Archiv für Napalm Death

Live: Chronical Moshers Open Air 2014

Posted in Black Metal, Death Metal, Live, Thrash Metal with tags , , , , , , , , , , , , , on 22. Juli 2014 by Micha

Chronical Moshers Open Air 2014

06.-07.06.2014 – Hauptmannsgrün, Mühlteich

Eigentlich hatte ich ja nicht vor, zur diesjährigen Ausgabe des CMOA etwas zu schreiben, aber auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Leserin hier jetzt doch:

Der ganze Campingausflug stellte sich als kleinere logistische Herausforderung heraus: Die Woche davor bis Freitag Mittag noch auf Dienstreise, zu Hause schnell Klamotten wechseln (vielleicht hätte ich ja im Anzug aufkreuzen sollen?), die glücklicherweise schon eine Woche zuvor vorbereitete Ausrüstung geschnappt und nach einer guten Viertelstunde direkt wieder zur Tür raus und zum Bahnhof. Dank einer einwandfreien Leistung der Deutschen Bahn bin ich so trotz allem am späten Nachmittag endlich wieder unter normalen Leuten im Vogtland.

Chronical Moshers Open Air

Ich kann nur zu einem Teil der Bands einen kurzen Kommentar abgeben, schließlich war ich überhaupt nicht darauf vorbereitet. Mal sehen, was ich mir noch gemerkt habe…

Die erste Band, die ich erwische, ist Xiom. Ich habe diese traditionsreiche Kombo zwar vor einer ganzen Weile schon einmal live gesehen, aber heute erkenne ich sie kaum wieder. Damals huldigten sie offensichtlich ausführlich Death, häufig verloren sie sich meinem Eindruck nach dabei allerdings in fruchtlosem Gegniedel ohne Durchschlagskraft. Heute ist das allerdings anders, da geht die Band bei allen technischen Finessen doch viel kerniger und handfester zu Werke. Soll heißen: es gibt schön todesmetallisch was auf die Zwölf. Auf jeden Fall ein gelungener Auftakt des Festivals.

Die erste Band, die ich auf meinem (virtuellen) Zettel habe sind Deserted Fear. Die Jungs sind einfach immer wieder für eine fette Old-School-Death-Metal-Show gut, und auch an diesem Tag gehen sie wieder gut zur Sache. Schwedisch mit einer Prise Florida, würde ich sagen. Aber das ist eigentlich auch nicht so arg wichtig, denn auf und vor der Bühne ist die Hölle los.

Das nächste Highlight folgt sogleich und ist ein bisschen ein Kontrastprogramm zum vorhergehenden Auftritt. Denn die epischen, geschwärzten Hymnen von Melechesh sind auch einfach mal gut zum Zuhören und Genießen. Bei Rebirth of a Nemesis muss ich sowieso immer fett grinsen (natürlich nur innerlich, denn EIN ECHTER METALLER HAT KEINEN SPASS!!1!), so unglaublich gut ist der Song. Auch der sonstige Eindruck, den ich bisher schon von der Band hatte, bestätigt sich heute: hart, präzise, gewissermaßen ein gut geölter Mechanismus, der kompromisslos durch alle Wendungen der Songs rast. Mein Favorit des Tages.

Im Anschluss schlägt dann nämlich gleich meine Müdigkeit zu – die letzten Tage waren wohl doch etwas anstrengend. Abgesehen davon: Ich habe Destruction zwar schon öfter gesehen, aber ein Fan werde ich wohl in diesem Leben nicht mehr. Jedenfalls kann ich für die restlichen Bands des ersten Festivaltages nicht mehr so richtig viel Aufmerksamkeit mobilisieren. Aber morgen ist auch noch ein Tag.

…und der wird genau so sonnig und heiß wie der davor, wohl der heißeste Tag des Jahres bisher. Glücklicherweise bin ich nicht in der Stadt, sondern schön hier im Wald mit viel Wasser in der Nähe und einer leichten Brise zur Abkühlung. So lässt’s sich aushalten.

Musikalisch beginnt der Samstag für mich mit Headshot. Die Braunschweiger Thrasher sind schon seit 20 Jahren im Metal-Underground unterwegs. Bisher sind mir jedoch nur ein paar vereinzelte Sampler-Beiträge untergekommen, live habe ich sie auch noch nie gesehen. Seit einiger Zeit steht hier Daniela Karrer, ehemals von Uppercut, am Mikro. Auch diese Band habe ich nie live gesehen, als es sie noch gab, deren letztes Album Reanimation of Hate kann ich Thrash-Freunden allerdings durchaus empfehlen. Also ist das heute gewissermaßen ein Zwei-in-Eins-Auftritt. Und der macht ordentlich Laune, das Richtige zum Aufwachen und um so langsam mal die müden Knochen in Bewegung zu versetzen.

Headshot

Noch mehr Thrash gibt’s von Fatal Embrace aus Berlin. Und zwar noch einen Zacken brutaler und aggressiver, dabei gleichzeitig mit treibenden Riffs und richtig Volldampf gebend. Also auch wieder ein sehr guter Auftritt. Bei der Gelegenheit fällt mir auf, dass ich wohl bei dem ganzen Stress im Vorfeld nicht so viel Bares mitgebracht habe wie geplant. Einkaufen am Merch-Stand ist dieses Jahr also nur beschränkt möglich.

Wann immer Macbeth hier in der Gegend auftreten, ist die Bude voll und der Teufel los. Heute natürlich auch wieder. Eine gute Live-Band sind sie auch zweifellos. Mein Fall sind ihre WW2-Epen im klassischen Metal-Sound allerdings nicht, deshalb ab zu Bier und Bratwurst.

Totenmond habe ich zwar vor Jahren einmal gesehen, fand ich aber damals nicht so prall. Dabei finde ich gerade die frühen Alben richtig gut, allen voran den Klassiker Fleischwald. Deshalb müssen dringend weitere Datenpunkte her, also finde ich mich rechtzeitig vor der Bühne ein. und tatsächlich gefällt mir das ganze heute deutlich besser – die krachige Gitarre könnte zwar für den vollendeten Genuss im Vergleich zur doch recht dominanten Snare lauter sein, aber irgend etwas ist ja immer. Aber immerhin höre ich den langsamsten Punkrock, der mir je begegnet ist. Dass das nicht der typische Metal-Sound ist, macht Pazzer jedenfalls schon früh klar („Ihr steht auf Metal? Dann seid ihr bei uns an der falschen Adresse!“), und wird zum Abschluss nochmal bestätigt durch eine Cover-Version von Macht kaputt, was euch kaputt macht von Ton Steine Scherben.

Totenmond

Im Gegensatz dazu bieten mir Sinister als nächste Band geradezu klassisches Death-Metal-Geknüppel. Eigentlich genau mein Ding, aber irgendwie können die Tulpenschlächter (professionelle Musikjournalisten müssen wohl jede Band aus den Niederlanden so beknackt bezeichnen, also will ich das ausnahmsweise auch mal tun – aber das bleibt bestimmt das einzige Mal) mich überhaupt nicht fesseln, deshalb verkrümele ich mich lieber nach dem zweiten Song.

Rechtzeitig zu Illdisposed bin ich wieder da, und das lohnt sich richtig. Ich habe die Dänen über die Jahre hinweg immer wieder mal gesehen, aber bei dieser Show wie auch schon beim letzten Mal im November wirkt Fronter Bo Summer fokussierter und konzentrierter, ich würde sogar sagen nüchterner als in früheren Zeiten, was dem Auftritt doch sehr zu Gute kommt. Keine Angst, „swul“ gehört immer noch zu seinen Lieblingswörtern. Die Jungs legen eine echte Death-Metal-Walze mit einem deben Groove hin. Man könnte fast vergessen, dass es sich eigentlich um Melodic Death Metal handelt, wenn nicht immer wieder die melodischen Gitarrenleads aus dem Inferno hervorblitzen würden. Insgesamt eine erstklassige Show.

So langsam geht es in den Endspurt des Festivals. Von den verbliebenen Bands schaue ich mir natürlich Vader an. Aber außer daran, dass ich meinen Spaß hatte, erinnere ich mich an nicht mehr viel. Napalm Death als Headliner lasse ich mir natürlich auch nicht entgehen. Bei denen ist klar, was man zu erwarten hat, und genau das bekommt man auch heute wieder. Allerdings stellen sich bei mir schon gewisse Ermüdungserscheinungen ein, habe ich die Herren doch mittlerweile schon häufiger gesehen. Deshalb halte ich mich ganz hinten auf und an meinem Bier fest, während es weiter vorne wie erwartet richtig rund geht.

Das war es auch schon wieder. Wieder einmal eine sehr angenehme und unterhaltsame Veranstaltung, und ich bin froh, dass ich mich trotz allem dazu aufraffen konnte. Gerade auch, weil das Festival ja letztes Jahr wegen des Hochwassers ausfallen musste. Bis zum nächsten Jahr, dann hoffentlich wieder stressfreier…

Chronical Moshers Open Air

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Live: Break The Silence 2013

Posted in Black Metal, Death Metal, Live with tags , , , , on 20. Mai 2013 by Micha

[Vielleicht habe ich jetzt ja endlich mal etwas Zeit, meine ganzen Notizen und angefangenen Artikel aufzuräumen. Deshalb folgt demnächst – hoffentlich – noch etwas alter Kram. So wie der hier.]

Break The Silence

19.01.2013 – Dippoldiswalde, Parksäle

Break the Silence – so nennt sich das erste Event des neuen Jahres für mich. Ich glaube, ich war da schon eine ganze Weile nicht mehr, und während der Anreise ist mir auch wieder eingefallen, warum. Die Große Kreisstadt Dippoldiswalde ist zwar nur etwa 20 km von Dresden entfernt, trotzdem ist die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln eine halbe Weltreise.

Einen Zwischenstopp an einem Bahnhof mitten im tief verschneiten Nirgendwo muss ich einlegen. Der Bahnsteig und der Vorplatz sind menschenleer, das alte Bahnhofsgebäude ist verrammelt und rottet einsam vor sich hin, nur ein paar heruntergekommene und verlassen wirkende Plattenbauten stehen schweigend vor dem stahlgrauen Himmel. 28 Days Later – Sachsen besteht eben nicht nur aus Hypezig und DD-Neustadt.

Nach einer längeren Wartezeit in der Kälte und einer Busfahrt bergauf und bergab durchs Osterzgebirge bin ich dann doch wieder in der Zivilisation angelangt. Dipps, wie man hier sagt, ist ein malerisches kleines Städtchen – zumindest im örtlichen Kulturzentrum soll es heute aber alles andere als gemütlich zugehen.

Die erste Band des Abends spare ich mir, denn Ahnengrab machen Pagan Metal, und mit dieser Richtung konnte ich noch nie so viel anfangen. Außerdem ist es von herausragender Wichtigkeit, dass ich erst mal die Merchandising-Stände im Nebenraum auskundschafte.

Die nächste Kombo nennt sich kurz und prägnant einfach nur Kill. Hmmm, was für eine Art von Musik werden die bei diesem Namen wohl machen? Richtig, Death Metal. Das ist wieder so eine Gelegenheit, wo ich mich frage, ob ich bei der selben Veranstaltung gewesen bin wie alle anderen. Während der Auftritt dieser Band bei Facebook & Co. sehr gelobt wird, habe ich das alles in der Schublade „Nichts Besonderes“ abgelegt. Nicht schlecht, ganz solide, aber eben auch nichts Herausragendes.

Tiefschwarz wird es jetzt mit Darkened Nocturn Slaughtercult. Ich bleibe da doch lieber ganz hinten, wegen des spritzenden Bluts. Die Vorsichtsmaßnahme ist allerdings ein bisschen übertrieben, denn heute wird anscheinend nicht ganz so sehr gesudelt wie bei früheren Auftritten, die ich schon gesehen habe. Ansonsten ist aber alles wie immer: Traditioneller Black Metal ohne Schnörkel oder neumodisches Gedöns, dafür aber angemessen garstig.

Wo D.N.S. auftaucht, da ist auch Purgatory oft nicht weit, so auch hier und heute. Ich habe die Band ja schon häufiger gesehen, deshalb habe ich mir eigentlich vorgenommen, mir das Ganze aus der Ferne und in Ruhe anzuschauen. Von diesem Vorsatz verabschiede ich mich aber sehr schnell nach Beginn des Auftritts. Alles plattwalzender, niederknüppelnder, drückender Death Metal – ein guter Grund, mich nach vorne durchzudrängeln. Neben bewährten Klassikern wie Seeds of Annihilation gibt es auch ein paar Songs vom neuen Album Deathkvlt, das es aber leider noch nicht zu kaufen gibt am Merch-Stand.

Zum Headliner Napalm Death braucht man nicht eigentlich nicht viel zu sagen – der Birmingham-Vierer liefert genau das Death/Grind-Geballer, für das er schon seit gefühlten Ewigkeiten bekannt und geschätzt ist. Neben den obligatorischen Klassikern wie Suffer the Children gibt es auch hier ein paar neue Songs vom Utilitarian-Album zu hören. Allerdings habe ich besonders Barney auch schon mal engagierter erlebt, er zappelt heute irgendwie weniger herum und redet auch sehr wenig. Vielleicht ist das ja auch ganz im Sinne von „Let the music do the talking“? Denn die kommt wie immer glänzend an, so viel Action im Publikum gab es bei keiner der vorhergehenden Bands.

Und dann ist auch schon Schluss, und es zeigt sich: Das Jahr 2013 fängt schon nicht schlecht an.

Best of 2012

Posted in Uncategorized with tags , , , , , , , , , on 5. Januar 2013 by Micha

Was? Schon wieder ein Jahr rum? Also ist es auch hier wieder Zeit für eine kleine Bestenliste, wie sie zum Jahreswechsel überall zu finden sind. Ich bin etwas hintendran, schließlich will so eine Liste gut überlegt sein.

Es gab dieses Jahr wieder jede Menge guter neuer Musik, wenn ich meine Listen und Statistiken durchgehe, muss ich allerdings feststellen, dass bei den neuen Alben die Veröffentlichungen aus den Jahren 2010 und 2011 dominieren. Mir fehlt noch einiges aus dem letzten Jahr, was als Kandidat für die Best-Of-Liste in Frage käme. Deshalb fehlen die aktuellen Werke von beispielsweise Neurosis, Anaal Nathrakh, Gojira, Incantation, Pig Destroyer, Murder Construct und einigen anderen hier.

Genug gelabert, los geht’s, wie immer alphabetisch sortiert:

Asphyx - Deathhammer

Asphyx – Deathhammer: „This is true Death Metal, you bastards!“ Nicht mehr, aber auch nicht weniger als geiler Old School Death Metal, mal schnell und aggressiv, mal zäh und doomig. Außerdem bin ich van-Drunen-fanboi.

Cattle Decapitation - Monolith of Inhumanity

Cattle Decapitation – Monolith of Inhumanity: Heilige Scheiße, was ein Mörder-Album. Extrem brutal und heftig wird hier alles niedergemacht, was den kalifornischen Menschenfeinden über den Weg läuft. Dabei ist das keinen Augenblick nur stumpfe Haudrauf-Mucke, sondern ganz im Gegenteil komplexer und variantenreicher „Technical Deathgrind“. Besonders hervorzuheben dabei ist die Gesangsleistung von Fronter Travis Ryan. Wenn ich ein einzelnes Album zur absoluten Nummer 1 des Jahres küren müsste – das hier ist es.

dodecahedron

Dodecahedron – Dodecahedron: Einer meiner wenigen Ausflüge in den Black Metal. Obwohl, so typische Schwarzwurzelmusik ist das ja nicht, sondern Avant-garde Black Metal. Mit den meist dissonanten und atonalen Gitarren und den Ausflügen in den Ambient-Bereich ist das Ganze sehr sperrig und spröde, eine eingehende Beschäftigung damit lohnt sich aber.

Dying Fetus - Reign Supreme

Dying Fetus – Reign Supreme: Nach einer Reihe schwächerer Werke sind die Experten für den tödlichen Groove zurück auf dem Qualitätsniveau des Klassikers Destroy The Opposition. Die musikalischen Zutaten waren zwar seit dieser Zeit immer irgendwie die selben, aber mit dem neuen Album passt anders als zuvor einfach wieder alles. Wie Arsch auf Eimer. In dieses Körperteil wird kräftig getreten.

Napalm Death - Utilitarian

Napalm Death – Utilitarian: Noch mehr „Altmeister“, die aber weder alt noch müde wirken auf diesem Output. Im Gegenteil gehen sie weiterhin grimmig, aggressiv und energisch zu Werke, diesmal allerdings auch mit einer winzigen Prise Experimente (John Zorn!).

Planks - Funeral Mouth

Planks – Funeral Mouth: Sicherlich eines der düstersten Alben, die ich dieses Jahr gehört habe. Die Musik der Mannheimer ist äußerst vielschichtig: Sludge, Black Metal, Doom, Hardcore, Post-Metal – das alles wird zu einem atmosphärischen, intensiven Gebräu verarbeitet. Monnem vonne!

Spawn of Possession - Incurso

Spawn of Possession – Incurso: Technischer Death Metal hat ja oft das Problem, dass sich die Songs schnell mal in Gefrickel ohne Sinn und Ziel verlieren. Das ist bei diesem Album glücklicherweise nicht so, das Songwriting ist hier wirklich gelungen. Erstaunlich melodische Passagen und technisches Gehacke Marke „kontrolliertes Chaos“ verbinden sich zu Songs, die zu Zeiten durchaus episch anmuten.

Torture Division - Satan, Sprit och Våld”

Torture Division – Satan, Sprit och Våld: Ein neues Jahr, ein neues TD-Demo. Die vorhergehenden Outputs waren schon sehr gut, aber dieses neue Demo ist noch ein Stückchen besser gelungen. Keine Experimente, nur klassischer Death Metal, Schweden-Sound angereichert mit einer Prise Mid-Tempo a la Bolt Thrower und verfeinert durch eine erstklassige Produktion von Dan Swanö. Einziges Manko: Diese Veröffentlichung ist mit knapp 10 Minuten viel zu kurz. Ich will mehr davon!

Ufomammut - Oro: Opus Primum

Ufomammut – Oro: Opus Primum: Psychedelischer Space-Doom – eine Untergangs-Sinfonie in 10 Sätzen (wobei auf diesem Album nur die ersten fünf „Movements“ enthalten sind, die zweite Hälfte Opus Alter fehlt mir leider). Das Album wirkt am besten als Gesamtwerk mit wiederkehrenden Motiven, wechselnd zwischen sparsamen und minimalistischen Passagen (dieser schier endlos lange, repetitive und geradezu hypnotische Spannungsaufbau zu Beginn!) und Sludge/Doom-Gitarren-Ausbrüchen.

XII Boar - Split Tongue, Cloven Hoof

XII Boar – Split Tongue, Cloven Hoof: Kaum drücke ich hier den Play-Button, schon fühle ich mich in eine verqualmte Kaschemme mit schummriger Beleuchtung versetzt, wo versoffen aussehende Biker-Typen  beim heruntergekommenen Barkeeper „Jackies“ und Flaschenbier bestellen. Klischee? Na klar. Und trotzdem erscheint das wie die ideale Umgebung für solch dreckigen Rock’n’Roll. Wahrer Schweinerock eben.

 

So, und damit wollen wir es mal gut sein lassen. Ich habe zwar noch weitere aktuelle Alben gehört, bei denen ich lange hin- und herüberlegt habe, ob rein oder raus (Aborted, Job for a Cowboy, Mares of Thrace, Psycroptic, Serpentine Path, Unsane, …), aber da die Liste jetzt zufälligerweise gerade mal zehn Einträge lang ist, lasse ich das mal alles so stehen, jawoll!

Zu Tode gedoomt in der Lepra-Kolonie

Posted in Death Metal with tags , on 25. Februar 2012 by Micha

Wochenende – endlich mal wieder Zeit für etwas neue Musik. Da trifft es sich gut, dass sich gerade die neuen Alben zweier „Alter Meister“ der Krachmusik kostenlos anhören lassen.

Da wären einmal Asphyx, meine Lieblings-Niederländer. Seit ihrer Reunion im Jahr 2007 haben die nicht nur hervorragende Live-Auftritte hingelegt, sondern auch noch gute neue Musik zu Stande gebracht. Death…The Brutal Way war schon ein gutes Album, und das neue Album Deathhammer soll noch besser sein, sagen die Kritiker. Nachdem ich in den Stream kurz reingehört habe, bin ich geneigt, dem zuzustimmen. Hier entlang für die Gelegenheit, sich selbst ein Bild zu machen.

This is true Death Metal, you bastards!

Auch das neueste Album von Napalm Death namens Utilitarian gibt es zu hören, und zwar hier. Neben dem typischen Napalm-Death-Sound gibt es offenbar auch einige Experimente, zwischendrin habe ich z.B. auch mal ein Saxophon tröten hören…

Live: Napalm Death + Immolation + Macabre

Posted in Death Metal, Live with tags , , , on 30. Dezember 2010 by Micha

09.12.2010 – Leipzig, Conne Island

Normalerweise gehe ich ja unter der Woche nicht auf Reisen zu Konzerten, ich gehöre schließlich zur arbeitenden Bevölkerung. Aber ab und zu muss es dann doch mal sein, bei so einem Billing wie es in der Überschrift zu lesen ist beispielsweise. Glücklicherweise habe ich diesmal die Ankündigung schon früh mitbekommen, so dass ich alles mit ausreichendem Vorlauf gründlich planen kann. Aber wie schon fast zu erwarten, macht mir der Winter einen kleinen Strich durch die Rechnung: die Verkehrsbetriebe lassen verlauten, dass die Straßenbahnen nur eingeschränkt verkehren, weil eine ganze Menge davon über Nacht festgefroren seien (kein Witz!). Das nenne ich mal grim and frostbitten

Aus diesem Grund komme ich mit kräftiger Verspätung in Connewitz an, gerade noch rechtzeitig zum Auftritt von Macabre. Offenbar bin ich nicht der Einzige, der etwas Schwierigkeiten mit der Anreise hat, denn das Publikum ist doch noch recht überschaubar. Entsprechend kommt die Show auch etwas schleppend in Gang (wie üblich mit dem Klassiker Zodiac). Obwohl der Serienmörder-Metal schön roh und im typischen Macbre-Stil losdröhnt und eigentlich hervorragendes Mosh-Material darstellt, tut sich so gut wie nichts vor der Bühne. Die Band zeigt trotzdem Einsatz, und Sänger Corporate Death erweckt mit seinen wilden Grimassen und dem Gepose sowieso immer den Eindruck, als wollte er selbst gleich das Schlachtermesser rausholen (auch wenn er sich inzwischen seinen Hinterwäldler-Serienkiller-Vokuhila abgenommen hat). Glücklicherweise kommt mit der Zeit doch noch ein bisschen Leben in die Bude, kein Wunder bei Krachern wie Fritz Haarmann der MetzgerScrub A Dub Dub oder Vampire of Düsseldorf.

An meinen Immolation-Tonträgern erfreue ich mich immer wieder, wegen des charkteristischen Stils mit dem schroffen, disharmonischen Gitarren-Sound, den anspruchsvollen Songs, die nie in pures Technik-Gefrickel ausarten und recht abwechslungsreich sind. Das alles zeigen sie heute auch live, und zwar mit einem schönen Überblick über die mittlerweile über zwanzigjährige Karriere,  vom allerersten Album Dawn of Possession bis zum aktuellen Majesty and Decay – und vor allem mit Mörder-Blasts und einer Lead-Gitarre, die direkt durchs Hirn schneidet. So langsam wird der Saal auch voller, es ist mehr los vor der Bühne. Prima Auftritt.

Napalm Death sind ja immer viel unterwegs, deshalb ist das an diesem Abend der dritte Auftritt, den ich in diesem Jahr sehe. Glücklicherweise wird heute nicht wieder die selbe Setlist wie immer abgearbeitet, stattdessen verkündet Barney zu Beginn, dass ein besonderes „Old School Set“ gespielt wird. Daher sind dann neben Klassikern wie Suffer the Children, die sowieso immer dazugehören, und wenigen neueren Songs hauptsächlich ältere und nicht so oft gehörte im Programm – einiges von den Alben Utopia Banished und Harmony Corruption. Um das Old-School-Feeling komplett zu machen, gibt es neben dem obligatorischen Nazi Punks Fuck Off auch noch Cover von Raw Power (Politicians) und Siege (Conform). Mit seinen Kommentaren zu Politik, Religion usw. hält sich Barney dieses Mal auch sehr zurück – ich kann ihm da ja normalerweise durchaus zustimmen, aber wenn er jedes Mal fast wörtlich das Gleiche erzählt, nervt es auf Dauer doch ein bisschen. Stattdessen konzentriert sich die Band auf das, was sie am besten können – höchst aggressiven Grindcore/Death Metal fast ohne Verschnaufpausen. Napalm Death ist eben live einfach eine Macht…

Mittlerweile ist das Conne Island auch rappelvoll, erstaunlich für einen Wochentag. Entsprechend gut ist die Stimmung – mir reicht es allerdings, die Show von der hinten aufgebauten Zuschauertribüne anzusehen. Das ist wirklich eine praktische Einrichtung, die für einen hervorragenden Überblick sorgt. :-)

Tja, das war’s dann auch schon wieder – Gutes geht eben immer schnell vorbei. Noch eine letzte Wurst vom Freiluftgrill vor dem Club, dann heisst es ab nach Hause durch Schnee und Eis.

Musik zum Advent

Posted in Uncategorized with tags , , , , , on 25. November 2010 by Micha

So, der Postbote war da und hat was Schönes gebracht:

Damit steht der Plan für die vorweihnachtliche Beschallung. Besonders freue ich mich auf Immolation und Macabre, die habe ich schon länger nicht mehr gesehen.

Live: Way of Darkness V

Posted in Live with tags , , , , , , , , , , on 21. Oktober 2010 by Micha

1. + 2. 10. 2010 – Lichtenfels, Stadthalle

Hatte ich nicht neulich erst geschrieben, die Festival-Saison sei vorbei? Die Macher des Way of Darkness-Festivals sehen das offenbar etwas anders, weshalb sie am ersten Oktober-Wochenende noch ihr zweitägiges Festival veranstalten. Nun gut, das zählt eigentlich nicht als richtiges Open Air, schließlich spielen die Bands in der Halle – einen Campingplatz für die Besucher gibt es trotzdem.

Mir als bekennendem Warmduscher ist es aber um diese Jahreszeit zum Zelten zu kalt, deshalb (und auch wegen der Arbeit) schlage ich erst Samstag zum zweiten Tag des Festivals im Frankenland auf.

Erstmal ist es erstaunlich, dass es bei diesem Mörder-Billing tatsächlich noch Karten an der „Abend“-Kasse gibt; die Halle ist auch am Nachmittag nicht gerade überfüllt. Den ganzen Tag lang gibt es auch genug ruhige Plätzchen, um sich die Bands abseits vom Gedränge vor der Bühne anzusehen. Dadurch, dass die Bühne an der langen Seite der Halle aufgebaut ist, ist es aber auch relativ einfach, von außen bis nach vorne in die ersten Reihen zu gelangen.

Die erste Band, die ich mir gezielt und vollständig anhöre, ist Exumer. Für eine Menge Leute hat diese Band aus der Hoch-Zeit des Thrash Metal in den Achtzigern anscheinend so etwas wie Kultstatus, allerdings scheinen sie doch eher aus der zweiten Reihe des Teutonen-Thrash zu kommen. An diesem Tag gibt es jedenfalls genug Thrasher, die vor der Bühne Party machen. Mich reißt die Darbietung nicht vom Hocker, dazu fehlt mir etwas die Abwechslung und der letzte Biss.

Ex Deo, das Kataklysm-Nebenprojekt, wurde ja zur Veröffentlichung ihres Albums Romulus kräftig beworben. Die Songs, die in den YouTube-Spots zu hören waren, sagten mir aber nicht sehr zu: zu sehr auf Bombast und epische Momente getrimmt. Trotzdem möchte ich den Kanadiern live eine Chance geben – allerdings stört mich das, was mir schon auf Konserve nicht gefallen hat, auch beim Live-Auftritt. Das Ganze ist für mich nicht interessant genug, um mir den Auftritt komplett anzuschauen, da unterhalte ich mich lieber mit den aus allen Himmelsrichtungen angereisten Bekannten beim Bier vor der Halle.

Eigentlich bin ich ja kein großer Black Metal-Fan, aber die folgende Band Darkened Nocturn Slaughtercult schaue ich mir dann doch wieder an. Faszinierend finde ich dabei das fiese Gekrächze von Ober-Satanistin Onielar. Super Stimme. Dazu wird dann standesgemäß ein umgedrehtes Kreuz geschwenkt und Blut gespuckt – insgesamt eine gute Show mit einer schön „bösen“ Atmosphäre.

The Crown habe ich mir schon auf dem PSOA nicht angesehen, da ist es nur konsequent, sie auch dieses Mal nicht anzuschauen. Diese Band reizt mich irgendwie überhaupt nicht…

Aber dann kommen endlich die Schwergewichte des Abends, angefangen mit Asphyx. Das ist jetzt bereits das dritte Mal dieses Jahr, dass ich einen Auftritt dieser sympathischen Holländer (ja, liebe Fußballfreunde, so etwas gibt’s :-) ) miterlebe, deshalb habe ich mir eigentlich überlegt, mir dieses Mal das Ganze in aller Ruhe irgendwo von außerhalb des Gedränges anzuschauen. Klar, dass daraus nichts wird – sobald die erste Death Metal-Granate abgefeuert ist, muss ich mich einfach nach vorne in die Schusslinie begeben. Was für eine großartige Live-Band – wie immer mit jeder Menge Klassiker im Set. Asphyx ist einfach geil…

Der Asphyx-Sound ist mal wieder so schön krank und räudig, dass sich die darauf folgenden Unleashed im Vergleich dazu regelrecht nach freundlicher Party-Mucke anhören. :-) Und Party machen die Wikinger natürlich wie gewohnt. Trotzdem muss ich erst mal auf der Tribüne gegenüber der Bühne Platz nehmen, um mir von dort aus ganz entspannt die Show anzusehen. Es war schließlich schon ein langer Tag bis dahin…

Und als nächstes steht mit Napalm Death eine weitere Band, die ich in diesem Jahr bereits gesehen habe, auf dem Programm. Und auch hier wird wieder das Erwartete geboten: Die Herren legen gepflegt die Halle in Schutt und Asche mit ihrem gnadenlosen Death/Grind-Geballer. Einfach gut. Es gibt die schon vom PSOA bekannte Mischung von Klassikern und Songs des letzten Albums Time Waits For No Slave. Und die Ansagen von Barney, okay, die ich so ziemlich identisch beim PSOA schon gehört habe, okay, kann man ja ignorieren, okay.

Dann ist als Headliner die Band an der Reihe, die den eigentlichen Anlass lieferte für meinen Besuch in Franken: die legendären Possessed, die (Mit-)Erfindern des Death Metal. Diese Band habe ich noch nie live gesehen, denn zu ihrer großen Zeit Mitte der achtziger Jahre war ich noch damit beschäftigt, den mittlerweile klassischen Hard Rock und Heavy Metal zu entdecken, und bevor ich auf Possessed stoßen konnte, wurde für lange Jahre die Band erst mal auf Eis gelegt.

Jetzt ist die Band also wieder da, wobei man natürlich sagen muss, dass von der klassischen Besetzung nur noch Sänger Jeff Becerra mit dabei ist, an den Instrumenten sind die Mitglieder von Sadistic Intent zu hören. Das stört an diesem Abend aber niemanden, und sobald Jeff auf der Bühne erscheint, ist der Jubel groß. Der Mann ist ja leider in seiner Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt, was ihn aber glücklicherweise nicht daran hindert, auf der Bühne alles zu geben. Man merkt ihm an, dass er einen Riesenspaß hat. Gut bei Stimme ist er sowieso, man könnte fast meinen, seit der Veröffentlichung des legendären Seven Churches-Albums wären erst ein paar Wochen vergangen, statt 25 Jahren. Und die Hammersongs, die heute live zu hören sind (Death Metal, Pentagram, Holy Hell, No Will To Live,…), sind sowieso über jeden Zweifel erhaben.

Allein für diesen Headliner hat sich der weite Weg gelohnt, und glücklicherweise gab’s ja vorher noch ein paar andere gute Bands zu sehen. Einen Kritikpunkt hätte ich aber noch: das Bier hat wirklich nicht geschmeckt, ich musste mich deshalb am Schluss noch auf dem „Heavy Metal Parking Lot“ mit Dosenbier versorgen.