Archiv für Chronical Moshers

Live: Chronical Moshers Open Air 2010 – Fortsetzung

Posted in Live with tags , , , , , , , , , , , , , on 1. Juli 2010 by Micha

Zum ersten Festival-Tag? Hier entlang.

Der erste Eindruck vom Samstag beim Blick aus dem Zelt: feucht und kühl. Glücklicherweise kommt doch im Lauf des Tages noch die Sonne heraus, und es gibt nur einen kurzen Regenschauer am Nachmittag. Soweit also alles noch im grünen Bereich.

Musikmässig gibt es an diesem Tag eine Zusatzband, eine Absage und eine Ersatzband.

ORC: die erwähnte Zusatzband, die erst kurz davor angekündigt wurde durch einen Aushang. Das besondere dabei: die Bandmitglieder sind zwischen 10 und 13 Jahren alt! In einem Alter, in dem die meisten wahrscheinlich nicht mal wissen, wie man eine Gitarre richtig hält, schreiben die Kerle bereits ihre eigenen Songs und stehen regelmäßig auf der Bühne. Hut ab! Und endlich kann ich mal einen Song über Schweinefleisch hören :-)

Napalm Entchen: gewissermassen Fun-Grind, mit zwei Sängern, wobei die Growls anscheinend aber von einem Fan übernommen werden, der immer wieder auf die Bühne steigt (so habe ich das zumindest mitbekommen – ganz wach war ich aber noch nicht, und von Anfang an habe ich den Auftritt auch nicht gesehen). Hört sich auf jeden Fall sehr gut an, das sollten sie in Zukunft immer so machen. :-)

Venena: Danach gibt’s wieder Thrash. Erinnert mich etwas an Metallica zu den guten alten Master of Puppets-Zeiten, die Besonderheit hier ist aber, dass ein großer Teil der vorgetragenen Songs deutsche Texte hat. Das ist mal was anderes… Zum Ende des Auftritts gibt’s noch einen kleinen Schreck, als der Sänger zusammenklappt (stehe mal wieder zu weit hinten rum, so dass ich keine Einzelheiten mitbekomme). Zum Glück war er schnell wieder auf den Beinen.

Warhammer: Rumpelig, roh, primitiv fällt mir als Beschreibung der Musik der Hellhammer-Fanatiker aus dem Ruhrpott ein. Das muss nichts Schlechtes sein, allerdings fehlt mir bei diesem Gig doch sehr die Abwechslung, das Ganze ist recht monoton.

Milking the Goatmachine: Ich finde ja, dass sich die Ziegenbock-Masche mit den Masken, Pseudonymen und dem ganzen Drumherum doch irgendwie schnell abnutzt. Das ist bei dem Auftritt hier aber wurscht, der Death/Grind von Goatleeb & Co. geht mächtig in die Beine – die Zuschauer sind so langsam aufgewacht und moshen, was das Zeug hält (auch wenn die Reihen vor der Bühne zu diesem relativ frühen Zeitpunkt noch recht licht sind).

Andras: Pagan Metal aus dem nahen Erzgebirge. Pagan Metal ist sowieso nicht so mein Ding, dazu kommt hier noch der Einsatz von klarem Gesang und die Absicht, besonders „epische“ Musik darzubieten. Damit kann ich überhaupt nichts anfangen. Aber zwischendurch eine Pause tut ja auch mal gut :-)

Gorilla Monsoon: die Southern/Sludge-Metal-Band aus Dresden habe ich bestimmt seit mindestens zwei Jahren nicht mehr live gesehen, entsprechend gespannt bin ich auf den Auftritt heute. Und meine Erwartungen werden nicht enttäuscht – die Herrschaften sind immer noch so gut, wie ich sie in Erinnerung habe. Kennzeichnend für diesen „Hellrock“ sind  der fette Bass-Sound und Grooves, die zäh aus den Boxen quellen. Sicher keine „Pussy-Band“, auch wenn Frontmann Jack Sabbath sich und seine Mitmusiker scherzhaft als eine solche ankündigt.

Pandemia: Tja, und hier kommen wir zur oben erwähnten Absage, denn eigentlich sollten die Grinder von Cliteater zu diesem Zeitpunkt spielen. Die mussten ihren Auftritt wegen eines Autounfalls leider kurzfristig absagen, deshalb springen die Tschechen von Pandemia ein. Sehr ärgerlich, denn Cliteater war für mich eines der Highlights hier. Pandemia hingegen erscheinen mir als solider Durchschnitt – Death Metal mit ein bisschen Geballer, ein bisschen thrashige Melodien, aber nichts, was mich vom Hocker reißt.

Fleshcrawl: Todesmetall alter Schule, in der Tradition der alten Schweden. Das ist nun zwar auch nicht sonderlich originell, macht aber richtig Spaß, denn der Fünfer lässt es ordentlich krachen. Das Zelt ist mittlerweile auch sehr gut gefüllt, und die Zuschauer lassen fleißig die Haare fliegen.

Disbelief: Eigentlich gehört diese Band nicht zu meinen bevorzugten, das liegt an der ganz speziellen Depri-Atmosphäre ihrer Songs. Eines muss ich den Hessen allerdings lassen: Sie sind live einfach eine Macht. Das zeigen sie auch an diesem Abend wieder. Wuchtig und voller Energie präsentieren sie sich, während sie Kracher wie Sick, Rewind it all oder To The Sky raushauen.

Scar Symmetry: diese Band habe ich vor nicht all zu langer Zeit schon einmal gesehen und fand sie damals ziemlich schlecht. Besonders der klare Gesang des neuen Sängers war ein arges Gejaule. Das funktioniert heute zwar deutlich besser, aber das hilft der Musik in meinen Augen nur bedingt weiter, denn insgesamt wirkt das ganze irgendwie… poppig. Sowas will ich eigentlich nicht hören, und anscheinend geht es vielen anderen ähnlich, denn das Zelt leert sich deutlich. Disbelief hätte ich mir als Headliner eher vorstellen können.

Aber insgesamt ist das trotzdem nur ein kleinerer Kritikpunkt, da ich ja doch im Laufe des Wochenendes einiges an guter Musik zu hören bekommen habe. Die Chronical Moshers haben offenbar ein Händchen dafür, aus lokalen Bands, eher „undergroundigen“ Kapellen und einigen bekannteren ein interessantes Programm zusammenzustellen.

Einen Riesenspaß hat’s mal wieder gemacht, und wenn nichts dazwischenkommt, bin ich nächstes Jahr wieder dabei.

Live: Chronical Moshers Open Air 2010

Posted in Live with tags , , , , , , , on 24. Juni 2010 by Micha

11./12. 06. 2010 – Hauptmannsgrün, Mühlteich

Wie hier bereits zu lesen war, konnte ich vor Kurzem auch endlich die Open-Air-Saison eröffnen. War mal wieder richtig geil bei den Chronical Moshers. :-)

Aber ein kleines bisschen ausführlicher: Wie üblich bin ich gemütlich Freitag Nachmittag angereist – anders als in den letzten Jahren war der Zeltplatz aber um diese Zeit schon richtig gut gefüllt. Bei bestem Sommerwetter schnell ein Plätzchen gesucht, das Zelt aufgebaut und ein paar Bekannte begrüßt, denn gleich darauf geht’s auch schon los mit der ersten Band.

Es spielen auf zum Tanz:

Enchained in Carnage: stellen ihre Musik als „brutalen technischen Death Metal“ vor, wobei mir live eher der brutale als der technische Anteil zu dominieren scheint. Auf jeden Fall aber prima Geballer, das genau so gut runtergeht wie das erste Bier des Wochenendes. Gute Musik und lecker Bier (hmmm, Sternquell) – so kann’s weitergehen. :-)

Furnaze: Thrash Metal mit schönem Old-School-Feeling, neben der angemessenen Aggressivität gibt es auch noch leichte Einflüsse von melodischerem Heavy Metal. So dauert es auch nicht lange, bis vor der Bühne richtig was los ist und fleissig die Matten geschwungen werden – die Band hat auch sichtlich Spass an diesem Auftritt.

Dead: eine der Bands, auf deren Auftritt ich mich besonders gefreut habe – und die „Stars du Rock Porno“ enttäuschen nicht. Ganz im Gegenteil zeigen sie mit ihrem groove-betonten Porn/Goregrind, wo der Hammer hängt. Dementsprechend bildet sich in kürzester Zeit der schönste Moshpit. Dazu noch ein paar unterhaltsame Ansagen, fertig ist der Spitzenauftritt.

Paragon Belial sind relativ kurzfristig in’s Billing gerutscht, nachdem es im Vorfeld Absagen gab. Mir ist das Gebotene zu schwarz und zu trve, deshalb lege ich erstmal eine kleine Erholungspause ein.

Big Ball: als Headliner für den Freitag noch eine Band, die es nicht mehr auf den Flyer geschafft hat. Dabei handelt es sich um die Zweitband des Debauchery-Scheffs. Der „Gruselrocker aus der Bild-Zeitung“ hat ja schon mit dem letzten Debauchery-Album Rockers & War gezeigt, dass er neben Death Metal auch ein Faible für Hardrock a la AC/DC hat. Und genau diesen spielt er dann auch mit Big Ball. Ein paar Growls ab und zu kann er sich dann doch nicht verkneifen, und eine Cover-Version des Debauchery-Songs Blood for the Bloodgod als Hardrock-Version gibt es auch noch. Obwohl die Band bei weitem nicht mit dem Härtegrad der vorhergehenden mithalten kann, wird sie trotzdem abgefeiert. Einerseits liegt das sicher auch am Alloholpegel, andererseits macht es auch einfach verdammt Spass, zu erleben, wie sich die Jungs den Arsch abrocken.

Nach der Party kann man natürlich nicht einfach so ins Zelt kriechen, deshalb wird erst mal der Bierstand umlagert. Ob der wie im vorigen Jahr die ganze Nacht durch geöffnet hat, kann ich leider nicht überprüfen, da mich, während es am Horizont langsam wieder hell wird, eine plötzlich und unerklärlich auftretende Müdigkeit überfällt.

Und weil dieser Artikel sonst zu lang wird (und ich langsam keinen Bock auf’s Tippen mehr habe), gibt es für den Samstag demnächst einen eigenen Artikel. Stay tuned!

Chronical Vorfreude

Posted in Gelaber with tags , , on 10. Juni 2010 by Micha

Morgen geht’s los – das erste Open Air dieser Saison. Alles ist gepackt, und morgen Nachmittag nach der Arbeit werde ich mich schön gemütlich auf den Weg machen zum Chronical Moshers Open Air. Und weil’s gerade so gut passt, habe ich hier noch ein paar Fotos vom CMOA 2007. Neuere Bilder habe ich nicht, weil ich irgendwann aufgehört habe, bei allen Konzerten zu knipsen.

Festival-Update

Posted in Uncategorized with tags , , , , on 21. März 2010 by Micha

Vor Weihnachten hatte ich ja schon  mal kurz über die dieses Jahr anstehenden Festivals berichtet. Dieses Wochenende habe ich endlich mal nachgeschaut, was es da an Neuigkeiten gibt.

Das Billing des PartySan ist komplett, und ich finde es zwar nicht ganz so stark wie z.B. das von 2008, aber es sind auf jeden Fall genug Bands dabei, auf die ich mich schon jetzt freuen kann.

Suffocation zum Beispiel – gerade erst gestern gesehen, und demnächst schon wieder auf dem PartySan. Ich erwarte eine fette Show, genauso wie von Cannibal Corpse. Napalm Death sind sowieso eine Bank. Und wenn Shane schon mal da ist, kann er gleich nochmal mit Lock Up auftreten – ich bin gespannt. Asphyx durfte ich auf ihrem Reunion-Gig auf dem PartySan 2007 erleben, und danach auch ab und zu. Ich sehe diese Band immer wieder gerne. Dying Fetus dürfte wieder mal derbes Death/Grind-Geprügel abliefern, Origin sollte genauso brutal sein, aber dazu noch mit reichlich Gefrickel. Das wird wohl auch Necrophagist bieten. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich diese Band vor einigen Jahren mal als Support für Bolt Thrower gesehen, aber seitdem nie wieder. Deshalb wird es mal wieder Zeit.

Ach ja, Experten und Auskenner sagen, dass der zur Zeit noch geheime Headliner wohl Autopsy sein wird. Das wäre cool.

Vom Chronical Moshers Open Air gibt es inzwischen auch ein vollständiges Billing. Scar Symmetry als Headliner finde ich jetzt nicht so toll, da halte ich mich lieber an Disbelief. Wenn ich mir deren Auftritte, die ich bisher gesehen habe, ins Gedächtnis rufe, dann gehe ich davon aus, dass die das Bühnen-Zelt mächtig rocken werden. Dann gibt es auch die Gelegenheit, Milking the Goat Machine mal zu begutachten, die ja von Nuclear Blast mächtig gepusht werden. Gorilla Monsoon wollte ich schon länger mal wieder sehen, schön, dass ich mir ihren „Hellrock“ mal wieder live geben kann. Gleich zweimal Porngrind gibt es mit Cliteater und Dead – das wird bestimmt interessant. :)  Von den anderen Bands lasse ich mich einfach mal überraschen.

Insgesamt ein stärkeres Billing als letztes Jahr, der Besuch wird sich auf jeden Fall wieder lohnen.

Festivals 2010

Posted in Uncategorized with tags , , , , on 20. Dezember 2009 by Micha

In den letzten Tagen gab es nebenan die ersten Artikel zu lesen über die nächste Open-Air-Saison. Nachdem mein Urlaub für nächstes Jahr inzwischen genehmigt ist, kann ich jetzt auch schon mal auf ein paar Veranstaltungen hinweisen. Schließlich habe ich damit bereits den ersten Schritt auf dem Weg zum nächsten Festival getan.

;)

Der wichtigste Termin im Festivalkalender ist natürlich das PartySan Open Air. Allzuviele Informationen gibt es über das Billing noch nicht, aber immerhin sind unter anderem Cannibal Corpse und Suffocation dabei. Ich bin gespannt, welche Bands noch dazu kommen werden. Bisher haben die Macher noch jedesmal ein fettes Billing zusammenbekommen.

Der zweite feste Termin ist das Chronical Moshers Open Air. Das findet etwa 50 km entfernt statt, also praktisch direkt vor der Haustür. Das ist aber nicht der Grund, warum ich da jedes Jahr hingehe. Ein dicker Pluspunkt ist auf jeden Fall die Atmosphäre dort: Das Festival wird von den Chronical Moshers, dem nach eigenen Aussagen ältesten Metal-Club Deutschlands, veranstaltet. Entsprechend kennen sich dort anscheinend auch alle untereinander, es geht sehr familiär zu. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes – am Samstag Nachmittag bringen Metal-Mami und Metal-Papi des öfteren den Nachwuchs mit, damit der auch mal gute Musik hören kann. Insgesamt einfach eine sehr entspannte Angelegenheit.

Etwas ganz besonderes ist auch die Lage des Festivalgeländes: Das Open Air findet auf einem Campingplatz am Waldrand statt, was erstmal den Vorteil hat, dass dessen sanitäre Anlagen für das Festival benutzt werden können. Noch viel besser ist aber, dass direkt nebenan auch ein kleiner Badesee liegt, der natürlich ausgiebig genutzt wird von den Festivalbesuchern – gerne auch nachts nach der letzten Band.

Obwohl es sich um ein recht kleines Festival handelt (ich vermute, dass sich höchstens ein paar hundert Besucher im Zelt vor der Bühne einfinden), gelingt es den Veranstaltern trotzdem immer wieder, neben den „local heroes“ und Underground-Bands auch bekanntere Namen ins schöne Vogtland zu holen. Unter anderem haben schon Vader und Illdisposed dort gespielt. Für das nächste Festival sind erst wenige Bands angekündigt, die bekannteste davon sicherlich Cliteater.

Ein kleines, aber feines Festival, das ich nur empfehlen kann.

Weitere Festivals nächstes Jahr, die auf meiner „man müsste mal…“-Liste stehen:

  • In Flammen Open Air: war bisher nur auf dem allerersten IFOA, eigentlich wird’s mal Zeit für einen weiteren Besuch.
  • Hells Pleasure
  • Death Feast: Leider am selben Wochenende wie das CMOA :( – aber schon jetzt mit einigen Highlights im Billing.

Und zu guter Letzt möchte ich noch erwähnen, dass ich Wacken wie bisher auch dieses Mal gar nicht erst in Erwägung gezogen habe. Beim „Mallorca des Metal“ kommt einfach zu viel zusammen, was mir nicht passt: ein Billing, bei dem mir sowieso immer nur ein paar der vielen Bands zusagen, hoher Preis und weite Anreise, riesige Menschenmassen mit allen Folgen, die so etwas hat (möglichst frühe Anreise, sonst gibt es keinen guten Zeltplatz mehr; kilometerlange Fußmärsche, lange Schlangen und eine Bühne, die man nur von Ferne erahnen kann). Das muss ich nicht haben.