Archiv für Old School Death Metal

Song der Woche: Claws – Cacophonous Carrion

Posted in Death Metal, Doom Metal with tags , , , on 19. Juni 2011 by Micha

Nachdem meine kleine Vorschau-Serie vorbei ist, hatte ich endlich mal wieder ein bisschen Zeit, mich auch nach anderen guten Bands umzusehen.

Der Ausgangspunkt: es gibt eine Split-7″ von Asphyx und Hooded Menace. Während Asphyx ja für mich sowieso eine der geilsten Death-Metal-Bands der alten Schule ist, kannte ich Hooded Menace bis dahin tatsächlich noch gar nicht. Das ist eine im Jahr 2007 gegründete finnische Death-Doom-Band; deren Track dieser Split gibt es hier zum Anhören und Herunterladen.

Ein kurze Suche führt zur Erkenntnis, dass Hooded-Menace-Mastermind Lasse Pyykkö noch weitere Projekte am Start hat, darunter Claws. Der Song, den ich mir da rausgesucht habe und der unten eingebunden ist, ist richtig schön kranker, dreckiger und gemeiner Death Metal – echter Underground eben :-)

Auf jeden Fall sollte eine ausführlichere Beschäftigung mit den Veröffentlichungen beider Bands – Hooded Menace und Claws – lohnenswert sein.

(Mit Dank an den Musikrebell für den Hinweis auf Hooded Menace)

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Death – Leprosy

Posted in Death Metal, Tonträger with tags , , , on 10. Januar 2011 by Micha

Nein, ich bin nicht nach ein paar Tagen dem guten Vorsatz untreu geworden, mehr neuere Musik zu hören – dieses Album hier ist vielmehr ein Beispiel für die Klassiker, mit denen ich mich im letzten Jahr ausführlicher beschäftigt habe, und außerdem eines, das ich während meines Weihnachtsurlaubs mal eingehender gehört habe.

Death ist sicherlich eine der bekanntesten und einflussreichsten Death Metal-Bands, und dafür gibt es gute Gründe. Zum Beispiel dieses Album. Leprosy ist die zweite reguläre Veröffentlichung von Death nach Scream Bloody Gore. Als eines der frühen Werke (veröffentlicht 1988) klingt das Album entsprechend „Old School“ – das bedeutet: es wird offenbar besonderer Wert gelegt auf eine finstere und morbide Atmosphäre, weniger auf Brutalität.

Dazu passen auch die Vocals von Mastermind Chuck Schuldiner – ziemlich krank eben. Auf diesem Album hat er auch noch „richtig“ gegrowlt, was mir deutlich besser gefällt als das Gekrächze auf den späteren Veröffentlichungen.

Im Vergleich zum Vorgänger Scream Bloody Gore scheint mir doch eine deutliche Weiterentwicklung erkennbar, insgesamt wirkt das Ganze nicht mehr so roh, sondern bereits deutlich ausgefeilter. Chuck ist bereits unterwegs zu seinen späteren technischeren und progressiveren Sounds.

Etwas nervt bei dieser Scheibe aber doch ab und an, und zwar das Drumming. Erst mal ist das Schlagzeug im Mix arg im Vordergrund, weshalb dann auch besonders auffällt, wenn wie z.B. bei Forgotten Past, dem thrashigsten Song des Albums, stur ein stumpfer bumm-tschack-Rhythmus runtergeklopft wird. Etwas mehr Abwechslung hätte ich mir da schon gewünscht.

Aber das ist glücklicherweise schnell vergessen beim Hammer-Song Pull the Plug, dem besten Track auf dieser CD und einem der besten Songs von Death – ach was, einem der besten Death Metal-Songs überhaupt. Allein deswegen sollte man dieses Album haben.

So, hier noch eine Möglichkeit zum Reinhören (ich danke allen Raubmordkopierterroristen, die die Songs bei Youtube hochgeladen haben :-P ):

  1. Leprosy
  2. Born Dead
  3. Forgotten Past
  4. Left To Die
  5. Pull The Plug
  6. Open Casket
  7. Primitive Ways
  8. Choke On It

Live: Misery Index + Grave + Arsis + The Last Felony + The Rotted

Posted in Death Metal, Live with tags , , , , , , , , on 8. Dezember 2010 by Micha

27.11.2010 – Leipzig, Theaterfabrik

Advent. Die Menschen drängeln sich in den Geschäften und ziehen sich auf den Weihnachtsmärkten mit stinkendem Glühwein zu schmalzigem Weihnachtsgedudel die Rübe dicht. Zum Glück gibt es doch noch ein alternatives Unterhaltungsprogramm, wie zum Beispiel an diesem ersten Adventswochenende das Zusammentreffen namhafter Kapellen aus dem Todesblei-Bereich. Das Spektrum reicht dabei von melodisch bis Gehacke, von alter Schule bis hochmodern. Eine hochinteressante Mischung, und natürlich lasse ich mir das nicht entgehen.

Erstaunlicherweise ist die Bahn mal pünktlich, deshalb schaffe ich es, genau zu dem Zeitpunkt den Saal zu betreten, als The Rotted als erste Band ihr Intro vom Band anknipsen, also werde ich stilecht vom Geheul der verdammten Seelen in der Hölle begrüsst. :-) Bei der Band handelt es sich um alte Bekannte, waren sie doch jahrelang als Gorerotted unterwegs (aus dieser Zeit ist aber nur Only Tools and Corpses in der Setlist übriggeblieben). Ihren Stil bezeichnen die Londoner selbst als „D-Beat Death Metal“. Und tatsächlich ist der Punk- und Grindcore-Einschlag nicht zu überhören, aber brutale Death Metal-Vocals und heftiges Geballer gibt es auch noch dazu. Leider ist mit dem Publikum zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nichts los, es wird ein respektvoller Abstand zur Bühne eingehalten. Da hilft es auch nichts, dass der Sänger fleißig Dosenbier an die Zuschauer verteilt. Schade eigentlich, ich finde die musikalische Mischung sehr gelungen und würde die Band gerne mal sehen, wenn mehr los ist, und auch für etwas länger als nur eine knappe halbe Stunde.

Als nächstes dürfen dann die Kanadier von The Last Felony ran und ihren Deathcore/Brutal Death Metal präsentieren. Das heißt: viel Groovebetontes, Geballer und Breakdowns, zum Glück aber keine Tierlaute (weder Schweine noch Frösche :-)). Das ist zwar ganz solide gemacht, ich finde es allerdings nicht besonders herausragend. Deshalb suche ich erst mal den Merchandising-Stand und die Bar heim…

Melodischer wird es dann bei Arsis – der Melodic Death Metal wird allerdings auch mit einer Menge Gefrickel angereichert. Bei meiner letzten Begegnung mit dieser Band hat mir diese Mischung irgendwie besser gefallen – vielleicht liegt es daran, dass damals die anderen Bands schlechter waren :-> Dieses Mal reicht es mir, mir die Show in Ruhe von hinten anzuschauen.

So, jetzt sind schließlich die beiden Headliner dran. Zugegebenermaßen stehen Grave bei mir immer irgendwie im Schatten der anderen alten Schweden-Bands, deshalb hatte ich eigentlich nur vor, den Auftritt mal eben so mitzunehmen. Aber was soll ich sagen – die Jungs sind heute richtig gut drauf, es macht mächtig Spaß, ihnen zuzusehen. Besonders der Bassist (erst in diesem Jahr von Dismember gekommen) fällt durch ausgelassenes Gepose und wildes Grimassieren auf. Der Death Metal alter Schule ist zwar auf Dauer nicht wirklich abwechslungsreich, das stört heute aber keinen, und zum ersten Mal ist vor der Bühne die Hölle los. Da es sich um den allerletzten Tag der Tour handelt, lassen es sich auch die Mitglieder der anderen Bands nicht nehmen, ihre Späße zu treiben: Während des Auftritts kommt einer der Musiker von The Last Felony auf die Bühne, um ein bisschen mitzubangen – bekleidet nur mit einer Socke, die er über sein bestes Stück gestülpt hat. Das finde ich ja völlig daneben. Eine weiße Tennissocke – das geht wirklich überhaupt nicht. Wer trägt denn heutzutage noch weiße Tennissocken? :-> Zum großen Finale stürmen dann noch weitere Mitglieder der Support-Bands die Bühne – alle fallen in einem großen Knäuel übereinander und die letzten Takte werden im Liegen gespielt. :-)

Beim zweiten Headliner Misery Index ist dann erst mal Schluss mit lustig, denn es geht von Anfang an einfach gnadenlos zur Sache. Die Amis walzen mit ihrem Death/Grind einfach alles platt und unterbrechen das Gemetzel nur ab und an für eine kurze Ansage. Die beiden Sänger wechseln sich gekonnt mit fiesem Grindcore-Geschrei ab, der Drummer sorgt für Hochgeschwindigkeits-Geballer ohne Ende, und die Saitenfraktion steht dem mit ihrem Geschredder in Sachen Geschwindigkeit in nichts nach. Meine Fresse, was für eine geile Show… Genau so gehört das! Misery Index gehören ja schon eine ganze Weile zu meinen Lieblingsbands, dementsprechend habe ich sie auch schon häufiger live gesehen, aber das ist an diesem Abend definitiv einer ihrer besten Auftritte. Mal sehen, ob das die Kollegen von Napalm Death demnächst toppen können. :-)

Sehr schön, tolle Bands, super Stimmung, mehr gibt’s nicht zu sagen.

Live: Way of Darkness V

Posted in Live with tags , , , , , , , , , , on 21. Oktober 2010 by Micha

1. + 2. 10. 2010 – Lichtenfels, Stadthalle

Hatte ich nicht neulich erst geschrieben, die Festival-Saison sei vorbei? Die Macher des Way of Darkness-Festivals sehen das offenbar etwas anders, weshalb sie am ersten Oktober-Wochenende noch ihr zweitägiges Festival veranstalten. Nun gut, das zählt eigentlich nicht als richtiges Open Air, schließlich spielen die Bands in der Halle – einen Campingplatz für die Besucher gibt es trotzdem.

Mir als bekennendem Warmduscher ist es aber um diese Jahreszeit zum Zelten zu kalt, deshalb (und auch wegen der Arbeit) schlage ich erst Samstag zum zweiten Tag des Festivals im Frankenland auf.

Erstmal ist es erstaunlich, dass es bei diesem Mörder-Billing tatsächlich noch Karten an der „Abend“-Kasse gibt; die Halle ist auch am Nachmittag nicht gerade überfüllt. Den ganzen Tag lang gibt es auch genug ruhige Plätzchen, um sich die Bands abseits vom Gedränge vor der Bühne anzusehen. Dadurch, dass die Bühne an der langen Seite der Halle aufgebaut ist, ist es aber auch relativ einfach, von außen bis nach vorne in die ersten Reihen zu gelangen.

Die erste Band, die ich mir gezielt und vollständig anhöre, ist Exumer. Für eine Menge Leute hat diese Band aus der Hoch-Zeit des Thrash Metal in den Achtzigern anscheinend so etwas wie Kultstatus, allerdings scheinen sie doch eher aus der zweiten Reihe des Teutonen-Thrash zu kommen. An diesem Tag gibt es jedenfalls genug Thrasher, die vor der Bühne Party machen. Mich reißt die Darbietung nicht vom Hocker, dazu fehlt mir etwas die Abwechslung und der letzte Biss.

Ex Deo, das Kataklysm-Nebenprojekt, wurde ja zur Veröffentlichung ihres Albums Romulus kräftig beworben. Die Songs, die in den YouTube-Spots zu hören waren, sagten mir aber nicht sehr zu: zu sehr auf Bombast und epische Momente getrimmt. Trotzdem möchte ich den Kanadiern live eine Chance geben – allerdings stört mich das, was mir schon auf Konserve nicht gefallen hat, auch beim Live-Auftritt. Das Ganze ist für mich nicht interessant genug, um mir den Auftritt komplett anzuschauen, da unterhalte ich mich lieber mit den aus allen Himmelsrichtungen angereisten Bekannten beim Bier vor der Halle.

Eigentlich bin ich ja kein großer Black Metal-Fan, aber die folgende Band Darkened Nocturn Slaughtercult schaue ich mir dann doch wieder an. Faszinierend finde ich dabei das fiese Gekrächze von Ober-Satanistin Onielar. Super Stimme. Dazu wird dann standesgemäß ein umgedrehtes Kreuz geschwenkt und Blut gespuckt – insgesamt eine gute Show mit einer schön „bösen“ Atmosphäre.

The Crown habe ich mir schon auf dem PSOA nicht angesehen, da ist es nur konsequent, sie auch dieses Mal nicht anzuschauen. Diese Band reizt mich irgendwie überhaupt nicht…

Aber dann kommen endlich die Schwergewichte des Abends, angefangen mit Asphyx. Das ist jetzt bereits das dritte Mal dieses Jahr, dass ich einen Auftritt dieser sympathischen Holländer (ja, liebe Fußballfreunde, so etwas gibt’s :-) ) miterlebe, deshalb habe ich mir eigentlich überlegt, mir dieses Mal das Ganze in aller Ruhe irgendwo von außerhalb des Gedränges anzuschauen. Klar, dass daraus nichts wird – sobald die erste Death Metal-Granate abgefeuert ist, muss ich mich einfach nach vorne in die Schusslinie begeben. Was für eine großartige Live-Band – wie immer mit jeder Menge Klassiker im Set. Asphyx ist einfach geil…

Der Asphyx-Sound ist mal wieder so schön krank und räudig, dass sich die darauf folgenden Unleashed im Vergleich dazu regelrecht nach freundlicher Party-Mucke anhören. :-) Und Party machen die Wikinger natürlich wie gewohnt. Trotzdem muss ich erst mal auf der Tribüne gegenüber der Bühne Platz nehmen, um mir von dort aus ganz entspannt die Show anzusehen. Es war schließlich schon ein langer Tag bis dahin…

Und als nächstes steht mit Napalm Death eine weitere Band, die ich in diesem Jahr bereits gesehen habe, auf dem Programm. Und auch hier wird wieder das Erwartete geboten: Die Herren legen gepflegt die Halle in Schutt und Asche mit ihrem gnadenlosen Death/Grind-Geballer. Einfach gut. Es gibt die schon vom PSOA bekannte Mischung von Klassikern und Songs des letzten Albums Time Waits For No Slave. Und die Ansagen von Barney, okay, die ich so ziemlich identisch beim PSOA schon gehört habe, okay, kann man ja ignorieren, okay.

Dann ist als Headliner die Band an der Reihe, die den eigentlichen Anlass lieferte für meinen Besuch in Franken: die legendären Possessed, die (Mit-)Erfindern des Death Metal. Diese Band habe ich noch nie live gesehen, denn zu ihrer großen Zeit Mitte der achtziger Jahre war ich noch damit beschäftigt, den mittlerweile klassischen Hard Rock und Heavy Metal zu entdecken, und bevor ich auf Possessed stoßen konnte, wurde für lange Jahre die Band erst mal auf Eis gelegt.

Jetzt ist die Band also wieder da, wobei man natürlich sagen muss, dass von der klassischen Besetzung nur noch Sänger Jeff Becerra mit dabei ist, an den Instrumenten sind die Mitglieder von Sadistic Intent zu hören. Das stört an diesem Abend aber niemanden, und sobald Jeff auf der Bühne erscheint, ist der Jubel groß. Der Mann ist ja leider in seiner Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt, was ihn aber glücklicherweise nicht daran hindert, auf der Bühne alles zu geben. Man merkt ihm an, dass er einen Riesenspaß hat. Gut bei Stimme ist er sowieso, man könnte fast meinen, seit der Veröffentlichung des legendären Seven Churches-Albums wären erst ein paar Wochen vergangen, statt 25 Jahren. Und die Hammersongs, die heute live zu hören sind (Death Metal, Pentagram, Holy Hell, No Will To Live,…), sind sowieso über jeden Zweifel erhaben.

Allein für diesen Headliner hat sich der weite Weg gelohnt, und glücklicherweise gab’s ja vorher noch ein paar andere gute Bands zu sehen. Einen Kritikpunkt hätte ich aber noch: das Bier hat wirklich nicht geschmeckt, ich musste mich deshalb am Schluss noch auf dem „Heavy Metal Parking Lot“ mit Dosenbier versorgen.

Noch 5 Tage…

Posted in Uncategorized with tags , , , , , , on 8. August 2010 by Micha

…bis zum Start. Das Dosenbier ist eingekauft, von mir aus kann’s losgehen.

Eines der Highlights des PSOA sind Autopsy, die schon seit 20 Jahren nicht mehr in Europa aufgetreten sind – deshalb habe ich sie auch nie live gesehen. Am Wochenende wird das nachgeholt! Mit ihrem Debüt-Album  Severed Survival aus dem Jahr 1989 haben die Amis einen Meilenstein des Death Metal abgeliefert. Von diesem Album stammt der folgende Song:

Nach der ganz alten Band eine relativ junge: Ketzer aus NRW, die erst letztes Jahr ihr erstes „richtiges Album“ Satan’s Boundaries Unchained veröffentlicht haben und das diesjährige Festival am Donnerstag eröffnen werden.

Und zum Schluss für heute noch etwas Tod aus Schweden von Tribulation:

Noch 11 Tage…

Posted in Uncategorized with tags , , , , , , , on 1. August 2010 by Micha

…bevor es losgeht. Und deshalb hier nochmal etwas Musik.

Erstmal geiles Gefrickel von Necrophagist, so rein zufällig auch schon mal auf dem PSOA aufgenommen:

Und noch etwas Schwedentod von Demonical, einer Band, die zwar erst 2006 gegründet wurde, aber musikalisch trotzdem angenehm an die große Zeit des schwedischen Death Metals in den 90ern erinnert:

Zum Schluss für heute noch etwas schwarzen Thrash bzw. thrashigen Black Metal von Sarke (mit Nocturno Culto von Darkthrone):

Song der Woche 27/2010

Posted in Death Metal, Song der Woche with tags , on 11. Juli 2010 by Micha

Hatte am Wochenende mal wieder Gelegenheit, Asphyx live zu sehen, und aus diesem Grund habe ich hier mal wieder einen absoluten Death Metal-Klassiker ausgesucht:

BTW, dieses Video stammt von der Bonus-DVD der „limited edition“ des zur Zeit noch aktuellen Albums Death… The Brutal Way. Diese DVD zeigt die komplette Reunion-Show auf dem PartySan 2007 – sehr zu empfehlen.