Archive for the Grindcore Category

Live: Party.San Open Air 2013 – die Mitte

Posted in Death Metal, Doom Metal, Grindcore, Live with tags , , , , , , , , , , , , , , on 20. November 2013 by Micha

Das Aufwärmprogramm am Mittwoch und Donnerstag wäre geschafft, jetzt geht es erst richtig los mit einem vollen Freitags-Programm. Deshalb bleibt auch keine Zeit für langes Herumgammeln, es gilt schließlich, Musik zu hören und Bands zu sehen.

Als erste Kombo stehen gegen Mittag Gutalax auf der Hauptbühne und präsentieren ihren Goregrind. Alle üblichen Zutaten sind vorhanden: ein walzender Groove, Gesang von Schwein bis Klospülung, dumme Sprüche und seltsame Gewandungen. Also im Prinzip nichts Originelles, aber doch ganz unterhaltsam so kurz nach dem Aufwachen. Ein bisschen Math Metal haben sie auch im Programm – zumindest kündigen sie den an, bevor dann alle für etwa 5 Sekunden chaotisch auf ihren Instrumenten herumhauen.

Bei Magrudergrind ist dann erst mal Schluss mit lustig, denn das Trio hat sich dem klassischen Grindcore bzw. Powerviolence verschrieben. Nur mit Schlagzeug, einer Gitarre und Gesang machen sie ganz schön Krawall. Allerdings ist das Ganze auf Dauer auch nicht gerade abwechslungsreich und kann mich nicht allzulange fesseln.

Das ist bei Graveyard anders. Nein, das sind nicht die schwedischen Retro-Hippie-Rocker, sondern die Todesmetaller aus Spanien. Allerdings klingen die auch sehr schwedisch. Mit dem guten alten Kettensägen-Gitarrensound und einem schönen Groove erinnert das ein bisschen an Entombed. Exzellent zum Headbangen geeignet, und eine Band, die einfach Spaß macht.

Auf meiner Liste der anzusehenden Bands stehen auch die japanischen Coffins – eine Band, die man hierzulande wahrscheinlich nicht all zu oft zu sehen bekommt. Schade eigentlich, denn der Auftritt ist ziemlich gut. Mal sind sie langsam, schleppend, doomig und sehr, sehr heavy, dann wieder ziehen sie das Tempo kräftig an und kloppen mit einem lustigen uffta-uffta-Polka-Rhythmus drauflos, gerade richtig, um das Tanzbein zu schwingen.

Martin van Drunen dagegen ist dann doch häufiger live zu sehen. Ich bin zwar ein großer Fan, aber es stellt sich langsam doch die Frage, ob eine weitere Band aus Asphyx- und Hail of Bullets-Musikern unbedingt nötig ist. Grand Supreme Blood Court bieten astreinen Old School Death Metal, keine Frage, und van Drunen geht ab wie immer, aber so besonders groß ist der Unterschied zu den genannten Gruppen eben nicht.

Am Freitag und Samstag ist auch auf der Zeltbühne was los, nicht nur auf der Hauptbühne. Allerdings komme ich wie schon letztes Jahr viel zu selten dazu, mir da eine Band anzusehen. Theoretisch könnte ich zwar zwischen den Bühnen wechseln und würde nur ein paar Minuten verpassen von den einzelnen Auftritten. In der Praxis muss ich aber auch irgendwann mal etwas essen und trinken, das alte Bier wegtragen, mich irgendwo hinsetzen oder einfach nur Pause machen. Deshalb bekomme ich z.B. von Wound, die ich mir eigentlich vorgemerkt hatte, kaum mehr als fünf Minuten mit. Was ich in der kurzen Zeit höre, weiß zu gefallen.

Aber ich muss auch schon bald wieder raus aus dem Zelt, denn auf der Hauptbühne sind Anaal Nathrakh dran. Leider ist der Sound am Anfang recht bescheiden, von den Gitarren ist wieder mal wenig zu hören (kenne ich irgendwie schon vom Rock im Betonwerk). Zum Glück weist ein Zuschauer aus der ersten Reihe V.I.T.R.I.O.L. darauf hin, der das dann gleich weitergibt an den Mann am Mischpult. Schon klappt das. Es geht ab wie schon kurz vorher beim Auftritt in Chemnitz, nur besser. Also ganz, ganz großartig. Zwischendurch wird auch mal Kvarforth als Gastsänger auf die Bühne geholt. Der hat sich die Nase zugepappt mit Tape, schwenkt seine Schnapsflasche und steuert ein paar kranke Schreie bei. Das kommentiert V.I.T.R.I.O.L. ganz seinem Künstlernamen entsprechend mit den Worten „the finest example of humanity“ und zum Abschied mit der Bemerkung, dass er eigentlich von Kvarforth mehr (was? mehr Irrsinn?) erwartet hätte.

Nach dieser beeindruckenden Show haben es Vomitory bei mir schwer, obwohl sie bei ihrem allerletzten Auftritt auf deutschem Boden die dicke Todesblei-Keule auspacken. Sie kommen zwar aus Schweden, sind aber deutlich brutaler als der übliche Schweden-Death. Kompromisslos, druckvoll, unerbittlich – damit lässt sich das Geprügel beschreiben.

Jetzt ist es an der Zeit, im Zelt vorbei zu schauen, denn dort spielen Alchemyst und zelebrieren ihre finsteren okkulten Rituale. Soll heißen: Sie spielen düsteren, atmosphärischen Death Metal, ähnlich wie beispielsweise Venenum. Ein wirklich sehr guter Auftritt.

Und wo ich schon mal da bin, bleibe ich gleich für die Show von Fragments of Unbecoming. Es wird gleich deutlich melodischer. Glücklicherweise ist die Musik nicht so quietschig/cheesy/poppig wie die meiste, die heute so unter dem Label „Melodic Death Metal“ geboten wird, sondern es ist trotzdem noch genug Rumms dahinter. Mit dem hervorragenden Alchemyst-Auftritt können sie allerdings nicht ganz mithalten, der Gig ist aber immerhin ganz solide.

Draußen auf der Hauptbühne sind mittlerweile Unleashed zugange. Es herrscht die übliche Partystimmung, die bekannten Mitsing-Spielchen zu Death Metal Victory und anderen Klassikern werden zelebriert. Ich habe mich an dieser Band aber in den letzten Jahren, wo ich sie schon oft gesehen habe, irgendwie sattgehört und -gesehen, deshalb nehme ich den Auftritt eher als Hintergrundkulisse für den Abendimbiss (fest + flüssig) mit.

Meinen Freitags-Headliner Dying Fetus habe ich zwar auch schon häufiger live gesehen, aber trotzdem können die Brutalos aus Maryland mich immer wieder begeistern. So auch heute – sie prügeln sich mal wieder gnadenlos brutal und dabei dennoch präzise wie ein Uhrwerk und mit gelegentlichen technischen Spielereien durch ihr Set. Auf Rumgerenne, Mitmach-Spielchen oder sonstiges Gehampel auf der Bühne muss das Publikum dabei verzichten, die Jungs stehen so, wie man sie schon seit vielen Jahren kennt, hochkonzentriert wie angewurzelt auf einem Fleck. Aber wen stört das, solange es so dermaßen was auf die Omme gibt?

Und weil danach sowieso nichts mehr vergleichbares kommen kann, war es das an Live-Musik für diesen Tag – zumindest für mich. Metal-Disko natürlich noch, eh klar, oder?

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Live: Rock Im Betonwerk 2013

Posted in Death Metal, Grindcore, Heavy Metal, Live, Thrash Metal with tags , , , , , , on 13. September 2013 by Micha

Rock im Betonwerk 2013

25.-27.07.2013 – Mittelbach, Betonwerk

Kann es sein, dass Metal „In“ ist? Halt, halt, das war eine rhetorische Frage. Ganz klar ist das der Fall, wenn nicht nur die etablierten Festivals jeder Größenordnung über von Jahr zu Jahr steigende Besucherzahlen berichten, sondern sogar ein Industriebetrieb auf die Idee kommt, auf dem Betriebsgelände mitten im Gewerbegebiet eine eigene Open-Air-Veranstaltung aufzuziehen.

Das „Rock im Betonwerk“ entstand vor ein paar Jahren als kleine Veranstaltung für Kunden der Heidelberger Betonelemente GmbH & Co. KG (schon fast ein Stück Heimat) in Chemnitz-Mittelbach. Am Anfang war das noch eine recht übersichtliche Veranstaltung hauptsächlich mit Cover-Bands. Mit der Zeit ist das Ganze zu einem drei Tagen dauernden Event angewachsen, bei dem sich nicht nur bekannte Bands wie Exodus oder Amorphis auf der Bühne ablösen, sondern auch immer wieder mal interessante Kombos auftreten, die man nicht alle Tage zu sehen bekommt, wie z.B. Gorguts im letzten Jahr.

Allerdings war ich trotzdem noch nie bei dieser Veranstaltung zugegen, da diese bisher immer am Party.San-Wochenende stattfand. Dieses Jahr allerdings ist der Termin um zwei Wochen nach vorne verschoben, also kann ich mir das auch mal anschauen. Ein kurzer Blick in die Running Order offenbart, dass eigentlich nur der Freitag für meinen Besuch in Frage kommt. Übernachten wollte ich sowieso nicht dort auf dem Zeltplatz direkt an der Bundesstraße – bei der kurzen Anfahrt wäre das auch fast ein bisschen so, wie im eigen Garten zu zelten.

Als ich am späten Nachmittag auf dem Gelände ankomme, spielen gerade Kissin‘ Dynamite. Schwäbischer Glam Metal, das muss ich nicht unbedingt sehen, also bleibt um so mehr Zeit, sich mal auf dem Gelände umzuschauen. Der Veranstaltungsort ist eine große Betonfläche auf dem Betriebsgelände des Werks, an einem Ende ist die nicht gerade kleine Bühne aufgebaut, am anderen eine Art Biergarten mit Bänken und Tischen unter Sonnenschirmen. Die sind auch nötig, knallt doch an diesem Wochenende die Sonne ordentlich vom Himmel, bei Temperaturen deutlich über 30 Grad. Eine durchaus beachtliche Anzahl an Ständen und Buden für Speis und Trank verteilt sich ebenfalls auf dem Gelände. Hat ein bisschen was von Brauereifest, das Ganze.

Eine zweite Bühne (unpassenderweise „Black Stage“ genannt) befindet sich in einer benachbarten Werkhalle. Diese und die „Metal Stage“ im Außenbereich werden immer im Wechsel bespielt, wobei das interessantere Programm eindeutig in der Halle zu finden ist.

Die erste Indoor-Band für mich ist Fleshgod Apocalypse. Die Italiener kommen mit Frack, Hemd und Fliege auf die Bühne. Außerdem haben sie noch ein echtes Klavier samt Pianist und eine Sängerin mit dabei. Allerdings ist von diesen Extras erstmal nichts zu hören, denn bei dem Sound in der Halle ist es erstmal nicht so einfach, überhaupt die einzelnen Instrumente herauszuhören. Im Laufe der Zeit wird das besser, dann sind auch mal Klaviermelodien oder Opernarien-Gesang zu hören. Allerdings waren solche symphonischen oder Klassik-Elemente im Metal noch nie so meins. Wenn ich mir die mal wegdenke, bleibt ein eher technischer Death Metal, der mich aber auch nicht gerade packen kann. Also insgesamt für mich eine Band, die ich mal so mitnehme, aber nicht unbedingt sehen muss.

Zwischendurch auf der Außenbühne: Turisas. Meh.

Wieder innen in der kühlen Halle steht jetzt der Auftritt der Band an, die der Hauptgrund für meinen Besuch hier ist. Aus der Kategorie „sieht man nicht alle Tage“: Anaal Nathrakh. Ich muss mich mal eben nach vorne durch – aber viel drängeln muss ich gar nicht, die Besucherreihen sind relativ spärlich. Da hätte ich eigentlich größeres Interesse erwartet. Die Abwesenden verpassen einen guten Auftritt. Dave Hunt aka V.I.T.R.I.O.L. zeigt eine energische Performance und eine variable Gesangsleistung von clean bis fies, allerdings nicht ganz so extrem wie auf Konserve. Für das ganz kranke, punkige Geschrei wird auf die Dienste des Bassisten zurückgegriffen. Der Sound ist auch hier wieder nicht optimal, mit zu leisen Gitarren, allerdings wird der nach meinem Eindruck mit der Zeit besser. Oder das ist einfach nur meine Begeisterung für Songs wie More of Fire than Blood oder Volenti non fit iniuria, die mich alles das vergessen lassen… Beim Party.San werden dann doch wohl hoffentlich mehr als die paar Hanseln heute diese tolle Band sehen wollen.

Zwischendurch auf der Außenbühne: Pain. Meh. Aber die Lightshow ist ganz gut (mittlerweile ist es dunkel).

Drinnen wird es dann technisch mit Obscura. Und siehe da, jetzt passt offenbar alles mit dem Sound. Ist auch besser so bei den gebotenen Instrumental-Kunststücken. Die progressiven musikalischen Verrenkungen sind gut zum Hören und Staunen, weniger zum Haareschütteln und Abgehen. Trotzdem durchaus interessant – das finden offenbar auch eine Menge andere Zuschauer, denn die Halle ist jetzt wieder gut gefüllt. Mit dem obligatorischen Death-Cover (wenn ich mir nur gemerkt hätte, welchen Song sie da covern) wird der Auftritt abgeschlossen.

Jetzt auf der Außenbühne: Suicidal Tendencies als Headliner. Irgendwie war ich nie ein großer Freund des Crossover-Thrash, und schon gar nicht von diesem ganzen Skater-Gedöns. Knackig-aggressive Riffs und dicke Moshparts hamse trotzdem. Mir reicht es allerdings, mir das Spektakel von der Seitenlinie anzuschauen. Habe ich die Kameraden also auch mal live gesehen.

Offenbar um keinen Ärger mit den Nachbarn zu bekommen, spielen die letzten drei Bands in der Halle, sozusagen als „Post-Headliner“. Von diesen habe ich mir gleich zwei auf der Running Order dick angestrichen.

Da wären einmal Lock Up. Exzellenten Deathgrind ballern die mir um die Ohren. Kein Wunder, wenn die Herren Embury, Lindberg, Barker und Reisenegger gemeinsam aufspielen, dann kann man Qualität erwarten. Eine Supergroup quasi, auch wenn die Beteiligten diese Bezeichnung anscheinend nicht so gerne hören. Leider wollen nur wenige diesen Auftritt sehen, ein paar wenige Zuschauer verlieren sich in der Halle. Zum Glück lassen sich die Musiker davon nicht aus dem Konzept bringen und knüppeln ordentlich drauflos. Ach ja, ein Terrorizer-Cover (Storm of Stress) gibt es wie schon beim Party.San-Auftritt, als ich sie das erste Mal live gesehen habe, auch wieder. Sicherlich zu Ehren des verstorbenen Terrorizer- und Lock Up-Gitarristen Jesse Pintado.

Brutal Truth schließlich setzen ganz auf Grindcore von der etwas chaotischen Sorte. Es sind sogar noch weniger Zuschauer anwesend als zuvor. Hutträger, Barfußfan und Frontsau Kevin Sharp lässt sich nicht beirren und wirbelt trotzdem wie aufgezogen über die Bühne. Auf jeden Fall unterhaltsam.

Plötzlich sind sie alle wieder da, die Zuschauer, sobald die Excrementory Grindfuckers die Bühne betreten. Es ist richtig rappelvoll. Ich muss mich schon sehr wundern über den Musikgeschmack hier und heute. Denn auch in Death und Grind verpackt – Schlager bleibt Schlager und damit prinzipiell Mist. Einmal habe ich diese Band zuvor gesehen, das reicht dann auch. Ich hänge nur noch ein bisschen rum, bis das letzte Bier ausgetrunken ist, dann aber nix wie weg.

Das „Rock im Betonwerk“-Festival wird sicherlich kein neuer Pflichttermin für mich, aber ich werde wahrscheinlich in Zukunft doch ab und an hier dabeisein, wenn das Billing halbwegs passt. Das wird von Fall zu Fall entschieden. :-)

FUBAR

Posted in Grindcore with tags , on 18. Mai 2013 by Micha

Das passt ja wiedermal wie der Allerwerteste auf den Eimer: Gestern konnte ich an der feinen Krachveranstaltung mit F.U.B.A.R. im Dresdner Skullcrusher nicht teilnehmen, dafür kann ich mir heute den Stream des nächste Woche erscheinenden neuen Albums Lead Us To War anhören. Der Trostpreis sozusagen. Bitteschön:

(The Ritual)

Grind-Test

Posted in Grindcore with tags , on 5. Mai 2013 by Micha

Eigentlich nur ein Test, ob ich hier den Bandcamp-Player einbinden kann…

Wo ich schon dabei bin, kann ich das gleich mit guter Musik versuchen:

Pig Destroyer live in Tokio

Posted in Grindcore with tags on 14. April 2013 by Micha

So, Wochenende ist rum. Wie immer war es viel zu kurz. Zum Trost hier einfach mal etwas Geschrei – Pig Destroyer live in Tokio:

Tierisch

Posted in Death Metal, Fun, Grindcore with tags , , , , on 16. Dezember 2012 by Micha

Anderswo gibt es zum Sonntag ja immer mehr oder weniger flauschige Viecher, hier dagegen heute mal tierische Krawallmusik:

Caninus (via BoingBoing)

Ich dachte ja erst, mein Schwein pfeift, aber es handelt sich wohl um echtes Mops-Geschrei (via MetalSucks).

Nicht nur Hunde können Musik machen, auch Papageien wollen sich offenbar ab und an mal künstlerisch betätigen. Hatebeak haben übrigens schon Splits mit Birdflesh (wie passend) und den oben verlinkten Caninus veröffentlicht.

Und damit einen schönen Rest-Sonntag noch.

Live: Metalfestival für krebskranke Kinder

Posted in Death Metal, Grindcore, Live with tags , , , , , , on 24. Oktober 2012 by Micha

06.10.2012 – Dresden, Skullcrusher

Das zweitägige Metalfestival für krebskranke Kinder ist der alljährliche Saison-Höhepunkt in der „Panzerküche“ des Dresdner Skullcrusher-Vereins. Die Einnahmen des Benefiz-Festivals kommen dem Sonnenstrahl e.V. zugute, einem Verein, der krebskranke Kinder und deren Eltern unterstützt. Oder, um das Ganze mal unzulässig zu verkürzen: „Saufen gegen Krebs“ ist angesagt.

Ich bin allerdings nur am Samstag dabei, zwei Abende hintereinander nach Dresden zu fahren ist mir dann doch zu viel. Man wird schließlich nicht jünger.

Ich komme tatsächlich punktgenau im Etablissement an – gerade als ich die Räumlichkeiten betrete, startet die erste Band des Abends, Amoclen, ihren Auftritt. Solider Tschechen-Grind mit Doppel-Vocals und ordentlich Geballer vor die Rübe – das ist mein erster Eindruck. Beim etwas genaueren Hinhören offenbaren sich dann allerdings noch ein paar Einzelheiten, wie die durchaus geschickten Wechsel zwischen Geschredder und walzendem Mid-Tempo. Und hat da der Gitarrist etwa gerade zu einer Runde Gegniedel angesetzt? Das Ganze macht durchaus Laune, im allgemeinen ist die Stimmung im Saal bei dieser ersten Band allerdings doch noch eher verhalten.

Nun erledige ich erst mal das, was ich schon bei meinem Eintreffen vorhatte, ich begebe mich in das Edel-Restaurant um die Ecke. Das sorgt für einen wichtigen Erkenntnisgewinn: Ein Bauernfrühstück kann auch abends um acht noch munden. Ansonsten vergesse ich dort in geselliger Runde etwas die Zeit, weshalb ich den Auftritt von Demogorgon komplett versäume.

Stattdessen bin ich wieder zurück zur Show von Truppensturm, ehemals Sturmtruppen. Die haben mich ja schon beim letztjährigen Party.San nicht gerade begeistert, aber ich habe es wirklich nochmal versucht, ganz ehrlich. Ich drängele mich sogar nach vorne durch. Aber es nützt alles nix, mit dieser Band kann ich einfach nichts anfangen.

Während ich mich noch mit Nachschub an Flüssigtreibstoff versorge, bricht die Zombie-Apokalypse los: Eine Horde Untoter wankt stöhnend und blutüberströmt durch die Menge. Statt aber die Anwesenden anzuknabbern, steigen sie auf die Bühne und fangen an, Krach zu machen. Zombie Inc. sind da! Prominentestes Mitglied dieser österreichischen Truppe ist sicherlich Martin Schirenc – ich sach nur Pungent Stench!  Allerdings wäre mir das glatt entgangen, hätte ich das nicht nachgelesen, unter der aufwändigen Zombie-Maskerade ist er wirklich nicht zu erkennen. Musikalisch gehen die Herren durchaus ähnlich zu Werke wie die zuvor erwähnten Ober-Ösis: sehr, sehr Old School, dreckig und verrottet. Zumindest nach dem, was ich mitbekomme, während ich nicht gerade damit beschäftigt bin, den reichlich ins Publikum geworfenen Kadaver-Teilen (ich hab mir das Zeug nicht so genau angeschaut :-) auszuweichen. Glück gehabt – der Schmodder klatscht zwar links und rechts von mir auf den Boden, etwas bleibt oben in der Lichtanlage hängen (lecker!), aber ich bekomme nichts ab.

Old School geht es danach weiter mit Krow aus Brasilien. Sie mögen offensichtlich ihren Death Metal etwas thrashiger. Das leicht hibbelige Drumming, die sägenden Gitarren und der insgesamt relativ ungeschliffene Sound versetzen mich glatt zurück in die frühen Neunziger. Nur falls das nicht klar genug ist: das ist positiv gemeint, mir gefällt der Auftritt,  mehr gibt’s aber dazu trotzdem nicht zu sagen.

Nu aber endlich – Zeit für den Headliner. Haemorrhage betreten die Bühne, natürlich stilecht mit Kunstblut besudelt und  mit der obligatorischen OP-Bekleidung. Diesmal hat Sänger Lugubrious sein Gehirn im Glas zu Hause gelassen, hat dafür aber ein Bein dabei als kleinen Snack. Überhaupt ist er ständig in Bewegung und am Rumhampeln, um dem Publikum noch ein bisschen einzuheizen. Das lässt sich nicht lange zum Tanz bitten, um zu groovy Goregrind gemeinsam zu schunkeln. Sprich: Die Stimmung ist hervorragend, wie sich das für einen Headliner gehört. Nach einer kurzweiligen Show mit einem bunten Querschnitt durch das Schaffen von alt bis aktuell (soweit ich das feststellen kann) ist dann irgendwann doch Schluss.

War also mal wieder gut beim Skullcrusher. Und gut, dass ich nach mehreren Jahren Pause mal wieder dieser Veranstaltung beiwohnen konnte. Vielleicht komme ich ja in Zukunft mal wieder öfter da hin. :-)