. September 2013 by Micha

Das Wochenende ist zwar schon so gut wie rum, aber sei’s drum…

Neulich wieder hervorgekramt, nachdem ich es jahrelang nicht mehr gehört habe: Das einzige Album von Dornenreich, das ich mein Eigen nenne, Her von welken Nächten. Ich weiß jetzt wieder, warum ich es mir damals gekauft habe.

Zu den ersten Bands, die für das Party.San im nächsten Jahr gebucht sind, gehören Beyond. Räudiger, dreckiger Death Metal. Super!

Da musste ich doch entdecken, dass Cosmogenesis von Obscura immer noch auf meinem Amazon-Wunschzettel steht, obwohl ich das Album schon seit Jahren habe. Schlamperei, elendige. Aber ein guter Grund, mal wieder Obscura zu hören. Das hier ist Death-Worship vom Feinsten:

Live: In Flammen Open Air 2013 – Teil 2

Posted in Black Metal, Death Metal, Doom Metal, Live, Thrash Metal with tags , , , , , , , , , , , , , on 24. August 2013 by Micha

Teil 1 – hier entlang.

Nach der Warm-Up-Party am Donnerstag soll es am Freitag richtig losgehen mit dem Festival. Die Stechmücken haben offenbar schon angefangen mit ihrem ganz eigenen Festival – es schwirren so viele von diesen Blutsaugern herum, meine Mückenstiche haben Mückenstiche.

In Flammen Open Air

Aber zu Angenehmerem, nämlich den Bands. Ich konnte wieder mal nur einen Teil der Bands sehen, es war zu viel anderes zu tun. Zum Beispiel sitzen und Bier trinken.

Also fängt das Festival für mich erst so richtig an mit Human Prey. Die waren letztes Jahr auch schon dabei und damals schon gut. Dieses Jahr sind sie noch besser, scheint mir. Mächtiges Brutal-Death-Geprügel mit reichlich Mosh-Gelegenheiten versetzt die Zuschauer-Meute ruckzuck in Bewegung. Anders als letztes Jahr spendiert die Band heute keinen Imbiss, dafür aber Alkoholika aus dem Super Soaker. Hervorragend, der Auftritt.

Das neueste Album von Humiliation hatte ich zufällig bei Bandcamp entdeckt und mir daraufhin den Auftritt der Fünf aus Malaysia vorgemerkt. Old School Death Metal, sehr groove-lastig meist im Midtempo-Bereich angesiedelt – das sorgt für jede Menge Headbanger. Und überhaupt bieten sie eine gute und unterhaltsame Show, die Bolt-Thrower-Fans aus Südostasien.

Humiliation

Gleich darauf folgt auch schon der nächste Höhepunkt: Cryptopsy! Statt Old School wird es jetzt technisch, brutal und einfach mächtig gewaltig. Die Kanadier geben dabei von Anfang bis Ende Vollgas und hauen der moshenden Meute neben Songs des aktuellen selbstbetitelten Albums auch einiges von den Klassikern aus den 1990ern um die Ohren. Erstklassig.

In den Endstille-Auftritt höre ich nur kurz rein, ich kann nur soviel sagen: Der Sänger sieht jedes Mal mehr aus wie Gollum, wie er da so auf seiner Monitor-Box kauert.

Schließlich ist die Zeit gekommen für den nächsten Kracher. Exhumed liefern eine klasse Show ab. Es gibt nicht nur ihren bewährten verwesenden, eitrigen Death Metal aus der Pathologie, der hervorragend ankommt. Nein, zu Gucken gibt es auch noch etwas, denn die Band hat ihren Arzt mitgebracht, der Kettensägenschwingend und mit blutigem Kittel die Bühne unsicher macht, wenn er nicht gerade ein Bandmitglied mit Bier wiederbelebt. Das war der beste Auftritt, den ich von diesen Burschen in den letzten Jahren gesehen habe.

Das war es für mich dann auch eigentlich an diesem an Highlights wahrlich nicht armen ersten Festivaltag. Gut, ich schaue mir noch die Show von Dragonsfire zumindest teilweise an, die sind schließlich die Headliner. Aber mal ehrlich: Dieser Heavy/Power Metal ist mir viel zu „cheesy“, zum Glück habe ich keine Laktose-Intoleranz. Hey, mehr Zeit zum Biertrinken!

Wieder ist die Nacht recht kurz, aber immerhin bekomme ich meine Festivalüblichen drei Stunden Schlaf, so dass ich erfrischt und topfit in den letzten Tag des Festivals starten kann. Übrigens ist das einzige „echte“ WC morgens um sechs noch schön sauber und völlig ohne Anstehen benutzbar – aber nicht weitersagen, ist ein Geheimtipp.

Was ebenfalls an diesem Tag noch positiv zu Buche schlägt: Ich habe endlich dieses Spiel verstanden, bei dem man Stöckchen und Klötze über die Wiese hin und her wirft.

Der erste Höhepunkt des Tages ist ausnahmsweise mal keine Band. In der Running Order ist ein Programmpunkt angekündigt als „Das hat die Metal-Welt noch nicht erlebt“, was natürlich zu lustigen Spekulationen Anlass gibt. Die Auflösung der Rätseleien dann am frühen Nachmittag: Vor der Bühne ist eine lange Tafel aufgebaut, und es gibt Kaffee und selbstgebackenen Kuchen für alle. Wirklich leckerer Kuchen übrigens. Das ist mal eine lustige Idee.

Kaffee-Sachsen

Musikalisch geht es danach weiter mit Torture the Mass. Es wird geslammt, dazu rennt das Publikum lustig im Kreis, nicht nur vor, sondern irgendwann auch auf der Bühne, wie es hier schon gute Tradition ist. Schön, dass bereits so früh schon eine so gute Stimmung herrscht.

Die nächste Band, die ich mir anschaue, ist die zweite asiatische Kombo des Festivals, Kryptos aus Indien. Es wird wieder Old School und dabei sehr melodisch. Die Mischung aus Thrash und Heavy Metal geht schon gut ins Ohr, allerdings fehlt es der Musik für meinen Geschmack ein bisschen an Durchschlagskraft, dem letzten Kick. Das gilt jedoch nicht für das abschließende The Mask of Anubis vom aktuellen Album, da geht es doch ein Stück härter zur Sache.

Zwar herrscht noch strahlender Sonnenschein, trotzdem wird es finster, denn die Seeleute von Ahab betreten die Bühne. Ohne Umschweife geht es zur Sache, denn die Songs sind lang, da bleibt keine Zeit für großartiges Gelaber. Stattdessen gibt es Doom vom Feinsten, wechselnd zwischen ruhigen und melancholischen Passagen und massiven, erdrückenden Riff-Walzen.

Wir nähern uns mit großen Schritten dem Ende der diesjährigen Veranstaltung. Mittlerweile ist es dunkel geworden, und es bleiben nur noch wenige Bands, darunter mit Nargaroth sicherlich die umstrittenste Kombo des Festivals. Ich war etwas überrascht, als ich ein paar Tage später zu Hause gelesen habe, dass es wohl Bemühung gab, einen Boykott zu organisieren. Denn vor Ort habe ich davon nichts bemerkt, der Platz vor der Bühne war durchaus gut gefüllt. Anderswo wird der Auftritt gleich ganz totgeschwiegen. Als jemand, der kaum Black Metal hört, kenne ich nur die lustigen Kanwulf-Videos bei Youtube. Ob der Mann sonst noch irgendwelche zweifelhaften Ansichten hat, darüber mache ich mir in diesem Augenblick ehrlich gesagt gar keine Gedanken. Ich will einfach nur mal sehen, wie der Mann so drauf ist.

Der Auftritt fängt auch noch ganz gut an: Die Bühne ist mit brennenden umgedrehten Kreuzen dekoriert und zwei Gestalten, ganz in Schwarz, angetan mit einer Art Livree und Sturmhauben, flankieren den Meister und recken Fackeln und schwarze Fahnen in die Höhe. Wenn es darum geht, sich Black-Metal-typisch als Finsterling darzustellen, ist diese Ninja-Inszenierung ja durchaus effektvoll. Ab dann geht es allerdings bergab: Nach dem Intro (so ungefähr der dritte Fliegeralarm des Festivals) keift Kanwulf Ash erstmal ein herzhaftes „Scheiß auf Endstille“ ins Mikro. Eine Meinung, die offenbar längst nicht alle teilen, denn es kommt zu einem Tumult im Publikum, und plötzlich schlagen Flammen von dort aus in die Höhe. Die Gerüchteküche spricht später von Schlägerei und verbrannten T-Shirts. Wo sind wir denn hier? Beim Bushido-Konzert oder einer ähnlichen Veranstaltung von Asis für Asis?

Zum Glück gibt es noch den Headliner zur Erholung. Grave liefern ihren traditionellen Schwedentod ganz ohne Drama und Zirkus ab. Dafür aber mit einem ordentlichen Bums, ein richtiges Brett eben. Da werden die Nackenmuskeln noch mal kräftig gefordert. Kein Wunder also, dass es zum Abschluss wieder rappelvoll wird vor der Bühne.

So, das war’s vom In Flammen 2013. Aber halt, noch nicht ganz, denn als „Rausschmeißer“ spielen noch Tarantel ein relativ kurzes Set. Angekündigt als Iron-Maiden-Coverband, spielen sie nicht nur ein paar Klassiker der Jungfrauen, sondern auch was von Helloween und Judas Priest. An sich keine schlechte Idee, die Hits aus den 80ern kommen ja immer wieder gut an. Wäre da nicht der schlimme Eierkneifgesang, mit dem ich hier traktiert werde. Für Helloween mag das ja noch passen, aber bei Maiden? Es wird Zeit, noch einen Drink an der Bar zu nehmen.

Das Fazit für die 2013er-Veranstaltung fällt schließlich genau so aus wie in den vergangenen Jahren: Es war mal wieder geil. Über das Festivalgelände brauche ich keine großen Worte mehr zu verlieren, das ist sowieso einzigartig. Das Billing war wieder einmal exzellent, eine ausgewogene Mischung aus jungen Bands und alten Haudegen, aus Kombos von „umme Ecke“ und vom anderen Ende der Welt, mit einer bunten Genre-Mischung und einigen echten Highlights. Die Organisation muss ich auch mal loben – obwohl das Hochwassers relativ kurzfristig ein paar Änderungen notwendig machte, lief alles wie am Schnürchen, wobei die ganze Veranstaltung immer noch ihren schön persönlichen und familiären Touch beibehalten konnte.

Also ich werde – so FSM will – im nächsten Jahr wieder am Start sein.