Archive for the Doom Metal Category

PSOA-Highlights

Posted in Black Metal, Death Metal, Doom Metal, Thrash Metal, Uncategorized with tags , , , , , , , , , on 20. August 2015 by Micha

Neulich war PartySan. Wegen der Bullenhitze habe ich mir nicht so viele Musikanten angesehen wie eigentlich geplant, aber zu einigen echten Highlights habe ich es doch geschafft. Erstaunlicherweise gibt es von den meisten Bands zumindest im Augenblick keine (oder keine brauchbaren) Videos vom PSOA bei YouTube, deshalb habe ich hier statt dessen bei diesen Bands einfach mal ein paar andere Live-Videos eingebunden. Man denke sich die PartySan-Bühne hinzu…

Donnerstag

Geht schon mal gut los mit Morbus Chron am Nachmittag.

Mein Highlight des Tages: Secrets of the Moon.

Schön finster: The Ruins of Beverast.

Freitag

Schwarzes Todesblei von Aeternus gibt es schon am frühen Nachmittag.

Soulburn mit Eric „The Krusher“ Daniels und Bob „Mr. Asphyx himself“ Bagchus kannte ich vorher überhaupt nicht. Ich stand nur weiter vor der Bühne herum, weil ich nicht zum Zeltplatz zurück wollte – glücklicherweise, sonst hätte ich diesen hervorragenden doomigen Death Metal mit der echt düsteren Atmosphäre verpasst.

Dass die Herren von Ichorid was draufhaben, wusste ich ja schon. Deshalb war ich rechtzeitig zur Stelle, als sie mit erstklassigem Geballer das rammelvolle Saunazelt (aka Tent Stage) eröffnet haben.

Eine andere gute Zelt-Band: Fäulnis. Nicht gerade der typische Black Metal, sondern mit einer ordentlichen Portion Punk dabei.

Samstag

Dreckiger Thrash Metal von Toxic Holocaust – einfach mal ohne irgendwelche Faxen auf die Zwölf.

Und dann gab es im Zelt noch hervorragenden Death/Doom von Ophis.

Und gleich darauf noch Mantar. Meine Fresse, die zwei gehen ab wie ein rotes Moped. Eine großartige Show, die man gesehen haben sollte.

Best of 2013

Posted in Death Metal, Doom Metal, Progressive Metal with tags , , , , , , , , , , , , , on 15. Februar 2014 by Micha

Das ist schon längst überfällig…

In letzter Zeit (eigentlich schon seit einer ganzen Weile) habe ich hier wenig gepostet. Das liegt daran, dass ich seit einiger Zeit dafür bezahlt werde, ungefähr acht Stunden am Tag vor dem Computer zu sitzen und mehr oder weniger schlaue Texte, Berichte, Listen usw. zu schreiben. Da hält sich die Motivation, mich nach Feierabend an den Computer zu setzen, um weitere mehr oder weniger schlaue Texte zu schreiben, doch arg in Grenzen. Sonst hätte ich womöglich auch meine Meinung zu einigen guten bis sehr guten Live-Veranstaltungen des letzten Jahres zum Besten gegeben: Geballer mit Fleshless, „Hipster-Metal“ im Leipziger UT Connewitz mit Obelyskkh, Earthship, Planks & Co., ein „Heimspiel“ von Asphyx im Dresdner Skullcrusher, Death & Grind mit Afgrund und Mumakil, natürlich stilecht im AJZ, als positive Überraschung ein echt brutales Brett von War from a Harlots Mouth, Old-School-Party mit Possessed, oder die Iron Bonehead/FDA Rekotz-Reverb-Festspiele mit Abyssous, Arroganz, Evil Warriors, Alchemyst und Chapel of Disease in Leipzig. Ich merke gerade, dass ich 2013 doch auf ganz schön vielen Konzerten war – dabei sind die aufgeführten noch nicht einmal alle…

Neue Veröffentlichungen habe ich natürlich auch gehört, deshalb wieder wie gewohnt die Bestenliste:

Batillus - Concrete Sustain

Batillus – Concrete Sustain. Doom mit einer ganz besonderen Note, denn neben durchaus bekannten Zutaten wie einem fies drückenden Bass-Sound und hass- und qualerfüllten Vocals der Marke „dreckig und gemein“ gibt es noch einen ordentlichen Schlag Industrial, der für die gewisse Kälte sorgt.

Beyond - Fatal Power Of Death

Beyond – Fatal Power of Death. Death Metal der alten Schule von einer noch relativ neuen Band aus unseren Landen. Das Todesblei, das die Jungs namens R., M. und N. hier präsentieren, ist ganz schön böse, voller Chaos und Raserei. Und doch verbergen sich hier ausgeklügelte Songs mit verdammt geilen Riffs und Soli.

Carcass - Surgical Steel

Carcass – Surgical Steel. Wohl das am sehnlichsten erwartete Album des Jahres 2013: Das Comeback von Carcass nach 17 Jahren. Und es ist tatsächlich gut geworden, gewissermaßen die Fortsetzung von Heartwork. Aber auch der Einfluss der früheren Werke ist zu spüren. Melodien und rasiermesserscharfe Boshaftigkeit müssen sich eben nicht ausschließen.

Gorguts - Colored Sands

Gorguts – Colored Sands. Noch ein Comeback-Album – zwölf Jahre nach dem Vorgänger präsentiert hier Band-Mastermind Luc Lemay mit seinen Kollegen Progressive/Technical Death Metal der Spitzenklasse. Dabei wird hier kein seelenloses Gitarrengefrickel geboten, wie es vielen technischen Bands oft vorgeworfen wird, sondern das überragende musikalische Können der Bandmitglieder kreiert düstere Soundlandschaften – finster, bedrückend, oft dissonant und immer wieder erfüllt von brutaler Energie.

Immolation - Kingdom of Conspiracy

Immolation – Kingdom of Conspiracy. Nachdem ich mit dem Vorgänger Majesty and Decay irgendwie nie so recht warm geworden bin, ist das neueste Album jetzt doch wieder in meiner Bestenliste gelandet. Geboten wird der typische Immolation-Sound, immer noch böse und brutal, auch wenn die Songs vielleicht ein klitzekleines bisschen eingängiger daherkommen als früher.

Master - The Witchhunt

Master – The Witchhunt. So etwas kann passieren, wenn man 30 Jahre lang einfach nur seinen Stiefel durchzieht: Während viele junge Bands gerne „retro“ nach den 80ern klingen wollen, haben Master einfach nie ihren Stil geändert und sind dadurch jetzt wieder voll dabei bei der Old-School-Death-Metal-Welle. Man könnte vermuten, dass sich da irgendwann Abnutzungserscheinungen einstellen würden, aber ganz im Gegenteil: Die Death/Thrash-Rüpeleien klingen erstaunlich frisch, angriffslustig und voller Energie. Und die markanten Growls von Paule Speckmann höre ich sowieso immer gerne.

Nero Di Marte - s/t

Nero Di Marte – Nero Di Marte. Progressive Metal, der sich aus einer ganzen Reihe verschiedener Bausteine zusammensetzt: gelegentlichem vertrackten technischen Death Metal, langsamere und harschere Teile mit Anklängen an Ulcerate (ohne deren Heaviness zu erreichen), Elemente aus modernem Metal à la Gojira (besonders beim Gesang) und ganz viel post-metallische Atmosphäre.

Primitive Man - Scorn

Primitive Man – Scorn. Titel und Cover beschreiben die Musik hier schon ziemlich gut: Das ist dreckiger, roher, primitiver, gemeiner, böser, hasserfüllter Sludge Metal. Etwas für echte Menschenfreunde eben.

Stomach Earth - Stomach Earth

Stomach Earth – Stomach Earth. Trostlosigkeit, Finsternis, Verzweiflung – das findet man auf diesem Album. Aber auch mörderische, bleischwere Riffs und monströse Growls. Eine exzellente Doom-Scheibe eben. Es handelt sich übrigens um ein Solo-Projekt von Mike „Gunface“ McKenzie von The Red Chord.

Svart Crown - Profane

Svart Crown – Profane. Blackened Death Metal aus Frankreich. Wie das anscheinend bei modernen französischen Bands so Usus ist, steckt mehr in der Musik als so ein übliches Label aussagt. In diesem Fall sind das dissonante und leicht chaotische Elemente, die an die Landsleute von Deathspell Omega erinnern. Und wenn wir schon bei Vergleichen sind: In den todesmetallischeren Momenten beschwören sie Gedanken an Immolation herauf. Insgesamt eine wunderbar dunkle, bösartige Angelegenheit.

Ulcerate - Vermis

Ulcerate – Vermis. 2013 war ein gutes Jahr für komplexen und intelligenten Death Metal, das beweist allein schon dieses Album. Erstmal ist es heavy, wuchtig, massiv, oftmals ein scheinbar kompakter Klotz dunklen Metalls – schnell treten aber immer wieder neue Details und Ideen hervor. Die sind jedoch nie Selbstzweck, sondern fügen sich auf natürliche Weise in den Spannungsaufbau der Songs ein.

Wormed - Exodromos

Wormed – Exodromos. Hier ballert es gewaltig, ohne dass die Musik jemals irgendwie stumpf wäre. Ganz im Gegenteil zeigen sich genug musikalisches Können und Anspruch, um die Bezeichnung als Technical Brutal Death Metal zu rechtfertigen. Neben so genretypischen Zutaten wie Sweeps, Pich Harmonics etc. und durchaus komplexen Songstrukturen gibt es aber auch oft genug mit stampfendem Groove einfach feste druff.

Honourable Mention:

Incantation - Vanquish in Vengeance

Incantation – Vanquish In Vengeance. Eigentlich ein Album von 2012, das aber so spät im Jahr erschienen ist, dass ich es erst 2013 gehört habe. Und ich wollte es in der Liste haben, weil es einfach so verdammt gut ist. Eine exzellente Mischung aus düsterer, morbider Atmosphäre, schleppenden, doomigen Passagen, rasenden Stakkato-Riffs und kurzen Solo-Ausbrüchen sorgt dafür, dass dieses Album einfach keine Sekunde langweilig wird.

Live: Party.San Open Air 2013 – die Mitte

Posted in Death Metal, Doom Metal, Grindcore, Live with tags , , , , , , , , , , , , , , on 20. November 2013 by Micha

Das Aufwärmprogramm am Mittwoch und Donnerstag wäre geschafft, jetzt geht es erst richtig los mit einem vollen Freitags-Programm. Deshalb bleibt auch keine Zeit für langes Herumgammeln, es gilt schließlich, Musik zu hören und Bands zu sehen.

Als erste Kombo stehen gegen Mittag Gutalax auf der Hauptbühne und präsentieren ihren Goregrind. Alle üblichen Zutaten sind vorhanden: ein walzender Groove, Gesang von Schwein bis Klospülung, dumme Sprüche und seltsame Gewandungen. Also im Prinzip nichts Originelles, aber doch ganz unterhaltsam so kurz nach dem Aufwachen. Ein bisschen Math Metal haben sie auch im Programm – zumindest kündigen sie den an, bevor dann alle für etwa 5 Sekunden chaotisch auf ihren Instrumenten herumhauen.

Bei Magrudergrind ist dann erst mal Schluss mit lustig, denn das Trio hat sich dem klassischen Grindcore bzw. Powerviolence verschrieben. Nur mit Schlagzeug, einer Gitarre und Gesang machen sie ganz schön Krawall. Allerdings ist das Ganze auf Dauer auch nicht gerade abwechslungsreich und kann mich nicht allzulange fesseln.

Das ist bei Graveyard anders. Nein, das sind nicht die schwedischen Retro-Hippie-Rocker, sondern die Todesmetaller aus Spanien. Allerdings klingen die auch sehr schwedisch. Mit dem guten alten Kettensägen-Gitarrensound und einem schönen Groove erinnert das ein bisschen an Entombed. Exzellent zum Headbangen geeignet, und eine Band, die einfach Spaß macht.

Auf meiner Liste der anzusehenden Bands stehen auch die japanischen Coffins – eine Band, die man hierzulande wahrscheinlich nicht all zu oft zu sehen bekommt. Schade eigentlich, denn der Auftritt ist ziemlich gut. Mal sind sie langsam, schleppend, doomig und sehr, sehr heavy, dann wieder ziehen sie das Tempo kräftig an und kloppen mit einem lustigen uffta-uffta-Polka-Rhythmus drauflos, gerade richtig, um das Tanzbein zu schwingen.

Martin van Drunen dagegen ist dann doch häufiger live zu sehen. Ich bin zwar ein großer Fan, aber es stellt sich langsam doch die Frage, ob eine weitere Band aus Asphyx- und Hail of Bullets-Musikern unbedingt nötig ist. Grand Supreme Blood Court bieten astreinen Old School Death Metal, keine Frage, und van Drunen geht ab wie immer, aber so besonders groß ist der Unterschied zu den genannten Gruppen eben nicht.

Am Freitag und Samstag ist auch auf der Zeltbühne was los, nicht nur auf der Hauptbühne. Allerdings komme ich wie schon letztes Jahr viel zu selten dazu, mir da eine Band anzusehen. Theoretisch könnte ich zwar zwischen den Bühnen wechseln und würde nur ein paar Minuten verpassen von den einzelnen Auftritten. In der Praxis muss ich aber auch irgendwann mal etwas essen und trinken, das alte Bier wegtragen, mich irgendwo hinsetzen oder einfach nur Pause machen. Deshalb bekomme ich z.B. von Wound, die ich mir eigentlich vorgemerkt hatte, kaum mehr als fünf Minuten mit. Was ich in der kurzen Zeit höre, weiß zu gefallen.

Aber ich muss auch schon bald wieder raus aus dem Zelt, denn auf der Hauptbühne sind Anaal Nathrakh dran. Leider ist der Sound am Anfang recht bescheiden, von den Gitarren ist wieder mal wenig zu hören (kenne ich irgendwie schon vom Rock im Betonwerk). Zum Glück weist ein Zuschauer aus der ersten Reihe V.I.T.R.I.O.L. darauf hin, der das dann gleich weitergibt an den Mann am Mischpult. Schon klappt das. Es geht ab wie schon kurz vorher beim Auftritt in Chemnitz, nur besser. Also ganz, ganz großartig. Zwischendurch wird auch mal Kvarforth als Gastsänger auf die Bühne geholt. Der hat sich die Nase zugepappt mit Tape, schwenkt seine Schnapsflasche und steuert ein paar kranke Schreie bei. Das kommentiert V.I.T.R.I.O.L. ganz seinem Künstlernamen entsprechend mit den Worten „the finest example of humanity“ und zum Abschied mit der Bemerkung, dass er eigentlich von Kvarforth mehr (was? mehr Irrsinn?) erwartet hätte.

Nach dieser beeindruckenden Show haben es Vomitory bei mir schwer, obwohl sie bei ihrem allerletzten Auftritt auf deutschem Boden die dicke Todesblei-Keule auspacken. Sie kommen zwar aus Schweden, sind aber deutlich brutaler als der übliche Schweden-Death. Kompromisslos, druckvoll, unerbittlich – damit lässt sich das Geprügel beschreiben.

Jetzt ist es an der Zeit, im Zelt vorbei zu schauen, denn dort spielen Alchemyst und zelebrieren ihre finsteren okkulten Rituale. Soll heißen: Sie spielen düsteren, atmosphärischen Death Metal, ähnlich wie beispielsweise Venenum. Ein wirklich sehr guter Auftritt.

Und wo ich schon mal da bin, bleibe ich gleich für die Show von Fragments of Unbecoming. Es wird gleich deutlich melodischer. Glücklicherweise ist die Musik nicht so quietschig/cheesy/poppig wie die meiste, die heute so unter dem Label „Melodic Death Metal“ geboten wird, sondern es ist trotzdem noch genug Rumms dahinter. Mit dem hervorragenden Alchemyst-Auftritt können sie allerdings nicht ganz mithalten, der Gig ist aber immerhin ganz solide.

Draußen auf der Hauptbühne sind mittlerweile Unleashed zugange. Es herrscht die übliche Partystimmung, die bekannten Mitsing-Spielchen zu Death Metal Victory und anderen Klassikern werden zelebriert. Ich habe mich an dieser Band aber in den letzten Jahren, wo ich sie schon oft gesehen habe, irgendwie sattgehört und -gesehen, deshalb nehme ich den Auftritt eher als Hintergrundkulisse für den Abendimbiss (fest + flüssig) mit.

Meinen Freitags-Headliner Dying Fetus habe ich zwar auch schon häufiger live gesehen, aber trotzdem können die Brutalos aus Maryland mich immer wieder begeistern. So auch heute – sie prügeln sich mal wieder gnadenlos brutal und dabei dennoch präzise wie ein Uhrwerk und mit gelegentlichen technischen Spielereien durch ihr Set. Auf Rumgerenne, Mitmach-Spielchen oder sonstiges Gehampel auf der Bühne muss das Publikum dabei verzichten, die Jungs stehen so, wie man sie schon seit vielen Jahren kennt, hochkonzentriert wie angewurzelt auf einem Fleck. Aber wen stört das, solange es so dermaßen was auf die Omme gibt?

Und weil danach sowieso nichts mehr vergleichbares kommen kann, war es das an Live-Musik für diesen Tag – zumindest für mich. Metal-Disko natürlich noch, eh klar, oder?

Sonntags-Doom

Posted in Doom Metal with tags on 25. August 2013 by Micha

Das ist so ungefähr die richtige Geschwindigkeit für den Sonntag:

Mount Nysa von Obelyskkh. Vom exzellenten 2012er Album White Lightnin‘.

Live: In Flammen Open Air 2013 – Teil 2

Posted in Black Metal, Death Metal, Doom Metal, Live, Thrash Metal with tags , , , , , , , , , , , , , on 24. August 2013 by Micha

Teil 1 – hier entlang.

Nach der Warm-Up-Party am Donnerstag soll es am Freitag richtig losgehen mit dem Festival. Die Stechmücken haben offenbar schon angefangen mit ihrem ganz eigenen Festival – es schwirren so viele von diesen Blutsaugern herum, meine Mückenstiche haben Mückenstiche.

In Flammen Open Air

Aber zu Angenehmerem, nämlich den Bands. Ich konnte wieder mal nur einen Teil der Bands sehen, es war zu viel anderes zu tun. Zum Beispiel sitzen und Bier trinken.

Also fängt das Festival für mich erst so richtig an mit Human Prey. Die waren letztes Jahr auch schon dabei und damals schon gut. Dieses Jahr sind sie noch besser, scheint mir. Mächtiges Brutal-Death-Geprügel mit reichlich Mosh-Gelegenheiten versetzt die Zuschauer-Meute ruckzuck in Bewegung. Anders als letztes Jahr spendiert die Band heute keinen Imbiss, dafür aber Alkoholika aus dem Super Soaker. Hervorragend, der Auftritt.

Das neueste Album von Humiliation hatte ich zufällig bei Bandcamp entdeckt und mir daraufhin den Auftritt der Fünf aus Malaysia vorgemerkt. Old School Death Metal, sehr groove-lastig meist im Midtempo-Bereich angesiedelt – das sorgt für jede Menge Headbanger. Und überhaupt bieten sie eine gute und unterhaltsame Show, die Bolt-Thrower-Fans aus Südostasien.

Humiliation

Gleich darauf folgt auch schon der nächste Höhepunkt: Cryptopsy! Statt Old School wird es jetzt technisch, brutal und einfach mächtig gewaltig. Die Kanadier geben dabei von Anfang bis Ende Vollgas und hauen der moshenden Meute neben Songs des aktuellen selbstbetitelten Albums auch einiges von den Klassikern aus den 1990ern um die Ohren. Erstklassig.

In den Endstille-Auftritt höre ich nur kurz rein, ich kann nur soviel sagen: Der Sänger sieht jedes Mal mehr aus wie Gollum, wie er da so auf seiner Monitor-Box kauert.

Schließlich ist die Zeit gekommen für den nächsten Kracher. Exhumed liefern eine klasse Show ab. Es gibt nicht nur ihren bewährten verwesenden, eitrigen Death Metal aus der Pathologie, der hervorragend ankommt. Nein, zu Gucken gibt es auch noch etwas, denn die Band hat ihren Arzt mitgebracht, der Kettensägenschwingend und mit blutigem Kittel die Bühne unsicher macht, wenn er nicht gerade ein Bandmitglied mit Bier wiederbelebt. Das war der beste Auftritt, den ich von diesen Burschen in den letzten Jahren gesehen habe.

Das war es für mich dann auch eigentlich an diesem an Highlights wahrlich nicht armen ersten Festivaltag. Gut, ich schaue mir noch die Show von Dragonsfire zumindest teilweise an, die sind schließlich die Headliner. Aber mal ehrlich: Dieser Heavy/Power Metal ist mir viel zu „cheesy“, zum Glück habe ich keine Laktose-Intoleranz. Hey, mehr Zeit zum Biertrinken!

Wieder ist die Nacht recht kurz, aber immerhin bekomme ich meine Festivalüblichen drei Stunden Schlaf, so dass ich erfrischt und topfit in den letzten Tag des Festivals starten kann. Übrigens ist das einzige „echte“ WC morgens um sechs noch schön sauber und völlig ohne Anstehen benutzbar – aber nicht weitersagen, ist ein Geheimtipp.

Was ebenfalls an diesem Tag noch positiv zu Buche schlägt: Ich habe endlich dieses Spiel verstanden, bei dem man Stöckchen und Klötze über die Wiese hin und her wirft.

Der erste Höhepunkt des Tages ist ausnahmsweise mal keine Band. In der Running Order ist ein Programmpunkt angekündigt als „Das hat die Metal-Welt noch nicht erlebt“, was natürlich zu lustigen Spekulationen Anlass gibt. Die Auflösung der Rätseleien dann am frühen Nachmittag: Vor der Bühne ist eine lange Tafel aufgebaut, und es gibt Kaffee und selbstgebackenen Kuchen für alle. Wirklich leckerer Kuchen übrigens. Das ist mal eine lustige Idee.

Kaffee-Sachsen

Musikalisch geht es danach weiter mit Torture the Mass. Es wird geslammt, dazu rennt das Publikum lustig im Kreis, nicht nur vor, sondern irgendwann auch auf der Bühne, wie es hier schon gute Tradition ist. Schön, dass bereits so früh schon eine so gute Stimmung herrscht.

Die nächste Band, die ich mir anschaue, ist die zweite asiatische Kombo des Festivals, Kryptos aus Indien. Es wird wieder Old School und dabei sehr melodisch. Die Mischung aus Thrash und Heavy Metal geht schon gut ins Ohr, allerdings fehlt es der Musik für meinen Geschmack ein bisschen an Durchschlagskraft, dem letzten Kick. Das gilt jedoch nicht für das abschließende The Mask of Anubis vom aktuellen Album, da geht es doch ein Stück härter zur Sache.

Zwar herrscht noch strahlender Sonnenschein, trotzdem wird es finster, denn die Seeleute von Ahab betreten die Bühne. Ohne Umschweife geht es zur Sache, denn die Songs sind lang, da bleibt keine Zeit für großartiges Gelaber. Stattdessen gibt es Doom vom Feinsten, wechselnd zwischen ruhigen und melancholischen Passagen und massiven, erdrückenden Riff-Walzen.

Wir nähern uns mit großen Schritten dem Ende der diesjährigen Veranstaltung. Mittlerweile ist es dunkel geworden, und es bleiben nur noch wenige Bands, darunter mit Nargaroth sicherlich die umstrittenste Kombo des Festivals. Ich war etwas überrascht, als ich ein paar Tage später zu Hause gelesen habe, dass es wohl Bemühung gab, einen Boykott zu organisieren. Denn vor Ort habe ich davon nichts bemerkt, der Platz vor der Bühne war durchaus gut gefüllt. Anderswo wird der Auftritt gleich ganz totgeschwiegen. Als jemand, der kaum Black Metal hört, kenne ich nur die lustigen Kanwulf-Videos bei Youtube. Ob der Mann sonst noch irgendwelche zweifelhaften Ansichten hat, darüber mache ich mir in diesem Augenblick ehrlich gesagt gar keine Gedanken. Ich will einfach nur mal sehen, wie der Mann so drauf ist.

Der Auftritt fängt auch noch ganz gut an: Die Bühne ist mit brennenden umgedrehten Kreuzen dekoriert und zwei Gestalten, ganz in Schwarz, angetan mit einer Art Livree und Sturmhauben, flankieren den Meister und recken Fackeln und schwarze Fahnen in die Höhe. Wenn es darum geht, sich Black-Metal-typisch als Finsterling darzustellen, ist diese Ninja-Inszenierung ja durchaus effektvoll. Ab dann geht es allerdings bergab: Nach dem Intro (so ungefähr der dritte Fliegeralarm des Festivals) keift Kanwulf Ash erstmal ein herzhaftes „Scheiß auf Endstille“ ins Mikro. Eine Meinung, die offenbar längst nicht alle teilen, denn es kommt zu einem Tumult im Publikum, und plötzlich schlagen Flammen von dort aus in die Höhe. Die Gerüchteküche spricht später von Schlägerei und verbrannten T-Shirts. Wo sind wir denn hier? Beim Bushido-Konzert oder einer ähnlichen Veranstaltung von Asis für Asis?

Zum Glück gibt es noch den Headliner zur Erholung. Grave liefern ihren traditionellen Schwedentod ganz ohne Drama und Zirkus ab. Dafür aber mit einem ordentlichen Bums, ein richtiges Brett eben. Da werden die Nackenmuskeln noch mal kräftig gefordert. Kein Wunder also, dass es zum Abschluss wieder rappelvoll wird vor der Bühne.

So, das war’s vom In Flammen 2013. Aber halt, noch nicht ganz, denn als „Rausschmeißer“ spielen noch Tarantel ein relativ kurzes Set. Angekündigt als Iron-Maiden-Coverband, spielen sie nicht nur ein paar Klassiker der Jungfrauen, sondern auch was von Helloween und Judas Priest. An sich keine schlechte Idee, die Hits aus den 80ern kommen ja immer wieder gut an. Wäre da nicht der schlimme Eierkneifgesang, mit dem ich hier traktiert werde. Für Helloween mag das ja noch passen, aber bei Maiden? Es wird Zeit, noch einen Drink an der Bar zu nehmen.

Das Fazit für die 2013er-Veranstaltung fällt schließlich genau so aus wie in den vergangenen Jahren: Es war mal wieder geil. Über das Festivalgelände brauche ich keine großen Worte mehr zu verlieren, das ist sowieso einzigartig. Das Billing war wieder einmal exzellent, eine ausgewogene Mischung aus jungen Bands und alten Haudegen, aus Kombos von „umme Ecke“ und vom anderen Ende der Welt, mit einer bunten Genre-Mischung und einigen echten Highlights. Die Organisation muss ich auch mal loben – obwohl das Hochwassers relativ kurzfristig ein paar Änderungen notwendig machte, lief alles wie am Schnürchen, wobei die ganze Veranstaltung immer noch ihren schön persönlichen und familiären Touch beibehalten konnte.

Also ich werde – so FSM will – im nächsten Jahr wieder am Start sein.

Meine Party.San-Vorschau 2013

Posted in Death Metal, Doom Metal, Uncategorized with tags , , , , , , , , , , , , on 3. August 2013 by Micha

Der Höhepunkt der Freiluft-Saison steht unmittelbar bevor. Nein, nicht diese komische Sauf-Veranstaltung im hohen Norden, das gute alte Party.San öffnet die Tore zur Hölle. Höchste Zeit also, mal einen Blick in die Running Order zu werfen. Wahrscheinlich komme ich zwar sowieso wieder nicht dazu, mir alle Bands anzuschauen, die ich mir vorgemerkt habe, aber man muss sich schließlich Ziele setzen…

Die Headliner (Heaven Shall Burn, Hypocrisy und Venom) können mich allesamt nicht begeistern, ich werde sie wohl anschauen, weil es nun mal die Headliner sind. Andere Musikanten sind da schon interessanter. Als da wären:

Coffins: Doom/Death aus Japan. Was ich bisher gehört habe, das ist schon richtig heavy – und angemessen dreckig und rumpelig.

Grand Supreme Blood Court: Ich habe zwar noch keinen Song dieser Band gehört, aber van Drunen singt, das reicht mir als Empfehlung.

Anaal Nathrakh: Diese Band mal live zu sehen, da warte ich eigentlich schon seit Jahren drauf. Und jetzt ist das nach dem „Rock im Betonwerk“ bereits der zweite Auftritt innerhalb von zwei Wochen, dem ich beiwohnen werde.

Vomitory: Einer der letzten Auftritte überhaupt dieser schwedischen Death-Metal-Institution. Alleine deshalb werde ich sie mir anschauen.

Dying Fetus: Zwar mittlerweile altbekannt, aber dieses Geballer geht immer.

Wound: Das Debüt-Album wurde ja sehr gelobt von Chris, also werde ich mal sehen, was die live so drauf haben.

Deserted Fear: Eine der vielen jungen Bands, die sich dem Old School Death Metal verschrieben haben.  Dass sich das live auf jeden Fall lohnt, davon konnte ich mich bereits früher überzeugen.

Fragments of Unbecoming: Melodic Death Metal ist normalerweise nicht so mein Ding, aber wenn es schon mal eine Band aus der alten Heimat auf das Party.San schafft, schaue ich mir die natürlich an. Support your local underground und so, wissenschon.

Hooded Menace: Noch mehr Doom/Death. Über die reitenden Leichen. Wie geil.

Carcass: Legen…wait for it…dary! Muss ich dazu noch mehr schreiben? Ich bin vor Ort.

Sulphur Aeon: Noch ein guter Review von Necroslaughter, noch eine Band von der Zeltbühne, die ich mir anschauen will.

Purgatory: Ich kann zwar schon nicht mehr zählen, wie oft ich diese Band schon gesehen habe, aber bisher hat es sich immer gelohnt. Das wird wohl auch dieses Mal nicht anders sein.

Godstopper

Posted in Doom Metal, Uncategorized with tags , on 9. Mai 2013 by Micha

Ja, ich habe endlich gelernt, wie ich hier den Bandcamp-Player einbauen kann. Deshalb gibt es heute gleich noch mal was auf die Ohren. Auf Empfehlung von MetalSucks: Godstopper aus Kanada. Doom-Sludge-Noise-Alterna-Grunge-Post-Dingens oder so… Ich weiß noch nicht so recht, was ich davon halten soll, ich muss das noch mehr hören…