Archive for the Tonträger Category

Kowloon Walled City – Turk Street

Posted in Tonträger with tags , , on 31. März 2013 by Micha

Das hier ist kein Metal. Das sagt zumindest der Gitarrist und Sänger, und der muss es ja wissen. Also dann schauen hören wir mal. Mein erster Gedanke dazu: Noise Rock. Zumindest ist der Gitarrensound dermaßen verzerrt und mit Feedbacks überlagert, wie ich es eher von Bands wie Unsane kenne als vom typischen Metal-Axtschwinger. Eine kräftige Ladung Sludge-Gesumpfe ist auch dabei, was ja musikalisch auch nicht all zu weit entfernt ist vom Noise (Ha! Also doch Metal). Die Vocals dagegen tönen aggressiv und angepisst und gleichzeitig leidend wie bei düsterem Hardcore.

In welche Schublade auch immer man diese Musik einsortieren will, auf jeden Fall ist sie heavy. Also einigermaßen. Nicht mit einem alles zermalmenden Bass oder einem fiesen Groove wie bei „echtem“ Doom, auch wenn die Kameraden sich ebenfalls im Geschwindigkeitsbereich von schleppend bis Mid-Tempo bewegen. Ganz ordentlich halt. Wie überhaupt diese EP insgesamt mittendrin im „Ganz ordentlich“-Territorium gelandet ist. Selbst wenn ich sie mir mehrmals hintereinander anhöre, bleibt hier einfach nicht viel im Ohr. Immerhin ist das Ganze solide genug, um doch vielleicht mal in die anderen Veröffentlichungen dieser Kombo reinzuhören. Wenn ich mal Zeit habe. Das ist in diesem Fall wenigstens einfach möglich, denn die gibt es alle auf der Homepage zum kostenlosen Download.

Advertisements

Joe Satriani – Dreaming #11

Posted in Rock, Tonträger with tags on 18. August 2012 by Micha

Ganz, ganz früher – naja, heute eigentlich auch noch – war ich recht beeindruckt von „Saitenhexern“ vom Schlage eines Ritchie Blackmore oder Jimmy Page. Das war so ziemlich der Beginn meines Musikinteresses, was dann auf mehr oder weniger direktem Weg vom Classic Rock/Hard Rock zum Metal geführt hat.

Etwas Interesse für Gitarrenhelden ist geblieben, daher habe ich mir beim Besuch in der guten alten Leihbücherei diese CD hier mitgenommen – mal sehen, was der „Satch“ so zu bieten hat, der wird ja immer wieder genannt, wenn es um Gitarrenvirtuosen geht.

Es handelt sich um eine EP mit einer Studio-Aufnahme und drei Live-Tracks. Die Studio-Aufnahme The Crush of Love ist dann auch gleich das Low-Light dieser Veröffentlichung: poppiges, geradezu süßliches Gefiedel, wobei die selbe Melodie immer und immer wieder wiederholt wird. Ich habe mir die CD ein paar mal angehört und war jedes mal wieder froh, wenn der erste Track vorbei war.

Die Live-Aufnahmen sind etwas besser. Etwas, nicht viel. Die Musik ist einen Tick rockiger, hat allerdings nie wirklich Biss. Alles ist immer schön nett und gefällig im Balladentempo gehalten, ohne Höhepunkte oder gar irgendwelche Aufreger.

Richtige Songs sind das ja alles sowieso nicht. Satriani hat zwar live einen Drummer und einen Bassisten dabei, die sind aber nur Staffage, während der Meister vor sich hin soliert. Als Gitarrenworkshop wäre das womöglich brauchbar, Musiker könnten sich da sicher einiges an Techniken abschauen, für mich als Nichtmusiker ist das Ganze aber völlig uninteressant. Da ziehe ich mir lieber wieder einen der Marathon-Jams von Made in Japan rein, die bleiben auch nach dem x-ten Anhören selbst für einen Musikbanausen wie mich noch spannend.

 

The Almighty Punchdrunk – Music For Them Asses

Posted in Tonträger with tags , on 3. September 2011 by Micha

Gene Hoglan, bekannt unter anderem von Death und seiner Zusammenarbeit mit Devin Townsend, beehrt eine relativ unbekannte Band mit seiner Drum-Arbeit, weil er von einem Live-Auftritt so begeistert ist – das ist in etwa die Hintergrund-Geschichte zu diesem Album, die ich irgendwo im Netz mal gelesen habe. Die kannte ich allerdings noch nicht, als ich mir diese CD gekauft habe. Vielmehr hatte ich zuvor nur einen Track davon gehört, aus irgendeinem Grund ist mir etwas davon im Gedächtnis geblieben, vielleicht einfach nur der Band-Name… Punchdrunk bezeichnet übrigens nicht jemanden, der von zuviel Bowle besoffen ist, sondern eine Person, die von zuviel Schlägen gegen den Kopp einen Schaden davongetragen hat. Jedenfalls habe ich kurzentschlossen zugeschlagen, als ich diese CD günstig gebraucht entdeckt habe.

Nachdem ich das Album inzwischen ausführlich hören konnte, erschließt sich mir dennoch nicht, wieso Mr. Hoglan diese Band so herausragend fand, dass er unbedingt dabei sein wollte. Diese Veröffentlichung finde ich nämlich relativ durchwachsen. Das liegt nicht an den Riffs, die sind durchaus gelungen, und gegen das Drumming des Schlagzeug-Schwergewichts ist sowieso nix zu sagen.

Die Songs bewegen sich meist im oberen Geschwindigkeitsbereich, ein gewisser Hardcore-Einfluss ist nicht zu überhören. Dennoch ist das Ganze nicht einfach nur konstantes Geschredder, es gibt genug Variation, um die Songs interessant und abwechslungsreich zu halten. Zusätzlich werden immer wieder ein paar ungewöhnlichere Kleinigkeiten eingebaut, beispielsweise ein Country-mäßiges Intro bei Tug The Tapeworm oder eine immer wiederkehrende Polizeisirene bei Potes. Technischer oder gar progressiver Metal ist das ganze dennoch nicht, trotz Devin Townsend als Produzent. Trotzdem: Eigentlich durchaus hörenswert.

Das Problem fängt aber mit dem Gesang an. Es gibt deutlich unterschiedliche Gesangsstile zu hören: einmal  schnelles, druckvolles Death/Grind/Hardcore-Gebell, das mich ab und an an Dying Fetus erinnert (aber vielleicht liegt das nur daran, dass ich die in letzter Zeit zuviel gehört habe :-) ). Die weiteren Vocals (von einem anderen Sänger?)  nerven, das kann ich nicht anders sagen. Besonders gilt das natürlich für das Gerappe, wie z.B. bei Rancho Relaxo – furchtbar. Quengelnden Klargesang gibt es auch einmal. Die relativ langweiligen und unspektakulären Shouts sind da schon fast eine Erholung.

Daher gilt: die zwei instrumentalen Tracks und die mit dem guten Gesang anhören, die anderen werden schön übersprungen.

Death – Leprosy

Posted in Death Metal, Tonträger with tags , , , on 10. Januar 2011 by Micha

Nein, ich bin nicht nach ein paar Tagen dem guten Vorsatz untreu geworden, mehr neuere Musik zu hören – dieses Album hier ist vielmehr ein Beispiel für die Klassiker, mit denen ich mich im letzten Jahr ausführlicher beschäftigt habe, und außerdem eines, das ich während meines Weihnachtsurlaubs mal eingehender gehört habe.

Death ist sicherlich eine der bekanntesten und einflussreichsten Death Metal-Bands, und dafür gibt es gute Gründe. Zum Beispiel dieses Album. Leprosy ist die zweite reguläre Veröffentlichung von Death nach Scream Bloody Gore. Als eines der frühen Werke (veröffentlicht 1988) klingt das Album entsprechend „Old School“ – das bedeutet: es wird offenbar besonderer Wert gelegt auf eine finstere und morbide Atmosphäre, weniger auf Brutalität.

Dazu passen auch die Vocals von Mastermind Chuck Schuldiner – ziemlich krank eben. Auf diesem Album hat er auch noch „richtig“ gegrowlt, was mir deutlich besser gefällt als das Gekrächze auf den späteren Veröffentlichungen.

Im Vergleich zum Vorgänger Scream Bloody Gore scheint mir doch eine deutliche Weiterentwicklung erkennbar, insgesamt wirkt das Ganze nicht mehr so roh, sondern bereits deutlich ausgefeilter. Chuck ist bereits unterwegs zu seinen späteren technischeren und progressiveren Sounds.

Etwas nervt bei dieser Scheibe aber doch ab und an, und zwar das Drumming. Erst mal ist das Schlagzeug im Mix arg im Vordergrund, weshalb dann auch besonders auffällt, wenn wie z.B. bei Forgotten Past, dem thrashigsten Song des Albums, stur ein stumpfer bumm-tschack-Rhythmus runtergeklopft wird. Etwas mehr Abwechslung hätte ich mir da schon gewünscht.

Aber das ist glücklicherweise schnell vergessen beim Hammer-Song Pull the Plug, dem besten Track auf dieser CD und einem der besten Songs von Death – ach was, einem der besten Death Metal-Songs überhaupt. Allein deswegen sollte man dieses Album haben.

So, hier noch eine Möglichkeit zum Reinhören (ich danke allen Raubmordkopierterroristen, die die Songs bei Youtube hochgeladen haben :-P ):

  1. Leprosy
  2. Born Dead
  3. Forgotten Past
  4. Left To Die
  5. Pull The Plug
  6. Open Casket
  7. Primitive Ways
  8. Choke On It

Rollins Band – Get Some Go Again

Posted in Rock, Tonträger with tags , on 3. Januar 2010 by Micha

In den Weihnachtsurlaub kann ich immer nur einen Teil meiner Musiksammlung mitnehmen. Zum Glück gibt’s zur Vorbeugung gegen Langeweile die CD-Abteilung der städtischen Leihbücherei. Metal gibt’s dort kaum, deshalb bin ich dort immer auf der Suche nach etwas anderem, das ordentlich rockt. Ab und zu finde ich dann solche Perlen wie dieses Album der Rollins Band.

Am auffälligsten ist natürlich wieder wie bei allem, was ich von der Rollins Band bisher gehört habe, der Gesang von  Henry Rollins, dem tätowierten Muskelmonster. Mit seiner prägnanten Stimme und dem charakteristischen Gesangsstil – meist eher Sprechgesang als typische Rock-Vocals – lässt er mal wieder ordentlich Dampf ab und seinem Zorn freien Lauf.

Obwohl schon am Bandnamen zu erkennen ist, dass Rollins der Boss ist, sind die Beiträge der anderen Bandmitglieder keineswegs nur Nebensache oder Hintergrundgeräusch – aber wie sollte man diese Musik am besten bezeichnen? Heavy Rock? Schweinerock? Punk’n’Roll? Am besten wohl als das, was sie ist: mächtig arschtretender Rock’n’Roll mit schweisstreibenden Rhythmen und fetter Bratgitarre. Das Adrenalin und die pure Energie ist einfach jederzeit zu spüren.

Dabei haben die einzelnen Songs durchaus ihren jeweils eigenen Charakter – da gibt es den funky Ohrwurm „Love’s so heavy“, das stark an Motörhead erinnernde „You Let Yourself Down“, das coole Thin Lizzy-Cover „Are You Ready“ oder das schleppende und nach mühsam unterdrückter Wut klingende „Brother Interior“.

Insgesamt ergibt das alles einfach ein bärenstarkes Rock’n’Roll-Album.

Spancer – Slowly We Rock

Posted in Doom Metal, Tonträger with tags , , on 31. Dezember 2009 by Micha

Dass guter Metal nicht unbedingt aus schnellem Gehacke bestehen muss, zeigt immer wieder die Sludge/Doom-Fraktion. Die Braunschweiger Spancer zeigen mit ihrer aktuellen Platte, dass sie hochkarätige Vertreter dieser Stilrichtung sind.

Diese Veröffentlichung enthält ganze drei Songs, dennoch kommt durch deren genretypische Überlänge eine knappe dreiviertel Stunde Spieldauer zustande. Diese Songs sind vor allem eines: sehr, sehr heavy. Der finstere Bass-Sound (Spancer hat übrigens zwei Bassisten) scheint meist kein anderes Ziel zu haben, als den Zuhörer zu zermalmen – ganz, ganz langsam, Doom eben, dafür umso gründlicher. Der Groove wird trotzdem nicht vernachlässigt und regt zum dezenten Kopfnicken an. Ab und an wird das Tempo auch mal leicht angezogen, diese Parts gehen teilweise in Richtung Stoner Rock.

Dazu kommt der Sludge-typische Gesang: dreckig und kaputt, von Zorn und Hass regelrecht zerfressen.

Trotz der Überlänge werden die Songs nicht langweilig, das Songwriting ist gut und abwechslungsreich genug, um die Sache interessant zu halten.

Die verschiedenen Reviews im Netz bemühen für diese Scheibe immer wieder Vergleiche mit bekannteren Vorbildern, interessanterweise bei jeder Besprechung andere. Da meine Kenntnisse auf dem Gebiet Doom/Sludge/Stoner Metal doch begrenzt sind, kann ich natürlich nicht so ausführlich vergleichbare Bands aufzählen und beschränke mich auf ein kurzes Fazit: Church of Misery meets eyehategod – richtig guter Stoff.

Black Sabbath – Vol. 4

Posted in Doom Metal, Tonträger with tags on 17. Dezember 2009 by Micha

Durch den Griff in’s CD-Regal wird heute Abend sozusagen das Thema der letzten zwei Artikel fortgesetzt: Zum einen Doom, andererseits richtig alter Kram von Musikern der selben Generation wie Lemmy.

Eine billige „Best Of“-CD von Black Sabbath gehörte zu den ersten CDs, die ich mir gekauft habe. Inzwischen habe ich aber auch ein paar „richtige“ Black Sabbath-CDs. :)

Diese hier gehört aber nicht zu meinen Lieblings-BS-Veröffentlichungen, „Master of Reality“ z.B. gefällt mir doch deutlich besser. Der Grund dafür ist, dass hier doch einige schwächere Tracks vertreten sind. Insbesondere „FX“ ist einfach nur unnötig und genau das, was der Titel ankündigt: aneinandergereihte Soundeffekte. Aber auch auf die furchtbar schmalzige Ballade „Changes“ könnte ich gut verzichten. „Laguna Sunrise“ ist zwar besser, kann aber trotzdem nicht über die gesamte Dauer meine Aufmerksamkeit fesseln.

Einge gute Songs sind natürlich trotzdem dabei, allen voran „Wheels of Confusion„. Obwohl die typischen Tony Iommi-Riffs auf diesem Album selbstverständlich ausführlich Verwendung finden, werde ich damit trotzdem einfach nicht warm, so sehr ich es auch versuche. Deshalb gibt es jetzt von mir auch nichts mehr dazu zu sagen bzw. schreiben…