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Live: Chronical Moshers Open Air 2012 – Tag 1

Posted in Death Metal, Live with tags , , , , , , , , on 18. Juli 2012 by Micha

08.-09. 06. 2012 – Hauptmannsgrün, Mühlteich

So wie jedes Jahr – das Chronical Moshers Open Air. Endlich mal wieder ein Wochenende unter normalen Leuten.

Als erstes muss ich mich mal etwas korrigieren: Das Festival ist gar nicht mehr so besonders klein. Als ich vor ein paar Jahren das erste Mal da war, standen tatsächlich nur ein paar wenige Zelte auf der Wiese, der Parkplatz war auch nicht ganz voll. Mittlerweile gibt es einen zweiten Zeltplatz, früher war das die Liegeweise am Mühlteich. Letztes Jahr standen dort ein paar Zelte, dieses Jahr war der Platz knallvoll. Auch der Parkplatz musste kräftig erweitert werden. Das Festival ist also in den letzten Jahren ordentlich gewachsen, irgendwo war die Rede von 1000 Besuchern.

Und dennoch fühlt sich das Ganze immer noch so irgendwie klein und gemütlich an, etwa so wie ein Wochenendausflug mit Camping mit den Kumpels. Liegt vielleicht daran, dass sich der Kommerz-Zirkus glücklicherweise sehr in Grenzen hält: es gibt nur einen einzigen fliegenden Händler mit einem kleinen Stand, der sich auch speziell dem metallischen Untergrund widmet. Von den großen Firmen im Hard&Heavy-Bereich ist weit und breit nix zu sehen. Sonst gibt es nur noch ein paar Gelegenheiten für Mampf und Suff, zur Verfügung gestellt von regionalen Lieferanten. Mehr braucht es nicht für eine gute Party.

Und die Party fängt Freitag Nachmittag schon mit der ersten Band an. Artless ist, soweit ich es mitbekommen habe, die „Hausband“ der Chronical Moshers. Entsprechend bringen sie gleich eine Menge Fans und Freunde mit, so dass das Zelt schon beim Opener gut gefüllt ist. Die Band lässt sich zwar grob unter ‚Melodic Death Metal‘ einordnen, ist aber zum Glück nicht so dudelig oder poppig wie viele Kollegen, sondern bringt stattdessen eine gesunde Härte mit. Macht auf jeden Fall Spass, der Auftritt.

Bei der nächsten Band wird das Zelt dann allerdings ganz schnell wieder ziemlich leer. Ganymed liefert eine Pantera-Cover-Show ab. So sehr ich mich auch freue, Klassiker wie Cowboys from Hell oder Primal Concrete Sledge zu hören – für den „Tough-Guy-Metal“ der Originale hat der Gesang hier nicht genug Power und ist mir insgesamt etwas zu dünn.

Danach gibt es eine kurzfristige Programmänderung – statt der angekündigten Kali-Yuga spielen Ravenpath. Ganz offensichtlich liegt der Schwerpunkt hier auf eingängigen Melodien und einer „epischen“ Atmosphäre. Metal-archives.com sortiert das Ganze unter „Symphonic Black Metal“ ein. Also alles ganz so, wie ich es nicht mag. Deshalb verfüge ich mich nach draußen und begebe mich auf die Suche nach meinem Abendessen. Immerhin habe ich ja auch schon ganze zwei Auftritte am Stück gesehen.

Aus diesem Grund verpasse ich dann auch den größten Teil der Show der Chilenen von Thornafire, und das ist schade. Der Schluss, den ich noch mitbekomme, gefällt mir gut – Death Metal in der floridianischen Tradition. Ich merke mir die Band jedenfalls schon mal für das In Flammen Open Air vor, wo sie ebenfalls bald spielt.

So langsam nähern wir uns den Headlinern. Bei Lay Down Rotten ist das Zelt bereits gut gefüllt. Die Musik erinnert auf angenehme Weise an die alten Schweden (auch mal an nicht ganz so alte). Ich erinnere mich noch an den letzten Auftritt der Band beim CMOA – was war das für eine gigantische Party-Stimmung. :-) Die Show ist dieses Mal nicht ganz so beeindruckend, macht aber immer noch mächtig Spaß.

Mit Disbelief auf Konserve kann ich zwar nicht so arg viel anfangen, live sind die Burschen aber einfach eine Macht. Zuerst mal gibt es ein kleines Geburtstagsständchen für Sänger Jagger, bevor es in bewährter Weise ordentlich zur Sache geht. Das Zelt ist womöglich noch voller als bei Lay Down Rotten, die Stimmung wie immer gut, das Bier lecker…

Gründe genug (vor allem wohl der mit dem Bier, aber pssst) , mir den folgenden Auftritt des eigentlichen Headliners Neaera zu sparen und mal ein bisschen zu relaxen. Beim nächsten Mal vielleicht wieder…

Live: Chronical Moshers Open Air 2010 – Fortsetzung

Posted in Live with tags , , , , , , , , , , , , , on 1. Juli 2010 by Micha

Zum ersten Festival-Tag? Hier entlang.

Der erste Eindruck vom Samstag beim Blick aus dem Zelt: feucht und kühl. Glücklicherweise kommt doch im Lauf des Tages noch die Sonne heraus, und es gibt nur einen kurzen Regenschauer am Nachmittag. Soweit also alles noch im grünen Bereich.

Musikmässig gibt es an diesem Tag eine Zusatzband, eine Absage und eine Ersatzband.

ORC: die erwähnte Zusatzband, die erst kurz davor angekündigt wurde durch einen Aushang. Das besondere dabei: die Bandmitglieder sind zwischen 10 und 13 Jahren alt! In einem Alter, in dem die meisten wahrscheinlich nicht mal wissen, wie man eine Gitarre richtig hält, schreiben die Kerle bereits ihre eigenen Songs und stehen regelmäßig auf der Bühne. Hut ab! Und endlich kann ich mal einen Song über Schweinefleisch hören :-)

Napalm Entchen: gewissermassen Fun-Grind, mit zwei Sängern, wobei die Growls anscheinend aber von einem Fan übernommen werden, der immer wieder auf die Bühne steigt (so habe ich das zumindest mitbekommen – ganz wach war ich aber noch nicht, und von Anfang an habe ich den Auftritt auch nicht gesehen). Hört sich auf jeden Fall sehr gut an, das sollten sie in Zukunft immer so machen. :-)

Venena: Danach gibt’s wieder Thrash. Erinnert mich etwas an Metallica zu den guten alten Master of Puppets-Zeiten, die Besonderheit hier ist aber, dass ein großer Teil der vorgetragenen Songs deutsche Texte hat. Das ist mal was anderes… Zum Ende des Auftritts gibt’s noch einen kleinen Schreck, als der Sänger zusammenklappt (stehe mal wieder zu weit hinten rum, so dass ich keine Einzelheiten mitbekomme). Zum Glück war er schnell wieder auf den Beinen.

Warhammer: Rumpelig, roh, primitiv fällt mir als Beschreibung der Musik der Hellhammer-Fanatiker aus dem Ruhrpott ein. Das muss nichts Schlechtes sein, allerdings fehlt mir bei diesem Gig doch sehr die Abwechslung, das Ganze ist recht monoton.

Milking the Goatmachine: Ich finde ja, dass sich die Ziegenbock-Masche mit den Masken, Pseudonymen und dem ganzen Drumherum doch irgendwie schnell abnutzt. Das ist bei dem Auftritt hier aber wurscht, der Death/Grind von Goatleeb & Co. geht mächtig in die Beine – die Zuschauer sind so langsam aufgewacht und moshen, was das Zeug hält (auch wenn die Reihen vor der Bühne zu diesem relativ frühen Zeitpunkt noch recht licht sind).

Andras: Pagan Metal aus dem nahen Erzgebirge. Pagan Metal ist sowieso nicht so mein Ding, dazu kommt hier noch der Einsatz von klarem Gesang und die Absicht, besonders „epische“ Musik darzubieten. Damit kann ich überhaupt nichts anfangen. Aber zwischendurch eine Pause tut ja auch mal gut :-)

Gorilla Monsoon: die Southern/Sludge-Metal-Band aus Dresden habe ich bestimmt seit mindestens zwei Jahren nicht mehr live gesehen, entsprechend gespannt bin ich auf den Auftritt heute. Und meine Erwartungen werden nicht enttäuscht – die Herrschaften sind immer noch so gut, wie ich sie in Erinnerung habe. Kennzeichnend für diesen „Hellrock“ sind  der fette Bass-Sound und Grooves, die zäh aus den Boxen quellen. Sicher keine „Pussy-Band“, auch wenn Frontmann Jack Sabbath sich und seine Mitmusiker scherzhaft als eine solche ankündigt.

Pandemia: Tja, und hier kommen wir zur oben erwähnten Absage, denn eigentlich sollten die Grinder von Cliteater zu diesem Zeitpunkt spielen. Die mussten ihren Auftritt wegen eines Autounfalls leider kurzfristig absagen, deshalb springen die Tschechen von Pandemia ein. Sehr ärgerlich, denn Cliteater war für mich eines der Highlights hier. Pandemia hingegen erscheinen mir als solider Durchschnitt – Death Metal mit ein bisschen Geballer, ein bisschen thrashige Melodien, aber nichts, was mich vom Hocker reißt.

Fleshcrawl: Todesmetall alter Schule, in der Tradition der alten Schweden. Das ist nun zwar auch nicht sonderlich originell, macht aber richtig Spaß, denn der Fünfer lässt es ordentlich krachen. Das Zelt ist mittlerweile auch sehr gut gefüllt, und die Zuschauer lassen fleißig die Haare fliegen.

Disbelief: Eigentlich gehört diese Band nicht zu meinen bevorzugten, das liegt an der ganz speziellen Depri-Atmosphäre ihrer Songs. Eines muss ich den Hessen allerdings lassen: Sie sind live einfach eine Macht. Das zeigen sie auch an diesem Abend wieder. Wuchtig und voller Energie präsentieren sie sich, während sie Kracher wie Sick, Rewind it all oder To The Sky raushauen.

Scar Symmetry: diese Band habe ich vor nicht all zu langer Zeit schon einmal gesehen und fand sie damals ziemlich schlecht. Besonders der klare Gesang des neuen Sängers war ein arges Gejaule. Das funktioniert heute zwar deutlich besser, aber das hilft der Musik in meinen Augen nur bedingt weiter, denn insgesamt wirkt das ganze irgendwie… poppig. Sowas will ich eigentlich nicht hören, und anscheinend geht es vielen anderen ähnlich, denn das Zelt leert sich deutlich. Disbelief hätte ich mir als Headliner eher vorstellen können.

Aber insgesamt ist das trotzdem nur ein kleinerer Kritikpunkt, da ich ja doch im Laufe des Wochenendes einiges an guter Musik zu hören bekommen habe. Die Chronical Moshers haben offenbar ein Händchen dafür, aus lokalen Bands, eher „undergroundigen“ Kapellen und einigen bekannteren ein interessantes Programm zusammenzustellen.

Einen Riesenspaß hat’s mal wieder gemacht, und wenn nichts dazwischenkommt, bin ich nächstes Jahr wieder dabei.