Archiv für Nervecell

Die Woche 26

Posted in Uncategorized with tags , , on 29. Juni 2015 by Micha

Eine Sammlung von Kleinigkeiten, für die sich ein eigener Artikel nicht lohnt, oder wo die Zeit für etwas Ausführlicheres wieder einmal nicht ausreicht:

Hier erstmal ein Bildchen vom Nervecell-Auftritt neulich beim Chronical Moshers Open Air:

Nervecell

Wieder einmal eine gute Show – wie überhaupt das ganze Festival wieder gut war. Und ziemlich feucht, nicht nur von außen. Prost!

Album der Woche: The Epigenesis von Melechesh. Exzellent. Großartig. Einfach nur gut.

 

 

Bei irgendeiner eBay-Bestellung muss der Verkäufer mal dieses Album (Angels to some, demons to others von Excruciation) als Promo-CD dazugelegt haben. Seitdem lag das ungehört hier rum, bestimmt schon Jahre. Schon das Cover hat mich nicht gerade zum Anhören verleitet. Leider kann ich zur Musik selbst auch nichts besseres sagen. Das wirkt alles sehr saft- und kraftlos und nicht gerade abwechslungsreich. Und beim Gesang zieht es mir glatt die Schuhe aus.

Jedesmal, wenn ich wieder mitbekomme, was für eine Freakshow aus Fundi-Christen-Schwachköppen und ultrarechten Arschlöchern die US-Politik ist, bin ich froh, dass ich nicht dort lebe. Als kleinen Trost hat sich wenigstens Herr Szpajdel der Logos einiger dieser Gestalten angenommen.

Rest of 2011

Posted in Uncategorized with tags , , , , , , , , , , , , , on 30. April 2012 by Micha

Nach dem „Best of“ jetzt mit reichlich Verspätung ein „Rest of“ – einige Events des letzten Jahres wollte ich noch erwähnen, statt sie einfach unter den Tisch fallen zu lassen. Wenn ich für die alle noch einen eigenen Artikel schreiben wollte, wäre wahrscheinlich auch 2012 wieder um, bis ich damit durch bin. Deshalb packe ich mal alles in diese Zusammenfassung.

Ein wichtiges Ergebnis des Jahres 2011 ist: ich habe immer weniger Zeit, hier etwas zu schreiben, und oft auch gar keine Lust, nach einem komplett vor dem PC verbrachten Arbeitstag auch noch abends vor dem Ding zu hocken. Es wird sich noch zeigen, wie es dieses Jahr so weitergeht…

Aber nun zu den wichtigen Dingen:

Im Frühjahr war ich beim Building a Force-Festival in Bad Rappenau, Hail of Bullets ansehen. Die waren auch wie immer gut, nur leider war die Veranstaltung nicht besonders gut besucht, so dass nicht besonders viel Stimmung aufkommen konnte. Powerwolf haben dort auch gespielt – die Band wurde in den letzten Monaten ja anscheinend mächtig hochgejubelt, was ich nicht verstehen kann. Schlimmer Cheese Metal ist das. Noch erwähnenswert: Feel the Campfire – zwei Mann sitzen auf der Bühne, davon einer mit Akustik-Gitarre, und spielen Metal-Klassiker von Venom, Black Sabbath, Manowar & Co. in Unplugged-Versionen. Ganz unterhaltsam.

Ebenfalls im Frühjahr: eines der besten Konzerte des Jahres – Macabre und Support im Skullcrusher Dresden. Bis auf die elektronischen Spielereien mit dem Gesang fand ich den Opener Rompeprop nicht weiter erwähnenswert, der Auftritt von Birdflesh dagegen war hervorragend. „Sounds like: Crazy thrashing grindcore“ behaupten die Jungs auf ihrer Myspace-Seite, und das trifft es ganz gut. Macabre konnten da dann aber tatsächlich noch einen draufsetzen, die haben sich ja regelrecht in einen Rausch gespielt. Nur so mein Eindruck. Und einen Maskenmann mit Mordwerkzeugen gab es auch endlich mal wieder auf der Bühne. Was will man mehr?

Ach ja, dass ich noch mal einen guten Auftritt von Hate Eternal erleben werde, da habe ich die Hoffnung so langsam aufgegeben. Auch dieses Mal wieder das alte Spiel, wie jedes Mal, wenn ich mir diese Band anschaue: Die Songs werden alle kurz und klein geballert vom viel zu lauten Schlagzeug, so dass vom Rest viel zu wenig zu hören ist. Jungs, ihr habt alle so viel drauf, und dann vermurkst ihr es immer derartig?

Immerhin durfte ich aber am selben Abend auch eine coole Band neu entdecken: Defiled aus Japan. Die sind es echt wert, sich mal näher mit ihnen zu befassen.

Aufmerksame Leser werden bemerkt haben, dass noch der letzte Teil des Party.San-Berichts aussteht. Da mich nicht nur beim Schreiben, sondern auch bereits beim Besuch damals irgendwann die Ausdauer verlassen hat, hier nur kurz zwei Anmerkungen: Die Enttäuschung des Festivals waren für mich Morgoth, auch wenn ich mit dieser Meinung wohl ziemlich alleine dastehe. Herausstechend an den ersten Veröffentlichungen waren für mich die schön kranken Vocals von Marc Grewe. Das ist geradezu van-Drunen-Niveau. Davon war bei diesem Auftritt leider so ziemlich gar nix mehr zu hören, stattdessen gab es Death-Thrash-Vocals mehr oder weniger von der Stange. Dazu wirklich, wirklich, wirklich bescheuerte Ansagen: „Wir sind Morgoth, und wer seid ihr?“ Was soll man denn darauf antworten? „Ich bin Herbert Schwackowiak aus Bottrop-Kirchhellen!“ oder so? Dazu ein gefühltes Dutzend mal „We are back!“. Das beste war immerhin das Duett mit Dreier von Purgatory bei Pits of Utumno, denn Dreier ist ’ne coole Sau.

Positiv überrascht haben mich dagegen Enslaved. Das liegt daran, dass ich die von einem Auftritt vor Urzeiten als ganz normale Black- bzw. Viking-Metal-Band in Erinnerung hatte, seitdem hat die mich nicht mehr besonders interessiert. Um so faszinierender fand ich dann, was die Band inzwischen zu bieten hat: Progressive Viking Metal – ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt. Die Songs sind entsprechend sperrig und komplex, gleichzeitig aber auch sehr atmosphärisch. Sehr stark.

Sonst noch was? Ach ja – die Kollegen von Exhumed sind erstmal zum alten Festivalgelände gefahren und waren deshalb nicht rechtzeitig für ihren Auftritt da. Wenn das mal nicht Ärger gab…

Die Indoor-Saison wurde dann für mich eröffnet im kleinen Saal des Hellraiser. Ich finde ja so kleine gemütliche Veranstaltungsorte immer wieder klasse. Noch besser, wenn es dann wie hier auch noch Freibier gibt. Da die Veranstaltung leider nicht so gut besucht war, musste ich den ganzen Abend keinen Cent für Getränke ausgeben. Die Daheimgebliebenen haben außerdem noch eine hervorragende Band verpasst, nämlich Damnation Defaced. So in etwa würde sich Disbelief anhören, wenn die progressiver wären. :)

Das Way of Darkness-Indoor-Festival war auch wieder (während es dieses Jahr ja bedauerlicherweise ausfällt) mit zu vielen Bands, um sie hier alle zu erwähnen. Nur soviel: gute Auftritte der Freitags- bzw. Samstags-Headliner Sodom und Entombed.

Und dann war das Jahr auch schon fast wieder rum, das letzte wichtige Metall-Ereignis war die Morbid Angel-Tour im November/Dezember. Bei ihrer eigenen Tour konnten sie natürlich länger spielen als auf dem Party.San. Die Band schien mir gut aufgelegt und bester Dinge zu sein – ich war es auch, weil ich in der ersten Reihe stehen konnte und Trey kaum einen Meter vor mir vor sich hinsoliert hat. Hervorragend. Leider haben die Supportbands Nervecell und Benighted nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient hätten.

Erfreulicherweise haben aber alle Bands der Morbid-Angel-Tour außer Morbid Angel zwei Wochen später noch einmal in der Region gespielt, da war dann schon mehr los.

Und das war dann also das Jahr 2011. Hätten wir das auch erledigt…

Live: Suffocation + Annotations of an Autopsy + Nervecell + Fleshgod Apocalypse + Burning The Masses

Posted in Death Metal, Live with tags , , , , on 27. März 2010 by Micha

20.03.2010 – Leipzig, Conne Island

Yeah, Suffocation… Als ich die Ankündigung der Tour gesehen hatte, musste ich mir natürlich gleich eine Karte besorgen. Und am Samstag war es dann endlich so weit…

Auf dem Ticket stand zwar groß gedruckt „Beginn: 21 Uhr“, aber als ich gegen halb neun im Conne Island ankam, spielte mit Burning The Masses die erste Band bereits. Vom Namen her hätte ich da den Standard-Metalcore erwartet, glücklicherweise spielte die Band doch ein bisschen interessantere Musik. Eine Prise Deathcore ist zwar auch dabei, aber glücklicherweise ohne die nervtötenden Pig Squeals. Dafür gibt es aber einen großen Schlag technischen Death Metal, mit jeder Menge Solos und Gefrickel. Ab und an sind auch ein paar kurze Melodiefetzen und zweistimmige Gitarrenläufe zu hören. Gar nicht schlecht, ich werde mal eine ihrer CDs testen.

Technisch wurde es auch wieder mit der nächsten Band Fleshgod Apocalypse, allerdings eher etwas traditioneller und ohne Core-Einflüsse. Vom Band kamen dazu ab und an zwischendurch kurze „klassische“ Passagen, also Cello-Gekratze und ähnliches. Das kam mir allerdings immer etwas zu unvermittelt und ohne großen Zusammenhang zum Rest des Songs.  Immerhin ballern die Italiener ansonsten ordentlich los, auch wenn mir die Songs live weniger abwechslungsreich vorkamen als die Hörbeispiele auf der Myspace-Seite.

Nervecell hatte ich vor einigen Monaten schon einmal gesehen, und ich war erfreut, sie auch mal vor einem deutlich größeren Publikum als damals auftreten zu sehen. Und meine Erwartung wurde nicht enttäuscht, der Gig war wieder sehr gelungen und die Band kam äußerst sympathisch rüber. Die Musik war zwar weniger technisch als die der vorhergehenden Bands, aber deshalb keineswegs langweilig, sondern schön mitreißender leicht thrashiger Death Metal. Richtig gut zum Bangen geeignet, was auch ausgiebig genutzt wurde. Zum guten Schluss gab es noch eine Bolt Thrower-Coverversion (habe gerade vergessen, welcher Song – argh).

Vom Auftritt von Annotations of an Autopsy bekam ich nur einen Teil mit, ich musste mich vor der Tür am Bier festhalten und mich unterhalten. Aber so schrecklich viel habe ich dadurch nicht verpasst. Die vorhergehenden Bands legten die Messlatte schon recht hoch, und AoaA konnten da nicht so ganz mithalten. Sehr „modern“ und „core-ig“ war das, was geboten wurde, mit viel Midtempo-Gestampfe. Den paar Karate Kids vor der Bühne hat’s gefallen, allerdings geriet doch offenbar -so weit ich das von der Seite sehen konnte- der eine oder andere davon ob des Gezappels mit den anwesenden Langhaarigen aneinander. Das war auch schon das Interessanteste an diesem Auftritt…

Aber dann war es endlich so weit – Suffocation! Mächtig, gewaltig, gnadenlos… Von der ersten Minute an geben sie Vollgas, offenbar mit der Absicht, das Conne Island in Schutt und Asche zu legen. Dazu wird eine Death Metal-Granate nach der anderen abgefeuert, natürlich einiges vom aktuellen Album, aber auch Klassiker a la Breeding The Spawn oder Pierced From Within. Dazu rennt Frank Mullen wie angestochen über die Bühne und gibt den Einpeitscher fürs Publikum. Überhaupt macht die Band den Eindruck, als hätte sie selbst jede Menge Spaß, was sich natürlich aufs Publikum überträgt. Die Power und Intensität dieser Show war auf jeden Fall beeindruckend. Leider, leider gibt es am Ende keine Zugabe mehr, obwohl sie lautstark gefordert wird.

Auf jeden Fall haben Suffocation gezeigt, warum sie zu den Großen des Death Metal gehören.

Live: Nervecell + September Murder + Invocation

Posted in Death Metal, Live with tags , , , , , on 16. Oktober 2009 by Micha

18.09.2009 – Halle/S., Marktwirtschaft

Nach längerer Zeit ergab sich endlich einmal wieder die Gelegenheit, einer „Full Force Metal“-Veranstaltung in Halle beizuwohnen. Bei den sehr Underground-lastigen Konzerten, die früher in der alten „Marktwirtschaft“ veranstaltet wurden, war ich damals des öfteren zu Gast, seitdem besagte „Marktwirtschaft“ in ein anderes Gebäude umgezogen ist, konnte ich nicht mehr dabei sein. Als ich also dank last.fm’s Event-Vorschlagsfunktion von einem weiteren Konzert der Reihe mit drei Bands, deren Hörproben bei myspace sich sehr vielversprechend anhörten, erfahren habe, habe ich mich recht kurz entschlossen auf den Weg gemacht. Zumal der Headliner des Abends die aus Dubai stammenden Nervecell waren, und eine Band aus dieser Ecke der Welt hört man hierzulande nun wirklich nicht sehr oft.

flyer-NervecellSo, nach der Ankunft vor Ort und der ersten Erfrischung ging’s dann auch gleich mal los mit Invocation. Es war deutlich zu erkennen, dass die Jungs schön fleißig Morbid Angel gehört haben, aber auch andere US-Death Metal-Kapellen scheinen als Vorbilder zu dienen. Entsprechend wurde richtig fetter DM in’s Publikum geballert, das leider noch sehr müde vor der Bühne rumhing. Dabei bot die Band eine erstklassige Leistung, ganz besonders der Sänger, dessen extreme Growls mich an einen brünftigen Hirsch denken lassen :)

Etwas melodischer geht die nächste Band, September Murder, zuwege – aber erfreulicherweise auch wieder nicht zu sehr, eine gehörige Portion Brutalität und Geballer sind auch mit dabei. Allerdings hört sich im direkten Vergleich mit der vorhergehenden Band das ganze teilweise etwas dünn an – was daran liegen dürfte, dass sie nur einen Gitarristen haben.

Wie gesagt kommen Nervecell, die Headliner des Abends, aus Dubai – die Bandmitglieder selbst stammen allerdings aus Jordanien, Libanon und Indien. Orientalische Elemente, wie man sie bei diesem Hintergrund vielleicht erwarten könnte, gibt es in ihrer Musik aber nicht. Stattdessen gab es einen Mix aus Death und Thrash auf die Ohren. Dabei bewegte sich die Musik meist in den oberen Geschwindigkeitsbereichen und animierte das Publikum, das endlich aufgewacht zu sein schien, zu jeder Menge Action vor der Bühne.

Der Weg nach Halle hat sich an diesem Abend auf jeden Fall gelohnt. Drei gute Bands, kein Ausfall dabei – so gehört sich das :)